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BuchhändlerInnen im Portrait

Claudia Engelmann
aus der Thalia-Buchhandlung in Korbach

Gesamte Empfehlungen 172 (ansehen)


Meine Empfehlungen

Eine bewegende Reise in die Vergangenheit

Claudia Engelmann aus der Thalia-Buchhandlung in Korbach , am 13.11.2018

Natascha Wodin, die erfolgreiche Schriftstellerin ukrainischer Herkunft, nimmt uns mit auf Spurensuche in ihre eigene Vergangenheit. 1945 als Kind ukrainischer Zwangsarbeiter geboren, in Lagern aufgewachsen, die Mutter früh durch Selbstmord verloren, der Vater ein gewalttätiger Alkoholiker – eine schöne Kindheit sieht anders aus. Und trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen schafft sie es als Erwachsene, ihren Weg zu gehen und eine renommierte Autorin zu werden. Aber natürlich lässt ihr die eigene Geschichte keine Ruhe, und so beginnt sie mit Hilfe des Internet, erst etwas beiläufig und nichts erhoffend ihre Recherche, bis es sie packt und sie in ihre Familiengeschichte eintaucht, Personen und Begebenheiten zu Tage fördert, Zusammenhänge herstellt, Fotos entdeckt und Lebensbeichten lauscht.
Am Ende ist ein absolut meisterhaftes Buch entstanden, das ein Stück gelebte Zeitgeschichte erzählt, sachlich und fast schon kühl, und doch von solcher Eindringlichkeit, dass man als Leser im besten Sinne komplett ergriffen ist.



Sie kam aus Mariupol - Natascha Wodin
Sie kam aus Mariupol
von Natascha Wodin
(16)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,95

Es waren einmal vier Freundinnen...

Claudia Engelmann aus der Thalia-Buchhandlung in Korbach , am 05.11.2018

Vor vielen Jahren waren sie unzertrennbar: Friederike, Alexandra, Jule und Marie: Doch dann geschah etwas, das alles durcheinander brachte und die Freundschaft zerbrach. Und zwar so sehr, dass der Kontakt untereinander fast komplett einschlief, und jede von ihnen für die nächsten Jahre in ihrem eigenen Leben verschwand. Doch alles ändert sich, als Marie, die schon immer ein schwaches Herz hatte, stirbt und ein zunächst merkwürdiges Testament hinterlässt. Ihr gehört nämlich das Haus am See, in dem alle vier Freundinnen unvergessliche Zeiten miteinander verbracht haben. Und Marie, deren innigster Wunsch es immer war, dass die alte Freundschaft wieder auflebt, beschließt kurz vor ihrem Tod, den anderen dreien wieder einen Weg miteinander zu ermöglichen. Dabei spielen ihr Testament und das Haus am See eine wichtige Rolle...Eine wunderbar leicht erzählte Freundschaftsgeschichte mit Tiefgang!

Drei Frauen am See - Dora Heldt
Drei Frauen am See
von Dora Heldt
(31)
Buch (Paperback)
16,90

Claudia Engelmann aus der Thalia-Buchhandlung in Korbach , am 16.10.2018

Eine wundersame, verstörende Geschichte über einen Jungen, der in einer Bibliothek einen kafkareifen Albtraum erlebt. Große Erzählkunst von Murakami, coole Bilder von Menschik...

Die unheimliche Bibliothek
Die unheimliche Bibliothek
von Haruki Murakami
(25)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Claudia Engelmann aus der Thalia-Buchhandlung in Korbach , am 05.10.2018

Der Traum von der eigenen Buchhandlung - Petra Hartlieb hat ihn sich recht unkonventionell erfüllt und hat über dieses Lebensabenteuer ein charmantes, lesenswertes Buch geschrieben

Meine wundervolle Buchhandlung
Meine wundervolle Buchhandlung
von Petra Hartlieb
(58)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Wenn der Vater mit dem Sohne

Claudia Engelmann aus der Thalia-Buchhandlung in Korbach , am 02.10.2018

Wenn der Vater mit dem Sohne…dann kann etwas so Wunderbares entstehen wie „Die Moselreise“, in der der 11-jährige Ortheil auf ganz anrührende Weise beschreibt, wie er 1963 für zwei Wochen mit seinem Vater auf Wanderschaft von Koblenz bis Trier war. Die Mutter konnte nicht mitkommen, da sie leicht herzkrank war, und deshalb verfasst das Kind zwischendurch charmante kleine Postkarten an sie, immer mit „Dein Bub“ unterschrieben. Vater und Sohn wandern nun entlang der Mosel, erkunden Städte und Landschaften, übernachten in Pensionen oder bei Bekannten. Dies erfasst der junge Ortheil in einem kleinen Reisetagebuch, wo er von Begegnungen und Ereignissen berichtet, auch von der Sehnsucht nach der Mama und dem Heimweh. Der Kreis schließt sich, als 25 Jahre später Ortheils Vater stirbt, sein Sohn dieses Reisetagebuch wieder entdeckt und beschließt, die Reise von damals zu wiederholen. Das ist wirklich eine bezaubernde Reiselektüre, wenn man für ein paar Tage an der Mosel weilt und denen von Ortheil beschriebenen Orten begegnet. Und Ortheil ist ohnehin immer eine lesenswerte Lektüre.

Die Moselreise - Hanns-Josef Ortheil
Die Moselreise
von Hanns-Josef Ortheil
(5)
Buch (gebundene Ausgabe)
16,99

Schöne neue Welt...

Claudia Engelmann aus der Thalia-Buchhandlung in Korbach , am 20.09.2018

Schöne neue Welt – Aldous Huxley lässt grüßen! Aber vielleicht sind wir schon ein Stück weit dort angekommen? Diese neue Welt ist eine strenge Welt der Überwachung und der Kontrolle. Alles wird mit Hilfe modernster Technik optimiert und effizienter gemacht. Eigentlich gibt es ja zwei Welten: die Welt der Erfolgreichen, der Strebsamen, die je nach Leistung aufsteigen in die innere Stadt, wo sie entsprechenden Wohnraum und Finanzmittel erwerben. Alle anderen, die sich nicht mit diesem System arrangieren wollen oder auch können, bleiben in der "Peripherie", den ärmlichen und heruntergekommenen Vierteln am Stadtrand. So haben sich auch Riva und Hitomi bis in die oberen Etagen der inneren Stadt hochgearbeitet und systemkonform verhalten, bis eines Tages etwas passiert, was eigentlich nicht vorgesehen ist. Als nämlich Riva, eine der erfolgreichsten Hochhausspringerinnen, plötzlich und ohne erkennbaren Grund aufhört zu springen, und Hitomi als psychologische Wirtschaftsberaterin von Rivas Sponsoren den Auftrag erhält, sie streng zu überwachen und sie wieder zum Springen zu motivieren. Doch leichter gesagt als getan. Wir als Leser erleben minutiös mit, wie das System funktioniert und Hitomi immer mehr an ihre Grenzen stößt.
Ein erstaunliches Debüt für eine junge deutsche Autorin und eine erschreckende Dystopie - wird unsere Welt und unsere Gesellschaft in ein paar Jahren so aussehen?


Die Hochhausspringerin - Julia Lucadou
Die Hochhausspringerin
von Julia Lucadou
(37)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,00

Eine mitreißende Abenteuergeschichte vom Suchen und Finden!

Claudia Engelmann aus der Thalia-Buchhandlung in Korbach , am 17.09.2018

Diese wundersame Geschichte beginnt mit einem unglaublichen Zufall: Professor Cole, in einem defekten Ein-Mann-Boot auf dem Meeresgrund gestrandet, wird von einem riesigen Wal gerettet und entdeckt dabei einen seit Jahren verschollenen Flugschreiber. Der nächste Zufall lässt nicht lange auf sich warten: der eher zurückhaltende und unscheinbare Peter Manyweathers findet in den 80er-Jahren in einer Bibliothek einen alten Brief, in dem sechs seltene Blumen beschrieben werden. Für ihn der Auslöser, sich auf die Suche nach ihnen zu machen und das größte Abenteuer seines Lebens zu erleben. Auch Doves Leben in der heutigen Zeit ist vom Zufall geprägt: er kennt seine Herkunft nicht und ist bei Pflegeeltern aufgewachsen. Seit Wochen wird er von starken Kopfschmerzen heimgesucht, die mit Erinnerungen an Peter Manyweathers verbunden sind, den er gar nicht kennt...
Was verbindet diese drei so unterschiedlichen Männer miteinander? Was hat das alles zu bedeuten? Das wird jeder, der dieses tolle Buch lesen wird, am Ende erfahren, wenn er selbst im Kopf mit auf diese Abenteuerreise gegangen ist.

Der Blumensammler - David Whitehouse
Der Blumensammler
von David Whitehouse
(56)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Claudia Engelmann aus der Thalia-Buchhandlung in Korbach , am 10.09.2018

Ein perfides Spiel mit Zeit und Wirklichkeit: Sechs Menschen und eine Leiche eingeschlossen in einem Hotelzimmer - einer von ihnen muss der Mörder sein, doch wer und warum?

Escape Room - Nur drei Stunden
Escape Room - Nur drei Stunden
von Chris McGeorge
(43)
Buch (Paperback)
14,99

Eine Reise nach Lanzarote und in die Vergangenheit

Claudia Engelmann aus der Thalia-Buchhandlung in Korbach , am 10.09.2018

Protagonist dieses schmalen Romans ist Henning, ein Mann in den besten Jahren, also zwischen 30 und 40. Er ist verheiratet mit Theresa, hat zwei Kinder und eine guten Job. Seine Frau und er teilen sich ganz modern die Familienbetreuung und den Haushalt, alles läuft also so, wie es heutzutage sein sollte. Es scheint alles in bester Ordnung zu sein. Doch seit einiger Zeit fühlt sich Henning permanent überfordert und leidet unter Panikattacken, es geht ihm richtig schlecht und eigentlich weiß er nicht warum. Die Familie fährt über Neujahr nach Lanzarote (eine von Juli Zeh bevorzugte Insel, die wir schon aus ihrem Roman „Nullzeit“ kennen), um sich ein wenig zu erholen und Henning hat die Hoffnung, seine Angstzustände in den Griff zu kriegen. Doch alles ist wie immer, und Henning gerät zusehends an seine Grenzen. Am frühen Neujahrsmorgen steigt er aufs Fahrrad (er ist passionierter Radfahrer) und beginnt einen sehr steilen und langen Hang zu erklimmen. Der Leser fährt sozusagen mit ihm auf der Radtour, die akribisch die einzelnen Stationen beschreibt, die Schwierigkeiten der Strecke und den schlechten Zustand Hennings, der weder etwas zu trinken mitgenommen hat noch ein passendes Rad fährt. Während dieser Radtour lässt er den Leser immer wieder in Flashbacks an seiner familiären und persönlichen Situation teilhaben, erzählt sozusagen seine Geschichte. Das ist die erste Hälfte des Buches. In der zweiten Hälfte ist Hennig auf dem Gipfel angekommen, völlig erschöpft und dehydriert. In einem Bauernhaus bekommt er Hilfe von einer Frau, die ihn mit dem Nötigsten versorgt und ihn dann durch das Haus und über den Hof führt. Hier hat Henning ein Déjà-vu und ist sicher, schon mal da gewesen zu sein, und zwar als Kind mit seiner Schwester. Ihn überwältigen die Erinnerungen und der Leser erfährt, was damals dort passiert ist.

Neujahr - Juli Zeh
Neujahr
von Juli Zeh
(73)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Was ist wichtiger: Freiheit oder Menschen, die einen lieben?

Claudia Engelmann aus der Thalia-Buchhandlung in Korbach , am 30.08.2018

Gleich am Anfang des Buches erfährt die noch nicht 50-jährige Nahid, eine Iranerin, die seit einigen Jahren in Schweden lebt, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt ist und nicht mehr lange zu leben hat. Diese Nachricht kann sie weder telefonisch an ihre eigene Mutter, die noch im Iran lebt, noch persönlich an ihre eigene Tochter Aram weitergeben. Mit Aram, die noch ein kleines Kind war und ihrem Mann Masood ist sie vor vielen Jahren aus politischen Gründen aus dem Iran geflohen. Natürlich erfährt Aram von der Krebserkrankung der Mutter und steht ihr zur Seite. Aber es wird auch schnell klar, dass sich da ein großer Mutter-Tochter-Konflikt offenbart, der schon lange schwelt. Beide haben eine schwierige Geschichte hinter sich, die das Zusammenleben und Nähe fast unmöglich machen. Und so erfährt der Leser nach und nach in Rückblicken, die Nahid als Ich-Erzählerin einblendet, von den Erlebnissen der Protagonistin und ihrer Familie. Als junge Frau ist Nahid, eine Medizinstudentin und der Stolz ihrer Familie, im Iran politisch aktiv geworden. Sie hat sich in Masood, einen überzeugten Linken verliebt, und beteiligt sich an Demos gegen das Regime. Eines Tages begeht sie den fatalen Fehler, ihre 14-jährige Schwester Noora mit zu einer der Demonstrationen zu nehmen, die dann im Durcheinander verschwindet und verschollen bleibt, wahrscheinlich verhaftet und getötet wurde. Nahid lässt sich immer weiter auf politische Aktionen ein, wird schwanger von Masood, bekommt ihre Tochter Aram und sie beschließen zu fliehen, bevor sie verhaftet werden. Das Leben in Schweden, Masoods Gewalttätigkeit und die Schuldgefühle wegen Nooras Tod lassen sie zu einer harten, einsamen Frau werden, die am Ende darum kämpft, noch so lange zu leben, bis Arams Kind, ihr Enkelkind, zur Welt kommt und sie versöhnt mit sich selbst gehen kann.
Es ist eine bewegende und auch erschütternde Geschichte um Leben und Sterben, um Familienbande und Schuld und darum, diese Frage stellt sich Nahid, was am meisten wert ist: Freiheit und Demokratie oder Menschen, die einen lieben.

Was bleibt von uns - Golnaz Hashemzadeh Bonde
Was bleibt von uns
von Golnaz Hashemzadeh Bonde
(9)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

 
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