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Kat B. aus Thun

Gesamte Bewertungen 208 (ansehen)


Meine Bewertungen

Danke, aber nein danke

Kat B. aus Thun , am 18.06.2019

Inhalt
Seit Kindertagen sind Daisy und Quinn unzertrennlich. Erst als beste Freunde, dann als Paar. Bis Daisy wegziehen muss. Doch sie versprechen sich, sich auf der Gray Springs University wieder zu sehen. Trotz aller Höhen und Tiefen zieht es Daisy nach zwei Jahren an besagte Uni. Nur um festzustellen, dass Quinn sein Leben ohne sie weiter gelebt hat. Und ausgerechnet mit ihrer besten Freundin an seiner Seite...

Meine Meinung
Ich muss gestehen, das Buch war eine Cover-Entscheidung. Ich finde es einfach wunderschön! Der Klappentext hat mich zwar nicht so sehr angesprochen, aber ich wollte dem Buch eine Chance geben. Was ich besser nicht getan hätte... Der Schreibstil der Autorin lässt sich zwar flüssig lesen, ist aber auch voller komischer Schachtelsätze, sich wiederholender Ausdrücke (Yeah, Yep, Sowie uvm.) und sowieso - ein literarisches Meisterwerk ist es definitiv auch nicht.

Daisy und Quinn sind zusammen aufgewachsen, ein Herz und eine Seele, und im Jugendalter entwickelt sich mehr zwischen den beiden. Doch dann wird Daisy aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen, denn sie muss mit ihrer Familie wegziehen. Weit weg. Die beiden versprechen sich, sich einer Tages an der selben Universität einzuschreiben und sich wiederzufinden - als Freunde und als Paar. Als Daisy zwei Jahre später an der Uni auftaucht, hat Quinn sein Versprechen gebrochen: Er hat sein Leben ohne Daisy weitergelebt - und noch schlimmer, ihre gemeinsame beste Freundin Alexis ist nun Quinn's Freundin!

Ja. Allein schon wegen des Inhalts hätte ich die Finger von Suddenli Forbidden lassen sollen. Tatsächlich ist es nämlich noch schlimmer, als erwartet! Daisy's Leben ist ein einzelner Scherbenhaufen, ohne Quinn. Und sie erwartet ernsthaft, dass er zwei Jahre lang leidet und nur an sie denkt, weil sie das halt auch tut. UND nachdem sie den Kontakt komplett abgebrochen und ihre Nummer geändert hat. Wer tut sowas? Und wer erwartet danach allen Ernstes noch, dass alles so ist, wie bisher?

Daisy als Protagonistin fand ich einfach nur mühsam. Sie ist weinerlich, selbstverliebt und bemitleidet sich in einer Tour. Ach ja, und naiv ist sie auch. Aber das weiss sie selbst. Und dennoch glaubt sie, die ganze Welt wartet nur auf sie - insbesondere die Männerwelt. Denn wohlbemerkt,sie ist so heiss und so schön - aber nicht im klassischen Sinne halt. Aaaachtung, hier kommt die Klischeekeule!

Natürlich entwickelt sich alles, wie es sich entwickeln muss: Daisy stürzt in eine Lebenskrise und bemitleidet sich durchgehend selbst. Alexis - ehemals beste Freundin von Daisy und nun Geliebte von Quinn - wird von der Autorin stigmatisiert und zur Bösen der Geschichte gemacht. Daisy und Quinn können einfach nicht ohne einander. Es gibt Drama, Tränen, den einen oder anderen Wutausbruch, noch mehr Drama und Tränen, viel Selbstmitleid, und um alles zu toppen noch ein paar... jap, Tränen obendrauf.

Aber das war noch nicht mal der Gipfel des Eisbergs! Nein! Der zeigt sich dann in den mannigfaltigen und äusserst a) schrägen, b) widerlichen und c) unromantischen Sexszenen. Es wird wie irre gerammelt, Eier klatschen auf Fleisch, es wird gemolken und "Ohh" gestöhnt. Leute, ich bin nicht prüde, aber das war einfach too much!

Seinen Teil leistet Quinn hier grossartig - denn er wird von der Autorin auf ein heisses, braungebranntes, muskelbepacktes Sexobjekt reduziert, dem zu jeder Zeit alles steht. Und so liebevoll wie sie mit ihren Charakteren umgeht, nennt sie des Quinnes Ding "Schwanz". Konsequent die ganze Geschichte hindurch. Und besagter "Schwanz" hat echt ein Problem. So zeichnet Daisy (die übrigens gerne zeichnet btw.) dem Quinn mit Kugelschreiber etwas auf die Hand und schwupps... "Meine Kehle schnürte sich zu, auf meinen Armen bildete sich eine Gänsehaut und mein Schwanz erwachte bei den sanften Strichen der Kugelschreiberspitze auf meiner Haut zum Leben." (S. 186/Tolino). Dem armen steht das Ding nonstop; wenn er Daisy sieht, an sie denkt, ihre blonden Haare vor seinem inneren Auge sieht, wenn sie ihre Hand nur auf sein Bein legt, einfach immer erwacht der kleine Quinn zum Leben.

Zum Abschluss möchte gerne noch etwas Gutes über das Buch sagen. Also: Es lässt sich schnell lesen. Zum Glück...

Fazit
Suddenly Forbidden beinhaltet: Eine malbegeisterte Brillenträgerin, die sich nonstop selbst bemitleidet, ein ultraheisser Typ mit durchgehender Erektion, eine unglaubwürdige Liebesgeschichte und drumherum etwas College-Gedöns. Von mir gibt's ein klares "Danke, aber nein danke."

Suddenly Forbidden - Ella Fields
Suddenly Forbidden
von Ella Fields
(75)
eBook
4,99

Jugendbuch meets Fantasy meets Krimi

Kat B. aus Thun , am 11.06.2019

Inhalt
In Faircrest herrschen seit je her drei grosse Familien: Die Chevallys, die Endress und die Lennox. Bekannt als die Clans haben sie alle wichtige Funktionen in der Stadt und Stadtführung inne. Doch diese Macht hat ihren Preis, denn es scheint, als laste ein Fluch auf den Familien. Jedes Jahr im Oktober feiern sie das Andromeda-Fest, ein Fest das ihrer angeblichen Schöpferin Andromeda gewidmet ist - und jedes Jahr stirbt ein Clanmitglied nach diesem Fest.
Lizzie Chevally hat dadurch bereits ihren Vater verloren und jedes Jahr vor dem Fest, packt die Angst sie wieder. Doch dieses Mal will sie etwas dagegen tun. Gemeinsam mit ihren Freunden plant sie, hinter den angeblichen Fluch zu kommen und die Clans davon zu befreien.

Meine Meinung
Ich muss zugeben - das Cover des Buches hat eine eher abschreckende Wirkung auf mich, es gefällt mir einfach nicht. Die Geschichte aber klingt toll und ich habe gefühlt ewig mit mir gehadert. Die Neugierde hat schliesslich gesiegt und ich habe es nicht bereut. Andromedas Fluch ist der Debütroman von Lara Lavenza - und sie beweist hier schon, dass sie ein ausserordentliches Schreibtalent ist. Ihr Stil ist zauberhaft, teils verträumt, teils poetisch, oft märchenhaft.

Lizzie Chevally, 17 Jahre jung, fürchtet sich vor nichts mehr, als vor dem alljährlichen Andromeda-Fest in ihrer Heimatstadt. Denn als Mitglied eines der drei herrschenden Clans lastet ein Fluch auf ihr und es kann jederzeit sie oder eines ihrer Familienmitglieder treffen, denn jedes Jahr muss jemand aus dem Clan sterben - so sagt es die Legende ihrer Göttin Andromeda. Als das Fest näherrückt und Lizzies Angst grösser wird, entscheidet sie sich, dem Fluch auf den Grund zu gehen. Gemeinsam mit ihren Freunden versucht sie, hinter die Legende zu kommen und das Geheimnis um Andromeda zu lüften.

Die Geschichte um Lizzie beginnt kurz vor dem Fest. Zugegeben, die ersten 80 (Tolino-)Seiten haben sich ganz schön gezogen. In dieser Zeit bekommt der Leser eine Einführung in die Geschichte der Clans und der Legende um Andromeda, und er lernt Lizzie und ihr Leben kennen. Tatsächlich passiert hier so wenig, dass ich versucht war, das Buch zur Seite zu legen. Aber dann plötzlich nimmt die Story an Fahrt auf und schwupps war ich in ihrem Sog gefangen.

Oft habe ich mich gewundert, ob die Geschichte wirklich der Fantasy zuzuordnen ist und nicht eher als Krimi deklariert werden soll - denn als Leser zweifelt man genauso an Andromedas Existenz, wie die Hauptprotagonistin. Das Rätseln um die unklaren Todesfälle, das Zittern davor, wen es als nächstes trifft, das langsame Aufdecken von Geheimnissen und Anstellen von Vermutungen hat unglaublich Spass gemacht.

Was mir aber fast am besten gefallen hat, ist, dass die Geschichte nicht nur Fantasy-Krimi ist, sondern auch eine wunderbare und sehr ehrliche Erzählung über das Erwachsenwerden. Lizzie muss miterleben, wie ihre beste Freundin plötzlich mehr Zeit mit ihrem festen Freund verbringt, sie erfährt, dass Schwärmereien manchmal einfach nur Schwärmereien sind, dass die Liebe einen erwischt, wenn man es am wenigsten erwartet. Sie lernt mit Verlust und Trauer umzugehen, mit Wut aber auch mit Liebe und Freundschaft und Familie, und sie muss sich selbst finden. Andromedas Fluch ist, was das angeht, unglaublich vielfältig und tiefgründig und bietet dem Leser wirklich viel.

Lizzie als Protagonistin ist einfach wunderbar. Anders kann man sie nicht umschreiben. Sie ist schlau und aufgeweckt, aber dennoch ein wenig zickig, hat es faustdick hinter den Ohren und ist eine tolle junge Frau, die auf dem Weg ist, sich selbst zu entdecken.
Auch die Nebencharaktere haben es mir angetan - da hätten wir Lizzies verwitwete Mutter, die nun mit ihrer Schwester zusammenwohnt, die wiederum mit ihren 40 Jahren immer noch single und stolz darauf ist. Dann wären da Lizzie's beste Freundin Morgan, die die Stimme der Vernunft darstellt, während Austen, Lizzie's Cousin, sie zu jeglichem Schabernack verführen kann. Auch Jason, Physik- und Mathe-Ass, Tony, unverbesserlicher Weiberheld, Ruby, die vor ihrem Coming-Out steht, der unglaublich attraktive Robert, die verrückt gewordene Grossmutter Lady Maude, und eine Menge Charaktere mehr, machen das Buch zu etwas besonderem. Tatsächlich habe ich zwischenzeitlich den Überblick verloren, wer nun welchem Clan angehört, aber das hat den Lesespass keineswegs geschmälert.

Dem Ende der Geschichte hingegen konnte ich persönlich nicht viel abverlangen. Für mich war das ein klassischer Fall von das Ende zu schnell abgehandelt. Ausserdem empfand ich es dann doch als recht unglaubwürdig. Aber schliesslich haben Lizzie und co. ein Happy End bekommen. Was will man mehr?

Fazit
Eine unglaublich vielseitige Geschichte, die mich packen und schliesslich überzeugen konnte. Ich habe Lizzie auf ihrem Weg auf der Suche nach der Wahrheit und sich selbst gerne begleitet, auch wenn mir persönlich der Anfang und das Ende nicht ganz so zugesagt haben.

Andromedas Fluch - Lara Lavenza
Andromedas Fluch
von Lara Lavenza
(6)
eBook
1,99 bisher 3,99

Konnte mich nicht abholen

Kat B. aus Thun , am 07.06.2019

Inhalt
In Roussou gehörst du entweder zu den Normalos (Sportler, Cheerleader, Geeks & Co.), oder du bist Crew. Bren Monroe ist eines der einzigen Mädchen, die einer Crew angehört. Gemeinsam mit ihren drei Crewmitgliedern Cross, Jordan und Zellman ist sie berühmt-berüchtigt und gefürchtet, denn das Leben der Crew ist hart und die Regeln sind es auch. Bedingungslose Treue, unerschütterliches Vertrauen und eine Familie, die du nie hattest, bietet dir die Crew... aber du musst dich an die Regeln halten. Und eine davon - man darf sich innerhalb der Crew nicht verlieben - hat Bren gerade gebrochen...

Meine Meinung
Der Klappentext so: "Meine Geschichte wird dir das Herz rausreissen und dich zu Tränen rühren. Sie ist nicht sanft und unschuldig, sondern brutal und voller Schmerz." - Ich so: "Challenge accepted!". Nunja, hier sitze ich, das Herz noch ganz, dafür die Augen vor verdrehen zerstört...
Der Schreibstil der Autorin (oder des Autors?) lässt sich schnell und flüssig lesen und hat mir tatsächlich ganz gut gefallen. Auch die kurzen Kapitel fand ich sehr angenehm zu lesen und ich bin rasend schnell vorangekommen.

Bren Monroe's Leben war bisher alles andere als einfach, die familiären Verhältnisse sehr schwierig, der Bruder, der für sie sorgen soll ist öfters weg als Zuhause. Nur in ihrer Crew findet Bren Halt, denn Crew bedeutet Familie, Freundschaft, bedingungslose Treue. Sie gehört ausgerechnet der wildesten und berüchtigsten Crew an und so sind Ärger und Chaos vorprogrammiert. Aber all das ist Bren egal, solange sie nur mit ihren Jungs zusammen sein kann. Bis sie die eine Regel bricht: Keine Paare in den Crews!

Das Buch hat recht spannend begonnen, man lernt die Protagonisten und ihre Welt, ihre Probleme, ihr Leben kennen. Und das System der Crews, das Wichtigste überhaupt an der Geschichte... Und da fangen die 'Probleme' schon an. Bren ist eines von nur zwei Mädchen, das einer Crew angehört - und sie wird von allen hoch angesehen aber auch gefürchtet. Wait what? Gefürchtet? Eigentlich haben alle nur Angst, dass sie mal wieder austickt und wen verprügelt, denn das ist es, was ihre Crew sehr gerne tut. Crew soll Familie sein, eine Freundesgruppe mit ganz besonderer Bindung. Aber Achtung, Crew sind keine Gangs, darauf wird viel Wert gelegt! Ganz viel Wert. Crew nicht gleich Gang! Wichtig! Aber wollt ihr die Wahrheit hören? Tatsächlich sind Crew ein paar kleinkriminelle Teenies, die von sich denken, sie seien der Godfather höchstpersönlich, die saufen, sich prügeln und sich für das Größte halten. Punkt.

Bren ist natürlich eine vollkrasse Braut, da sie einer Crew angehört. Findet sie. Klar, ihr Leben war echt verkorkst. Sogar ordentlich. Und die Kleine hat echt viele Probleme. Aber tough oder knallhart oder krass fand ich sie nicht. Allgemein war ihr Gehabe mehr lächerlich als sonst was. Tatsächlich ist sie ohne ihre drei Jungs genau gar nichts, resp. nur ein nervliches Wrack. Mit wie gesagt einem Haufen Probleme.
Eins davon ist, dass sie sich in ein Crewmitglied verliebt hat, obschon das gegen die Regeln ist. Das ist dann auch der Haupterzählstrang. Dazu kommen noch (in beliebig auftauchender Reihenfolge): Probleme in der Schule, Probleme mit einer anderen Crew, Probleme mit der Familie und Probleme mit der Verarbeitung von erlebten Traumata. Also so richtig aus den Socken gehauen hat mich das jetzt nicht.

Wenn man im Alter der Protagonistin (17 Jahre) ist, kann einem das Buch wahrscheinlich gefallen, weil man sich in sie reinversetzen und ihre Welt verstehen kann (aber nicht muss, das hier ist definitiv kein Affront gegen Jugendliche!) Mich holt die Geschichte aber nicht ab. Tatsächlich wurde ich zwar sehr gut unterhalten, aber ich habe auch gleich oft seufzend den Kopf geschüttelt, weil Bren ja sooo kaputt ist "[...] aber ich war eben nicht normal. Und konnte es auch niemals sein." (S. 214/Tolino), sie ihren Typen nur anschmachtet (und ihn nebenbei wie ein Stück Fleisch behandelt - so wie Frauen nicht von Typen behandelt werden wollen, aber umgekehrt soll das scheinbar kein Thema sein, so das Buch) "Er war ein Musterexemplar, ein perfektes, meisterhaftes Musterexemplar. Er gehörte mir." (S. 340/Tolino), so oft flucht und "Fuck" sagt (mein Tolino hat mir die Aufgabe des Nachzählens abgenommen: 47mal, also rund auf jeder zehnten Seite fällt allein das F-Wort, ganz zu schweigen von all dem anderen Gefluche, weil Bren sooo krass drauf ist), dass die Augen schon von alleine rollen (oder als Smiley ausgedrückt: -.-), und weil ich, wenn ich nochmal "ich bin Crew!" lesen muss, wahrscheinlich würgen muss.

Fazit
Ein paar kleinkriminelle Jugendliche die sich für ganz hart halten, ein Schicksal wie jenes von Bren und eine verbotene Liebe machen halt noch kein Meisterwerk aus. Ich werde mir Band 2 höchstwahrscheinlich nicht mehr antun, denn "Crew" macht mich fertig - und das nicht in dem Sinne, wie es wohl geplant war.

Crew - Tijan
Crew
von Tijan
(11)
eBook
4,99

Urban Fantasy wie sie sein muss!

Kat B. aus Thun , am 02.06.2019

Band 3 von 3!


Inhalt
Nevada's neuester Fall benötigt eine Menge Fingerspitzengefühl. Denn ausgerechnet die Ex-Verlobte von Rogan braucht ihre Hilfe; ihr Mann wurde entführt und nur Nevada und ihre Agentur sind bereit, ihr zu helfen. Keine einfache Angelegenheit - denn gleichzeitig steht Nevada auf der Zielscheibe ihrer herrischen Grossmutter Tremaine, weil sie sich entschieden hat ein eigenes Haus zu gründen. Trotz Rogan und ihrer Familie an ihrer Seite, steht für die Wahrheitssucherin alles auf dem Spiel.

Meine Meinung
Wow, wow, wow! Bereits während dem Lesen habe ich immer nur gedacht "es ist so gut, es ist soooo gut!" Und auch jetzt, wo ich Band 3 der Trilogie beendet habe, bin ich immer noch geflasht. Wie schon in den beiden vorangegangenen Teilen der Hidden Legacy-Reihe (es besteht übrigens Hoffnung, denn auf englisch sind bereits eine Kurzgeschichte und ein weiterer Teil um Nevada's Schwester erschienen), beweisen Ilona Andrews, dass sie es einfach drauf haben! Sie schreiben genial, spannend, fesselnd, actionreich, humorvoll, sexy, einfach perfekt.

"Wilde Schatten" ist noch einen Ticken gefährlicher und spannender als seine Vorgänger, denn Nevada hat sich entschieden, Haus Baylor zu gründen, ein eigenes magisches Haus mit Hochbegabten. Mad Rogan unterstützt sie, wo er nur kann, ohne sie schwach oder abhängig erscheinen zu lassen. Und gleichzeitig taucht die Ex-Verlobte von Rogan auf, denn ihr Mann ist entführt worden, und niemand will ihr bei der Suche helfen. Für Nevada und ihre Familie beginnt ein Seiltanz.

Wieder kann ich das Setting und Worldbuilding nur loben. Ilona Andrews können das einfach, wie kein/e andere/r. Im magischen Houston ist es gefährlich, und gleichzeitig will man immer mehr davon entdecken. Teilweise war ich ob des komplexen Worldbuildings richtig sprachlos (und manchmal ratlos), gleichzeitig wird das alles aufgelockert, z.B. durch arkane Wesen, die - so grauenhaft sie sind - sich als gute Gefährten für kleine Mädchen herausstellen. Eine perfekte Mischung aus ernstzunehmender Urban Fantasy und kleinen Schmankerln für den Leser.

Als Hauptakteurin ist Nevada weiter gewachsen. Sie muss sich entscheiden: Ewige Flucht vor ihrer (bösen) Grossmutter, oder selbst ein Haus gründen? Kann sie das ihrer Familie antun? Es macht richtig Spass, ihr zuzuschauen, wie sie sich entwickelt und sich trotzdem treu bleibt. Auch Rogan hat wieder seinen Auftritt und stellt mal wieder unter Beweis, was für eine Naturgewalt er ist. Rogan ist heiss, sexy, scharf - und ein perfekter Partner, denn er akzeptiert, dass Nevada sich selbst bleibt.

Natürlich kommen auch die Nebenakteure wunderbar zur Geltung, allen voran Familie Baylor und das Team um Mad Rogan. Sie alle sind perfekt ausgearbeitet - solch tolle Figuren findet man doch recht selten in der Buchwelt. Sie alle haben Stärken, Schwächen, ihre Vergangenheit, grosse Ängste - und trotz ihrer Magie sind sie menschlich und authentisch.

Fazit
Spannend, explosiv, sexy, liebevoll, gefährlich, humorvoll, unterhaltsam, magisch - rundum gelungen! "Wilde Schatten" packt den Leser und lässt ihn total geflasht zurück. Urban Fantasy, die ihresgleichen sucht. Von mir gibt's eine absolute Leseempfehlung für die ganze Reihe!

#Lieblingscupcake

Hidden Legacy - Wilde Schatten - Ilona Andrews
Hidden Legacy - Wilde Schatten
von Ilona Andrews
(16)
eBook
8,99

Das kleine Volk und seine grossen Geheimnisse

Kat B. aus Thun , am 28.05.2019

Inhalt
Tanya ist anders: Sie sieht Elfen und Kobolde. Selbstredend, dass ihr das niemand glaubt und sie dies als Geheimnis wahrt. Nachdem die kleinen Biester sie erneut aufgesucht und geärgert haben, hat ihre Mutter es satt und schiebt Tanya über die Sommerferien zu ihrer Grossmutter ab. Tanya ist alles andere als erfreut - wohnen neben der unnahbaren Grossmutter doch auch der gruselige Hausverwalter Warwick und dessen nerviger Sohn Fabian in dem alten verfallenen und gespenstischen Gutshaus. Ganz zu schweigen von dem düsteren Wald neben dem Anwesen, in dem schon früher Kinder einfach so verschwunden sind...

Meine Meinung
Cover und Klappentext haben das Buch in mein Regal gebracht... wo es zu meiner Schande lange Zeit ungelesen rumstand. Nun habe ich mich der Geschichte angenommen und wurde positiv überrascht.

Tanya muss die Sommerferien bei ihrer unnahbaren Großmutter auf Elvesden Manor verbringen - einem alten und sehr gruseligen Herrenhaus. Sie versucht den Bewohnern des Hauses - der distanzierten Grossmutter, dem verbitterten Hausverwalter, dessen nervigen Sohn und natürlich der Unzahl den Feen und Elfen - so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. Dass sie letztere sehen kann, darf sie eh niemanden anvertrauen, schließlich würden sie alle für verrückt erklären. Doch aus dem ruhigen Sommer wird nichts, denn Fabian hat es sich zum Ziel gesetzt, mehr über das Mädchen zu erfahren, das vor fünfzig Jahren im düsteren Wald neben dem Anwesen verschwunden ist. Und plötzlich schweben nicht nur Tanya und Fabian in Gefahr....

All-Age-Fantasy beschreibt Hinter dem Augenblick wohl am besten. Die Protagonistin Tanya ist 14 Jahre jung und entsprechend sind ihre Taten und Gedankengänge. Doch das stört hier überhaupt nicht - denn das Buch ist definitiv nicht nur für Kinder und Jugendliche geschrieben worden. Die Sprache ist wunderbar bildhaft und das Setting teilweise gruselig - kurz und knapp: Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen (und wollte das übrigens auch nicht :D )

Setting
Die Geschichte spielt irgendwo im Süden Englands auf dem Anwesen Elvesden Manor - ein altes Gutshaus, das ziemlich heruntergekommen ist und neben unzähligen verstaubten und nicht mehr benutzten Zimmern auch einige (schreckliche) Geheimnisse birgt. Neben Elvesden Manor lauert der riesige Henkerswald, ein äusserst düsterer und verwunschener Wald, in dem alte Katakomben schon manches Menschenleben gefordert haben.

Ein geheimnisvolles Haus und ein düsterer Wald - ein perfektes Setting würde ich mal sagen. Tatsächlich kommt diese Spannung, die Finsternis die über allem hängt, wirklich gut zur Geltung.

Auch die Bewohner dieser Orte - und ich meine damit die nichtmenschlichen - spielen selbstredend eine wichtige Rolle und tragen ihr eigenes dazu bei. Elfen, Feen, Kobolde und so viel mehr. Aber nicht die grossgewachsenen, kühlen aber wunderschönen Wesen, die wir von Tolkien kennen. Nein, die Rede ist von kleinen skurrilen Wesen, die sich teils mit Magie wandeln können oder ihr Äusseres anpassen. Von ihnen gibt es unzählige in Tanya's Welt - kleine freundliche Wesen, die wie der perfekte Gartenzwerg aussehen, aber auch rattenähnliche, flohbefallene Fieslinge, knorrige Waldbewohner mit Rindenhaut und in Reimen sprechende Bösewichte in Miniatur.

Charaktere
Tanya, 14 Jahre jung, leidet darunter, dass offenbar nur sie Elfen, Feen und Co. sehen kann. Entsprechend zurückhalten - und manchmal garstig ist sie. Als Protagonistin eines All-Age-Romans schlägt sie sich ganz gut, denn sie muss mehr als einmal über ihren Schatten springen und an ihren Ängsten wachsen.

Auch die anderen Bewohner von Elvesden Manor spielen ihre Rollen gut: Die unnahbare Grossmutter Florence, von der man einfach nur wissen möchte, warum sie so abweisend zu ihrer Enkelin ist; der Gutsverwalter Warwick, der mir mehr als einmal einen Schrecken eingejagt hat; dessen Sohn Fabian, der eine etwas makabre Art hat, die Welt zu entdecken - und Amos, den wirklich gruseligen Grossvater Fabians. Einen Platz in meinem Herzen haben sich aber besonders Dobermann Oberon (na, wer versteht die Anspielung?) und Elf Brunswick erschlichen - ich hoffe, die beiden auch in Band 2 wieder anzutreffen.

Fazit
Wer Lust auf einen All-Age-Fantasy-Roman hat, in dem Elfen und Feen mal nicht die wunderschönen Wesen sind, die wir bisher kennen, ist bei der Elfenseele-Trilogie genau richtig. Der bildhafte und spannende Stil, die teils gruseligen Elemente und eine Menge Geheimnisse, die es zu entdecken gibt, sorgen für ein paar wirklich tolle Lesestunden.

4.5 Sterne

Elfenseele 01. Hinter dem Augenblick - Michelle Harrison
Elfenseele 01. Hinter dem Augenblick
von Michelle Harrison
(21)
Buch (Taschenbuch)
9,95

In der Seele eine Dramaqueen

Kat B. aus Thun , am 11.05.2019

Inhalt
Endlich ist es Emma gelungen, das Geheimnis aufzudecken, das so lange zwischen ihr und Nate stand. Doch während sie sich ihm näher fühlt als je zuvor, scheint ihr normales Leben weiter entfernt, als sie es jemals für möglich gehalten hätte. Denn in ihrer Kleinstadt ist nun plötzlich sie diejenige mit dem Geheimnis. Und einem gefährlichen noch dazu. Verzweifelt versucht sie sich an ihr neues Leben zu gewöhnen, aber wie soll sie das Tier in sich kontrollieren, wenn sie noch nicht mal weiß, welche Bestie in ihr schlummert?


Meine Meinung
Nachdem mich Band 1 wirklich gut unterhalten hat, wollte ich natürlich wissen, wie es mit Emma & Co. weitergeht. Leider hat sich der Schreibstil der Autorin von "ganz nett und flüssig zu lesen" zu furchtbar trivial und kindlich gewandelt. Keine Ahnung was hier passiert ist, aber dieser Rückschritt hat mich mehr als einmal so richtig genervt. Allem voran die Unart, etwas aufzuziehen und dann selbst direkt wieder zu verwerfen (und die damit verbundene übermässige Benutzung der Worte 'doch', 'jedoch' und 'nicht'). Schön ist definitiv anders...

Emma hat endlich das große Geheimnis von Nate gelüftet - und damit auch ihr eigenes; als Gestaltwandlerin ist es ihr möglich, sich in ein Tier zu verwandeln, wann immer sie will. Aber niemand hätte danke gerechnet, dass sie sich ausgerechnet in einen Schneeleoparden, wie Liam einer ist, verwandelt. Denn damit fangen Emma's Probleme erst an - offensichtlich ist sie die Lebenspartnerin von Liam. Aber was ist nun mit Nate?

Und da hätten wir Problem Nummer 2: Die Dreiecksbeziehung. Nate oder Liam? Die naturgegebene Lebenspartnerschaft oder der Typ, dem eigentlich Emma's Herz gehört? Wenn es nur leicht in die Richtung geht stört mich dass keineswegs - aber durch die Lebenspartnerschaft sabbert Emma plötzlich Liam nach und zwar so extrem, das mir als Leserin fast davon übel wurde. Weg sind all die Schmetterlinge im Bauch bei Nate - zwar ist ein schlechtes Gewissen da - und dafür wird das Geschlechtsorgan der lieben Emma so richtig aktiv. Ja, das graue, unerfahrene Mäuschen zeigt ihre nymphomanische Seite (die glücklicherweise - weil Impress Jugendbücher rausbringt und keine Erotikromane - nicht detailliert beschrieben wird).

Sowieso - Emma mochte ich in Band 1 so gerne, konnte mich gar mit ihr identifizieren. Was ist mit ihr passiert? Weg ist die neugierige aber doch sehr zurückhaltende, kunstliebende junge Frau. Hier haben wir plötzlich eine überdramatische, nervige Teenie-Braut, die kein bisschen mehr so ist, wie noch in Teil 1. Im Gegenteil. Ich empfinde sie als eine der Mädels, die sie selber in Band 1 noch so gar nicht mochte. Drama, Baby, Drama!

Nate hat sich indes kaum geändert. Naja vielleicht ein bisschen; er lenkt sich nun mit einer unausstehlichen Tusse ab. So einer wie eigentlich Emma nun auch ein wenig ist. Nur noch ein wenig schlimmer. Halt ein echter Kerl, der Nate.

Und Liam? Hmm. Der hat irgendwie zwar eine traurige Vergangenheit, dafür aber null Persönlichkeit. In Band 1 war er zumindest noch unterhaltsam und charmant. Jetzt ist er gefühlt nur noch Mittel zum Zweck (und der Zweck ist hier die unrühmliche Dreiecksbeziehung).

Und dann wäre da noch die Sache mit Emma's Großmutter... irgendwie kann Emma einfach nicht mehr richtig denken vor lauter (tierischer) Hormone, denn sonst hätte sie - wie ich - schon viel früher begriffen, was da vor sich geht... Aber wer bin ich, ihr einen Vorwurf zu machen? Denn auch ihre neuen Freunde sind blind vor Egozentrik...

Fazit
Die nette Geschichte von Band 1 hat einen langweiligen, überdramatischen und leider sehr schlecht geschriebenen Fortgang genommen. Das Ende - so wenig es mich auch berührt hat (und das sollte eine solche Szene!) - sorgt dennoch dafür, dass ich eventuell Band 3 noch eine Chance gebe. Eventuell.

In der Seele ein Grauwolf (Heart against Soul 2) - Anika Lorenz
In der Seele ein Grauwolf (Heart against Soul 2)
von Anika Lorenz
(3)
eBook
3,99

Ein absolutes Highlight! Düster, magisch, spannend

Kat B. aus Thun , am 07.05.2019

Inhalt
Als einzige und letzte noch lebende Nachfahrin der Zarenfamilie steht Vasilisa die Krönung zur Zarin bevor. Kurz davor taucht jedoch ihre vermeintliche Schwester auf, stiehlt ihre Identität und ihr Aussehen und wirft sie wegen Hochverrats ins Gefängnis. Während Vasilisa auf ihre Hinrichtung wartet, taucht Juran in ihrer Zelle auf - seines Zeichens meistgesuchter Attentäter des Landes - und bietet ihr ein Bündnis an: Er hilft ihr aus der Zelle und dabei, ihren Körper und ihr altes Leben zurückzubekommen, doch dafür muss sich Vasilisa ihrem grössten Feind stellen: Der Magie.

Meine Meinung
Schon in der Verlagsvorschau hat mich Zarenthron am meisten angelächelt und so habe ich mich an die Geschichte herangetraut - und es keine Seite lang bereut. Der Schreibstil der Autorin ist einfach fabelhaft, magisch, voll Spannung, trockenem Humor, und die Dialoge - Leute die Dialoge! Oft sind es diese, die ich negativ in Büchern bewerte - aber Isabel Clivia hat ihr Handwerk im Griff!

Kurz vor ihrer Krönung zur Zarin taucht eine Unbekannte in den Gemächern von Zarentochter Vasilisa auf und behauptet, ihre vom Vater verschwiegene Schwester zu sein. Mithilfe eines Seelentausches stiehlt sie Vasilisa's Aussehen, ihre Identität. Gefesselt in einem fremden Körper wird die Zarin ins Gefängnis geworfen, wo sie auf ihre Hinrichtung wartet. Bis Juran auftaucht, meistgesuchter und -gefürchteter Attentäter des Landes. Er bietet ihr einen Handel an: Er rettet sie aus dem Gefängnis, doch dafür muss sie sich der von ihr so gefürchteten Magie stellen. Untergetaucht unter Dieben und Kriminellen muss Vasilisa einsehen, dass nicht alles in ihrem Reich so ist, wie sie gedacht hat...

Die Geschichte um Zarentochter Vasilisa und Attentäter Juran ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Nicht nur die beiden, sondern auch Freunde, aber auch die Antagonistin kommen zu Wort - wie auch vereinzelt andere wichtige und weniger wichtige Charaktere. So kommt die Story gut voran, dem Leser werden die wichtigsten Informationen zugeworfen, und die Spannung bleibt erhalten. Mir gefällt diese Art des Aufbaus unglaublich gut.

Selten habe ich ein Buch gelesen, das sosehr von seinen Dialogen lebt, wie Zarenthron. Andernorts könnte dies durchaus ein Negativpunkt sein, aber hier, hier passt einfach alles. Vor allem die Dialoge zwischen Vasilisa und Juran sind perfekt gelungen, triefen teilweise nur so vor Sarkasmus, aber ohne übertrieben zu wirken. Die Autorin schafft es, ihren Protagonisten allein mit Dialogen so viel Tiefe, so viel Gefühl mitzugeben, einfach bewundernswert!

Mit Zarenthron hat die Autorin ein Buch geschaffen, das mich von der ersten Seite an gepackt und nicht mehr losgelassen hat. Mit einem authentischen, düsteren Stil schreibt sie die Geschichte einer Zarin nieder, die erkennen muss, dass ihr Volk leidet, dass ihre Überzeugungen nicht immer richtig sind - und dass man manchmal Verbündete findet, wo man sie nicht erwartet hat. Manchmal humorvoll und sarkastisch, manchmal traurig und schwermütig, aber immer spannend und fesselnd.

Setting
Kazanovsk, eine fiktive Stadt, angelehnt an das alte russische Reich, ist Hauptspielort der Geschichte. Und sie ist so wunderbar dargestellt und umschrieben, dass ich mich immer direkt vor Ort gefühlt habe - egal ob im Palast der Zarenfamilie oder in der Stadt selber - alles hat mich direkt in seinen Bann gezogen. Allgemein kann ich das Setting und Worldbuilding nur loben. Es wirkt rund und perfekt ausgearbeitet, der Schreibstil und die Sprache passen dazu, die Beschreibungen sind gelungen, die Atmosphäre, das Düstere werden richtig gut rübergebracht.

Neben den normalen Menschen gibt es in Kazanovsk auch magisch Begabte - abschätzig Ved'ma (Frauen) resp. Koldun (Männer) genannt. Sie beherrschen die Magie, was verpönt, ja gar verboten ist. Und wer begabt ist, wird gejagt, gefoltert, zum Tode verurteilt. Und gerade dieser Aspekt wird stark hervorgehoben - Zauberer/innen werden durch's Band weg von der Protagonistin abgelehnt, und gleichzeitig erkennt sie, dass sie vielleicht nicht immer Recht hatte - und dass hinter ihrem Rücken grausame Experimente an magisch Begabten durchgeführt werden.

Charaktere
Vasilisa, von engsten Freunden Vasya genannt, ist die letzte eines alten Zahrengeschlecht. Mit ihrem jungen Alter musste sie schon viel durchmachen; vor allem ihr Vater hat sie gelernt, dass sie sich auf niemanden verlassen kann. Vasilisa hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden und will das beste für ihr Volk. Dass sie das bisher nicht unbedingt geboten hat, muss sie nun nach und nach erkennen. Sie ist eine unglaublich tolle Protagonistin, mit einem reinen Herzen aber einem traurigen, schweren Gemüt.

Juran, der Schatten, Attentäter und... so viel mehr. Hinter der düsteren, schweigsamen und oft schlecht gelaunten Fassade steckt ein Mann, der für seine Überzeugungen, für seine Familie und Freunde, für Gerechtigkeit kämpft. Je mehr man ihn kennen lernt, desto mehr lernt man ihn lieben - zumindest ging es mir so.

Hauptrolle als Antagonistin spielt Maria, auch Mascha genannt - die behauptet, die Schwester der Zarin zu sein. Auch ihre Beweggründe erfährt der Leser nach und nach - und ganz ehrlich? Sie ist eine der tollsten Antagonisten, die ich bisher je kennengelernt habe! Sie ist vielschichtig, tiefgründig, perfekt ausgearbeitet.

Was im Übrigen auf alle Charaktere zutrifft. Ganz egal ob mürrischer Berater der Zarin, ehemalige Adlige, immer gutgelaunter Dieb oder verrückte Wissenschaftlerin. Alle Charaktere sind authentisch, glaubhaft, ja gar perfekt.

Fazit
Zarenthron besticht mit einem unglaublichen Schreibstil, einem faszinierenden Setting, authentischen Charakteren und einer ganz eigenen, düsteren und manchmal schwermütigen Art. Die Geschichte um die zukünftige Zarin, der alles geraubt wird, und den Attentäter Juran, in dem mehr steckt, als alle glauben, ist jede einzelne Seite wert. Ich warte nun sehnsüchtig und mit einem dicken Bookhangover auf den zweiten Teil. Absolute Leseempfehlung!

#Lieblingscupcake

Der Kuss der Krähe 1: Zarenthron - Isabel Clivia
Der Kuss der Krähe 1: Zarenthron
von Isabel Clivia
(3)
eBook
4,99

Ein echter Pageturner

Kat B. aus Thun , am 25.04.2019

Inhalt
Die Welt hat sich nach dem Dritten Weltkrieg so gut wie möglich erholt und neu organisiert. Doch eins ist geblieben: Der Nachhall der Todeslieder - magisch gewobener Lieder von Totenwebern, den gefürchtetsten und geächtetsten Menschen der Welt. In dieser Welt lebt Ivy, Tochter des Präsidenten von Rothdal, ein behütetes und gutes Leben. Bis ihre Schwester von einer radikalen Gruppe entführt wird und Ivy sich auf den Weg macht, sie zu retten. Unterstützung erhält sie vom undurchsichtigen Jared und dem attraktiven Diplomaten Chevalier. Die Suche nach ihrer Schwester wird ein Wettlauf gegen die Zeit und Ivy muss feststellen, dass nicht alles so ist, wie sie gedacht hat...

Meine Meinung
Das Buch habe ich dank des Klappentextes auf meine Wunschliste gepackt und durfte dann bei der Leserunde auf Lovelybooks mitlesen. Ein Glück! Todeslieder hat sich als wahres Schmuckstück herausgestellt. Der Schreibstil der Autorin lässt sich sehr angenehm lesen, auch wenn er noch ein wenig flüssiger sein könnte. Für ein Debüt ist es aber unglaublich toll und spannend geschrieben.

Ivy führt ein gutes Leben als Tochter des Präsidenten von Rothdal. Die wirren des letzten Krieges beeinträchtigen sie kaum mehr und vor den geächteten Totenweber muss sie sich nicht gross fürchten. Doch als ihre kleine Schwester entführt wird und als Druckmittel gegen den Präsidenten verwendet wird, bricht Ivy aus ihrem behüteten Leben auf. Gemeinsam mit dem Zirkusartisten Jared und dem geheimnisvollen aber äusserst attraktiven französischen Diplomaten Chevalier macht sie sich auf die Suche nach ihrer Schwester. Dabei muss sie feststellen, dass vieles, was sie für wahr empfunden hat, nicht so ist. Wem kann sie noch trauen? Und schafft sie es, ihre kleine Schwester zu retten?

Auf dem Umschlag des Buches steht "Suchtgefahr! [...] ein echter Pageturner". Solche Eigenwerbungen finde ich immer sehr abschreckend und entsprechend vorsichtig bin ich an die Geschichte herangegangen. Tatsächlich aber stimmt diese Werbung hier vollkommen. Todeslieder ist rasant, spannend, fesselnd und lässt einen effektiv nicht mehr los. Man fliegt praktisch durch die Seiten, vor allem ab der zweiten Hälfte des Buches gibt es kein Halten mehr!

Ohne gross ins Detail zu gehen und damit zu spoilern: Die Suche von Ivy entwickelt sich rasend schnell zu einem Wettlauf gegen die Zeit, der einem die verschiedenen Seiten der Akteure zeigt, mit Spannung überzeugt und einen einfach nur fesselt.

Setting
Die Geschichte spielt in unserer Welt - oder was von der noch übrig ist. Nach dem Dritten Weltkrieg haben sich die wenigen übriggebliebenen Städte zusammengetan. Eines dieser Bündnisse ist Rothdal, wo die Story seinen Anfang nimmt.

In einer futuristisch anmutenden und doch nicht allzu abgehobenen Zukunft leben die Menschen in Kasten unterteilt. Kleine Tattoos an ihren Handgelenken ordnen sie den entsprechenden Gruppen zu und sorgen dafür, dass unterschieden werden kann. Das Worldbuilding hat mir sehr zugesagt, auch wenn ich mir hier eine vertieftere Materie gewünscht hätte. Gegenstände, Techniken, Maschinen werden grösstenteils nur angekratzt und oberflächlich behandelt. Hier hätte man mehr machen können, den Potential bietet das alles allemal!

Auch Teil dieser Welt sind Totenweber, Menschen die Lieder zwecks Manipulation, Hypnose oder gar Töten weben können. Diese sind gefürchtet und werden geächtet, ja, sie sind gar "zum Abschuss freigegeben". Und wo Geächtete leben, da bilden sich auch Lager - hier das Lager der ToWeb, die zum Ziel haben, den Totenweber ihre Rechte zurückzugeben, und zum anderen die Rebellen, die die komplette Ausrottung der magisch begabten Menschen anvisieren.

Charaktere
Ivy, Tochter des Präsidenten, ist äusserst begabt, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Sie hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen, denn sie bringt einen gewissen Witz, ja gar Sarkasmus mit, der mich oft zum Schmunzeln gebracht hat. Gleichzeitig hat sie ihre Schwächen und überzeugt damit, dass sie definitiv nicht perfekt ist.

Chevalier spielt den Grossteil der Geschichte den männlichen Part. Er ist sehr undurchsichtig, düster und geheimnisvoll. Den "hellen" Part übernimmt dafür Jared, ein aufgestellt aber nicht minder geheimnisvoller Typ von der Strasse, der eine Vorliebe für Feuer hat.

Natürlich spielen auch andere wichtige Persönlichkeiten mit - der Präsident (Ivy's Vater), Vicky, die entführte Schwester, Jonathan, der Bodyguard, um ein paar wenige zu nennen und nicht zu spoilern. Die Charaktere haben mir alle gut gefallen, auch wenn auch hier etwas mehr Zeit hätte investiert werden können - teilweise bleiben die Protagonisten nämlich etwas blass.

Fazit
Eine grandiose Idee, deren Umsetzung etwas mehr Tiefe verlangt hätte. Gerade die Welt an sich und ein paar der Charaktere hätten mehr Farbe und Tiefe gut vertragen. Dennoch ist die Geschichte unglaublich spannend, rasant und - wie beworben - ein echter Pageturner, der einen nicht mehr loslässt. Klare Leseempfehlung von mir!

4.5 Sterne

Todeslieder - Nina Rudt
Todeslieder
von Nina Rudt
(5)
Buch (Kunststoff-Einband)
12,95

Ein würdiger Abschluss für diese Trilogie!

Kat B. aus Thun , am 25.04.2019

Inhalt
Sorrel's Suche nach ihrem Bruder findet endlich ein Ende, doch dafür hat sie ihre grosse Liebe David aus den Augen verloren. Gemeinsam mit ihrem treuen Begleiter Einstein macht sie sich erneut auf den Weg... und kreuzt dabei eine riesige Armee auf dem Vormarsch. Für sie und ihre neugewonnenen Mutanten-Freunde ist klar: Die Menschen in Dinawl müssen gewarnt werden! Doch dort angekommen werden sie nicht mit offenen Armen empfangen...

Meine Meinung
Die Trilogie und ich führen so eine Art Hassliebe. Aber dennoch wollte ich den Abschluss um Sorrel, David und co. lesen. Dieser dritte Teil hat mir nun wesentlich besser gefallen als die bisherigen Bände. Alles spitzt sich zu, die Spannung ist teilweise kaum auszuhalten, gestellte Fragen klären und Geheimnisse lüften sich.

Sorrel hat ihren Bruder Eli endlich gefunden - doch der hat beim Mutanten Brig ein neues Zuhause gefunden. Auf der Suche nach einem neuen Zuhause zerstreitet sie sich mit David, der sich heimlich aus dem Staub macht. Sorrel ist es müde, zu suchen, zu fliehen, Angst zu haben, und so baut sie sich mit Einstein eine Hütte, schliesst Freundschaft mit einem Hund - und läuft fast einer gigantischen Armee der Bewahrer in die Arme. Für sie ist klar: Auch wenn die Menschen Dinawl's sie bisher nur ausgenutzt haben, müssen sie gewarnt werden. Unterstützung bekommt sie unerwarteterweise von Brig und einem Haufen anderer Mutanten. Doch die Armee ist rasant unterwegs und Dinawl nicht bereit dafür...

Ja, dieser letzte Teil der Trilogie hat sich gelohnt und ich bin froh, dass ich mich "durchgekämpft" habe. Band 1 und 2 haben mir ja auf ihre Art und Weise schon gefallen, aber Band 3 toppt die beiden um Längen. Es wird richtig dramatisch. Freunde werden zu Feinden und Feinde zu Freunden, eine allmächtige Gefahr schwebt über allem, der Tod ist nah, Zerstörung auf dem Vormarsch - aber keine Hoffnung in Sicht.

Man merkt, dass Sorrel nicht mehr mag, dass sie fast schon aufgegeben hat. Sie hat seit dem Überfall auf ihr Heimatdorf eine unglaubliche Wandlung durchgemacht. Auch David hat sich endlich - endlich! verändert. Er ist immer noch von Hass getrieben, aber er beginnt auch langsam zu verstehen. Brig mochte ich als Protagonisten auch sehr gerne, ebenso seine Kumpane und natürlich unser liebster Mutant Einstein.

Am Wichtigsten jedoch war das Ende. Drei Teile lang arbeitet alles darauf hin. Und ich war geschockt. Ja, richtig gelesen. Dennoch ist es ein passendes Ende für diese doch sehr brutale Trilogie.

Fazit
Der Abschluss der Trilogie hat es richtig in sich und hat mir persönlich am besten gefallen. Spannung, Gefahr, Tod, Freundschaft, Mut, eine gigantische Armee als Gegner und die allgegenwärtige Angst vor der Zukunft konnten mich überzeugen und haben die Trilogie für mich schlussendlich doch lesenswert gemacht.

The New Day - Neue Welt - Lorraine Thomson
The New Day - Neue Welt
von Lorraine Thomson
(1)
eBook
2,99

Der Kampf gegen die Duster beginnt..

Kat B. aus Thun , am 16.04.2019

Inhalt
Elrod vom Wasserplaneten Tshukma, bekannt als Der Reisende ist vor Jahrzehnten auf der Erde gestrandet und seiner Talente beraubt worden. Nun fristet er ein eher tristes Leben, ohne Hoffnung auf Wiederkehr in seine geliebte Heimat. Als er eines Tages auf unerwartete Weise mit der jungen Hexe Sunna in einen Kampf gerät, wendet sich sein Schicksal. Und plötzlich ist er Teil, ja gar Anführer einer Gruppierung von Menschen und Fremdweltlern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Dustern - der grössten Bedrohung der Erde - endlich den Garaus zu machen...

Meine Meinung
Des Sandes Widerhall wurde mir auf Instagram empfohlen und ich hatte das Glück, das Werk im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks lesen zu dürfen. Natürlich hat mich vorderhand das wunderschöne Cover angelockt, aber auch der Klappentext, der sowohl Fantasy als auch Sci-Fi versprach, hat mein Interesse geweckt. Der Schreibstil der Autorin ist wirklich wunderbar und teilweise herausragend poetisch, sodass mir das Lesen der Geschichte unglaublich viel Spass gemacht hat. Und zu all dem finden sich noch Zeichnungen/Illustrationen im Buch, die das Leseerlebnis noch besser machen (falls das überhaupt möglich ist). Einzig die Dialoge fand ich nicht sehr gelungen - im Vergleich zum sonstigen Schreibstil wirken sie leider irgendwie fehl am Platz.

Elrod stammt von einem fernen Wasserplaneten - doch er ist auf der Erde gestrandet, seiner Talente beraubt. Für ihn ist die Welt zu einem Gefängnis geworden und er hadert stark mit seinem Schicksal. Eines Tages beobachtet er eine junge Hexe, die von Dustern - der grössten Bedrohung für die Erde - aufgegriffen wird, und entscheidet sich, sie aus der Misere zu retten. Ehe er es sich versieht, steckt er mitten im Abenteuer seines Lebens.

Als Leser begleitet man Elrod auf seiner Reise, was unglaublich viel Spass macht. Mit ihrem Erstlingswerk hat die Autorin bewiesen, dass sie es beherrscht, mannigfaltige Charaktere zu einem Ganzen zusammenzuführen - ohne Rücksicht auf deren Gefühle. Denn die armen müssen teilweise recht ordentlich leiden.

Von Anfang an ist eine gewisse Grundspannung vorhanden, eine Art innere Unruhe, die das Buch innehat, und die die Geschichte noch spannender machen. Auch wenn man teilweise sagen kann, dass die Geschichte vor sich hinplätschert, passiert doch immer irgendetwas von Interesse. Natürlich haben die Gefährten einen langen Weg vor sich und einen mächtigen Gegner: Die Duster. Wesen aus Sand und Wind, die sich in menschlicher Form zeigen, und die alles Wasser von der Erde eliminieren wollen. Als Gegner finde ich sie sehr interessant und ich bin gespannt, was da noch alles auf uns zukommt!

Setting
Der grösste Teil der Geschichte spielt auf der Erde, mehrheitlich in den USA. Im Verlaufe der Geschichte werden aber auch andere Orte - auch extraterrestrische - besucht. Mir hat das Setting gut gefallen, vor allem die Abstecher an andere Ortschaften fand ich sehr gelungen und gut umgesetzt. Ich habe mich grösstenteils auch direkt vor Ort gefühlt, auch wenn ich manchmal ein wenig vertieftere Darstellungen geschätzt hätte. Ein solches Sci-Fi-/Fantasy-Werk darf durchaus zeigen, was es kann! Hinten im Buch findet sich ein Glossar mit der Auflistung der wichtigsten Planeten der Geschichte, die man als Leser doch schon mal zu Rate ziehen muss, um nicht den Überblick zu verlieren.

Das Worldbuilding an sich fand ich auch ganz toll, wenn auch teilweise etwas wirr. So gibt es Talente, aber auch Magie, es gibt Unbegabte, und solche, die so stark begabt sind, dass sie gar nicht wissen, was sie alles können. Daneben tauchen auch fremde Rassen auf, aber auch uns bekannte wie Elfen und eine Art Vampir. Alles in allem also ein ordentliches Tohuwabohu, das mich manchmal etwas verwirrt zurückgelassen hat.

Charaktere
Elrod ist unser Hauptprotagonist und meiner Meinung nach ein ganz besonderer. Denn er ist ziemlich mürrisch, leider unter Hochmut, bemitleidet sich selbst ganz gerne und ja, er ist einfach alles andere als perfekt. Ich schätze es sehr, wenn mal nicht der muskelbepackte blonde Schönling zur Weltrettung heraneilt!

Im Laufe der Geschichte sammelt Elrod einige Gefährten um sich, die da unter anderem wären:
Sunna, eine junge Hexe mit tollen Tattoos
Ela'ine und Mikha, ein "Geschwisterpaar" vom Planeten Jeeva, deren Pflicht es ist, die Erde zu beschützen
Yvea, eine Elfe mit vielen Geheimnissen und dem Hang, Menschen zur Verzweiflung zu bringen
Anna, eine Menschenfrau, die aber Jahrtausende alt ist

So bunt und vielseitig wie die Welt, die die Autorin geschaffen hat, ist, so sind es auch die Charaktere. Es macht unglaublich viel Spass, die Personen im Buch kennen zu lernen. Leider hatte ich aber manchmal das Gefühl, die Charaktere bleiben etwas flach.

Fazit
Es macht einfach unglaublich viel Spass, Elrod auf seinem Weg zu begleiten. Die Geschichte bietet eine tolle Abwechslung, eine umfangreiche Welt, vielfältige Charaktere und ordentlich Spannung. Trotz ein paar kleinen Schwächen wurde ich wunderbar unterhalten und freue mich auf Band 2!

Des Sandes Widerhall - Anne Granert
Des Sandes Widerhall
von Anne Granert
(3)
Buch (Taschenbuch)
14,99

 
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