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nirak

Gesamte Bewertungen 57 (ansehen)


Meine Bewertungen

Atmosphärisch dicht und wunderbar erzählt

nirak , am 05.10.2020

Sophie von Werdenfels wächst im Wien des 19. Jahrhunderts auf. Die Stadt ist fest verwachsen mit seinen Traditionen. Sophie flüchtet aus dem unliebsamen Elternhaus immer öfter in das Kaffeehaus ihres Onkels. Für ihren Stiefvater ein Ding der Unmöglichkeit, der Onkel ist bürgerlich und sie als adlige junge Dame darf nicht arbeiten. Für Sophie ist das Kaffeehaus wie Heimat. Hier lernt sie auch Richard von Löwenstein kennen. Richard ist ein Freund des Kronprinzen Rudolf und für diesen Prinzen schwärmt Mary Vetsera, die wiederum eine gute Freundin von Sophie ist. Es bleibt nicht bei einer jugendlichen Schwärmerei. Mary schlägt alle Warnungen in den Wind. Keiner der vier ahnt, auf welche Katastrophe sie zusteuern.

Der neue Roman von Marie Lacrosse ist der Auftakt einer Trilogie, die ihren Handlungsschauplatz im Wien der 1880er-Jahre hat. Erzählt wird die Geschichte eines Kaffeehauses und den Menschen, die damit verbunden sind. Die junge Sophie von Werdenfels ist die fiktive Protagonistin, die durch diese Zeit führt. Aber eigentlich geht es gar nicht so sehr um das Kaffeehaus, sondern viel mehr um die Menschen dieser Zeit. Ausführlich wird die Beziehung des Kronprinzen Rudolf und Mary Vetsera beleuchtet. Das Leben im Schatten des Kaiserhofs ist nicht so einfach, wie es klingt. Der Autorin ist es gelungen, authentisch aus dieser Zeit zu erzählen. Sie lässt ihren Charakteren Raum, sich zu entwickeln, und erzählt, wie sich die Protagonisten kennenlernten und wie sie zueinanderstanden. Sie erzählt von jugendlichen Schwärmereien über Liebe und Konversionen. Es gibt Einblicke in das Leben der Frauen, die nicht nur in ihren Korsetts eingezwängt waren, sondern auch abhängig von den Männern dieser Zeit.

Mit sehr viel liebe zum Detail erzählt Marie Lacrosse, wie es in dieser Epoche zuging und vor allem von den Sitten und Gebräuchen in Adelskreisen und darüber hinaus. Sie erzählt aber nicht nur eine einfache Liebesgeschichte, sondern eine Geschichte mit historischem Hintergrund, von einer Affäre, von der ich in dieser Ausführlichkeit noch nichts gelesen habe. Damit hat die Autorin mich überrascht, aber gleichzeitig in ihre Geschichte gezogen. Ich war gefangen von Sophie und Richard, von der k.u.k. Monarchie und nicht zuletzt von dem Kaffeehaus Danzer in Wien. Gerade die vielen historischen Einzelheiten und ihre geschickte Verstrickung um die fiktive Geschichte der Sophie von Werdenfels haben es mir angetan.

Nicht nur die Geschichte an sich ist gelungen, sondern auch die Aufmachungen des Buches. Es gibt ein umfangreiches Personenregister und Karten von Wien und Umgebung. Ein sehr ausführliches Nachwort, in welchem Marie Lacrosse Fiktion und Wahrheit trennt, beinhaltet interessante Information zum Hintergrund dieser Handlung. Das Nachwort hat mir ebenso gut gefallen wie das Buch selber.

Fazit:

Der Auftakt der Kaffeehaus-Trilogie ist Marie Lacrosse mit „Bewegte Jahre“ gelungen. Sie erzählt authentisch aus dem 19. Jahrhundert und hat mich mitgenommen nach Wien und nicht mehr losgelassen. Die Geschichte ist atmosphärisch dicht und die Handlung so erzählt, als habe sie so stattgefunden und könnte gar nicht anders sein. Ich habe mich nicht nur gut unterhalten gefühlt, sondern war regelrecht gefangen, gefangen von Wien und seinem Charme, gefangen von Sophie und Richard und tief bewegt von dem Schicksal eines jungen Mädchens. Jetzt warte ich gespannt darauf, wie es mit dem Kaffeehaus weitergehen wird und wie das Leben von Sophie sich weiterentwickelt.

Das Kaffeehaus - Bewegte Jahre - Marie Lacrosse
Das Kaffeehaus - Bewegte Jahre
von Marie Lacrosse
(14)
Buch (Taschenbuch)
15,00

Ein junges Team startet durch

nirak , am 09.06.2019

Enno Frerichs und Hedda Böttcher haben sich ihr Leben neu eingerichtet, als ein neuer Fall auf die beiden zu kommt. Ein Teenager wurde Tod aufgefunden. Warum musste der Junge sterben? Hatte er Streit mit anderen Jugendlichen oder steckt mehr dahinter? Ein Täter ist schnell gefunden, aber ein Freund ist fest davon überzeugt, dass dieser Junge unschuldig ist. Enno wird um Hilfe gebeten, die er nicht verweigern kann und will. Gemeinsam mit Hedda macht er sich auf die Suche nach Spuren und findet unglaubliches heraus.....

„Tod in Emden“ ist der vierte gemeinsame Fall für das junge Ermittlerteam. Die einzelnen Fälle lassen sich problemlos einzeln lesen, obwohl man die private Entwicklung der Protagonisten dann nicht so intensiv mitverfolgen kann. Der eigentliche Fall klärt sich auf, aber es wird auch Bezug zu vorangegangenen Taten genommen. Kleine Rückblenden erzählen von dem Erlebten von Hedda und Enno.

Der Einstieg ist mir in diesem Fall etwas schwergefallen, da die Geschichte mit dem Leben von Enno und Hedda beginnt. Sie beziehen gemeinsam eine Wohnung und müssen sich aneinander gewöhnen, wie es eben so ist, wenn junge Leute beschließen, ein gemeinsames Leben zu führen. Der Autor erzählt mir ein wenig zu viel davon, aber das war auch nur auf den ersten Seiten so. Als es dann an die richtige Arbeit ging, war die Handlung, wie gewohnt spannend zu lesen.

Thorsten Siemens hat seine Spuren so gelegt, dass sie nicht leicht zu finden waren. Es braucht seine Zeit, um die richtigen Schlüsse zu ziehen. Auch hat er für seine Ermittler ein Umfeld geschaffen, welches ihnen ermöglicht, verdeckt zu ermitteln. Die Eingliederung in die Gesellschaft ist ihm glaubhaft gelungen, auch die damit verbundenen Schwierigkeiten sind gut ausgearbeitet. Gerade für Enno, der als Streetworker arbeiten darf, stellt es sich als nicht zu leicht heraus. Er muss seinen Beruf jetzt mit seiner Arbeit verbinden. Es gelingt ihm.

Der gute Erzählstil des Autors trägt dazu bei, dass sich „Tod in Emden“ flott lesen lässt. Auch wenn mir zu Beginn zu viel Privates erzählt wurde, hat mir auch dieser Fall von Frerichs/Böttcher gut gefallen. Ich mag dieses junge Team.

Tod in Emden. Ostfrieslandkrimi - Thorsten Siemens
Tod in Emden. Ostfrieslandkrimi
von Thorsten Siemens
(11)
Buch (Kunststoff-Einband)
11,99

Urlaubsfeeling inklusive

nirak , am 12.05.2019

Marieke Halsema betreibt ein kleines Geschäft für exklusive Düfte auf Juist. Leider wird die junge Frau Tod aufgefunden und es gibt zunächst keinen Hinweis darauf, wer der Täter ist und ob überhaupt ein Mord vorliegt. Die Inselkommissare Antje Fedder und Roland Witte nehmen sofort die Ermittlung auf. Allerdings stellt sich bald heraus, so einfach ist die Sache nicht. Nicht nur das Frau Halsema kein Kind von Traurigkeit war, nein es gibt auch noch eine vielversprechende Spur, zu einem Fall der schon fast 100 Jahre alt ist. Was ist nur schon wieder auf der Insel los? Antje und Roland geben alles, um den Fall zu klären.

„Juister Düfte“ ist der zweite gemeinsame Fall für das Team auf der Insel. Es zeigt sich, dass die beiden gut zusammenarbeiten können. Sie folgen gemeinsam den Spuren und verstehen sich schon richtig gut, wären da bloß nicht die Gefühle, die einem ständig Streiche spielen. Für den Leser ist es amüsant zu lesen, wie die Gedanken von Fedder und Witte immer mal wieder auf Wanderschaft gehen. Da ist noch viel Luft nach oben und was die Beziehung der beiden zueinander angeht, wird da wohl noch so einiges kommen.

Leider ist der Kriminalfall in diesem Fall nicht so spannend, wie beim Vorgänger „Juister Herzen“. Die Spuren waren mir zu offensichtlich. Mir war doch schnell klar, wer hier der Täter war. Die Idee mit der Spur in die Vergangenheit fand ich zwar gut, hat doch aber sehr dazu beigetragen, dass der Fall eben kein Geheimnis bleibt. Für mich waren die Auflösung und die Zusammenhänge auf der Insel, zu schnell offensichtlich.

Dafür gefällt mir aber gut, wie die Autorin es schafft, ein Urlaubsfeeling entstehen zu lassen. Ich fühlte mich nach Juist versetzt, hatte meinen Spaß daran mit den zwei Polizisten über die Insel zu radeln und sie dabei zu beobachten, wie sie ihre Arbeit gemacht haben. Ich bin gespannt, was noch so alles auf dieser kleinen Insel passieren wird.

Juister Düfte. Ostfrieslandkrimi - Sina Jorritsma
Juister Düfte. Ostfrieslandkrimi
von Sina Jorritsma
(11)
eBook (ePUB)
3,99

Locker und spannend erzählt

nirak , am 22.04.2019

Die Inselkommissare Mona Sander und Enno Moll dürfen in ihrem nun mehr 12. Fall ermitteln. Zunächst jedoch hat ihre Kollegin Grietje Smit ein Problem. Sie glaubt, ihren Freund Tede getötet zu haben. Er ist Gitarrist der Bluesband Borkum Gents. In dieser Sache dürfen sie natürlich nicht ermitteln, aber es wird trotzdem nicht langweilig auf der Insel. Schon am nächsten Morgen wird Lübbo Hamstra tot auf einer Bank am Strand aufgefunden. Auch er hat Beziehung zu der Bluesband von Borkum. Was ist hier bloß los? Gehören die beiden Delikte zusammen? Und was hat sie noch miteinander verbunden außer die Musik?

„Friesenblues“ ist der bereits 12. Fall dieses Ermittlerduos. Aber trotzdem ist es gut möglich, die Bücher einzeln zu lesen. Ich habe aus der Reihe noch keinen Fall gelesen und mir hat hier nichts gefehlt. Im Gegenteil, ich war von der Komplexität der Handlung überrascht.

Der Fall selbst wird gut aufgeklärt. Die Polizisten werden schnell sympathisch. Das Mundwerk von Mona Sander ist ziemlich locker und so wundert es nicht, dass der Humor nicht zu kurz kommt und für angenehme Unterhaltung sorgt.

Der Krimi ist glaubwürdig aufgebaut und hat ein paar kleine Wendungen, die einem das Lösen der Geschichte erschweren sollen. Zudem schafft es Jorritsma spielend leicht, so scheint es, aus einem kleinen Mordfall einen großen Kriminalfall zu machen.

„Friesenblues“ hat alles, was man für einen guten Krimi braucht. Täter, die sich bemühen unerkannt zu bleiben, einen Mord, der nicht zu offensichtlich ist und übergreifende Bezüge, zu anderen Straftaten, die geklärt werden wollen.

Der lockere Erzählstil der Autorin, erlaubt zudem ein zügiges lesen. Sie schafft es trotz der Kürze des Buches (knapp 200 Seiten) ein gewisses Inselfeeling zu erzeugen und gleichzeitig einen spannenden Krimi vorzulegen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

Friesenblues. Ostfrieslandkrimi - Sina Jorritsma
Friesenblues. Ostfrieslandkrimi
von Sina Jorritsma
(7)
Buch (Kunststoff-Einband)
11,99

Gelungener Auftakt der Trilogie

nirak , am 30.12.2018

Gut Greifenau liegt in Hinterpommern, weit ab vom modernen Berlin des Jahres 1913. Für die Grafenkinder Konstantin und Katharina ist es schwer, sich den alten Gewohnheiten ihrer Eltern anzupassen. Sie wollen hinaus in die Welt, das Neue sehen und erleben. Konstantin möchte das Landgut auf den technisch neuesten Stand bringen und kämpft nicht nur gegen seinen Vater. Auch seine Verbindung zu der Dorflehrerin Rebecca Kurscheidt steht unter keinem guten Stern.
Für Katharina ist es sogar noch schwieriger. Die junge Frau soll einen Neffen des Kaisers heiraten, aber sie hat ganz andere Pläne. Während die Sorgen auf Greifenau immer größer werden, steuert die Welt auf eine noch viel größere Katastrophe zu.

„Gut Greifenau Abendglanz“ ist der Auftakt einer Trilogie. Hanna Caspian schildert von den Menschen, von ihren Schicksalen, von dem Leben auf einem Landsitz und in der Dorfgemeinschaft. Sie erzählt von der Oberschicht, aber genauso von den einfachen Menschen, die auf dem Gut arbeiteten und auf das Wohlwollen der Grafenfamilie angewiesen waren.

Die ersten Seiten sind mir etwas schwergefallen, ich fand die Lektüre am Anfang etwas zu seicht. Erst so langsam entfaltet sich die eigentliche Geschichte. Caspian stellt ihre Protagonisten vor und erst so nach und nach kommen die einzelnen Charaktere ans Licht. Ich kann nicht genau bestimmen, ab welchem Zeitpunkt mich die Story nicht mehr losgelassen hat. Letztendlich habe ich „Abendglanz“ in nur drei Abenden gelesen und fühlte mich gut unterhalten. Nicht nur das Leben des Adels wird beschrieben, sondern sehr viel mehr das ganze drum herum. Davon, wie die Menschen lebten, die die ganze Arbeit zu leisten hatten. Aber auch davon, wie schwer es war, so einen Betrieb am Laufen zu halten. Die Autorin hat die Atmosphäre auf dem Gut gut eingefangen. Es fällt leicht, mit den Charakteren zu gehen. Sie sorgt aber auch für Spannung, gerade weil die Geschichte sich langsam entfalten darf.

Dann sind da die jungen Leute, die sich verlieben und alles daran setzten, ihre Liebe auch leben zu können. Es stellt sich aber als nicht so einfach heraus. Konstantin muss für seine Liebe kämpfen und sich auch die Frage gefallen lassen, wie groß sind die Standesunterschiede. Auch Katharina, die noch sehr jung ist, muss sich dieser Frage stellen. Kann sie für die Liebe die Familie aufgeben oder folgt sie den Anweisungen der Mutter? Auch wenn die Geschichte leicht und locker verpackt ist, schnell wird klar, so einfach war das Leben damals nicht. Nicht für die Menschen, die ihr Leben als Dienstpersonal verbrachten und auch nicht für die privilegierte Oberschicht. Dann kommt noch dazu, dass über alle sich die große Katastrophe anbahnt. Die Autorin hat diese Details, gekonnt in das Leben der Menschen von Gut Greifenau einfließen lassen. Es klingt schlüssig.

Die Aufmachung des Taschenbuchs lässt auch keine Wünsche offen, es gibt Karten von Pommern und Greifenau, ein Personenregister und ein abschließendes Nachwort klären Fiktion und Wahrheit.

„Gut Greifenau Abendglanz“ ist ein gelungener Start dieser Trilogie. Es beginnt in ruhigen Bahnen und endet damit, dass man eigentlich sofort weiterlesen möchte. Ich habe die Protagonisten in mein Leseherz geschlossen. Ich bin gespannt, ob Konstantin und Katharina oder die Dorflehrerin Rebecca und die vielen Menschen in ihrem Umfeld, ihre Ziele erreichen werden. Ich möchte wissen, wie es mit dem Gut weitergeht. Auch wie die einfachen Menschen von Greifenau weiterleben, in dem Krieg, der nun kurz bevorsteht. „Gut Greifenau“ gute Unterhaltung aus Pommern.

Gut Greifenau - Abendglanz - Hanna Caspian
Gut Greifenau - Abendglanz
von Hanna Caspian
(45)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Erster Arbeitstag, erster Fall

nirak , am 13.12.2018

Antje Fedder ist auf Juist geboren und hat beschlossen, in der Heimat ihren Beruf auszuüben. Ihr zur Seite wurde nun Roland Witte gestellt. Was will der Mann auf ihrer Insel? Zunächst ist Antje von dieser Unterstützung nur wenig begeistert. Doch gleich am ersten Tag wird eine Leiche gefunden. Die tote Frau lag im Bett eines Feriengastes. Woran sie verstarb, ist auf den ersten Blick nicht festzustellen. Auch nicht, ob die Selbsthilfegruppe, die die Wohnung gemietet hatte, etwas mit dem Tod der Frau zu tun hat. Überhaupt stellen sich den beiden Ermittlern eine Menge Fragen. Die Bewohner der besagten Ferienwohnung gehören einer Selbsthilfegruppe an, deren Mitglieder die große Liebe verloren zu haben glauben. Clemens Vogt ist der Leiter dieser Gruppe und verspricht seinen Mitgliedern Heilung. Aber stimmt das auch? Vielmehr weckt dieser Mann Zweifel bei Antje und Roland. Wer sind diese Menschen? Was haben sie mit der Toten gemeinsam? Warum ausgerechnet hier auf Juist? Fragen, die Antje klären will.

„Juister Herzen“ ist der Auftakt einer neuen Krimireihe von Sina Jorritsma und für mich zugleich mein erstes Buch dieser Autorin.

Mit diesem ersten Fall auf der Ostfrieseninsel hat sie mich gleich überzeugt. Ihr Erzählstil ist angenehm zu lesen. Jorritsma versteht es, Atmosphäre zu erzeugen. Die beschauliche Ferieninsel Juist tauchte sozusagen vor meinen Augen auf. Die Beschreibungen der Insel, der Menschen und der Landschaften waren gerade ausreichend, um sich alles vorstellen zu können. Gleichzeitig beschreibt Frau Jorritsma das Vorgehen der beiden Polizisten. Diese beiden müssen sich erst näher kennenlernen, es ist ja erst der erste Arbeitstag für Roland Witte auf der Insel. Gemeinsam machen sie sich an die Arbeit und klären den Fall auf.

Die Autorin hat ihre Spuren so gelegt, dass man nicht unbedingt schon nach den ersten Seiten den Täter ausfindig gemacht hat. Sicherlich ist die Beziehung, die Antje und Roland zueinander haben werden leicht vorhersehbar, aber wer weiß, vielleicht hat die Autorin auch noch in den nächsten Teilen ein paar Überraschungen parat. Ich bin gespannt, wie sich die Beziehung dieser Polizisten entwickeln wird, ob so wie von mir gedacht, oder doch ganz anders. In jedem Fall lohnt es sich, „Juister Herzen“ zu lesen, wenn man diese Art von Krimis mag. Ich fühlte mich gut unterhalten.

Juister Herzen. Ostfrieslandkrimi - Sina Jorritsma
Juister Herzen. Ostfrieslandkrimi
von Sina Jorritsma
(8)
Buch (Kunststoff-Einband)
10,99

Als Friedrich Kaiser wurde

nirak , am 04.12.2018

Aachen 1152, Friedrich von Schwaben hat es geschafft, er sitzt auf dem Thron von Karl dem Großen. Er ist jetzt König! Aber noch ist er nicht ganz am Ziel, als Nächstes steht die Kaiserkrone auf seinem Plan. Wie er diese Krone erlangte und welche Wege er dafür gehen musste, genau dies erzählt uns nun Sabine Ebert in ihrem dritten Band von „Schwert und Krone“. Der Titel dieses Teils trägt den Namen „Zeit des Verrats“. So wundert es nicht, dass der Hauptaugenmerk auf Verrat, Intrigen und Machtgier liegt.

Die Autorin schildert die Ereignisse dieser Jahre detailgenau und so spannend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte. Es beeindruckt mich immer wieder, wie viele Protagonisten dieser Epoche die Autorin gefunden hat. Sie schildert die Schicksale von Frauen, die längst in Vergessenheit geraten sind. Hier bekommen sie ein Gesicht. Auch wenn die Geschichte um Kaiser Friedrich I. bekannt ist, Frau Ebert schafft es scheinbar mühelos Spannung einzubauen und vor allem, Neues zu erzählen. Ich habe einige historische Personen kennengelernt, die mir so noch nicht begegnet waren.

Die Autorin erzählt von Frauen, die um ihr Leben kämpften. Gerade Frauen hatten es schwer sich zu behaupten, aber es gab einige, die es geschafft haben, ihre Männer um die Finger zu wickeln und sie so beraten konnten, dass es gut für sie war. Frau Ebert schildert dies authentisch und glaubwürdig.

Der Hauptaugenmerk liegt natürlich bei Friedrich. Sein Weg, Kaiser zu werden und auch zu bleiben, war schwer. Glaubwürdig erzählt Frau Ebert von Friedrich, dem Mann, dem König und dem Kaiser. Denn er war nicht nur Kaiser, sondern vor allem auch Mensch. Er hatte Ängste und Sorgen. Diese Seite dieses Mannes wird geschildert. Wobei ich mir schon gewünscht hätte, ein klein wenig mehr von Friedrich zu lesen. Er ist zwar allgegenwärtig aber im Handeln nicht immer dabei, sondern mehr der Mann im Hintergrund, der die Fäden in der Hand hält.

Dadurch, dass dieser Teil auch wieder nur 5 Jahre der Zeit umfasst, kann sich die Autorin die Zeit nehmen, ihre Protagonisten genau zu schildern. Dies führt dazu, dass man als Leser ein genaues Bild dieser Zeit bekommt. Es wird geschildert, wie Friedrich Kaiser wurde, aber auch, wie die anderen Häuser an Macht gewannen oder verloren. Ganz nebenbei erfährt man auch noch, was politisch noch in Europa los war. Auch in Dänemark wird um eine Krone gekämpft.

Dass die Autorin für diese Bücher gut recherchiert hat, ist in jeder Seite zu spüren. Die Liebe zum Detail und die Genauigkeiten der Abfolge der Taten tragen maßgeblich dazu bei, dass dieses Buch Lesevergnügen pur ist.

„Zeit des Verrats“ ist eine weitere Folge, die dem Leser die Geschichte des 12. Jahrhunderts näher bringt. Gut gefallen hat mir, dass die Autorin alle Seiten zu Wort kommen lässt. Die Kirche, die ihre Ziele verfolgt, die Adelsfamilien, die um ihre Macht kämpfen und auch das einfache Volk sind vertreten. Spannend sind die einzelnen Handlungsstränge zu einem großen Ganzen zusammengeflochten worden und garantieren beste Unterhaltung. Ich hatte spannende Lesestunden und warte jetzt schon sehnsüchtig auf Band 4 und bin gespannt, wie es mit Kaiser Friedrich und den Adelshäusern der Deutschen weitergeht.

Schwert und Krone - Zeit des Verrats - Sabine Ebert
Schwert und Krone - Zeit des Verrats
von Sabine Ebert
(12)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,99

Die Brücke zwischen den Welten

nirak , am 19.11.2018

Konstantinopel 1906. Ludwig Brehm reist voller Erwartungen in diese Stadt, die ihm so viel zu versprechen scheint. Er erlebt eine, für ihn, völlig neue Welt. Im Handelshaus von Ihmsen und Witt findet er eine neue Heimat. Hier lernt er alles über Orientteppiche, über ihre Beschaffenheit und über ihren Verkauf. Aber auch die Frauen finden seine Aufmerksamkeit. Mit Edie und Melina durchstreift er diesen fremden Ort.

„Die Brücke zwischen den Welten“ ist mein erster Roman, den ich von Petra Oelker gelesen habe, leider musste ich feststellen, dass dieses Buch so gar nicht meinen Erwartungen entsprach. Die Autorin verliert sich in langatmigen Beschreibungen der Umgebung, der Stadt und der Gefühle ihrer Protagonisten.

Mir war die Geschichte zu nichtssagend. Ich habe mich mehr oder weniger durch dieses Buch gequält. Ich konnte keinerlei Verbindung, zu den Charakteren aufbauen. Ludwig Brehm hat mich überhaupt nicht angesprochen und blieb für mich blass und unscheinbar. Dabei hatte ich mich auf eine spannende Verwicklungsgeschichte gefreut. Auch die anderen Charaktere mit ihren Hintergrundgeschichten überzeugten nicht wirklich. Fast hatte ich das Gefühl, mehrere Handlungen gleichzeitig zu lesen. Da war Ludwig, der alles daran setzt, damit niemand merkt, wer er wirklich ist. Leider ist er zu sehr mit seinen Gedanken beschäftigt, um sich wirklich auf den Orient einzulassen. Dann sind da die Frauen der Familie Ihmsen, auch sie waren für mich nicht wirklich greifbar. Alles, was wohl Spannung erzeugen sollte, ist an mir vorbeigegangen und hat mich etwas ratlos zurückgelassen.

Der Erzählstil ist eigentlich flüssig zu lesen, aber durch die vielen langen Sätze dann auch sehr anstrengend und tragen nicht gerade zum Verständnis bei. Ein Nachwort gibt es hier zwar nicht, dafür aber ein Glossar der fremden Begriffe und ein Personenregister. Das Glossar ist sicher hilfreich, das Personenregister eher überschaubar.

„Die Brücke zwischen den Welten“ konnte mich nicht überzeugen. Für mich war es die falsche Geschichte zur falschen Zeit. Weder stellte sich bei mir Kopfkino ein, noch fühlte ich mich einigermaßen gut unterhalten. Ich war nur froh, als ich die letzte Seite gelesen hatte. Wobei der historische Aspekt und die politischen Ereignisse gut eingearbeitet waren. Weshalb es von mir auch 2 Sterne, statt nur 1 Stern gibt.

Die Brücke zwischen den Welten - Petra Oelker
Die Brücke zwischen den Welten
von Petra Oelker
(7)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,95

Spannender 9. Fall

nirak , am 03.10.2018

Henriette Honig ermittelt bereits in ihrem 9. Fall. Diesmal hat es sie auf die Insel Norderney verschlagen. Die Hoteliersgattin Imke Hidden bitte sie herauszufinden, wer ihr die anonymen Briefe zugeschickt hat, die sie kurz nach dem Tod ihres Stiefschwiegersohnes Patrick Hidden bekommen hat. Was sich als zunächst harmlose Arbeit anhört, entwickelt sich zu einem spannenden Fall, denn schon kurze Zeit später, kommt es zu einem erneuten Todesfall in der Familie. Auch die Frau von Patrick kommt ums Leben. Was ist hier los? Für Henriette ist sofort klar, sie muss herauszufinden, was hier genau passiert ist.

Auch wenn es sich hier bereits um den 9. Fall für Frau Honig und ihre Nichte handelt, kann man das Buch auch getrost einzeln lesen. Der Fall in sich ist abgeschlossen und das Privatleben der Detektivin nicht so vordergründig, dass man als Leser etwas vermissen würde.
Mir hat dieser Fall gut gefallen. Es war spannend zu lesen, wie Henriette letztendlich dem Täter auf die Spur kam. Ele Wolf hat ihre Spuren geschickt gelegt und Spannung aufgebaut.

Gleichzeitig erzählt sie aber auch ein wenig, aus dem Leben der Menschen und der Opfer. Sie führt ihre Leser geschickt an die Geschichte heran und fängt sie sozusagen ein. In diesem Fall konnte ich das Buch nur schwer zur Seite legen, ich wollte möglichst schnell wissen, wer der Täter ist. Die gelegten Spuren waren zwar gut sichtbar, für mich aber nicht unbedingt zu offensichtlich. Ich hatte zwar schnell einen Verdacht, aber ob der richtig sein würde, hat sich tatsächlich erst zum Schluss geklärt. So mag ich Krimis.

„Fünf Sterne Mord“ ist ein schöner Krimi, der sich gut lesen lässt und dabei spannend ist. Mir hat dieser Fall gut gefallen

Fünf Sterne Mord. Ostfrieslandkrimi - Ele Wolff
Fünf Sterne Mord. Ostfrieslandkrimi
von Ele Wolff
(11)
eBook (ePUB)
3,99

Heddas zweiter Fall

nirak , am 30.09.2018

Hedda macht ihr Praktikum in einem Pflegeheim, als völlig unerwartet Gerda Janssens, eine alte Dame die hier lebt, stirbt. Da sie mit Gesa, der Enkeltochter der verstorbenen, befreundet ist, und diese sie bittet sie nach Hause zu begleiten, sieht Hedda sich bald darauf auf Langeoog wieder. Hier geschieht das Unfassbare, der Onkel ihrer Freundin wird ermordet aufgefunden. Was ist hier eigentlich los, fragt sich nicht nur Hedda. Gemeinsam mit ihrem Freund Enno, der eigentlich Polizist ist, fängt Hedda an Nachforschungen anzustellen.

Bei „Tod auf Langeoog“ handelt es sich um den zweiten Band von Thorsten Siemens. Bereits in „Tod in Neermoor“ lernt man Hedda und ihren Freund Enno kennen. Die Fälle an sich haben zwar nichts miteinander zu tun, man kann sie durchaus eigenständig lesen, aber das Privatleben der beiden baut aufeinander auf und entwickelt sich dem entsprechend weiter. Man sollte also doch Band 1 vorab lesen, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Dieser zweite Fall hat mir sogar noch etwas besser gefallen, wie Band 1. Die Protagonisten wirkten auf mich etwas ausgereifter und ansprechender. Hedda ermittelt hier schon fast, wie eine echte Detektivin. Sie und ihre Freundin gehen Hinweisen nach und Enno rundet die Sache dann sozusagen ab. Ich fühlte mich gut unterhalten und fand auch, dass die Spuren gut gelegt waren. Ich konnte mitraten, wer hier warum getötet hat. Die Handlung ist gut aufgebaut, beginnt eher traurig, mit dem Tod der alten Dame, um dann fahrt aufzunehmen. Erst gibt es noch einen Toten, dann verschwindet Dagmar Janssen, sie ist die Tochter von Gerda und lässt ihre eigene Tochter Gesa verzweifelt zurück. Gemeinsam bringen dann Hedda, Enno und Gesa Licht in diese Geschichte und klären letztendlich alles auf.

„Tod auf Langeoog“ ist ein kurzweiliger, spannender Krimi, der mich gut unterhalten hat. Ich bin gespannt, welche Abenteuer Hedda und ihr Enno noch erleben dürfen und auch ein bisschen neugierig darauf, wie sich ihre Beziehung zueinander entwickeln wird.

Tod auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi - Thorsten Siemens
Tod auf Langeoog. Ostfrieslandkrimi
von Thorsten Siemens
(9)
Buch (Kunststoff-Einband)
11,99

 
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