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Magda

Gesamte Bewertungen 13 (ansehen)


Meine Bewertungen

Humorvolles Buch für zwischendurch

Magda , am 21.09.2018

Ich habe den Titel dieses Buches gelesen und war sofort total neugierig darauf.

Ich glaube jede Frau kennt diese Momente, in denen man sich einfach nur denkt: Männer. Meist mit einem leisen Seufzen und eventuellem Kopfschütteln begleitet. Ja, das jeweils andere Geschlecht ist einfach schwer zu verstehen. Gerade wenn man noch nicht viel Erfahrung auf Beziehungsebene gemacht hat. Das Leben scheint weder mit noch ohne Mann wirklich einfach zu sein.

In „Mit Mann ist auch nicht ohne“ bekommt man in vielen kurzen Geschichten aus dem Alltag sowohl einen Einblick in das Liebesleben und Zusammenleben mit Mann einer erfahrenen Frau mittleren Alters, als auch von ihrer pubertierenden Tochter. Hin und wieder könnten die Sichtweisen und Probleme kaum unterschiedlicher sein, doch immer wieder merkt man auch, dass man manchmal einfach nicht dazu lernt im Leben. Sei es eine Schwärmerei für den Hübschling der Schule, ein Kumpel, der nicht begreifen will, dass er nie aus der Friendzone ausbrechen werden wird oder doch ein Pärchenabend unter Erwachsenen.

Das Buch besteht aus vielen von einander ziemlich unabhängigen Kapiteln, welche Szenen aus dem Leben einer alleinerziehenden Mutter (also aus Sicht der Autorin) mit dem „neuen Mann an ihrer Seite“ und ihrer pubertierenden Tochter Sophie auf unterhaltsame Weise erzählen und natürlich dürfen auch die Männer nicht fehlen.

Ich bin 20 Jahre alt, also weder pubertierend, noch so richtig erwachsen und erfahren. Ich weiß nicht, ob es mir deshalb so leicht gefallen ist, sowohl Sophie als auch ihre Mutter zu verstehen. Gleichzeitig kamen mir so einige Szenen sehr bekannt vor und hin und wieder fühlte ich mich in die eigenen Sorgen und Gedanken während der Pubertät zurückversetzt.

Humor wird in diesem Buch wirklich groß geschrieben, jedoch oder gerade deshalb darf man das Ganze aber auch nicht so ernst nehmen. Denn es steht fest, dass Männer in diesem Buch nicht unbedingt gut abschneiden. Das Buch ist locker und lustig geschrieben, wird jedoch von dem ein oder anderem Klischee ausgeschmückt. Vom Männerschnupfen bis hin zu Theorien, warum Männer im fortgeschrittenen Alter immer wieder besonders von jungen Damen verzaubert werden – es wird mit Klischees gespielt, die mal weniger und mal doch ziemlich realistisch sind. Natürlich sind die Geschichten nicht schonungslos und punktgenau aus dem Leben gegriffen, sondern teils überspitzt dargestellt. Und doch bin ich mir ziemlich sicher, dass viele LeserInnen bei den verschiedensten Kapiteln nur wissend nickend, während sie über Teenie-Schwärmereien, fehlerhafte Kommunikation zwischen Mann und Frau, sowie die männliche Verjüngung durch Bart-Rasur lesen.
Fazit

Ich konnte mich in einige Situationen super hineinfühlen, alle anderen waren auch sehr lustig und großteils realitätsnah beschrieben. Durch die kurzen Kapitel ist das Buch auch toll zum Lesen für zwischendurch oder wenn man unterwegs ist. Ich persönlich wurde gut unterhalten, auch wenn ich relativ lange für das Buch gebraucht habe, da ich wirklich nur immer wieder kurze Passagen lesen wollte, weil nun mal keine Spannung aufgebaut wird, schließlich sind die Kapitel ja großteils voneinander unabhängig.

Mit Mann ist auch nicht ohne - Silke Neumayer
Mit Mann ist auch nicht ohne
von Silke Neumayer
(7)
Buch (Paperback)
14,00

Diese Buchreihe ist wirklich einzigartig und hat mich verzaubert!

Magda , am 06.08.2018

Der Schreibstil von C.E. Bernard ist auch in diesem Buch (Band 2) wundervoll flüssig und fesselnd.

In diesem Buch betritt man als LeserIn wieder eine ganz neue „Welt“: Paris. Es ist so anders als London, auch anders als unsere (reale) Welt und doch zeigen sich auch hin und wieder Parallelen zum „echten“ Paris auf.

Diese französische Stadt ist so viel bunter, so viel freier als London und doch kann auch hier Rea nicht vollkommen sein, wer sie nun mal ist.

Die Personen

Ich persönlich bin ein großer Fan von Blanc, dem Weißen Ritter. Er ist so sympathisch, vertrauenswürdig und stark. Ich finde es einfach nur super, dass Blanc, René und der Comte in diesem Buch eine noch wichtigere Rolle spielen und man so auch ihre Charaktereigenschaften sowie die Beziehungen zwischen ihnen und anderen Buchfiguren besser kennenlernt.

Im Gegensatz dazu mochte ich Reas Bruder Liam während des Lesens immer weniger. Er handelt so unüberlegt. Ist ein richtiger Freigeist und das hat mich manchmal etwas genervt. Ja, sein Handeln passt zu seinem Charakter und das respektiere ich auch und würde es auch nicht ändern wollen, aber er war mir schlichtweg ein wenig unsympathisch. Das finde ich aber nicht einmal so schlecht, denn ich mag das eh nicht besonders, wenn fast alle Charaktere in einem Buch sup er toll und sympathisch sind, denn das wirkt mir dann zu unrealistisch.

Ninon ist eine tolle Freundin für Rea, die ist klug, stark, verständnisvoll. Und immer wenn ich dachte, dass sie mir fast ein wenig zu perfekt ist, zeigte auch sie mal Schwächen. Das hat mir echt gut gefallen.

In diesem Buch lernen wir als LeserInnen natürlich auch neue Charaktere kennen, nämlich unter anderem den Roi (König von Frankreich), sowie seine Geliebte Madame Hiver. Ich will auf die beiden nicht zu genau eingehen, da das zu viel spoilern würde, aber so viel sei gesagt: beide sind sehr eigene und interessante Persönlichkeiten und zumindest eine Person von den beiden bringt viel Schwung in die Geschichte.

Und natürlich durfte ein gewisser Prinz auch nicht fehlen.

Spannung und Ablauf

Auch in Band 2 konnte mich C.E. Bernard mit ihrer Erzählweise begeistern. Es gab wieder prickelnde Szenen, spannende Intrigen und eine Frage war in meinem Kopf während des Lesens fast durchgehend präsent: Wem kann Rea bloß trauen und wer spielt ein falsches Spiel?

Fazit

Im ersten Band war ich begeistert von Bernards Ideenreichtum und auch im zweiten Band wurde ich nicht enttäuscht. Als Leser lernt man eine neue Stadt mit anderen Sitten und neuen Charakteren kennen, während man ständig mit Rea mitfiebert, die sich scheinbar nirgends zu sicher fühlen darf.

Palace of Silk - Die Verräterin - C. E. Bernard
Palace of Silk - Die Verräterin
von C. E. Bernard
(72)
Buch (Paperback)
14,00

Eines meiner bisherigen Jahreshighlights!

Magda , am 19.05.2018

Das Setting

Noch nie habe ich eine Geschichte gelesen, die in einem ähnlichen Setting spielt wie „Palace of Glass – Die Wächterin“. Die Geschichte spielt zwar in London, doch in der Zukunft, wobei sich die Menschen eher rückschrittlich kleiden und auch verhalten. Es gibt eine Monarchie und wegen der Magdalenen, die über Kontakt deine Gedanken lesen oder manipulieren können, wurde jeglicher Hautkontakt vom König strengstens untersagt. Die Leute in London müssen ganz spezielle Kleidung tragen, die einen hohen Kragen, Handschuhe (sog. Gladiès) und Kummerbünde, in denen sie ihre Hände auf dem Rücken halten. Doch das ist nicht überall so, in Paris beispielsweise ist das Leben viel leichter und die Gesetze bezüglich Berührungen sind weniger streng. Als Magdalena darf man in London aber niemals entdeckt werden, sonst landet man in einer furchtbaren Anstalt oder man wird sogar zum Tode verurteilt. Diese Geschichte ist so neu und ich fand das alles total faszinierend. Ich finde, dass das Buch alleine wegen dieses Settings schon lesenswert ist, auch wenn ich anfangs hin und wieder Probleme hatte, mir das alles auch bildlich vorstellen zu können. Doch nach und nach bekommt man ein Gefühl dafür und die Autorin erklärt die ganze Hierarchie, die strengen Gesetze und den Alltag der Protagonistin Rea grundsätzlich auch sehr detailreich. Mein Hirn hatte nur teils kleine Probleme, das alles auf einmal zu verarbeiten.

Die Personen

Rea fand ich von Anfang an sympathisch, auch wenn sie manchmal doch noch sehr kindlich auf mich wirkte, während sie im nächsten Moment wieder sehr logisch und überlegt handelte und gleich wieder älter und erfahrener wirkte.

Den Prinzen mochte ich leider nicht so wirklich. Anfangs dachte ich, der entwickelt sich schon noch, aber irgendwie fand ich sein Verhalten teils etwas nervig. Auch war er mal ein richtiger Vorzeige-Kronprinz, im nächsten Moment war er einfach menschlich und ein guter Freund und nur wenig später hat er sich wieder verhalten wie ein verzogenes, verwöhntes Kind. Doch irgendwie hat das dann doch auch wieder zur Geschichte gepasst. Deshalb hat es mich im Großen und Ganzen nicht allzu sehr gestört, aber zu meinen Lieblingen gehört er trotzdem nicht.

Denn mein Herz schlägt für den Weißen Ritter. Blanc ist ein starker Kämpfer und hat doch das Herz am richtigen Fleck. Hin und wieder wird man nicht ganz schlau aus ihm und dann hat er auf mich immer etwas geheimnisvoll gewirkt, was ich sehr mochte. Er ist der Einzige in diesem Buch dem ich neben Rea und deren Bruder Liam wirklich über den Weg getraut habe.

Aus Ninon wurde ich hingegen nicht so richtig schlau…
!SPOILER-GEFAHR!

Und ehrlich gesagt ging mir ihre Entwicklung, was ihr Verhalten Rea gegenüber betrifft, etwas zu schnell. Anfangs hat es auf mich so gewirkt, als würde Rea Ninon absolut nicht ausstehen können und das war für mich auch verständlich, und dann war Ninon auf einmal ihre Vertraute, die alles Böse von ihr abwenden möchte.

!SPOILER-ENDE!
Zwar finde ich es gut, dass Ninon als vielschichtige Persönlichkeit präsentiert wurde, denn das macht sie menschlicher und greifbarer, aber ihre Entwicklung verlief für mich einfach ein bisschen zu sprunghaft.

Der Spannungsverlauf

Anfangs wird man zwar in die Geschichte eingeführt und erhält so einige Erklärungen, wie die ganze Gesellschaft funktioniert und was es mit den Magdalenen auf sich hat, doch es ist auch gleich zu Beginn spannend, da man nicht weiß, wer der Unbekannte ist, der Rea zu verfolgen scheint. Ich habe richtig mit ihr mitgefiebert, denn ich wollte endlich herausfinden, wer das ist und was er vorhat. Generell zeigt sich dieses Muster im ganzen Buch: es ist nicht „spannungsüberladen“ (was Actionszenen oder ähnliches betrifft) und doch wollte ich es nie aus den Händen legen, da ständig irgendwelche Geheimnisse oder Hintergründe aufgedeckt werden sollten und man sich bei manchen Personen einfach nicht sicher sein konnte, ob Rea ihnen vertrauen kann oder nicht. Ich habe das Buch, obwohl ich nicht viel Zeit zum lesen hatte, in wenigen Tagen verschlungen und bin schon sehr gespannt auf Band 2 mit dem Titel „Palace of Silk – Die Verräterin“, welcher am 29.05.2018 erscheint!

Fazit

Auch wenn man meiner Meinung nach ein paar Personen und deren Entwicklung noch etwas besser ausarbeiten können hätte und ich mir anfangs etwas schwer getan habe, mir diese so fremdartige Gesellschaft und deren spezielle Kleidung vorzustellen, hat mich die Geschichte von Rea von Anfang an gepackt. Ich hätte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt und freue mich nun schon sehr auf den nächsten Band der Palace-Saga! Trotz kleiner Schwächen gehört „Palace of Glass“ von C. E. Bernard – besonders wegen des tollen Settings – zu meinen bisherigen Jahreshighlights!

Palace of Glass - Die Wächterin - C. E. Bernard
Palace of Glass - Die Wächterin
von C. E. Bernard
(135)
Buch (Paperback)
14,00

Der bislang spannendste Band der Grimm-Chroniken

Magda , am 08.05.2018

Achtung! Das ist Band 4 einer Reihe, die Rezension kann also Spoiler zu Band 1 bis 3 enthalten!

Der Schreibstil

Auch in diesem Band konnte mich die Autorin mit ihrem sehr detailreichen Schreibstil verzaubern. Schnell sind auch die neuen Orte und Personen vor meinem Inneren Auge erschienen und ch konnte bestens in die Geschichte eintauchen.

Die Geschichte

Band 1, 2 und 3 der Grimm-Chroniken haben mir ja schon gut gefallen. Aber Band 4: Der Gesang der Sirenen hat einfach alles noch einmal getoppt. Auch meine Erwartungen wurden übertroffen!

Das Buch beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung bzw. Rückblende, was im letzten Band in den einzelnen Erzählsträngen passiert ist. Das hat mir sehr gut geholfen, gleich wieder in die Geschichte einsteigen zu können, da ich mir bei manchen Aspekten nicht mehr genau sicher war, wann und wie sie genau passiert sind.

Auch in diesem Teil der Reihe erfährt man wieder gleichzeitig, was Will in Schneewitchens Traum erlebt, was Maggy und ihr Bruder Joe währenddessen machen und wie es auf Marys und Dorians Reise weitergeht. Maya Shepherd verknüpft hierbei gekonnt ein paar weitere Märchen mit der Hauptstory und verpackt immer wieder ein paar kleine Details, die dafür sorgen, dass alle bisher erschienen Bände so gut zusammenpassen und die die Geschichten immer wieder zu etwas Besonderem machen.

Vor allem fand ich toll, dass die Geschichte nun so richtig in Fahrt gekommen ist. Es ist und bleibt spannend, in allen Erzählsträngen. Mary und Dorian stellen sich einige Gefahren über den Weg, die es zu überwinden heißt. Will kämpft damit, sein „Wahres-Ich“ zu erkennen und gleichzeitig zu entscheiden, was er bezüglich Schneewitchen machen sollte. Diese begleiten wir als Leser währenddessen in einem weiteren Abschnitt ihres Lebens. Außerdem taucht ein mehr oder weniger neuer Charakter auf, der mich total begeistern konnte.

Am allermeisten haben mir die Szenen von Maggy in der Bibliothek gefallen. Nicht nur, dass ich mich ihr bezüglich ihrer Liebe zu Büchern so verbunden gefühlt habe, sondern auch hier hat die Autorin ein so wundervolles Element eingebaut. Die Geschichte wirkt so irgendwie reeller und setzt gleichzeitig zumindest Joe und Maggy irgendwie auch auf eine ähnliche Ebene wie uns Leser, was mich den beiden noch verbundener fühlen lassen hat.

Fazit

Der bislang spannendste Teil der Grimm-Chroniken, dessen Dynamik und kleinen Details mich total verzaubern konnten! Leider ist das der letzte Band, der vor der Sommerpause erscheint, aber ich bin mir sicher, dass es das Warten auf Band 5 wert ist!

Die Grimm-Chroniken. Band 04. Der Gesang der Sirenen - Maya Shepherd
Die Grimm-Chroniken. Band 04. Der Gesang der Sirenen
von Maya Shepherd
(15)
Buch (Taschenbuch)
8,95

Viele unterhaltsame aber auch tiefgründige Fakten

Magda , am 09.04.2018

Ich wollte dieses Buch von dem Augenblick weg unbedingt lesen, in dem ich den Titel gelesen habe. Es schien mir etwas ganze Neues, Freches und doch auch Ehrliches zu sein. Ich habe das Buch immer wieder zwischendurch gelesen und war dann innerhalb von zwei Tagen durch.

Jedoch sollte gleich zu Beginn gesagt werden: Der Titel klingt zwar locker lustig, der Inhalt des Buches ist jedoch die blanke Wahrheit, nichts wirf hier schöngeredet. Und wie die meisten von uns ja wissen, ist das Leben kein Ponyhof und so sind auch diese Fakten nichts für Menschen, die mit schwarzem Humor nichts anfangen können, oder sich schwer tun, über sich selbst zu lachen. Ja, manche Fakten in diesem Buch sind deprimierend, deshalb finde ich es wichtig, dass man sich während des Lesens dieses Buches immer wieder vor Augen führt, dass sich jetzt trotzdem nichts ändert, auch wenn man jetzt Dinge weiß, die man vorher nicht wusste und die einen vielleicht bedrücken. Deshalb wird die Welt objektiv betrachtet auch nicht einfach schlechter. Das spricht die Autorin auch im Nachwort an, was ich sehr gut gefunden habe. Deshalb mein Tipp: Wenn Sie dieses Buch lesen, dann lesen Sie bitte auch das Vor- und das Nachwort, denn es bereitet einen einerseits auf de Fakten vor und andererseits hilft das Nachwort dabei, das alles noch einmal kurz zu reflektieren.

Einige der Fakten habe ich vor allem durch den Psychologie und Philosophie-Unterricht früher an der Schule oder aber durch mein Biologie-Studium bereits gekannt, doch manches war auch völlig neu für mich. Toll finde ich an diesem Buch, dass direkt unter jeder Aussage die Quelle vermerkt ist, sei es eine Organisation wie die WHO, ein wissenschaftlicher Artikel oder eine Durex-Studie. Jedenfalls kann man so, wenn man Genaueres zu diesem Fakt wissen will oder nach Hintergrundwissen strebt, noch einmal selber nachlesen.

Ein klitzekleiner Kritikpunkt bezüglich der Quellen wäre hierbei, dass ich mir bei manchen Studien nicht sicher bin, wie objektiv diese durchgeführt wurden und wie sehr man sich so auf das Ergebnis verlassen kann. Aber es geht hier eigentlich vorrangig darum unterhalten zu werden und nicht einen wissenschaftlich korrekten Artikel für ein hochklassiges Magazin zu schreiben, also ist das ja nicht so schlimm.

Die Gestaltung und der Aufbau dieses Buches haben mir besonders gut gefallen: Die Fakten fangen immer mit einer fettgedruckten Überschrift bzw. kurzen Zusammenfassung an, dann wird dieser Satz meist noch kurz genauer erklärt. Darunter ist dann die Quelle zu finden. Es folgt ein kleiner Abstand und es geht mit dem nächsten Fakt weiter. Insgesamt ist das Buch in 11 Kapitel (ohne Vor- und Nachwort) gegliedert, in denen es jeweils beispielsweise um Falten über Männer oder Frauen oder aber auch um den Job geht. Am schwersten verdaulich fand ich hierbei die Kapitel über Beziehungen, Glück und das Leben im Allgemeinen, ich bin aber – ohne jetzt arrogant wirken zu wollen – eine relativ selbstsichere junge Frau, die auch einen etwas derben Humor hat, deshalb hab ich zwar beim Lesen hin und wieder ein wenig Schlucken müssen, im Nachhinein habe ich mich aber nicht schlechter gefühlt oder so etwas und im Großen und Ganzen hat mich, als wissbegieriger Mensch, dieses Buch doch auch ziemlich gut unterhalten.

Fazit

Dieses Fakten-Buch hat mir sehr gut gefallen, sowohl was den Inhalt, als auch die Gestaltung betrifft. Jedoch würde ich unsicheren oder oft zweifelnden Menschen von diesem Buch abraten, denn nicht jeder verträgt diese teils doch ziemlich finsteren Fakten und man sollte sich selbst das Leben ja nicht schwerer machen, als es manchmal nun mal ist.

Und dafür hab ich mir die Beine rasiert? - Charlotte Caspa
Und dafür hab ich mir die Beine rasiert?
von Charlotte Caspa
(3)
eBook
9,99

Ein toller dritter Band

Magda , am 06.04.2018

Das hier ist Band 3 einer Reihe, deshalb könnte diese Rezension Spoiler zu Band 1 und 2 enthalten!

Meine Rezension zu Band 1 und Band 2 findet ihr auch auf meinem Blog.

Der Schreibstil
Ich will gar nicht zu viel dazu sagen, da ich das ja auch schon in den vorangegangenen Rezensionen zu Band 1 und 2 getan habe. Aber: Mayas Schreibstil gefällt mir immer noch super gut und ich kann mir sowohl die Personen als auch die Orte deshalb echt gut vorstellen.

Die Geschichte
Wie ihr schon am Klappentext erkennen könnt, lernen wir einen mehr oder weniger neuen Charakter in diesem Band kennen. Dieses Mädchen wird eine wichtige Rolle spielen und ich fand es sehr, sehr spannend mehr über es zu erfahren. Auch begleitet man weiterhin Mary und Doria, was mir auch sehr gut gefallen hat.

Ich fand es einfach toll, dass sich die Geschichten von Will und Mary in diesem Band noch viel mehr miteinander verstrickt haben! Ich war ja anfangs der Meinung, dass ich die Kapitel über Mary mehr mag, als die über Will, weil sie einfach mehr Märchenelemente enhalten. Jetzt wo sich beide Geschichten immer mehr überschneiden, kann man das eigentlich nicht mehr wirklich als Argument nehmen und da wurde mir plötzlich klar, das ich einfach Will nicht sonderlich sympathisch finde. Das soll jetzt nicht heißen, das er mich nervt oder dass ich die Stellen, an denen er vorkommt, nicht gerne lese, aber ich denke einfach, dass ich nicht mit ihm befreundet sein wollen würde, wenn ich im echten Leben auf ihn treffen würde.

Was mir am Allerbesten gefallen hat, sind eigentlich alle Kapitel über das „geheimnisvolle Mädchen“. Ich möchte nicht zu viel verraten, weil ich sonst spoilern würde, aber diese Szenen sind so toll und bildhaft beschrieben – die anderen eigentlich auch, aber diese sind mir doch besonders im Gedächtnis geblieben. Man lernt einige Charaktere nun auch von anderen Seiten kennen und wieder war ich mir nicht so sicher, wer gut und wer böse ist. Immer, wenn ich einen Charakter besonders sympathisch gefunden habe, hatte ich das Gefühl, dass ich bei meiner Meinung über sie/ihn falsch liegen könnte. Bis auf Maggy. Ich glaube sie ist einfach wirklich eine gute Seele.

Auch fand ich es toll, wie magische/übernatürliche Wesen immer besser in die Geschichte eingebaut wurden, ohne, das der Fokus zu stark auf diesen Aspekt gelegt wurde.

Weiters kommt immer wieder auch ein wenig Spannung auf und wie der Titel und auch der Klappentext bereits zeigen, spielt auch der Tod eine gewisse Rolle.

Fazit
Eine spannende und wunderschön bildhaft beschriebene Geschichte über Familie, Freundschaft, Tod und Märchen. Ich bin begeistert von den Grimm-Chroniken und freue mich schon sehr auf Band 4!

Die Grimm-Chroniken. Band 03. Der Schlafende Tod - Maya Shepherd
Die Grimm-Chroniken. Band 03. Der Schlafende Tod
von Maya Shepherd
(18)
Buch (Taschenbuch)
8,95

Eine wunderschöne Märchen-Sammlung

Magda , am 22.02.2018

Jedenfalls war ich sehr gespannt auf das Buch und ich hatte eine relativ hohe Erwartung, da mir das Cover mit diesen goldenen Verzierungen unglaublich gut gefällt und ich Herrn Michael Köhlmeier schon von Büchern wie „Die Nibelungen-Saga“ aus der Schule kenne.
Besonders toll fand ich, dass das Buch in zehn Kapitel zu je zehn Märchen aufgeteilt ist, je nach Thema. So trägt beispielsweise ein Kapitel den Titel „Bruder und Schwester“ und darin wurden zehn Märchen zusammengefasst, in denen es um Geschwister geht. Außerdem finde hat es mir richtig gut gefallen, dass eben nicht nur die bekannten Märchen der Gebrüder Grimm oder jene von Hans Christian Andersen in diesem Buch vorkommen, sondern man lernt auch sehr viele neue Märchen aus aller Welt kennen – wie der Titel des Buches auch schon vermuten lässt. Auffallend war für mich auch, dass ich immer dachte, Märchen hätten meistens einen kleinen Lehrgehalt. Zumindest kommt mir das bei den Grimm-Märchen oft so vor. In diesem Buch habe ich aber auch Märchen gelesen, aus anderen Ländern wie beispielsweise Mazedonien, Japan etc. und diese Märchen haben sich doch teils vom Aufbau und auch von der Handlung her sehr unterschieden. So gewinnen doch auch mal die Bösen und ich hatte absolut nicht damit gerechnet, dass diese Märchen so enden würden. Ich wurde also beim lesen dieses Buches auch immer wieder überrascht.
Hervorheben möchte ich auch noch, wie viel Mühe sich der Herausgeber gemacht hat. Nicht nur hat er 100 Märchen gesammelt und nach der Thematik geordnet. Nein, er hat auch noch wirklich schöne, erklärende Einleitung zu allen Kapiteln verfasst. Und er hat uns LeserInnen einen Einblick in seine Kindheit und die Bedeutung von Märchen in seinem eigenen Leben gegeben. Mir hat ehrlich gesagt alleine das „Vorwort“, welches den Titel „Wo das Erzählen noch geholfen hat“ trägt, schon so gut gefallen - mir ist richtig warm um's Herz geworden und ich habe auch Einiges über Märchen dazugelernt.
Natürlich waren auch immer wieder Märchen dabei gewesen, die mir nicht so gut gefallen haben, aber so ist das eben in Sammlungen von Geschichten, man kann nicht mit allem den Geschmack von allen LeserInnen treffen, das finde ich also auch gar nicht schlimm.
Das Einzige, was dieses Buch für mich noch besser hätte machen können, wäre die ein oder andere Illustration gewesen, denn dieses Buch besteht wirklich nur aus Text. Aber eigentlich finde ich das auf eine gewisse Weise auch wieder gut, denn so merkt man, dass es kein Kindermärchenbuch ist, sondern vor allem auch erwachsenen LeserInnen unterschiedliche Märchen so wieder nähergebracht werden können.
Fazit
Es war wirklich toll, Märchen von überall her zu lesen und dadurch auch neue Geschichten kennenzulernen. Die Vielfalt der hier gesammelten Märchen konnte mich voll überzeugen. Weiters merkt man, dass sich Herr Köhlmeier sehr viel Mühe beim Zusammenstellen der Kapitel gegeben hat. Ich werde das Buch gut aufbewahren, um hoffentlich irgendwann meinen zukünftigen Kindern daraus vorlesen zu können. Alles in allem, kann ich das Buch von Herzen weiterempfehlen!

Märchenwelt
Märchenwelt
(2)
Buch (Klappenbroschur)
15,00

Eine etwas andere Märchenadaption

Magda , am 24.01.2018

Ich liebe Märchen und dadurch bin ich auch, was Märchenadaptionen betrifft, auf den Geschmack gekommen. Wie man dem Klappentext schon entnehmen kann, ist „Die Apfelprinzessin“ eine teils eher düster gehaltene Geschichte, die ich auch nicht direkt als typische Märchenadaption bezeichnen würde, da hier zwar mehrere Figuren und Elemente aus Märchen verwendet wurden, aber doch in sehr veränderter Form und auch die Gebrüder Grimm spielen eine relativ wichtige Rolle, obwohl sie in ihrer Märchensammlung ja selbst als Figuren nie vorgekommen sind (soweit ich weiß).

Der Schreibstil

Ich hab Maya Shepherds Schreibstil bereits in den anderen Büchern, die ich von ihr gelesen habe (Märchenhaft-Trilogie, Über alle Grenzen), sehr gemocht. Auch in diesem ersten Band ihrer neuen Reihe „Die Grimmchroniken“ konnte mich ihr Stil zu erzählen überzeugen. Vor allem deshalb, weil die Geschichte zu zwei verschiedenen Zeiten spielt und der Stil immer passend zur Situation und zu der Zeit, in die Szene gerade spielt, ist. Außerdem konnte ich das Buch sehr rasch lesen, was eben nicht nur an der geringen Seitenanzahl, sondern auch an Mayas flüssigem Schreibstil lag.

Die Geschichte

Wie vorher schon erwähnt werden in diesem Buch mehr oder weniger zwei unterschiedliche Geschichten zu unterschiedlichen Zeiten erzählt, die jedoch miteinander verknüpft sind. So erfahren wir etwas über Mary, welche eher den märchenhaften Part darstellt, und gleichzeitig auch etwas über den Jugendlichen Will, der im Deutschland der heutigen Zeit lebt, und seine Freunde, sowie seinen Vater. Marys Geschichte spielt anfangs im 16. Jahrhundert. Wills Geschichte im Jahre 2012. Und doch verknüpfen sich die Leben der beiden nach und nach. Am meisten gefallen haben mir die Kapitel über Mary und ihr Leben, deshalb war ich zu Beginn ein wenig enttäuscht, weil die längsten Kapitel von Will und seinen Freunden erzählt haben. Aber ich habe auch gemerkt, dass das nötig war, um die Hintergründe der Geschichte, sowie die Personenkonstellationen verstehen zu können.

Die Charaktere

Will
Will ist eigentlich ein ganz normaler Teenager, wäre da nicht sein Vater, der schon ziemlich lange in einer psychiatrischen Einrichtung ist. Er glaubt an viele Dinge, an die sein Sohn Will nicht glaubt oder nicht glauben will. Will hält seinen Vater für verrückt. Und weil sein Vater eben verrückt zu sein scheint, hat es Will nicht besonders leicht im Leben. Nicht nur, dass er im Heim lebt, sondern es kommt auch noch dazu, dass er wegen seines „durchgeknallten“ Vaters gemobbt und ausgegrenzt wird. Außer seinen Freunden Joe und Maggy, welche Geschwister sind, hat er niemanden. Und auch Joe scheint sich immer mehr von Will zu entfernen, seit er beliebter geworden ist.

Maggy
Maggy ist eine gute Freundin von Will. Sie lebt mit ihm im Heim, doch im Gegensatz zu Will scheint sie die Geschichten von dessen Vater zumindest teilweise zu glauben. Ohne sie würde Will seinen Vater wohl nur noch selten besuchen und auch so scheint sie im Kraft zu geben. Ich fand Maggy teils etwas naiv oder kindlich, aber auch liebenswürdig.

Mary
Mary lebt im 16.Jahrhundert in Bonn. Ihre Geschichte gleicht einer märchenhaften Legende. Ich war von Anfang an gefesselt von den Kapiteln über sie. Mary wurde als junges Mädchen mit einem Fluch belegt, der sie ziemlich einschränkt in ihrem Tun. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber sie ist oft ziemlich einsam, was sie für mich noch ein wenig sympathischer gemacht hat. Ich finde ihren Charakter aber generell sehr interessant, geheimnisvoll und trotzdem auch – einfach sympathisch eben.

Dorian
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie wichtig seine Rolle in dem ganzen Geschehen dann wirklich sein wird, aber er war für mich am spannendsten an der ganzen Geschichte. Ich hatte von Anfang an ein eher mulmiges Gefühl bei ihm und bin gespannt, wie sich das alles noch entwickelt. Auf alle Fälle hat er bei mir die meisten Fragezeichen hinterlassen und die größte Neugier auf Band 2 geweckt.

Allgemein
Wie bereits erwähnt, hat es mich anfangs leicht gestört bzw. eher irritiert, dass die Geschichte großteils im Jahr 2012 spielt, aber durch die Szenenwechsel und einige andere Geschehnisse und Erklärungen hat das dann wieder gut gepasst. Außerdem war ich ziemlich perplex, als Band 1 plötzlich aus war, denn ich wollte wirklich unbedingt weiterlesen, da es, finde ich, gerade richtig spannend wurde gegen Ende hin. Trotzdem finde ich, dass das Ende stimmig war und ganz eindeutig Spannung aufbaut und dadurch Lust darauf macht, auch Band 2 zu lesen. Ich finde auch, dass die Wartezeit von ca. einem Monat zwischen den Erscheinungsterminen der Bücher voll okay ist. Durch Band 1 habe ich noch nicht ganz durchschaut wie weit die Geschichten von Will und Mary wirklich zusammenhängen bzw. zusammenhängen werden, deshalb bin ich umso gespannter, wie sich das alles in den Folgebänden entwickeln wird. Denn ich habe schon eine gewisse Ahnung, wie es weiter gehen könnte, bin mir aber nicht sicher, ob es dann auch so kommen wird.

Fazit
Ein guter erster Teil einer Reihe, der anfangs großteils in die Geschichte hineinführt und die LeserInnen mit den wichtigsten Personen bekannt macht. Gleichzeitig wird die Geschichte gegen Ende des Buches hin immer spannender, was die Neugier auf Band 2 weckt. Sowohl der Schreibstil, als auch die Ausarbeitung der Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Einzig die Kürze der Passagen über Mary im Vergleich zu den Kapiteln über Will haben mich ein wenig gestört.

Die Grimm-Chroniken. Band 01. Die Apfelprinzession - Maya Shepherd
Die Grimm-Chroniken. Band 01. Die Apfelprinzession
von Maya Shepherd
(35)
Buch (Taschenbuch)
8,95

Eine wunderschöne Geschichte über eine starke Liebe, die keine Grenzen kennt

Magda , am 21.09.2017

Zuerst war ich etwas skeptisch, was dieses Buch betrifft, denn das „Thema Flüchtlinge“ wurde und wird sehr viel diskutiert, gleichzeitig wird es zu dieser Thematik wahrscheinlich nie die eine „richtige“ Meinung geben. Wie die Autorin im Nachwort schreibt: „Jeder ist einzigartig“. Deshalb sollte man einfach nicht verallgemeinern, denn das wird uns nie möglich sein, ohne irgendjemandem Unrecht zu tun. Und das verdeutlicht auch dieses Buch. Maya Shepherd zeigt in dieser Geschichte nicht nur Positives, sondern auch die Schattenseite und gleichzeitig war es keine reine Schwarz-Weiß-Malerei von ihr. Ich denke, die Autorin wollte hier extra keine Meinung angeben oder Stimmung beim Leser/der Leserin verursachen, nicht einfach die ganze Situation verschönern und unser Mitgefühl erwecken, sondern sie wollte zum Nachdenken anregen. So habe ich es jedenfalls empfunden. Nachdenken über ein Thema zu dem viele – mich eingeschlossen – schon langsam einfach nur mehr die Augen verschließen wollen.
Doch Maya Shepherd konnte mich wieder zum Nachdenken und gleichzeitig zum Lesen anregen, denn bei diesem Buch handelt sich um eine wunderschöne und gleichzeitig herzzerreißende Liebesgeschichte zweier Jugendlicher, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten und gleichzeitig so viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Die Probleme des Zusammenlebens von „Einheimischen“ und „Flüchtlingen“, sowie die positiven Aspekte dessen werden in dieser Geschichte nicht einfach direkt angesprochen oder aufgezählt, sondern sind häufig im Kontext zwischen den Zeilen zu finden. Und es geht hier nicht hauptsächlich um Yasin und seine Vergangenheit. Sondern es geht hier auch um Anna, eine 17-jährige, gebürtige Berlinerin, und um Anna&Yasin. Annas Geschichte steht für mich aber im Vordergrund. Auch Yasins Geschichte wird von einem auktorialem Erzähler wiedergegeben, das geschieht in separaten Kapiteln. Für mich waren diese Passagen interessant und erschütternd zugleich, jedoch wirkten sie auf mich mehr wie eine Erklärung, um mehr über Yasin zu erfahren, anders würde man seine Geschichte – aus seinen Gesprächen mit Anna – nur schleppend erfahren.

Wie erwähnt, ist für mich Anna die wahre Hauptperson des Buches, also kommen wir zuerst zu ihr:
Ihre Eltern haben sich scheiden gelassen, ihr Leben, wie sie es bisher gekannt hat, zerbricht von einem Tag auf den anderen in tausend Teile, denn als wäre die Scheidung nicht schon schlimm genug, muss sie nun auch noch in einer neuen Stadt ohne ihre Freunde zurechtkommen. Vielleicht wirkt Manches, was sie tut oder denkt auf einige LeserInnen etwas übertrieben und deshalb nicht zu gut nachvollziehbar. Aber man sollte, finde ich, beim Lesen immer im Hintergrund behalten, dass sie erst 17 Jahr alt ist. In diesem Alter möchte man zwar schon erwachsen stark und selbstständig sein, aber man ist es meistens noch nicht. Annas Leben wird zusätzlich von Angst und Wut bestimmt. Darin gibt es keinen Platz für Vertrauen und Liebe. Wie Maya Shepherd es hin und wieder auch im Buch formuliert hat, ist Yasin Annas Silberstreif am Horizont, der sie nicht gänzliche in ein schwarzes Loch fallen lässt. Ich fand Anna sehr sympathisch und außerdem realistisch gestaltet. Hin und wieder habe ich zwar etwas über Gedanken von ihr seufzen müssen, aber eher im Sinne von Mitfühlen und das man ihr so gerne sagen würde, dass sie auch mal das Gute sehen sollte.

Yasin:
Dieser Junge bzw. junge Mann hat in seinem Leben schon unglaublich viel mitgemacht, ich könnte es ihm nicht verdenken, wenn er dadurch den Glauben an die Menschheit verloren hätte. Aber das hat er nicht. Ganz im Gegenteil. Yasin ist ein gutmütiger, friedvolle Mensch, der nur seine Liebsten beschützen und jedem Streit aus dem Weg gehen möchte. Er sieht was er hat und ist damit zufrieden, ohne sich dadurch unglücklich zu machen, indem er sich immer das wünscht was er nicht haben kann. Ihm ist es möglich, die schönen Seiten des Lebens hervorzuheben und die schlimmen nicht zu dicht an sich heranzulassen.

Einteilung/Kapitel:
Die einzelnen Kapitel spielen zu unterschiedlichen Zeit an unterschiedlichen Orten. Man kennt sich aber super aus, da unter der Kapitelüberschrift wie bei einem Logbucheintrag das Datum und der Ort angeführt sind. Manche Kapitel erzählen von Yasins Flucht aus dem Kosovo nach Deutschland, andere spielen in der „Gegenwart“ und sind in der Ich-Form aus Annas Sicht geschrieben. So erfährt man besonders viel über Annas familiäres Verhältnis, ihre Gedanken- und Gefühlswelt, sowie ihr Verhalten. Auch lernt man so al LeserIn Yasin das erste Mal kennen.

Schreibstil
Maya Shepherd erzählt Anna und Yasins Geschichte relativ einfach und doch sehr emotional. Ich finde die Wortwahl passt sehr gut zu Annas Alter wäre auch irgendwie befremdlich, wenn sie wie ein 60-Jähriger Uni-Professor reden und denken würde.

Lesefluss/Spannung:
Anfangs geht es etwas ruhig dahin, einzig die Passagen über Yasins Flucht sind richtig spannungsgeladen, in den anderen Kapiteln geht es anfangs eher darum, dass man die Personen besser kennenlernt und man Annas Situation verstehen kann. Das Buch wird dann aber von Seite zu Seite fesselnder und ca. ab dem letzten Drittel konnte ich es wirklich kaum mehr aus der Hand legen. Daran waren vor allem die kurzen Kapitelüberschriften Schuld, die dazu geführt haben, dass ich diverse Vermutungen am Anfang des Kapitels angestellt habe und dann unbedingt sofort wissen musste, ob ich recht behalten würde oder nicht.

Besonders gut hat mir an diesem Buch gefallen, dass zwar Yasin ein „Vorzeige-Asylwerber“ ist, jedoch trotzdem schlimme Vorfälle geschildert werden und man merkt, dass JEDER Mensch individuell ist, egal von wo er/sie kommt. Auch die Nebencharaktere haben sehr viel Schwung in die Geschichte gebracht sowie Potenzial für Auseinandersetzungen, denn nicht jeder ist immer gleicher Meinung und manche wollen immer nur das Beste für sich selbst. Weiters lernt an, dass man erst in schweren Zeiten erfährt, welche Menschen wahre Freunde sind bzw. wer immer zu einem hält. Außerdem wird nicht nur de Flüchtlingsthematik behandelt, sondern es geht auch um Probleme wie den Unterschied zwischen arm und reich, die teils sehr komplizierte Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern sowie zwischen den Geschwistern. Auch selbstverletzendes Verhalten und Hilflosigkeit werden in der Geschichte angesprochen und nicht kurz als unwichtig abgetan, sondern detailliert thematisiert.

Fazit:
Eine schöne und gleichzeitig dramatische Liebesgeschichte von zwei Jugendlichen, die nur zusammen ganz sein können in einem Buch das zum Nachdenken anregt.

Über alle Grenzen - Maya Shepherd
Über alle Grenzen
von Maya Shepherd
(10)
Buch (Taschenbuch)
14,95

Ein ganz toller finaler Band!

Magda , am 31.07.2017

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut und ich habe es unglaublich gerne gelesen, gleichzeitig wollte ich noch nicht, dass es zu Ende geht.

Denn auch in diesem Buch hat es die Autorin wieder geschafft, dass ich Gwen und ihre Freunde bei ihren Abenteuern begleiten konnte, dass ich mit ihnen mitgefühlt habe und dass ich vor Spannung das Buch kaum mehr aus der Hand legen wollte. Das Buch ist zwar nicht von Anfang bis Ende mit actiongeladenen Szenen vollgepackt, aber durch ihren so bildlichen, schon oft von mir gelobten, tollen Schreibstil, hat Juliane Maibach es geschafft, dass ich richtig gut in die Geschichte eintauchen konnte und mich diese magische Welt, in die Gwen reisen kann, wieder einmal total verzaubert hat. Ja, in diesem Buch geht es nicht um die Schönheit dieser Welt, sondern um die Gefahren und schlussendlich geht es um einen unerbitterichen Kampf, der über Leben und Tod so vieler entscheidet.

Ich möchte gar nicht allzu viel zu diesem Buch sagen, da ich nichts spoilern will, aber ich möchte euch natürlich schon dabei helfen, herauszufinden, ob das Buch bzw. die Buchreihe gefallen könnte.

Was mir auch bei diesem Band wieder besonders gut gefallen hat, ist, dass die Autorin es wieder einmal geschafft hat, mich zu überraschen mit Wendungen, die ich so nicht kommen gesehen habe, auch wenn ich sagen muss, dass ich durch die vorherigen Bände schon ein paar Dinge vorhersehen konnte. Nicht, weil sie so vorhersehbar waren, sondern weil ich einfach mit der Zeit ein Gefühl für die Geschichte bekommen habe und manche Geschehnisse erschienen in diesem Moment einfach so richtig, damit die Geschichte um Gwen und ihre Begleiter so weitergehen kann, wie sie soll, dass ich manche Wendungen und Geschehnisse deshalb erahnen konnte.

Weiters positiv ist mir aufgefallen, dass Juliane Maibach auch in diesem Buch wieder das Element der Vergangenheit gekonnt einbaut und man so einerseits ein besseres Bild von verschiedenen Personen und deren Handlungen und Beziehungen bekommt, gleichzeitig versteht man die Beweggründe der Personen dann noch besser. Ich habe diese Rückblicke bzw. die Geschichten über die Vergangenheit in jedem der vorherigen Bände sehr spannend gefunden, und so war es auch bei „Morgengrauen“. Auch haben mir die Personen und deren Gestaltung in diesem Band genauso gut gefallen, wie in den ersten vier Büchern der Reihe.

Fazit:
Ein bestens gelungenes, gut ausgearbeitetes Finale einer sehr spannenden und gleichzeitig auch romantischen Fantasy-Buchreihe, das meiner Meinung nach in keinem Regal eines Romantic-Fantasy-Lesers fehlen sollte. Der Schreibstil der Autorin hat mir richtig gut gefallen und so viel es mir sehr leicht in die Geschichte einzutauchen. Es wird mir fehlen, gemeinsam mit Gwen,Tares, Asrell und Niris in abenteuerliche Geschichten abzutauchen, aber vielleicht lese ich die Buchreihe ja ein zweites Mal.

Seelenlos 5 - Juliane Maibach
Seelenlos 5
von Juliane Maibach
(2)
Buch (Taschenbuch)
9,90

 
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