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Anja L. von "books and phobia"

Gesamte Bewertungen 274 (ansehen)


Über mich:
Buchbloggerin

Meine Bewertungen

Wer ist eigentlich das wahre Monster?

Monster, hach, ich liebe Monster. Je böser sie sind und um so packender ihre Story, desto besser, denn gerade die Geschichten hinter den Wesen ist für mich immer eine spannende Angelegenheit. Um so mehr freute ich mich auf dieses Buch, denn die Kurzbeschreibung weckte meine Neugier und das Lese-Monster in mir. Hat es sich gelohnt? Ich würde sagen, schon, aber ein paar Kritikpunkte habe ich leider auch.



Der Einstieg in diese düstere Welt sorgte dafür das ich erst einmal einen kleinen Überblick darüber bekam, was hier eigentlich geschehen war. Warum ist Verity City gespalten? Wer sind diese Monster und besonders, was macht sie zu Monstern? Wie lebt es sich in beiden Teilen der Stadt? Fragen über Fragen, auf die ich größtenteils eine Antwort bekam, welche meist mit einem „Uihh“ begann.



Hier möchte ich allgemein den Ideenreichtum der Autorin loben, welche in ihr Buch eine ganze Menge faszinierte Dinge eingebaut hatte. So hatten z.B. die Monster eigene Kinderreime, welche nicht nur ein prägsam waren, sondern das Wesen des Monsters auch noch hervorragend trafen. Aber nicht nur das, sowohl die Monster als auch die verbliebene Menschheit hatten alle sehr gut ausgearbeitete Persönlichkeiten, die schließlich dazu führten, das man auch nach dem Buch noch die Figuren im Kopf hatte. Dafür sorgte auch der Schreibstil, den ich als angenehm empfand, da er sehr detailliert und aussagekräftig war.



„MONSTER, MONSTER, KLEIN UND GROS
WERDEN DICH PACKEN UND LASSEN NICHT LOS
CORSAI, CORSAI, ZÄHNE UND KLAUEN
SCHATTEN UND KNOCHEN VERBREITEN DAS GRAUEN
MALCHAI, MALCHAI, GERISSEN UND SCHLAU
LÄCHELN UND BEISSEN, OB MANN ODER FRAU
SUNAI, SUNAI, SCHWARZE AUGEN
IHR LIED WIRD DIR DIE SEELE RAUBEN”
– VICTORIA SCHWAB


Neben der Geschichte mit Monstern, wurde jedoch noch eine geboten und die drehte sich um uns Menschen. Dabei wurden die beiden verfeindeten Stadtteile unter die Lupe genommen, was an sich sehr interessant war. Hier durfte man sich schließlich fragen wer die eigentlichen Monster sind. Allerdings fragte ich mich vermehrt wie diese Stadt überhaupt überleben könnte. Ich verstand einfach nicht die Hintergründe wieso eine Grenze, die Beiden aufhielt. 2 verschiedene Städte die sich bekämpfen, ok. Aber eine geteilte Stadt, klang sehr unwahrscheinlich.



Auch wenn mir die Story und ihre Inhalte sehr gefiel, so hatte ich doch hin und wieder Probleme damit, der Geschichte zu folgen oder mir bestimmte Sachen, wie z.B. Orte vorzustellen. Ja was denn nun, werdet ihr nun fragen, denn ich habe gerade ja noch die detaillierte Schreibweise gelobt. Das stimmt auch, allerdings wurde ich mit einigen Stellen nicht warm, während andere wieder mein Kopfkino zum Laufen brachten. Gerade die Welt außerhalb von Verity verwirrte mich etwas, da ich die Regelungen bezüglich der Grenzen nicht so ganz verstand. Aber auch spannungstechnisch blieb das Buch im unteren Segment. Das hin und her mit den Stadtteilen, schaffte es einfach nicht über einen längeren Zeitraum zu fesseln und sorgte so dafür, das ich etwas gezwungen weiter las.



Ebenfalls schade empfand ich den Umstand, das die Entstehung der Monster immer nur ein wenig angedeutet wurde. Ich hatte mich sehr darauf gefreut ihre Geschichte zu erfahren und war etwas enttäuscht, da es immer nur kleine Informations-Bröckchen gab, die aber nie eine vollständige Antwort boten. Natürlich könnte man jetzt denken, das dies in Band 2 erfolgen würde, aber hier macht mir meine Neugier einen Strich durch die Rechnung, da jene einfach den Geist aufgegeben hat. Ich hatte vermehrt überlegt, auch den Nachfolger zu lesen, werde dies aber nicht tun, aus eben genannten Gründen. Schade, denn die Idee war einfach zu gut um wahr zu sein.


Mein Fazit



Auch wenn mich die Ideen und der Einfallsreichtum der Autorin noch immer verblüffen, so konnte mich doch die Geschichte nicht ganz überzeugen. Das Buch ließ mir einfach zu viele Fragen offen, die im ersten Band Antworten verdient hätten.

Monsters of Verity - Dieses wilde, wilde Lied - Victoria Schwab
Monsters of Verity - Dieses wilde, wilde Lied
von Victoria Schwab
(50)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,95

Neues Heim, neue Sorgen

Der Einzug in eine neue Wohnung ist in den meisten Fällen etwas Gutes, kann aber auch schmerzhaft sein. So auch bei Loretta, welche sich nach ihrer Trennung und den Erlebnissen der voherigen Bücher, einfach ein neues Umfeld gönnen möchte. Gesagt getan, doch Loretta bringt ihre Gabe, über Leichen zu stolpern, mit in ihr neues Wohnhaus. Ob dies auch zum wiederholten Mal spannend war? Aber klar! Und unterhaltsam? Wer das fragt, hat keinen der Vorgänger gelesen. :-)(Natürlich wurde ich wieder gut unterhalten)



Vorweg möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass man vorab die Vorgänger gelesen haben sollte, da hin und wieder Ereignisse aus vorherigen Bänden vorkommen.



Wer das hat, dem kann ich auch neusten Fall meiner geliebten Ruhrpottlerin Loretta sehr empfehlen, da der Autorin die Ideen noch lange nicht auszugehen scheinen. Das beweiste dieser Band aufs Neue, in dem er nicht nur einen, sondern gleich mehrere Vergehen enthielt. Diese bauten aufeinander auf und kamen stellenweise mehr als überraschend. Dies lag vor allem an den Charakteren. Natürlich gab es alt bekannte wie Loretta, Frank oder Diana, aber durch den Einzug in das neue Wohnhaus traten auch ein paar unbekannte Gesichter in den Fokus der Geschichte.



Die Bewohner des Hauses waren zwar Klischees aber eben die unterhaltsame Version von diesen. Es wurde die Karte ausgespielt, in der ältere Personen gerne einmal lauschen oder jedes Ereignis haargenau beschrieben haben wollten, nur um dann das Gehörte ausschweifend zu zerfetzen. Ein Klischee eben, das aber einfach in dieses Wohnidyll passte. Natürlich gab es auch jüngere Personen, wie Studenten, aber auch eine allein erziehende Mutter und einen Lehrer. Diese Mischung kam bei mir deswegen so gut an, da sehr viel wert auf eine individuelle Erstellung der Figuren stattfand. Jeden konnte ich mir haargenau vorstellen, wobei es hin und wieder doch Überraschungen gab.



Schreibtechnisch fühlte ich mich wieder sofort wohl, da mir der fließende Schreibstil schon so bekannt war und ich mit einem Klacks in die Geschichte fand. Aber auch für Neuleser dürfte es kein Problem sein, da die Autorin mit viel Herz ihre Geschichten erstellt und dabei unwichtiges von wichtigen zu trennen weiß. Dazu kommt noch die leichte und gut verständliche Ausdrucksweise, welcher den Charme des Ruhrpotts grandios einfängt.



Da Loretta ja eigentlich nicht mehr ermitteln wollte, ist gerade der erste Abschnitt etwas ruhiger. Dies änderte sich allerdings, sobald der Tote gefunden wurde. Wer hier allerdings glaubt, das die Wunden des Opfers genau beschrieben werden, den muss ich enttäuschen. Die ansonsten sehr detaillierte Geschichte, liefert hier stets das Nötigste, was aus meiner Sicht auch vollkommen reichte. Der Spaß der Reihe liegt in der Auflösung des Falles und der unterhaltsamen Persönlichkeiten bzw. Umständen. Trotzdem wurden alle Taten sehr ernst behandelt. Gerade diese Mischung ist es, was mich so an die Bücher fesselt. Humor ja, aber nicht auf Kosten Unschuldiger.



Das Ende war für mich ein wahrhaftiges Highlight, da ich die End-Situation nicht kommen sah. Natürlich wurde der Fall gelöst, jedoch blieben einige seelische Scherben zurück, die mich schon sehr trafen. Das hat man davon, wenn man sich in ein Buch so vertieft, das man sich fast schon wie ein Protagonist fühlt. Ich bin auf jeden Fall wieder begeistert und freue mich darauf weitere Abenteuer und die herrlichen Cover von Ommo Wille bestaunen zu können.


Mein Fazit



Auch der 10. Band der „Loretta Luchs“-Reihe unterhielt, überraschte und packte mich. Ich fühlte mich in dieser Welt einfach wohl und konnte mich ganz auf den Fall einlassen. Was anderes wäre auch nicht möglich gewesen, bei den liebevoll erstellten Charakteren, die alle ihren eigenen Kopf haben.

3 Zimmer, Küche, Mord - Lotte Minck
3 Zimmer, Küche, Mord
von Lotte Minck
(21)
Buch (Taschenbuch)
11,00

junge Lyrik mit Humor und Herz

Auch wenn ich noch kein Poetry-Slam besucht habe, so sind doch die Videos und Bücher vieler Slamer eine wahre Segnung. So auch bei Sarah Lau, deren Buch ich auf Leipziger Buchmesse fand und welches mich schon mit seiner Kurzbeschreibung neugierig machte. Sofort wollte ich wissen, wer diese Sarah Lau ist und welchen Stil und Humor sie an den Tag legt. Ich warne euch lieber vor, denn Sarah Lau ist nicht auf den Mund gefallen und schämt sich für nichts.



Triggerwarnung!! Schon der erste Text saß, obwohl er die Vorstellungsrunde der Autorin war. Ob ernst oder nicht, so machte er mich doch unendlich traurig, spiegelte aber gleichzeitig wider, das diesem Mädchen eine ganze Menge Dinge durch den Kopf gehen, die sie auch noch kompakt erfassen konnte. Hier erst einmal ein: „Respekt!“, denn ich würde schon am Anfang versagen.



Zum Glück blieb es aber nicht bei den traurigen Texten, was schon der Nächste ganz klar zeigte. Dieser brachte mich nämlich zum Lachen. Selten habe ich einen so unterhaltsamen Text über Sprichwörter gelesen bzw. gehört, der dazu auch noch eine Geschichte erzählte. So ging es im Buch schließlich fortlaufend weiter, was mich ehrlich gesagt nur noch neugieriger machte, da ich nie wusste, was mich gleich erwarten würde. Was ich allerdings wusste war, dass er stets mit leichten Reimen versehen war und dadurch sehr melodisch klang. Da war es fast egal, das hier und da über Alkohol, Zigaretten oder Marihuana geschrieben wurde, denn man merkte einfach das hinter den Texten eine starke, junge Frau sitzt, die ihren eigenen Blickwinkel auf die Welt hat.



Mit diesem Blickwinkel schaffte sie es nicht nur Gedichte und Geschichten zu verfassen, sondern deren Form sogar noch einmal zu verändern. Oder habt ihr schon einmal eine 7-Wörter-Geschichte gelesen? Richtig, einfach nur 7 Wörter, die trotz dem Sinn ergaben und bei mir sogar ein Lächeln hervorbrachten. Warum haben wir so etwas nicht in der Schule? Lyrik, würde vielen so viel Spaß machen, wenn man einfach nur mehr Ausdrucksmöglichkeiten aufzeigen würde.



Die Texte von Sarah Lau, sind trotzdem eher etwas für Leute die sich solchen Texten wahrlich hingeben können, da sie ein hohes Maß an Vokabular an den Tag legten. Wer sich allerdings trotzdem daran versuchen möchte, sollte mehrere Texte lesen, um eins zu finden, mit dem man mithalten kann. Denn diese Frau beherrscht ihr Fach ausgezeichnet.


Mein Fazit



Jung, stark und mit einer Menge Wort-Power, schaffte Sarah Lau, mich mehr als zu überraschen. Die doch sehr unscheinbare junge Frau bewies, dass sie es literarisch mehr als drauf hat und ihre Persönlichkeit mit in die Texte einbauen kann. Ernste Themen, aber auch humorvolle Gedichte und Lyrik wechselten sich ab und boten somit für jede Gemütslage etwas. Ich bin echt baff.

Umständliche Zärtlichkeiten - Sarah Lau
Umständliche Zärtlichkeiten
von Sarah Lau
(1)
Buch (Klappenbroschur)
13,90

Wenn es in der Wand tickt

Durch den Film angestachelt, wandte ich mich diesem Kinderbuchklassiker zu, der für mich, bis zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannt war. Doch warum? Das wird mir wohl ein Geheimnis bleiben, da das Buch für Kinder ein toller Weg in ihre erste Fantasywelt ist.



Lewis, der 10-jährige Hauptprotagonist zog mich in eine interessante Welt, aus der ich so schnell nicht so wieder wegwollte. Dies lag vor allem daran, dass das Buch mit seinen Zauberern, Hexen und der Magie mein Herz eroberte, aber auch Themen wie Freundschaft, Mobbing und das anders sein anschnitt. Selbst ich als Erwachsene fühlte mich nach dem Lesen stärker, da es mir einfach Mut machte weiter meine eigenen Interessen zu haben und ein klein wenig an Magie zu glauben.



Da dies eine Neuauflage bemerkt man allerdings erst, wenn man in die Geschichte schlüpfte, da hier noch eine ganz andere Zeit herrschte. Das fand ich aber nur noch besser, da der Stil auch einfach zum Abenteuer passte. Mit Fernseher & Co., hätte die Geschichte stark an Reiz verloren und man hätte die eigentlichen Hauptfiguren, nämlich die Uhren, vielleicht überhaupt nicht bemerkt. Wie Buch und Film zeigte, stimmte im Hause seines Onkels Jonathan irgendetwas überhaupt nicht und die Neugier was es war, stieg mit jeder Seite an. Wer übrigens den Film gesehen hat, der darf gerne das Buch lesen, ohne groß Spoiler erleben zu dürfen. Beide Formate könnten nämlich, unterschiedlicher nicht sein, weswegen das Ende mich deutlich überraschte.



Trotz allem war es für mich nicht leicht mit Lewis zurechtzukommen, da dieser eindeutig in seiner eigenen Welt lebte und der Realität nur zu ungerne direkt in die Augen sah. Er war sehr emotional und weinte sehr schnell, wenn ihn z.B. Kinder wegen seines Gewichtes hänselten. Doch etwas dagegen tun, war auch nicht seine Absicht, zumal er von seinem Onkel und dessen Nachbarin auch nicht gerade unterstützt wurde. Hier bekam er eher abends eine Donut-Party, um die Sorgen zu vergessen. Na ja, über Erziehung lässt sich streiten.



Die Geschichte ist für Kinder übrigens ein toller Einstieg in Fantasyromane, da dieser Faktor noch sehr gering behandelt wurde. Klar gab es Zauber, aber die waren eher simpel bis symbolisch. Wer seinem Kind also nicht gleich Harry Potter vor die Nase setzen möchte, der darf gerne zum Buch greifen. Leichter macht es hier auch der Schreibstil, der alles sehr simpel erklärt und damit der Fantasy noch eine Menge Spielraum lässt. Allerdings möchte ich euch ein wenig vorwarnen, denn Jonathan und seine Nachbarin bekriegen sich gerne einmal mit dem ein oder anderen Schimpfwort, welche aber noch sehr harmlos sind.



Ich bin am Überlegen, ob ich die Lewis Barnavelt- Reihe weiterlesen werde. Ja, hierbei handelt es sich um eine Reihe, welche selbst nach dem Tod des Autors weitergeführt wurde. Meine Neugier ist auf jeden Fall geweckt.


Mein Fazit



Ein toller Fantasy-Roman der Kindern ihren ersten Ausflug in eine magische Welt ermöglicht. Dazu spannend, gefühlvoll und eine kleine Hilfe für Kinder, die bereits Probleme damit haben Freunde zu finden. Schade nur, das es wenig mit dem Film zutun hat.

Das Haus der geheimnisvollen Uhren - John Bellairs
Das Haus der geheimnisvollen Uhren
von John Bellairs
(9)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Welt und Charaktere konnten mich nicht überzeugen

Enttäuschung, das ist das Wort, welches mir zu diesem Buch als Erstes einfällt. Schade eigentlich, denn ich hatte mir eine moderne Geschichte erhofft, die zeigt, wie sich unser Verhalten gegenüber den sozialen Medien noch weiter verändern könnte und wie ein Mädchen diese Revolution aufhalten würde. Bekam ich dies? Naja, ansatzweise.


Maddie lebt in einer Welt, in der eigentlich alles online erledigt wird. Schule, Shopping, Konzerte werden virtuell besucht und der Gedanke, auch nur einen Fuß vor die Haustür zu setzen kommt den meisten überhaupt nicht mehr. Eigentlich ein interessantes Weltbild, welches mich trotz allem eher abschreckte. Besonders faszinierend fand ich dabei den Weg zu dieser Welt, welcher im Buch übrigens ausgiebig beschrieben wurde. Denn warum man mittlerweile alles online erledigte, lag ganz allein daran, dass die Menschen Angst vor Gefahren bekamen.


Diese Ängste beriefen sich darauf, das die Gewalt im Land immer mehr zunahm und das es gerade an Schulen vermehrt zu Überfällen kam, die auch tödlich endeten. Doch genau an dieser Stelle fing mein Kopf an zu rumoren, denn anscheinend entschied man sich dafür die Personen lieber vor einen Bildschirm zu setzen, als die Gründe für die vermehrten Attacken herauszufinden. Dieser Fakt blieb leider außen vor und man durfte nun erleben, wie die Menschen sicher und behütet, alles von Zuhause machten und dabei nicht einmal das Verlangen hegten aus dem Fenster zu schauen. Warum auch, wenn die App sagt, es scheint die Sonne.


Maddie an sich, wird mir wohl auch nicht lange im Gedächtnis bleiben, da ihr Charakter nicht gerade auffällig war. Okay, ihr Vater erfand das Online-Schulsystem, aber sonst? Nichts. Sie erhielt auch im Verlauf des Buches kaum mehr an Substanz und wurde für mich dadurch fast zur Nebenfigur, während die Gruppe der Offliner immer mehr an Interesse gewann.


Diese darf man sich übrigens, als Personen wie wir jetzt betrachten, denn sie gehen normal zur Schule, gehen tanzen oder treffen sich in Cafes. Sie gehen nur wenig oder überhaupt nicht online und kämpfen dafür, das auch andere wieder diesen Weg einschlagen. Eigentlich vollkommen okay aus meiner Sicht, jedoch ist in dieser Welt die Panik vor Attentaten so groß, dass man jegliche Änderungen verweigert. Hier darf man sich übrigens gerne seine eigene Meinung bilden, doch ich finde es wichtig, auch mal offline zu sein.


Neben den viele Online-Angeboten überraschte mich doch dann tatsächlich die Natur. Na gut, Natur, darf man es nicht nennen, denn in Städten gibt es nur noch Plastikgras und Plastikbäume. Ich dachte ich lese nicht richtig und dann stellte sich mir eine Frage. Wo kommt der Sauerstoff her? Darauf gab es im Verlauf zwar eine Antwort, aber bis dahin durfte ich stetig erlesen, dass es überall so aussehe. Die Erklärung warum es schließlich auch keine Bücher mehr gäbe, war übrigens genauso fragwürdig.


Wenigstens der Schreibstil konnte mich etwas trösten, aber nur in sofern, dass ich mich mühelos durch die Story bewegen konnte, denn emotional rührte sich leider nicht sehr viel.


Man merkt vielleicht, das ich mich mehr aufgeregt, als begeistert gelesen habe. Doch was sollte ich tun, wenn die Welt eigenartige Ansichten hat, die Hauptcharakterin nicht ihren Schatten überwindet und das Buch sich stetig widerspricht. Schade.

Mein Fazit


Ich hatte von dem Buch echt mehr erhofft, zumal es ja heißt „wenige Jahre in der Zukunft“ und nicht „in einer weit weit entfernten Zukunft“, denn da hätte ich den Onlinezwang und die Plastiknatur mehr einordnen können. Zudem war die Rebellion nicht der Rede wert, da er einfach nur einen Teenager zeigte, dessen Eltern die Erziehung lieber einem Monitor überließen.

Die Rebellion der Maddie Freeman - Katie Kacvinsky
Die Rebellion der Maddie Freeman
von Katie Kacvinsky
(77)
eBook
7,99

Die Geschichte der Avtomaten

Wenn man mich für etwas begeistern kann, dann für Roboter. Ok, ich verstehe ihre Zusammensetzung nur sehr selten, finde es, aber faszinierend zu was diese Maschinen eingesetzt werden können. Wir sind zwar noch nicht soweit, dass wir Menschen von Robotern nicht unterscheiden können, aber in Büchern ist dies schon lange möglich. Wie in diesem Buch, das ich all jenen empfehlen kann, welche meine Faszination teilen.



Ewiges Leben, ein Körper der einem mechanischen Wunderwerk gleicht und die Möglichkeit, wie ein Mensch zu handeln und sich zu bewegen, das sind Avtomat (was übrigens im Deutschen nichts anderes bedeutet als Automat). Doch von herkömmlichen Automaten waren die Roboter im Buch weit entfernt. Hätte man mir nicht gesagt, dass sie welche sind, ich hätte es wahrscheinlich nicht einmal bemerkt. Allein ihre lange Lebensdauer hätte mich stutzig gemacht. Doch der Autor entschied dafür, mich als Leser über alles aufzuklären und das sorgte damit für eine spannende Reise voller Gefühle, interessanter Fakten und einem Krieg, der schon viel zulange besteht.



Der größte Teil der Geschichte handelte von Elena und Peter, welcher eigentlich Prawda heißt und einer der letzten Avtomaten zu sein scheint. Beide sind Jahrtausende alt, doch schliefen sie eine Zeit lang und wurden durch Reparaturen wieder ins Leben geholt. Was noch geschah, darf man gerne selber herausfinden, jedoch möchte ich verraten, dass man eine Menge über die Geschichte der Maschinen erfuhr und wie es dazu kam, das unter ihnen ein unerbittlicher Krieg begonnen hat. Wir Menschen wurden jedoch nicht vergessen, denn auch unsere Geschichte wurde mit in die Handlung einbezogen. Also Spannung pur.



Hier möchte ich den Film „Hugo Cabret“ mit erwähnen, da in diesem ebenfalls Automaten gezeigt wurden, die z.B. schreiben oder zeichnen konnten. Genau solche werden auch im Buch beschrieben und das so bildhaft, das ich mir die Roboter bis ins kleinste Detail vorstellen konnte.



Eine weitere wichtige Person war June, welche Archäologin für diese Art von Robotern war und in Elenas und Peters Welt hineinrutscht. Hier machte sie auf mich einen stets mutigen Eindruck, der nur noch davon unterstrichen wurde, das ihr Wissen zu allerlei Lösungen führte.



Die Übersetzung der Geschichte, war aus meiner Sicht mehr als gelungen, da ich mich einfach in der Story verlor und jedes kleine Detail förmlich aussagte. Alle Begriffe waren verständlich, was vor allem daran lag, das man nicht zu sehr auf den Aufbau der Maschinen eingegangen war. Dies fand ich deswegen gut, da so auch wenig Technik-begabte wie z.B. ich, ihren Weg in die Geschichte fanden. Was man sonst für das Buch braucht, ist eigentlich nur Fantasie und Zeit, wobei es mit 416 Seiten, weit davon entfernt ist, als Wälzer durchzugehen.



Ich werde mir auch andere Bücher des Autors ansehen, denn Stil und Thematik haben eindeutig mein Interesse geweckt.


Mein Fazit



Menschenähnliche Maschinen, ihre Geschichte und ihr Ziel für die Zukunft, ja, dieses Buch bot mir eine ganze Menge und faszinierte mich bis zum Ende. Dafür musste ich nicht einmal ein technisches Fachwissen aufbringen, da man an das Thema Roboter sehr schonend heranging. Eine detaillierte und sehr emotionale Welt wurde mir trotz allem geboten.

Die Dynastie der Maschinen - Daniel H. Wilson
Die Dynastie der Maschinen
von Daniel H. Wilson
(9)
Buch (Paperback)
14,99

Die überraschende Geschichte von Projekt C66

Wenn ich eines bei Büchern besonders mag, dann wenn sie ihren Inhalt nicht schon gänzlich in der Kurzbeschreibung verraten. Um so gespannter war ich auf dieses Buch, welches von außen völlig andere Schlüsse zuließ, als der tatsächliche Inhalt. Allerdings ließ dies meine Begeisterung für das Buch noch eher in die Höhne schnellen.



Diese Rezension möglichst spoilerfrei zu erfassen, ist eine Herausforderung, denn ich möchte zukünftigen Lesern des Buches, die Geschichte und natürlich die Überraschung nicht kaputt machen. Dass es aber um ein Mädchen mit dem Namen Projekt C66 geht, darf ich schon verraten, da es klar erkennbar ist. Wie es auf dem Buch schon steht, geht es hierbei um die Geschichte des Mädchens und ich erlebte aus ihrer Sicht, was um sie herum geschah und wie die Welt, in der sie lebt, überhaupt aussieht.



Hier warteten dann auch schon die Überraschungen auf mich, denn ich hatte mit dem Inhalt überhaupt nicht gerechnet. Ich ging von einem Horrorroman aus und wurde eines Besseren belehrt. Doch genau das machte es aus, Seite für Seite im Buch voranzukommen, denn ich wusste nie, womit mich die Autorin vielleicht noch überraschen könnte. Dies war tatsächlich die große Stärke des Buches, denn die vielen Fragen am Anfang bekamen nur kleckerweise Antworten, welche dann meist nochmal Fragen aufwarfen. Aber keine Angst, denn das Buch bot ein mehr als rundes Ende, das alle Ungereimtheiten beantwortete.



Allgemein bewies die Autorin, dass sie das Schreiben mehr als gut beherrschte. Projekt C66 und die stückchenweise Aufgliederung ihrer Geschichte, sorgte an so mancher Stelle dafür, das mir ein Ohhh über die Lippen kam. Auch die Umgebungsbeschreibung empfand ich als sehr gelungen, da ich mir wirklich vorstellen konnte, was um mich herum geschah. Einen Kritikpunkt muss ich leider trotzdem anmerken, da mich dieser, doch etwas verwirrt hatte. Im Buch wurden vermehrt Strecken zurückgelegt, welche immer nur von A zu B, dann wieder zu A, dann zu C und schließlich wieder zu A zu führten. Klar gab es an B, C & Co. wichtige Informationen, aber warum man danach immer wieder zu A musste, zumal dieses eigentlich eine Gefahrenzone war, blieb mir ein Rätsel. Ich habe dies der Autorin bereits mitgeteilt.



Als letztes möchte ich noch ein Lob für das Cover aussprechen, da dieses wirklich toll in Szene gesetzt wurde. Interessant war besonders der Einblick in die Schaffung des Covers, welchen sie auf sozialen Kanälen enthüllte. Bitte weiter so.


Mein Fazit



Norma Kühns Debütroman zeigte mir, das die Autorin ein Händchen für überraschende Wendungen hatte. Ich hätte gerne mehr Bücher aus dieser Welt gelesen, hoffe aber, das es zumindest in dieser Richtung noch weitere Erscheinungen geben wird.

Projekt C66 - Norma Kühn
Projekt C66
von Norma Kühn
(2)
eBook
9,99

Eine Rettung der anderen Art

Das 4. Abenteuer mit Skulduggery und Walküre musste ich einfach lesen, da der letzte Band einen Cliffhanger bot, der nicht nur packend war, sondern auch extrem mutig. All zu viel möchte ich hier natürlich verraten, denn es wird bestimmt einige geben, welche den Teil erst noch Spoiler frei, lesen möchten.



Als Erstes muss ich wieder einmal ein Lob für das Coverdesign geben, denn ich finde die Aufmachung und das Spiel mit den wechselnden Farben einfach nur unglaublich schön. Auch fand ich es wieder toll, wie diesmal die Farbe Lila in Szene gesetzt wurde. Dazu noch Walküre mit dem Skulduggerys Schädel und ich hatte ein Cover das ich mehr als einmal ganz genau ansah, da es einfach eine Faszination ausübte.



Kommen wir aber zur Geschichte, welche vom Schreibstil her seinen Vorgängern in nichts nachstand und wie gewohnt eigentlich nur das Beste aus den Charakteren oder der Umgebung holte. Doch diesmal waren es gerade die Charaktere, welche für mich diesmal einfach zu viele waren. Sowohl bekannte als neue Charaktere wurden mit in die Geschichte eingebunden und sorgten dafür das ich den Überblick verlor. Dies lag vor allem an dem in der Kurzbeschreibung erwähnten Magier Skarabäus, welcher nicht nur einen Haufen Gefolgsleute, sondern auch noch familiäre Beziehungen zu bereits bekannten Figuren hatte. Ich musste tatsächlich im Internet nachsehen, da man hier etwas ausschweifender erfuhr, wer jetzt mit wem verwandt ist und wer zu wem gehört.



Durch Skulduggerys vermehrter Abwesenheit, musste ich leider auch feststellen, dass der Humor fast gänzlich unterging. Die sonst flotten Sprüche des Detektivs sorgten meist für eigene Lacher, weshalb dieser Band um einiges ernster und Action-reicher wirkte. Erst als der Gentlemen wieder vollkommen von der Partie war, wurde es etwas unterhaltsamer. Ja, das klingt diesmal alles sehr viel kritischer als in den Vorgängern, aber ich muss dazu gestehen, dass die Ideen z.B. zur Beschaffung des Schädels sehr coole Momente enthielten, in denen mir vor Staunen fast der Mund offen stehen blieb. Man merkte einfach, das hier noch einige kuriosen Momente zu erwarten waren und auf die freue ich mich auch in den folgenden Bänden.



Wie ihr bereits lesen durftet, ist Skulduggery diesmal etwas abwesender und das nahm anscheinend zum Anlass um endlich mal wieder Stephanie bzw. Walküres Leben genauer zu beleuchten. Diese war seit dem 2. Band ja eher weniger Zuhause, weshalb es schön war, mal nicht den Dauer-kämpfenden Teenager zu erleben, sondern, die etwas ruhigere. Ich tauchte mehr in den Kopf von ihr ein und fühlte mit ihr, was sie seit dem letzten Band durchmachen musste. Von diesen Momenten dürfte es ruhig mehr geben, da sie Walküre und ihre menschliche Seite zeigen und das was sie wirklich ist, nämlich ein Teenager.



Ich freue mich trotz allem auf die Nachfolger, denn es scheint so, als würden sich jetzt einige Dinge ändern.


Mein Fazit



Nachdem grandiosen Vorgänger, enttäuschte mich dieser Band schon etwas, da es zum einen eine Überzahl an Gegnern gab und der legendäre Humor einfach nicht da war. Zwar konnte man sich besser mit Walküre anfreunden, aber irgendwie fehlte einfach etwas.

Sabotage im Sanktuarium / Skulduggery Pleasant Bd.4 - Derek Landy
Sabotage im Sanktuarium / Skulduggery Pleasant Bd.4
von Derek Landy
(30)
Buch (gebundene Ausgabe)
16,90

Jugend, Politik und ein mysteriöses Gemälde

Ja, ich gebe es zu, das dieses Buch nur gelesen wurde, da mich der Film sehr ansprach. Ich mochte die Handlung und wollte nun einmal sehen, wie es denn um die schriftliche Ausgabe gestellt ist. Allerdings sollte man vorher bedenken, das dieses Buch erstmals 1890 veröffentlicht wurde und die Ausdrucksweise, eine gänzlich andere ist, als die, die wir heute kennen.


Ich muss leider auch zugeben, das ich mich völlig unvorbereitet in dieses Buch stürzte, da mich einfach die Neugier gepackt hatte.


Sagen wir es so, ich kam zumindest 20 Seiten weit, um dann festzustellen, dass ich mit der Ausdrucksweise der damaligen Zeit einfach nicht zurechtkam. Gefühle oder Gedanke wurden bis ins letzte Detail erörtert und nahmen so schon einmal 3 bis 4 Sätze ein. Aber auch ihre Aneinanderreihung verwirrte mich und machte es mir schwer, den Sinn und Inhalt einzelner Abschnitte zu erfassen.


Somit wechselte ich zum Hörbuch, da man mir hier die Sätze formvollendet wiedergab und ich endlich einen Weg fand, der Geschichte doch noch beizuwohnen. So fand ich mich nach und nach in der Welt wieder und genoss es fast schon diese Ära zu erleben. Da ich wie erwähnt, den Film gesehen hatte, erwartete ich ausschweifende Orgien und ein äußerst dekadentes Leben seitens Dorian Gray. Doch hier wurde ich überrascht, denn im Buch ging es deutlich gezügelter zu. Hier war ich zwar ein wenig enttäuscht, aber konnte mir vorstellen, dass dies seinerzeit für Furore sorgte.


Die Charaktere fand ich sehr interessant, zumal sie sehr altertümliche Ansichten von Ehe, Liebe oder gar Politik hatten. Hier gab es sogar eine Szene bei der zwischen Lachen und Ärger kaum wusste wohin, denn Sir Henry ärgerte sich darüber, das man zukünftig nur noch Leuten das politische Spiel zutrauen wollten, welche dieses Fach erlernt hatten. Ich musste Grinsen, da Lord Henry der Meinung war, das Politik etwas für Leute mit Stand wäre und diese in jeder Berufung nicht wirklich etwas tun müssten. Kurz um, wer einen Namen hat, sollte das Recht besitzen einen Job zu haben in dem er verdient, aber nichts tun muss. Auweia, das waren Zeiten.


An die vielen unterschiedlichen Charaktere kann ich mich leider kaum erinnern, da das Hauptaugenmerk auf Lord Henry und Dorian Gray gerichtet war. Jedoch war es anscheinend damals schon ein Trend selbst im Alter noch jugendlich zu wirken. Teilweise wurde dies sogar als eines der oberen Gelüste präsentiert, nach der sich jeder man verzehrt. Hier konnte mich das Buch eindeutig zum Nachdenken regen, denn ich verstehe bis heute den Jugendwahn nicht. Doch so wurde mir offengelegt, was sie für einen alternden Mann bedeutete.


Auch wenn ich sehr lobend über das Buch spreche, muss ich sagen, dass seine Handlung mehr als langatmig war. Es wollte nie so recht etwas geschehen und ich musste mich damit zufriedengeben, was mir geboten wurde. Somit hatte ich mich besonders auf das Ende gefreut, da ich hier wenigstens einen spannenden Showdown erhoffte. Doch weit gefehlt, denn das Buch brach an seiner Szene abrupt ab und hinterließ einen irgendwie unfertigen Eindruck. Schade.

Mein Fazit


Dieser Klassiker sorgte bei mir dafür, dass ich gerade in Sachen Sprache ordentlich ins Straucheln kam, denn ohne das Hörbuch hätte ich es wohl nicht durch das Buch geschafft. Die Geschichte an sich bot interessante Ansätze, schaffte es jedoch nicht mich nach haltend zu beeindrucken. Damals bestimmt ein Knaller, war es für mich eher eine ermüdende Geschichte, die einfach nicht in Schwung kommen wollte.

Das Bildnis des Dorian Gray - Oscar Wilde
Das Bildnis des Dorian Gray
von Oscar Wilde
(45)
Buch (Taschenbuch)
12,00

Die Rettung der Firma, wird zum Überlebenskampf

Im Zeitalter der fragwürdigen TV-Shows konnte es der Autor anscheinend nicht lassen, diese Thematik in seinen Roman mit einzubauen. Aus meiner Sicht eine schlechte Wahl, denn dadurch bekam das Buch gerade zu Anfang eher einen unterhaltenden Touch, als wirklich unheimlich zu wirken.



Was mir zuallererst auffiel war die Kurzbeschreibung, welche viel zu viel vom Buch wieder gab. Komischerweise ist auf dem Buch eine andere Beschreibung zu finden, welche deutlich harmloser ist und nicht die Geschichte auf dem Silbertablett präsentiert.



Der Einstieg ins Buch war eigentlich sehr locker, denn man erfuhr erst einmal was es mit der TV-Show auf sich hatte und welche Zwecken sie diente. Schon hier musste ich das Vormittagsprogramm diverser Sender denken, die ganz klar nicht wirklich an dem Wohlergehen ihrer Teilnehmer interessiert ist, sondern nur auf billige Unterhaltung aus sind. Dieses Format schaffte der Autor tatsächlich blendet wieder zugeben, denn ich konnte mir Show richtig gut im Kopf vorstellen. Hier durfte man dann auch so nach und nach die Charaktere kennenlernen, welche alle wahnsinnig authentische Persönlichkeiten hatten. Es wurde sich zwar fleißig an Klischees bedient, was mich aber kaum störte, da man auch ein wenig hinter die Fassade der Einzelnen schaute.



Schließlich durfte man nun die Vorbereitungen zur Show erlesen und wie die Teilnehmer in Norwegen aufschlugen. Dies war zwar interessant, sorgte aber nicht unbedingt dafür, das mir die Haare zu Bergen stehen, da man hier eher vermehrt auf Humor setzte, als auf Schreckensmomente. Trotzdem näherte ich mich stetig dem Moment, welcher die Stimmung im Buch umschlug. Immer öfter geschahen mysteriöse Dinge und ich fragte mich vermehrt, was es denn sei. Schließlich wird man dann ja doch neugierig. Was es schließlich war, war zumindest für mich eine herbe Enttäuschung, da dieser Teil viel zu kurz angebunden war. Hätte man zu Anfang ein paar Seiten mit den Showinhalten weggelassen und für die Horrorelemente eingesetzt, wäre vielleicht eine Geschichte dabei herausgekommen, die mich packt.



Auch wenn der Horror im Buch etwas zu kurz kam, so konnte das Buch eines sehr gut, nämlich Emotionen und die verschiedenen Ansichten von Überlebensinstinkt wiedergeben. Wie schon oben beschrieben, wird jemand zum Verräter und das nur, weil er überleben will. Was er dafür tat, war heftig und erfüllte wirklich alles für einen Thriller. Andere wider rum waren darauf bedacht, nicht zu verhungern oder gar die lauernde Gefahr von sich fernzuhalten. Hier zeigte sich, wer wirklich ein Teamplayer ist oder wer einzig an sich denkt. Natürlich kam es dabei zu Szenarien, wo man eine Person einfach nur hasste oder von ihr genervt war, aber genau das fand ich gut, da es zeigte, dass ich mich als Teil dieser Gruppe sah.



Der Schreibstil war übrigens wieder sehr gut, da der Autor tolle Szenarien und interessante Charaktere erschuf, die man sich vollständig vorstellen konnte. Allgemein wurde viel Wert auf Details gesetzt, was ich bereits aus einem anderen Buch des Autors kannte. Auch Überraschungsmomente waren hin und wiederzufinden, jedoch ohne Vorwarnung, so dass ich erstaunt da saß. Diesmal schaffte es der Autor bei mir nicht den Horror in seinem Buch näher zubringen, aber da ich schon ein weiteres Buch von ihm gelesen habe, weiß ich das er es defektiv kann.


Mein Fazit



Die Inhalte boten eine interessante Story, aber leider ließ man den Horror-Faktor viel zu unangetastet. Hätte man ihn eher mit ins Spiel gebracht und mehr Erklärungen gegeben, wäre es aus meiner Sicht spannender gewesen. Allerdings schaffte es der Autor auch diesmal unglaubliche realistische Charaktere zu erstellen, welche dazu auch noch individuelle Persönlichkeiten aufwiesen. Spannung und Thrill war da, aber der Horror fehlte leider.

Dark Wood - Thomas Finn
Dark Wood
von Thomas Finn
(18)
Buch (Taschenbuch)
10,99

 
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