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eiger aus Berlin

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Meine Bewertungen

Vielschichtige Ermittlungen in der Kunstszene

eiger aus Berlin , am 18.01.2019

„ Der Turm der blauen Pferde“ von Bernhard Jaumann, erschienen im Verlag Kiepenheuer &Witsch, ist der erste Fall der Kunstdetektei Schleewitz. Ein Industrieller vom Starnberger See, der mit Schrauben reich geworden ist, wünscht sich einen Provinienznachweis für das von ihm kürzlich erworbene Gemälde „Der Turm der blauen Pferde“ von Franz Marc. Dieser Nachweis dient dazu die Echtheit eines Werkes zu dokumentieren und Fälschungen aufzudecken. Dadurch erhöht sich der Wert eines Werkes auf dem Kunstmarkt ungemein.
Das Original ist seit 1945 verschollen. Sein letzter Besitzer war Hermann Göring. Das Buch erzählt auf zwei Zeitschienen die fiktive Fortsetzung der Geschichte des berühmten Gemäldes, wie sie sich möglicherweise zugetragen hat.
Die erste Ebene verfolgt das Schicksal des Bildes vom Mai 1945, als es auf einem Zug in einem Tunnel in Bayern von zwei Buben entdeckt wurde, bis in die Gegenwart.
Auf der anderen Ebene recherchieren die Mitarbeiter der Kunstdetektei nach dem Verbleib des Bildes seit seiner möglichen letzten Sichtung in Berlin-Wannsee nach Kriegsende. Rupert von Schleewitz und seine beiden Mitarbeiter Klara und Max sind blitzgescheite Spezialisten auf ihren Gebieten und bringen Erstaunliches zu Tage. Theorie und Wahrheit liegen dicht beinander und der Leser kann durch die verschiedenen zeitlichen Ebenen die Recherchen gut verfolgen und werten.
Aufgelockert werden die manchmal etwas zu theoretischen Ermittlungen, durch reichhaltige Informationen zum bunten und phantasievollen Privatleben der Ermittler, die nicht unterschiedlicher sein können. Ein vielschichtiges Kaleidoskop von gut geschilderten und teilweise skurrilen Charakteren lernt der Leser kennen. Satiren auf den Kunstbetrieb werden manchmal zum Selbstzweck und drängen die Untersuchungen in den Hintergrund, wenn es beispielsweise um Klaras Vater und seine Kunstaktionen, die er immer wieder filmisch dokumentiert, geht. Auch verschwimmen beim Chef der Detektei die Suche nach dem Gemälde mit der Suche nach einer flüchtigen Bekannten. Immer wieder muss Klara eingreifen und ihn auf Spur bringen.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und humorvoll. Unerwartete Wendungen und Überraschungen bereiten Lesevergnügen. Wissenswerte Informationen werden mit leichter Hand vermittelt.
Beide Handlungsstränge werden mit einem überzeugenden Ende zusammen geführt und der Leser kann beurteilen, ob die Detektei ihren Auftrag erfüllt hat.
Für mich war das interessante Finale nachvollziehbar und die erfundene Geschichte über das berühmte Bild nicht abwegig. Manchmal schreibt die Realität die besten Geschichten, wie auch im Fall Gurlitt, der ebenfalls zitiert wurde.
Ich freue mich auf weitere Fälle der Kunstdetektei und gebe eine Leseempfehlung für alle, die einen satirischen Kunstkrimi lesen möchten.

Der Turm der blauen Pferde - Bernhard Jaumann
Der Turm der blauen Pferde
von Bernhard Jaumann
(1)
eBook
8,99 bisher 12,99

Ein geheimnisvolles Erbe

eiger aus Berlin , am 13.01.2019

„Immer wieder im Juni“ ist der Auftakt der neuen Trilogie „Allgäuliebe“ von Frida Luise Sommerkorn.
Dabei handelt es sich um eine recht turbulente, aber auch nachdenkliche Familiengeschichte. Den Lesern der Ostseetrilogie sind Clara und Bertram aus dem zweiten Teil bekannt. In dieser Geschichte lernt der Leser Claras Familie, die einen Bauernhof mit angeschlossener Käserei hat, näher kennen.
Clara lebt in Berlin lebt und ihr jüngerer Bruder Ferdinand studiert in Hamburg Meeresbiologie. Sie reisen nach Hause ins Allgäu , da ihr Vater plötzlich verstorben. Für alle ist die Situation schwierig. Die Beziehungen zum Vater, der ein sehr in sich gekehrter Mann war, waren kompliziert. Die ältere Schwester Theresia, die mit Mann und den beiden Kindern auf dem Hof ihrer Eltern lebt, hat ohnehin kein einfaches Verhältnis zu ihrer Mutter.
Der Leser lernt eine Familie und deren Problem ungeschönt kennen. Frida Luise Sommerkorn erzählt munter und unterhaltsam, doch mit vielen nachdenklichen Tönen. Die Charaktere sind differenziert ausgearbeitet. Die Beschreibung der wunderschönen Landschaft und der schweren Arbeit in der Käserei und auf der Alp zaubern Lokalkolorit und wecken Sehnsucht.
Der Erzählstil ist flüssig und leicht zu lesen. Flotte Szenen- und Perspektivwechsel gestalten die Erzählung abwechslungsreich. Die Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung als Theresia eine alte Schachtel mit Fotos und Briefen entdeckt.
Aus meiner Sicht gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die gern Liebes- und Familiengeschichten lesen.

Immer wieder im Juni - Frida Luise Sommerkorn
Immer wieder im Juni
von Frida Luise Sommerkorn
(3)
eBook
3,99

Aufbruch in eine neue Zeit

eiger aus Berlin , am 11.01.2019

„Solveigs Versprechen“ ist der dritte Teil der Familiensaga „ Die Frauen vom Löwenhof“ von Corina Bomann, erschienen im Ullstein Verlag.
Angesiedelt ist die Handlung in Schweden zwischen 1967 und 1972. Im Mittelpunkt dieses Bandes, der in vier Teile gegliedert ist, steht Solveig. Sie wurde einen Tag vor dem offiziellen Kriegsende auf dem Löwenhof, der einmal für seine Pferdezucht berühmt war, geboren. Ihre Liebe zu den Tieren wird schon in der Kindheit geweckt und ihr Berufswunsch Tierärztin zu werden folgerichtig.
Mittlerweile ist der Löwenhof ist in die Jahre gekommen und erwirtschaftet nur Verluste. Die guten Beziehungen zum schwedischen Königshaus sind abgebrochen, nachdem Agneta keine Pferde an die Deutschen verkauft hat. So der damalige Hofstallmeister, der Anhänger der Nazi-Ideologie war, die Familie bei Hof in Misskredit gebracht.
Das Gut Ekberg, welches Solveigs Mutter glücklicherweise geerbt hat, sichert das Leben der Familie und den Unterhalt des Löwenhofs. Nach dem Krieg werden Pferde in der Landwirtschaft kaum noch benötigt und das Auto hat die Kutsche verdrängt.
In Solveigs Händen, der Tierärztin und künftige Erbin, liegt das Schicksal des Löwenhofs. Wird es ihr gelingen das traditionsreiche Gut neu auszurichten und in die Moderne zu führen?
Wer mehr erfahren möchte, ob dieses anspruchsvolle Vorhaben gelingt, muss das Buch lesen. Corina Bomann erzählt, wie in den ersten beiden Bänden, ungemein detailreich und recht spannend die Geschichte der neuen starken Frau auf dem Löwenhof. Ähnlich wie ihre Mutter Mathilde und ihre Großmutter Agneta, die beide noch auf dem Gut leben, meistert Solveig ihre Aufgaben trotz herber Enttäuschungen im Privatleben. Die Liebe ist für alle Frauen der Romantrilogie ein heikles Thema und verläuft nie geradlinig.
Solveig ist eine liebenswerte Protagonistin. Sie ist Veränderungen gegenüber aufgeschlossen, fühlt sich aber Familientraditionen verpflichtet. Kann ihr der Spagat zwischen Vergangenheit und Moderne gelingen?
Die vielen facettenreichen und authentischen Charaktere sowie ein gut ausgedachtes Geschehen bereiten ein wahres Lesevergnügen. Der Schreibstil ist flüssig, spannend und verständlich. So möchte man das Buch kaum aus der Hand legen und die 700 Seiten sind schnell gelesen. Corina Bomann ist eine talentierte Erzählerin, die es versteht mit überraschenden Wendungen und interessanten Personen die Handlung abwechslungsreich und fesselnd zu gestalten. Ihr gelingt es Ereignisse des Zeitgeschehens, wie die Mondlandung 1968 und die Olympischen Spiele 1972 in München, geschickt in die Handlung zu integrieren. Mit wenigen Rückblenden und der Schilderung des Zusammenlebens der drei Generationen von Lejongard-Frauen, Agneta, Mathilda und Solveig, wird die Kontinuität und Fortsetzung der Familiengeschichte gekonnt hergestellt.
Mit „Solveigs Verspreche“ ist der Autorin ein wunderbarer Abschluss ihrer Löwenhof-Trilogie gelungen, der starke Frauen verschiedener Generationen vor einer großartigen Kulisse Schwedens in den Mittelpunkt stellt. Ihr gelingt es Geschichte und Geschichten unterhaltsam und informativ zu erzählen. Dramatik, Liebe, Tradition, Intrigen und Schicksale machen die Bücher zu einem gelungenen Lesevergnügen der besonderen Art. Aus meiner Sicht eine klare Leseempfehlung, die ich gern mit 5 Sternen bewerte.

Die Frauen vom Löwenhof - Solveigs Versprechen - Corina Bomann
Die Frauen vom Löwenhof - Solveigs Versprechen
von Corina Bomann
(21)
Buch (Klappenbroschur)
10,00

Neue Stadt - neues Glück

eiger aus Berlin , am 02.01.2019

“From Spring To Winter – London in Love”, erschienen bei O'Connell Press, war für mich das erste Buch der Autorin C.M. Hafen. Das Buch liest sich gut. Es ist flüssig und unterhaltsam geschrieben.
Zum Inhalt möchte ich nicht viel verraten, denn es handelt sich um eine Liebesgeschichte, die eine junge Architektin in London erlebt. Dieser Stadt verdankt sie auch ihren Namen. Hier verliebten sich ihre Eltern und waren für eine kurze Zeit sehr glücklich.

London selbst hat Stuttgart nach einer verunglückten Beziehung verlassen, um in London beruflich und privat einen Neubeginn zu wagen. Ihr Vater lebt in der Stadt und unterstützt sie dabei tatkräftig. Auch zu ihrem alten Arbeitgeber hat sie noch Kontakt, was ihr den Jobwechsel erleichtert.
Dank der komfortablen Lebensumstände, kann sie sich auf das neue Umfeld ohne Probleme einlassen und lernt nicht nur die Stadt, sondern auch den einen oder anderen Mann kennen. Schließlich verliebt sie sich in ihren Arbeitskollegen Scott.
Ganz nebenbei löst sie auch das Beziehungsproblem zwischen ihren Eltern, die nach langer Pause endlich zu einander finden.

Für mich persönlich war die Story etwas zu glatt und problemlos. Echte Widerstände und spannende Moment fehlten mir völlig. Deshalb kann ich das Buch als leichte Unterhaltung zum Abschalten empfehlen. Etwas mehr Tiefe hätte der Liebesgeschichte gut getan.

Gut ist Autorin das Personenspektrum gelungen – die neuen Arbeitskollegen von London sind als Charaktere gut beschrieben und manche Szene, wie Londons Einstand im Pub, sehr humorvoll erzählt. Die Stadt London wird recht gut beschrieben und das Buch weckt manchmal Sehnsucht nach dieser tollen Stadt.

Wer gern mal eine lockere und leichte Geschichte mag, dem ist das Buch zu empfehlen. Von mir gibt es 3 Sterne.

From Spring to Winter - London in Love - C. M. Hafen
From Spring to Winter - London in Love
von C. M. Hafen
(5)
Buch (Taschenbuch)
13,99

Neue kriminelle Machenschaften im schönen Ostfriesland

eiger aus Berlin , am 26.12.2018

Der Ostfrieslandkrimi „Totenboje“ von Sina Jorritsma aus dem Klarant Verlag ist der 4. Fall für die Kommissare Gerrit Wolter und Torsten Köhler. Es war es für mich das erste Buch aus dieser Reihe. Jeder Fall ist in sich abgeschlossen. Der Krimi kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.
An einem schönen Sommertag wird auf einer belebten Straße in Norddeich ein Mann mit einem Messer in der Brust tot aufgefunden. Er liegt neben einer großen Boje, die zu Dekorationszwecken am Straßenrand steht.
Die beiden Kommissare der Kripo Norden waren mir von Beginn an sympathisch. Gerrit Wolter ist gebürtiger Ostfriese, der sehr sachkundig ist und gut kombinieren kann. Von seinem Vorgesetzten wird er aber total unterschätzt, weil er sich nie in den Mittelpunkt stellt.
Torsten Köhler hat viele Jahre als Zielfahnder für das BKA gearbeitet und im Umfeld mexikanischer Drogenkartelle ermittelt. Seit einiger Zeit ist bei der Kripo Norden tätig, um Abstand von seinen alten gefährlichen Aufgaben zu bekommen.
Kurz vor dem Mord erhält er einen Anruf mit einem dunklen Hinweis von einem Informanten, den er aus früheren Aktionen kennt. Als er dann bei dem Toten von Norddeich ein Tatoo entdeckt, mit Anzeichen auf eine Verbindung zu einem Drogenkartell, schrillen bei ihm alle Alarmglocken. Reicht der Arm des organisierten Verbrechens schon bis nach Ostfriesland?
Die Spuren führen in ganz verschiedene Richtungen und es ist nicht einfach für die Kommissare den roten Faden zu finden. Es gibt eine Vielzahl von Verdächtigen, denn der tote Gastwirt war kein unbeschriebenes Blatt.
Sina Jorritsma ist wieder ein spannender und hoch interessanter Krimi gelungen, bei dem der Leser von Beginn an gefesselt wird. Die Personenbeschreibungen zeigen ein buntes Kaleidoskop von Einwohnern und Verdächtigen, die es den Kommissaren nicht einfach machen. Auch die Freundin von Torsten Köhler, die hübsche und lebenslustige Kriminalreporterin Dortje, kreuzt bei ihren eigenen Recherchen immer wieder die Wege der Polizei.
Der Spannungsaufbau ist der Autorin hervorragend gelungen. Immer wenn die Ermittler etwas Verwertbares finden, passiert unerwartet Neues und der Fall nimmt eine unerwartete Wendung.
Die Spannung und die Suche nach Täter und Motiv fesseln bis zum dramatischen Finale, als Köhler und Wolters selbst plötzlich selbst in große Gefahr geraten.
Fazit:
Ein gut ausgedachte Geschichte, die in sich schlüssig gelöst wurde. Mich hat dieser Ostfrieslandkrimi gefesselt und mir eine wirklich spannende Lesezeit beschert. Deshalb vergebe ich eine klare und eindeutige Leseempfehlung.

Totenboje. Ostfrieslandkrimi - Sina Jorritsma
Totenboje. Ostfrieslandkrimi
von Sina Jorritsma
(5)
eBook
3,99

Wenn Träume wahr werden

eiger aus Berlin , am 25.12.2018

„You touched my Heart“ von Nadine Stenglein, erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, ist eine zauberhafte Liebesgeschichte, die in London zur Weihnachts- und Winterzeit spielt.
Haley Maxwell ist junges Mädchen aus gutem Haus. Sie besucht gemeinsam mit ihrer Freundin Shirley eine Kunstschule und entwirft gern ungewöhnliche Kleidungsstücke, mit Lichtern verziert sind. Sie lebt für ihren Traum einmal Künstlerin zu sein wie ihre, leider viel zu früh, verstorbene Mutter. Ihre Kreativität hilft ihr immer wieder zu sich selbst zu finden.
Ihr Vater hat wieder geheiratet und die böse Stiefmutter Abigail und deren Tochter Kimberley machen ihr den Alltag zur Hölle. Haley ist das schwarze Schaf und ihr Vater duldet schweigend all die kleinen Quälereien und Sticheleien, die sie ertragen muss. Sprachlich gewandt und witzig schildert die Autorin Situationen, in die der Pechvogel Haley, immer wieder gerät. Der weihnachtliche Einkaufsausflug dieser unmöglichen Patchworkfamilie war ein Kabinettstückchen par excellence.
Eines Tages tauchen auf Instagram Bilder eines anonymen Streetartkünstlers auf. „Sie zeigen die leuchtend grünen Augen einer Frau – und bringen dem anonymen Sprayer eine enorme Fangemeinde in den sozialen Medien ein. Bald schöpft Haley Verdacht: Es sind ihre Augen, die der Künstler malt. Die Bilder lassen sie nicht los. Meint der Künstler seine Liebeserklärung ernst? Seine Graffiti-Aktionen werden immer riskanter, bald wird er von der Polizei gejagt. Und auch Haley will ihn finden.“ (aus der Inhaltsangabe des Verlags).
Die Geschichte, die Nadine Stengelein erzählt, ist voller Emotionen. Die Gefühle Haleys werden absolut glaubhaft geschildert. Sie scheint in dem maskierten Künstler, der sich Mr. Poem nennt, einen Seelenverwandten gefunden zu haben, aber Zweifel überschatten immer wieder ihr Empfinden. Plötzlich interessiert sich auch ihre Stiefschwester für den Mann hinter dem Künstler und Intrigen werden in der Familie angezettelt.
Die Geschichte nimmt weiter an Fahrt auf und als Leser fiebert und leidet man mit Haley. Mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten, denn dieses moderne Märchen muss man einfach selbst lesen. Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die man mit Haley und ihrer besten Freundin Shirley durchlebt. Der Schreibstil ist locker und lässt sich gut lesen. Das Buch fesselt von Beginn an.
Aus meiner Sicht ist die Geschichte eine klare Leseempfehlung.

You touched my Heart (Liebe) - Nadine Stenglein
You touched my Heart (Liebe)
von Nadine Stenglein
(15)
eBook
4,99

Wenn die Vergangenheit wieder auflebt

eiger aus Berlin , am 20.12.2018

Mit „Tödliches Pilsum“ als viertem Ostfrieslandkrimi ist der beliebten Autorin Elke Nansen ein außergewöhnlicher Coup gelungen. Erschienen ist das Buch im Klarant-Verlag.
Vor fünf Jahren verschwand der erfolgreiche Biochemiker Robert Gerber spurlos. Als sein Auto jetzt im Ems-Jade-Kanal plötzlich auftaucht, müssen sich Kommissare Richard Faber und Rike Waatstedt von der Kripo Emden/Leer um den Fall kümmern. Dieses sympathische Ermittlerduo stellt bald fest, dass wichtige Spuren damals nicht ordentlich ausgewertet wurden und nimmt eigene Ermittlungen auf. Bald führen Hinweise in die Welt der Medizin und sie stoßen auf ganz andere rätselhafte Vorkommnisse.
Schnell entwickelt der Fall eine Eigendynamik, die den Leser immer wieder staunen lässt und ihn mit völlig neuen Fakten und Fragen konfrontiert. Die Spannung, die die Autorin aufbaut, fesselt sofort. Ernste Fragen und medizinische Sachverhalte werden geschickt in die Handlung integriert.
Aufgelockert wird der spannende Fall oder sind es tatsächlich mehrere Fälle durch reichhaltige Informationen zum Privatleben der Ermittler und der Opfer. Ein buntes Kaleidoskop von gut geschilderten und authentischen Charakteren lernt der Leser kennen. Besonders hat mir der Pathologe .Dr. Schorlau gefallen, dessen Fachkompetenz und akribische Untersuchungen dem Fall immer neue Wendungen vermitteln. Seiner Vorliebe für exquisites Essen und Rike verdankt der Krimi viel Humor.
Der Schreibstil von Elke Nansen ist flüssig und sehr gut lesbar. Die facettenreichen Ermittlungen und Spuren werden gekonnt zu einem dramatischen und völlig unerwarteten Finale geführt. Es passt alles. Die Zusammenhänge der in sich schlüssig gelösten Fälle sind gegeben und der Prolog ist nun selbsterklärend.
Fazit:
Dieses Buch kann ich allen Krimi-Fans unbedingt empfehlen. Hier stimmt die Mischung – ein außergewöhnlicher und spannender Kriminalfall sowie das Privatleben der Ermittler. Die drei ersten Bände stehen bereits auf meiner Wunschliste. „Tödliches Pilsum“ hat 5 Sterne verdient.


Tödliches Pilsum. Ostfrieslandkrimi - Elke Nansen
Tödliches Pilsum. Ostfrieslandkrimi
von Elke Nansen
(8)
eBook
3,99

Irrungen, Wirrungen und ein Mord

eiger aus Berlin , am 15.12.2018

„Mord in Weener“ von Susanne Ptak, erschienen 2018 im Klarant-Verlag, ist bereits der 8. Fall mit Dr. Josefine Brenner, einer pensionierten Gerichtsmedizinerin im „Unruhestand“. Alle Teile können eigenständig gelesen werden, was ich nur bestätigen kann, denn dieser Krimi war mein „Einstieg“ in die Serie.
In der 1000jährigen Kleinstadt Weener im romantischen Rheiderland findet im September der Michaelismarkt statt. Zu den Ausstellern mittelalterlicher Gewerbe gehört auch Jasmin Hattinga, eine bildschöne jungen Frau. Den anderen Gewerbetreibenden ist sie nicht unbekannt und ihr Ruf ist auch nicht der Beste. Einige Männer aus der Umgebung waren ihre Liebhaber und bei den Frauen ist sie als intrigante und verlogene Person verrufen.
Am frühen Sonntagmorgen wird sie tot am Pranger auf dem mittelalterlichen Friesenmarkt gefunden. Die Polizei hat keinen Mangel an Motiven und möglichen Tätern. Schon die ersten Recherchen bringen Überraschungen ans Licht. Die liebenswerte und scharfsinnige Ermittlerin Dr. Brenner, die auch den Michaelismarkt besucht, ist zufällig wieder zur Stelle. Mit ihr ist der Autorin eine tolle Protagonistin gelungen. Als ehemalige Rechtsmedizinerin lässt sie sich keine Chance entgehen, den leitenden Ermittlern tatkräftig unter die Arme zu greifen. Ihre Berufserfahrung und Menschenkenntnis bringt die Untersuchungen immer wieder voran. Sie hat ein untrügliches Gespür für Menschen und deren Psyche.
Ich hatte keine Schwierigkeiten sofort ins Geschehen einzutauchen. Doch die vielen Personen die gerade am Beginn auftauchten und sich alle kannten, waren für mich etwas verwirrend. Der Schreibstil ist flüssig, spannend und unterhaltsam.
Bald überschlagen sich die Ereignisse, denn die befragten Personen aus dem Markt- und dem familiären Umfeld des Opfers sind auch keine Unschuldslämmer. Manche habe es faustdick hinter den Ohren. Neue Erkenntnisse lassen die Spannung immer wieder ansteigen bis zu einem actionreichen und für Dr. Josefine Brenner gefährlichen Finale, das von den Ermittlern noch einmal alle Kräfte fordert.
Die Lösung des Mordfalls ist schlüssig und in sich stimmig. Der Leser hat viel über die Schicksale und Lebenswege von Menschen erfahren. Mit der Protagonistin Dr. Josefine Brenner und ihrem Mops Sir Toby erobert die Autorin schnell die Herzen der Leser. Mich hat dieser mit 160 Seiten relativ kurze Ostfrieslandkrimi gefesselt und mir eine spannende Lesezeit beschert. Deshalb vergebe ich eine klare und eindeutige Leseempfehlung.

Mord in Weener. Ostfrieslandkrimi - Susanne Ptak
Mord in Weener. Ostfrieslandkrimi
von Susanne Ptak
(7)
eBook
3,99

Stimmungsvoller und bezaubernder Weihnachtsroman

eiger aus Berlin , am 13.12.2018

„Weihnachtszauber in Hopewell“ von Nancy Naigle, erschienen 2018 bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, ist eine zauberhafte Erzählung über Rückkehr und Ankunft einer jungen Frau und ihrer Tochter im beschaulichen Ort Hopewell.
Nach einer schmerzhaften Scheidung zieht Sydney mit ihrer Tochter RayAnne in den Ort ihrer Kindheit, Hopewell, weil sie dort ein altes Farmhaus besitzt. Es gehörte früher ihren Großeltern und Sydney hatte damals eine schöne Kindheit an diesen kleinen Ort. Sie kehrt der Großstadt Atlanta den Rücken, um frei und unbelastet von ihrer Ehe und falschen Freunden einen Neuanfang zu wagen.
Der Erzählstil ist locker und leicht. Das Lesevergnügen ist von Beginn an gegeben. Die Beschreibung der Personen und der Kleinstadt ist wunderbar gelungen. Ich habe mich sofort in Hopewell verliebt. Sydney ist eine sehr liebenswerte und aufgeschlossene junge Frau, die man sofort mag. So geht es auch der Inhaberin des örtlichen Buchladens Bea, die Sydney noch als Kind kennen gelernt hat. Auch das Geschäft hat den Zauber der Vergangenheit bewahrt und fesselt Sydney aufs Neue. Hier hat sie viele glückliche Stunden verbracht und ihre Liebe zu Büchern entdeckt. Beide Frauen ergänzen sich perfekt, als Sydney übergangsweise und befristet in der Buchhandlung arbeitet. Sie ahnt noch nicht welche Weichen des Schicksal hier gestellt hat.
Die Herzlichkeit mit der Sydney in Hopewell aufgenommen wird ist beispiellos. Hier ticken die Uhren noch etwas langsamer und man hilft sich gegenseitig. Doch auch Sydney bringt sich von Beginn an ein und geht auf die Einwohner zu. Es ist ein Verhältnis, das auf Gegenseitigkeit basiert. Die Geschichte, die sie Autorin erzählt, hat viele verschiedene Facetten. Auch für RayAnne, die immer noch sehr an ihrem Vater, der die Familie im Stich gelassen hat, hängt, ist der Neubeginn nicht einfach. Einfühlsam wird beschrieben, wie Sydney und Anne neue Bekannte kennen lernen, die zu echten Freunden werden.
Der allein erziehende Vater und Lehrer Mac ist, neben den starken Frauen Bea und Sydney, ein äußerst liebenswerter Protagonist. Sein Verhältnis zu seinem Sohn Seth ist nicht unkompliziert, denn beide wurden ausgerechnet zu Weihnachten von Genna verlassen.
Die Weihnachtsatmosphäre ist im ganzen Roman immer spürbar und ein wichtiger Bestandteil der Handlung. Die Tradition des Weihnachtssingens, die in Hopewell gepflegt wird, verleiht der Geschichte eine besondere Note.
Es passiert noch viel in der Weihnachtszeit – Aufregendes, Unerwartetes, Schreckliches und Schönes. Mehr möchte ich hier aber nicht verraten. Alles spielt sich vor der bezaubernden Kulisse der vorweihnachtlichen und beschaulichen Städtchens Hopewell ab, wo man noch für einander da ist. Jeder geht einer Arbeit nach und so lernen die Kinder auch den Wert von Geld schätzen.
Nancy Naigle beschreibt Einwohner und Ort sehr anschaulich. Sie kann spannende und tragische Situationen mitreißend schildern. Ihr Schreibstil ist flüssig und fesselnd.
Sydney entwickelt sich zu einer unabhängigen und selbständigen Frau, die sich die Achtung ihrer Mitmenschen verdient. Großen Anteil daran hat der 80jährige Bea, die ihr vertraut und sie bestärkt ihren eigenen Weg zu gehen. Verschmitzt begleitet sie die zaghafte Annäherung von Mac und Sydney, die das Potential zu einer zweiten großen Liebe für beide hat.
Fazit:
Dieser zauberhafte Roman ist genau die richtige Lektüre für die Weihnachtszeit, wo kleine und große Wunder geschehen können. Romantik, Spannung, Humor und der Wert der Liebe spielen ebenfalls eine große Rolle. Diese einfühlsam beschriebene Geschichte zieht den Leser in ihren Bann und lässt ihn teilhaben an dem traditionellen und modernen Leben im bezaubernden Hopewell, wo Weihnachten jedes Jahr noch ein ganz besonderes Ereignis ist und die Menschen für wunderbare und zauberhafte Erlebnisse offen sind.
Aus meiner Sicht ist das Buch eine klare Leseempfehlung und hat 5 Sterne verdient.


Weihnachtszauber in Hopewell - Nancy Naigle
Weihnachtszauber in Hopewell
von Nancy Naigle
(19)
eBook
6,99

Weihnachten ohne Weihnachtsmann

eiger aus Berlin , am 09.12.2018

Dieses Weihnachten in Cherringham wird ein ganz besonderes Fest – tief verschneit ist der Ort. Rechtzeitig ist der Winter in die Cotswold gekommen und hat alles mit seiner weißen Pracht verschönt. Die Highstreet ist festlich geschmückt und alljährlich schaltet der Weihnachtsmann die Weihnachtsbeleuchtung im Ort an.
Nur in diesem Jahr ist er kurz vor der Feier nicht aufzufinden – niemand hat ihn gesehen und auch am nächsten Tag ist er noch immer verschwunden. Da er offiziell nicht vermisst wird, denn er zog sich in der Vergangenheit immer wieder für kurze Zeit zurück, ist es kein Fall für die Polizei.
Bald ist klar, wer der Sache auf den Grund gehen muss: Jack und Sarah. Sarah hat das Gefühl, dass es dieses Mal anders ist und irgendwas nicht stimmt.
So versuchen sie zunächst mehr über die Person Bill Voles zu erfahren. Schnell ist man als Leser mitten in den Recherchen und auf Spurensuche. Bill war bekannt und beliebt, doch eigentlich weiß man nicht viel über ihn. Die Beschreibungen des winterlichen Cherringham und seiner Bewohner schaffen eine Atmosphäre, die man als Leser dieser Fälle kennt und liebt. Jack ist noch auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken und hat in solchen Situationen oft die besten Ideen für seinen aktuellen Fall. Der Computer und das Internet sind für Sarah immer wieder hilfreich und bald wissen sie, in welche Richtung ihre Nachforschungen gehen.
In einem spannenden und actionreichen Finale laufen die Fäden schließlich zusammen und Sarah und Jack haben wieder erfolgreich einen Fall gelöst. Es ist eine unterhaltsame und leicht zu lesende Lektüre, die eine gute Story bietet. Mir hat es gefallen die Hobbydetektive bei ihren Ermittlungen zu begleiten. Die Personen sind sympathisch, authentisch und gut beschrieben und alle Handlungen nachvollziehbar.
Aus meiner Sicht eine klare Leseempfehlung für alle Fans der Krimireihe Cherringham und jene, die eine gut geschriebenen Krimi ohne grausame Einzelheiten oder zu viel Horror mögen.

Cherringham - Ungebetene Gäste - Matthew Costello, Neil Richards
Cherringham - Ungebetene Gäste
von Matthew Costello
(3)
Buch (Taschenbuch)
7,90

 
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