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Meine Bewertungen

Wenn die Frage nach Opfer und Täter langsam zu verschwimmen scheint…

Nikola , am 25.01.2019

Sie war für Emma verantwortlich. Emma versuchte sie mehrmals dringend zu erreichen, doch sie ging erst einmal ihren anderen Aufgaben nach. Nun ist Emma tot. Sie hätte sie davor bewahren können, wenn sie sie erhört hätte. Und als wäre dies als Sozialarbeiterin nicht schon schlimm genug, sieht sie sich nun erneut mit alten Geschichten und Emotionen konfrontiert, die sie lieber meidet und gerät mit ihrer Tochter in einen Streit, nichtsahnend, dass dies vielleicht ihre letzte Unterhaltung sein könnte…

Vor allem das Ende der Leseprobe weckte mein Interesse, der Schreibstil traf bei mir einen Nerv, sodass ich unbedingt weiter lesen wollte.

Leider fand ich den Anfang dann fast ein bisschen enttäuschend.
Suzanne hat sich doch sehr stark selbst bemitleidet. In gewisser Weise konnte ich das ja verstehen, aber irgendwie dämpfte es die Spannung der Geschichte. Auch ihre Tochter war mir anfangs nicht wirklich sympathisch.
Als dann Detective Sergeant Anthony Clarke ein Teil der Handlung wurde, gewisse Kapitel sogar aus seiner Perspektive erzählt werden, erfüllte die Geschichte in vollem Maße meine Erwartungen.
Jeder Charakter überzeugt auf seine Weise, ließ einen manchmal mitfühlen und manchmal erschrocken zusammenzucken. Aber um dies genauer zu erfahren, müsst ihr schon selbst zum E-Book greifen. ;)


Nach dem eben eher langatmigen Anfang gefiel mir die Handlung richtig gut, man wurde immer wieder in Richtungen gedrängt, die sich teilweise als Sackgasse entpuppten, neue Wege taten sich auf, was wieder die Frage aufwarf, wer hier Opfer und wer Täter ist.

Einer der herausragendsten Teile der Geschichte war definitiv der Schreibstil der Autorin.
Man hatte manchmal das Gefühl direkt neben der erzählenden Figur zu stehen, blickte zunehmend in die Abgründe der Charaktere und wurde emotional wirklich gefordert.
Vielleicht auch durch ihre eigenen Berufserfahrungen als Sozialarbeiterin warf sie Gedanken und Informationen einen, die mich irgendwie beschäftigten und zum Nachdenken anregen. Man merkte einfach, dass sie wirklich in der Materie „drin“ war und dies nun authentisch vermittelte.
Demnach war es für mich nicht nur ein überragender Thriller, sondern irgendwie auch eine Art Denkanstoß, möglicherweise schon Sachbuch, da eben auch viele psychologische Aspekte eine Rolle spielten.

Das Ende des Buches gefällt mir ebenfalls sehr, sodass ich daran nichts bemängeln möchte, auch wenn es zumindest in der Leserunde nicht unbedingt das ist, was sich jeder wünscht.

Ich für meinen Teil empfehle euch das Buch, auch wenn ich es durch den eben doch leicht zähen Start „nur“ mit 4 / 5 Sternen bewerte.

Allein deine Schuld - J.C. Lewin
Allein deine Schuld
von J.C. Lewin
(12)
eBook
4,99

Charaktere, die mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben und den Leser emotional beanspruchen. Ich konnte dieses Buch förmlich nicht mehr loslassen!

Nikola , am 21.01.2019

Lotte versucht Brandon im Club zu verdeutlichen, dass er aufhören soll sie zu berühren, doch er macht einfach weiter.
In der Not hilft ihr auf etwas unkonventionelle Weise ihr Nachbar und sie hört ihn das erste Mal sprechen. Auch wenn sie bereits eine Weile nebeneinander wohnen, meidet er jedmöglichen Kontakt, erweckt nie auch nur den Eindruck, je lächeln zu wollen…

Bereits zu Beginn des Buches wird dem Leser verdeutlicht, dass er hier keine leichte Kost vor sich hat.
Zuerst wurde mir dabei etwas bange, habe ich doch bei Dark Romance auch meine Grenzen.
Hier jedoch wollte ich immer unbedingt weiterlesen, wurde definitiv in den Bann gezogen und hatte dieses nicht einmal dreihundert Seiten umfassende Werk dann meiner Ansicht nach zu schnell auch wieder beendet.
Das Ende gefällt mir so, wie es richtig gut, gleichzeitig viel es mir schwer, Abschied von den Charakteren zu nehmen.


Die Charaktere tragen diese Geschichte hervorragend. Während Lotte immer wieder neue Hoffnung zu schöpfen, voller Euphorie zu stecken scheint, einfach ein sonniges Gemüt besitzt, ist Hendrik das komplette Gegenteil.
Er ist eigentlich schon depressiv, sehr wortkarg, aggressiv und hegt eine starke Todessehnsucht.
So gegensätzlich die beiden erscheinen, so perfekt harmonieren die beiden zusammen.
Lotte lässt sich von seinen Warnungen nicht so leicht unterkriegen und bringt dabei eine Seite ihres Nachbarn zum Klingeln, die er nicht vorgesehen hat.
Sie durchbricht seine Pläne, bringt in seine jahrelange Dunkelheit auf einmal einen Sonnenschein, den er eigentlich nie wollte und auch nicht vorher gesehen hat.

Das wird auch am Cover deutlich. Während er vor allem im Bereich des Gesichts kalt, fast schon tot wirkt, scheint sie regelrecht zu strahlen und auch durch den Titel in seine Nähe zu bringen.
Meist kommt außerdem Lotte zu Wort, sodass man meist über ihre Einschätzungen mehr und mehr über der wirklichen Person hinter ihrem Nachbarn erfährt, da er nu sehr selten, dafür aber immer an den richtigen Stellen, selbst zu Wort kommt.


Die relativ unbekannte Autorin hat durch ihren phänomenalen Schreibstil bewiesen, dass sie mit heiklen Themen umzugehen weiß, ohne sie zu schönen, aber gleichzeitig doch in eine erwachende Liebesgeschichte einzubauen.
Vor allem er macht in dieser Geschichte einen regelrechten Kampf durch, aber auch Lotte birgt noch manches aus ihrer Vergangenheit.
Auch die Nebencharaktere vermag sie realistisch darzustellen und lässt auch sie ihre eigenen Geschichten erleben.


Für mich glich die Geschichte ein bisschen einem Seelentrip, fast schon einer Therapiemaßnahme für den Leser, auf die ich in schweren Zeiten gerne einmal zurückkomme. Lesern mit schwachen Nerven, rate ich zum wiederholten Male davon ab, da hier eben doch einiges passiert, dass man erst einmal verkraften muss.

Es hat mir gefallen, die beiden über dieses Buch hinweg zu begleiten, was teilweise mit einer emotionalen Achterbahnfahrt verbunden war, einen aber doch auch nachdenklich zurück lässt, sodass ich absolut verdient 5 / 5 Sternen vergebe.

Loslassen - Maria Väth
Loslassen
von Maria Väth
(3)
eBook
6,99

Erschreckend und doch so real… // „Hass kennt keine Spielregeln“

Nikola , am 10.01.2019

Nach dem Putschversuch, bei welchem sie die Bomben abgeworfen hat, versucht Aida mit der Schuld für den Tod mehrerer, teils geliebter Personen klarzukommen.
Während sie versucht die erreichten Ziele zu erblicken, ohne alles und auch sich selbst in Frage zu stellen, erwachen neue Unruhen gegen die ausgewechselte Regierung. Nicht jeder ist mit den geplanten Neuerungen einverstanden, sodass sich Aida bald schon einer neuen Aufgabe widmen darf. Die Nahrungsknappheit ist weiterhin nicht überwunden, was den Überlebenskampf bei einigen Gruppen weiter anstachelt …
Aida begegnet uns zu Beginn sehr mitgenommen, erinnert sich immer wieder an die von ihr verursachten Todesfälle, man hat fast schon den Eindruck, dass sie ihren Lebenswillen verloren hat, doch Aida ist bereits in Band eins öfter einmal taff aufgetreten, weshalb sie mithilfe anderer bald wieder anfängt, diesen Fakten nicht alles unterzuordnen.
Ihre Beziehung zu Romulus ist wie auch schon in Band eins schwierig. Man merkt, was sie einander bedeuten, aber gleichzeitig schließen sie den anderen oftmals aus.
Was mir immer wieder positiv auffällt und ich so auch seltener lese ist der Fakt, dass Aida sich selbst hinterfragt und wenn ihr jemand seinen Unmut zu gewissen Einstellungen ihrerseits kundtut, nimmt sie sich dies erst einmal zu Herzen und ignoriert es nicht einfach nur. Man merkt dadurch wie sie sich entwickelt und kann sich deshalb vielleicht auch ein bisschen besser in sie hineinversetzen. An solchen Stellen musste ich an Jean Paul und seine Aussage, dass man die Meinung seines Gegners zu verteidigen versuchen solle, um zur Wahrheit gelangen zu können. Natürlich sind es nicht unbedingt ihre Gegner, die sie kritisieren, doch im übertragenen Sinne hält sie sich manchmal an diesen Grundsatz.
Generell ist hier niemand wirklich perfekt, was die Authentizität der Geschichte fördert. Niemand wird schnell, wenn überhaupt, auf das zum Beispiel sportliche Niveau von seit klein auf täglich trainierenden Personen in zwei, drei Monaten kommen und auch bei den Charakteren dieses Buches ist dies nicht der Fall.
Viele sind sich ihrer Fähigkeiten bewusst und können diese auch entsprechend einsetzen.
Des Weiteren gibt es hier keinen typischen „Helden“ der Geschichte, da jeder auch einmal einen Fehler macht, es eigentlich selten nur eine Person ist, die große Veränderungen veranlassen.
Auch die Handlung sagt mir sehr zu. Die Spannung bleibt durchweg erhalten, es gibt immer wieder neue Ereignisse, die die weitere Handlung verändern, man kann sich nicht immer sicher sein, was wirklich folgen wird und wenn man der Meinung ist, dies zu wissen, kommt es dann doch anders.
Das wäre ohne den fantastischen Schreibstil von Lisbeth Jarosch nicht möglich. Vor allen Dingen bei Aida und Romulus war ich gelegentlich der Meinung, dass ihre Beziehung nun kippt, doch dann wurde auf einmal wieder alles anders, aber so, dass man nicht mehr nachvollziehen konnte, warum man vorher anders dachte.
Die Empathie für Aidas Gefühle war bei mir also durchweg vorhanden, auch die Trauer fand ich am Anfang nicht übertrieben.
Zwischendurch gibt es auch immer ein paar Szenen, die das ganze Geschehen etwas entspannen uns so auch für Abwechslung sorgen. Wenn ich da beispielsweise an Aidas Überraschungsbesuch in Romulus Büro denke… ;)
Ich habe dieses Buch schweren Herzens beendet, vor allem da es eigentlich ein schönes Ende nimmt, ich mich aber noch nicht von den verbliebenen Personen verabschieden möchte. <3
Zudem habe ich noch einige Fragen, die unbedingt noch geklärt werden müssen!
Ganz nebenbei wird diese Reihe mit den drei „Jugenddystopien“ „Die Bestimmung“ „Die Tribute von Panem“ und „Maze Runner“ verglichen, welche ja bekanntlich Trilogien sind. Demzufolge müsste ja noch ein Band fehlen. ;)
Mir bleibt eigentlich nichts weiter übrig als 5 / 5 Sternen zu vergeben. Ich wüsste nicht, was ich kritisieren soll, da es eben ein paar wirklich schöne Lesestunden waren und ich trotz der mehrere Monate langen Pause schon mit den ersten paar Zeilen wieder in der Handlung war, was so auch nicht jeder Autor, in diesem Falle Autorin, schafft. <3

Last Haven – Die Liga der Mutigen - Lisbeth Jarosch
Last Haven – Die Liga der Mutigen
von Lisbeth Jarosch
(13)
eBook
4,99

Kurz, keck, und dabei immer absolut klar. <3 // Wenn Magie, Spannung und Humor funken sprühen…

Nikola , am 30.12.2018

Hinter diesem doch sehr ansprechend gestaltetem Cover verbirgt sich eine Kurzgeschichten-Sammlung zur „Stadt der Finsternis“-Reihe vom Autorenduo Ilona Andrews.

Wer nun vermutet, vorerst die Hauptreihe lesen zu müssen, kann ich vertrösten. Auch ich habe dieses Buch ohne irgendwelche Vorkenntnisse, aber doch schon mit einem gewissen Interesse für die eigentliche Reihe gelesen.

Natürlich kann es nicht schaden, vorher ein gewisses Hintergrundwissen zu besitzen, aber auch ohne dieses bin ich einfach nur restlos begeistert. <3

Da eine kurze Inhaltsangabe zu einer Kurzgeschichten-Sammlung mir gerade zu viel verrät, verbinde ich es mit meiner Meinung zu vereinzelten Charakteren.

Mit Julie begegnet uns in „Magische Prüfungen“ eine unglaublich taffe Persönlichkeit, witzig und dabei auch noch so clever. Ihre Mitmenschen hat sie doch meist relativ schnell durchschaut. Ich bin gespannt, inwieweit sie und Yu in der Hauptreihe in Erscheinung treten… :)
Auch Kate war mit ihrer eigenen Kurzgeschichte („Ein fragwürdiger Klient“) für mich ein richtiges Highlight. Bereits in der ersten Geschichte fand ich ihre Kommentare interessant und war von der zweiten Geschichte unglaublich begeistert. Ich würde sagen, dass mit Saiman noch nicht das letzte Wort gewechselt wurde…;)
Auch Siroun und Adam („Vergeltungsklausel“) fand ich wirklich gut gestaltet, ich freue mich schon darauf, mehr von beiden zu lesen. Bei ihnen kann noch so einiges in der Hauptreihe passieren…
Alena und Duncan sind in „Vom Schwein und von den Rosen“ einfach nur herzallerliebst. <3 Ihre erste Begegnung werden sie bestimmt so schnell nicht mehr vergessen. ;)
Und zu guter Letzt haben mich auch Nassar und Grace mit „Grace und die kleinen Zaubereien“ in ihren Bann gezogen.
Obwohl ich die Reihe eben noch nicht gelesen habe, hatte ich keine Schwierigkeiten, da vieles erklärt wird.
Ich kann nur wiederholen, dass ich diese Reihe auf jeden Fall noch lesen muss.

Der Schreibstil ist einfach grandios, man ist sofort in der Geschichte drin, das Autorenduo schafft es, mit so wenigen Worten immer wieder komplexe Charaktere darzustellen und zudem auch noch immer, eine gute Prise Humor in die Geschichten hineinzuweben.

So bleibt es spannend und abwechslungsreich zu gleich. Manchmal habe ich die Geschichte mit einem kleinen Schmunzeln und in freudiger Erwartung auf weitere Szenen mit diesen Figuren in der Hauptreihe beendet. :)

Dadurch, dass es eben immer recht kurz Geschichten sind, ist selbstverständlich auch die Handlung nicht so umfangreich, aber jedoch trotzdem sehr gut konstruiert, sodass ich auch hier keine Abstriche machen möchte.

Alles in allem kann ich nur 5 / 5 Sternen verteilen und mich beim LYX-Verlag dafür bedanken, dass sie auch diese Geschichten übersetzt, veröffentlicht und mit einem äußerst schönen Cover versehen haben.

Es ist eigentlich schon fast schade, dass man sich dieses Cover und auch generell die Reihe nicht mehr ins Regal stellen kann. :( ;)

Dafür gibt es nun aber definitiv einen weiteren Interessenten und baldigen Käufer der Reihe. Vielleicht kann euch ja auch diese Sammlung für die Reihe begeistern, wenn ihr es nicht bereits seid. ;)

Verborgene Magie - Ilona Andrews
Verborgene Magie
von Ilona Andrews
(12)
eBook
5,99

Dämonisch gut! ;)

Nikola , am 14.12.2018

Aimée ist in London auf der Flucht. Nach dem Tod ihres Vaters liegt das Sorgerecht bei ihrem grausamen Bruder und Aimée muss sich nun dessen Willen beugen, notfalls wird sie mit Gewalt dazu gezwungen.
In einem unbeobachteten Moment entkommt sie den Bodyguards ihres Bruders und wird über den etwas merkwürdigen Trödelladenbesitzer Artkis Ramschus auf ein freies WG-Zimmer aufmerksam. Und so nimmt alles seinen Lauf…
Aimée war mir von Beginn an sympathisch. Sie hat bisher noch nicht so viel erleben dürfen und ist deswegen auch oftmals etwas schüchtern. Andererseits weiß sie sich in der Männer WG durchaus durchzusetzen und hat so auch den ein oder anderen Spruch auf Lager.
Auch ihre WG-Mitglieder sind mir sofort ans Herz gewachsen. George ist herzallerliebst und zudem überaus komisch und loyal, während Freddy, der Schwerenöter, immer wieder versucht Aimée rumzukriegen, aber sonst auch trotzdem normale Gespräche mit ihr führen kann und Cyrus ist der Vernünftige, Sanfte der drei, zudem hat Aimée in meinen Augen absolut verständlich ein Auge auf ihn geworfen. ;)
Was mir die drei Jungs auch unglaublich sympathisch macht ist der Fakt, dass sie ernste Situationen mit ihrem Humor nicht überspielen wollen, ihnen aber trotzdem irgendwie das Dramatische nehmen und einen gleich optimistischer zurücklässt.
Kurz um, warum gibt es die drei Kerle nicht auch im echten Leben? <3
Dämonen sind in dieser Geschichte zur Abwechslung einmal nicht die „Bösen“ sondern die Engel, was mir sehr gefällt.
Die Handlung ist wirklich gut gestaltet, Dinge, die zwar noch passieren müssen, treten oftmals unerwartet und anders ein als man es vielleicht vorher gedacht hätte, sodass man viel schneller das Ende dieses Buches erreicht hat als man eigentlich möchte.
Der Schreibstil ist ebenfalls einfach nur der Wahnsinn. Ich war sofort in der Geschichte drin und hatte eigentlich die ganze Zeit das Gefühl, ein Teil der Szene zu sein. Die Umschreibungen sind also wirklich super, man hat sofort ein bestimmtes Bild im Kopf und auch die Emotionen werden nachvollziehbar vermittelt, weshalb ich unter anderem Aimées Interesse an Cyrus komplett nachvollziehen kann. ;)
Der nächste Band dreht sich zwar um Jeremy und Keira, was auch interessant zu werden scheint, nichtsdestotrotz würde ich mich jedoch auch sehr freuen, wenn man irgendwann wieder einen Band über Aimée & Cyrus lesen kann, da sie mir als Protagonisten und als Paar einfach sehr zugesagt haben und bestimmt auch noch einige Szenen der beiden gestaltbar sind, zumal dieses Buch nur 162 Seiten besitzt.
Alles in allem möchte ich volle 5 / 5 Sternen verteilten, da diese Geschichte mir ein paar wirklich unbeschwerte Lesestunden beschert hat und ich gerne wieder in der WG abtauchen möchte.
Nun heißt es also warten bis Jeremy & Keiras Geschichte endlich veröffentlicht wird!
Übrigens: Vielleicht lest ihr das Buch zusammen mit dem Cocktail, dessen Rezept ihr am Ende des Buches findet, wenn ihr noch nicht ganz überzeugt seid, ich bin mir sicher, dass es sich damit besser lesen wird. ;)

Schöner wohnen mit Dämonen (Liebe, Romantasy) - Evelyn Boyd
Schöner wohnen mit Dämonen (Liebe, Romantasy)
von Evelyn Boyd
(6)
Buch (Taschenbuch)
8,90

Klare Leseempfehlung! ;) // Manchmal kommt alles doch anders als gedacht…

Nikola , am 13.12.2018

Reads einzige „richtige“ Freundschaft besteht daraus, sich in der Schule gegenseitig zu unterstützen und ihre Freundin reden zu lassen, damit diese nicht das Gefühl hat, Selbstgespräche zu führen.
So unscheinbar sie in der Schule scheint, so wird sie von ihrer inzwischen streng katholischen Mutter daheim auch gerne einmal drangsaliert.
Doch schlimmer geht bekanntlich immer und so kommt es, dass eine „Chooserin“ ihrer Schule erneut einen Besuch abstattet und sie als Hexe kennzeichnet. Nun heißt es für Read, das Internat für Hexen zu besuchen und zudem häufen sich bei ihr nun Albträume.
Ist sie wirklich eine Hexe, erklärt das vielleicht sogar ihre merkwürdigen, unfassbar realen Träume?
Und was hat es eigentlich mit den zunehmenden Angriffen auf die Schüler des Internats auf sich?
„ ,Wenn wir nicht brennen‘, fing sie an und drehte sich zu mir um, ,wie wird dann die dunkle Nacht erleuchtet?‘ “ (S. 26 )
Spätestens mit diesem Gedanken hatte mich das Buch in seinen Bann gezogen. <3
Abwechselnd wird von Eindrücken während der Zeit der Hexenverbrennungen und Reads Geschichte im Jahre 2018 berichtet.
Read gefällt mir dabei sehr, ihr Humor ist in meinen Augen sehr ansprechend. Auch Hunter ist ein toller Charakter. Generell bin ich mit den vorliegenden Figuren zufrieden und würde bereits zum jetzigen Zeitpunkt gerne weiterlesen.
Wirklich positiv überrascht hat mich diese Spannung zwischen Hunter und Read, die von Anfang an absolut greifbar war. Unerwarteterweise war in diesem Buch sogar ein Hauch Erotik vorhanden, die Gefühle zwischen Hunter und Read wirkten dadurch gleich viel realer.
Neben diesem Aspekt ist dies zusätzlich kein leichter Fantasy-Roman, die Zustände einzelner Figuren und Kampfszenen werden durchaus bildlich beschrieben und lassen dadurch auch die Spannung nicht zu kurz kommen.
Interessant fand ich hier, dass die einzelnen Kapitel in Briefform verfasst wurden, was für mich immer ein interessanter Ansatz ist, manchmal hat man erst wieder mit Ende des Briefes bemerkt, dass dies ein Brief ist und hat durch Hinweise auf noch geschehene Ereignisse, den Leser teilweise regelrecht an die Seiten gefesselt.
Die Handlung ist ebenfalls nicht zu verachten. Trotz der geringen Seitenzahl, kommen immer wieder neue Handlungsstränge zum Tragen, auch wenn einer natürlich dominiert, sodass am Ende des Buches einige Fragen beim Leser zurückbleiben, die nur in einer Fortsetzung geklärt werden können. Leider war es mir zwischenzeitlich aber etwas zu kurz zusammengefasst. Dies ist meines Erachtens zwar gut gelöst, aber hier hätte ich mir doch noch ein paar zusätzliche Szenen gewünscht, was natürlich für den Schreibstil spricht, der, wie ich betonen möchte, nur so zum Lesen anregt, wenn man sich einmal auf die Geschichte eingelassen hat.
Das Ende gefällt mir unfassbar gut und lässt mich eben erwartungsvoll auf den Folgeband oder vielleicht sogar die Folgebände ;) zurück.
Ich hoffe also auf eine etwas ausführlichere Fortsetzung und möchte dir diesen mit wirklich guten 4,5 bis 5 / 5 Sternen Auftakt ans Herz legen.

Wenn die Nacht stirbt und dein Herz aufhört zu schlagen - Lisa Lamp
Wenn die Nacht stirbt und dein Herz aufhört zu schlagen
von Lisa Lamp
(12)
eBook
4,99

Zwei wie du und ich könnten manchmal auch einfach zwei Facetten einer Person sein. // Tiefgründig, berührend und dabei manchmal auch witzig und erschütternd.

Nikola , am 02.12.2018

Kate möchte als Stallmädchen beim berühmten Springreiter Mark Waverly anheuern, auch wenn ihre Erfahrungen mit Pferden bisher relativ begrenzt sind. Durch Zufall kann sie am Hof anfangen, bemerkt zunehmend, dass ihr Chef vielleicht doch nicht so eingebildet zu sein scheint, wie sie es erst vermutete und ihr mehr bedeuten könnte, als es gut für sie ist.
Schließlich hat es einen Grund, warum sie Hals über Kopf ihren Job kündigte, das Weite suchte und irgendwann wird die Realität erneut ihre Aufmerksamkeit verlangen…
Annie liebt ihren Job, doch leider läuft es zurzeit nicht so wie es sollte, sie ist regelrecht unglücklich. Da kommt ihr ihr neuer Kunde Stephen Flint ganz recht, der ihr nicht nur aus der beruflichen sondern auch privaten Misere zu helfen scheint. Ihre Vergangenheit macht es ihr äußerst schwierig, eine ernste Beziehung einzugehen, doch mit Stephen scheint ihr Glück perfekt, sie fühlt sich wie in einer Blase, alles scheint perfekt…
Abwechselnd erfährt der Leser etwas von Kates und Annies Ereignissen.
Annie ist dabei oft vorsichtiger, in Bezug auf Stephen agiert sie jedoch oft naiv, was ihren Freunden ebenfalls missfällt. Sie distanziert sich zunehmend von ihnen, schwebt dafür aber zusammen mit Stephen auf Wolke sieben, bis sich irgendwann vieles nur noch um seine Gedanken und Beweggründe dreht.
Kate ist hingegen witziger und versucht die Dinge leichter zu nehmen als Annie. Ihre Kapitel haben mir bis zum Schluss besser gefallen als Annies. Sie waren witzig, was zu großen Teilen auch an den sympathischen Nebenfiguren Joe und Becca, aber auch Mark und seiner Tochter liegt. ;)
Der Schreibstil von Rosie Walsh, die dieses Buch unter dem Namen Lucy Robinson veröffentlichte, gefällt mir unfassbar gut, man ist schneller am Ende eines Kapitels angelangt als einem lieb ist und auch wenn ich von Annies Kapiteln oftmals leicht genervt war, hatte man doch auch diese schneller beendet als gedacht.
Natürlich kommt in diesem Buch der Kitsch auch nicht zu kurz, was sich glücklicherweise oft in Maßen hält und damit auch verzeihbar ist. Lediglich mit dem Schluss bin ich etwas unzufrieden. Eigentlich gibt es bereits ein paar Kapitel vor dem Ende einen vermeintlichen Schluss, der den Leser vollends zu Frieden zurückgelassen hätte, doch danach folgt dann noch etwas, was zwar schön ist zu erfahren, aber teilweise doch für die Handlung recht überflüssig ist. Das fand ich etwas schade, da man dies gerne als kleine Bonusgeschichte für die, die unbedingt noch etwas mehr von den Figuren erfahren möchte, hätte herausbringen können und damit dieses in meinen Augen „doppelte“ Ende vermieden hätte.
Bereits im Klappentext wird deutlich, dass die beiden Frauen irgendwie miteinander zusammenhängen und der Leser ist auch lange der Meinung durchschaut zu haben, wie, aber kurz vor dem letzten Showdown kommt es zu einem regelrechten Handlungswechsel, der unfassbar glaubwürdig zur bisherigen Handlung passt, dabei den Leser jedoch trotzdem vollkommen unvorbereitet trifft.
Das ist in meinen Augen eigentlich schon eine richtige Meisterleistung gewesen und wertet die Geschichte und vor allem Annies Kapitel richtig auf, sodass ich dem Buch schlussendlich 4 bis 4,5 / 5 Sternen geben möchte. <3

Zwei wie du und ich - Lucy Robinson
Zwei wie du und ich
von Lucy Robinson
(17)
Buch (Taschenbuch)
11,00

Da bist du einmal Prinzessin, doch warum eigentlich?

Nikola , am 10.11.2018

Zoe Davis ist ein normales Mädchen, wie du und ich, dass nun das Alter erreicht hat, um studieren zu können.
Doch sie besucht nicht irgendeine Universität, sondern DIE Privatuni Englands, das Dawson-Elite-College. Normalerweise braucht es schon etwas mehr als nur gute Noten, um ein Stipendium zu erhalten, wenn man sich die enorm hohen Studiengebühren nicht leisten kann. Zoe erhält auf unerklärliche Weise vom Bruder des Unibesitzers ein Stipendium und wird sogar Mitglied des prestigeträchtigen D-Clubs, dessen Präsident niemand geringeres als der Neffe des Schulrektors ist und dieser zeigt ihr deutlich, dass sie hier nicht hergehört.
Sie versucht das Beste daraus zu machen, doch irgendwie hat sie immer wieder das Talent dazu, in Schwierigkeiten zu geraten.
So gilt es den Kulturschock zu verkraften, ist hier im Vergleich zu einer staatlichen Universität längst nicht alles so anders wie man vielleicht vermuten könnte, abgesehen vom Gestank des Geldes an jeder Ecke...
Zoe ist eine taffe Protagonistin, die definitiv nicht auf den Mund gefallen ist, sich aber manchmal auch schnell einschüchtern lässt, etwas naiv an Dinge herangeht. Vor allem zwischen ihr und Dorian sprühen die Funken aber so richtig.
Dorian ist der typische arrogante Mistkerl, der jedoch leider das Glück hat mir sehr guten Genen gesegnet zu sein und sich dieser Sache auch bewusst zu sein. Nach und nach lernt man Dorian aber immer näher kennen und lieben.
Auch sein Cousin und seine Cousine sind sehr liebenswert. Jamie drängt sich doch Zoe immer wieder auf amüsante Art, sodass man ihn irgendwann einfach nicht mehr missen möchte. Amy ist eine engagierte, klug und empathische Person, die versucht, Zoe immer wieder den Rücke zu stärken. Wer wünscht sich nicht solche Freunde?
Natürlich ist absehbar, in welche Richtung sich diese Geschichte entwickeln wird, doch hat sie auch ihren ganz eigenen Charme, was das Gefühl des Déjà-vus eigentlich nie aufkommen lässt.
Es wird gekonnt mit Klischees gespielt. Die Figuren nehmen sich oft selbst nicht so ernst, was der Geschichte auch einen skurrilen Charakter gibt.
Doch auch das Drama kommt nicht zu kurz und ist in meinen Augen auch nicht an den Haaren herbeigezogen.
Hinzu kommen immer wieder ein paar, oftmals unerwartete Wendungen, die der Geschichte vor allem zum Ende hin eine gewisse Spannung verleihen.

Auch der Schreibstil kann sich sehen lassen. Man fliegt förmlich durch die Seiten und erlebt es alles wie im Rausch. Teilweise habe ich das Lesen auch kurzzeitig unterbrochen, um noch etwas länger in der von Miranda J. Fox geschaffenen Atmosphäre zu verharren. <3
Solch etwas ist selten der Fall und so bin ich nun wirklich etwas traurig, diese Welt wieder verlassen zu müssen. :´(

Dieses Buch beende ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge und möchte sehr gute 4,5 / 5 Sternen vergeben. Auch wenn ich vorhin meinte, dass die Geschichte gekonnt mit Klischees umzugehen weiß, sind mir Zoes Naivität einer Person gegenüber und die eigentlichen Beweggründe, das Auftreten von Dorians Vater Zoe gegenüber doch etwas zu viel, fällt aber nicht so sehr ins Gewicht, gibt der Geschichte eben ihren typischen Charakter, mit dem ja immer wieder gespielt wird.
Ich hoffe doch sehr, dass dies nur der Auftakt der Dawson-College-Reihe war und nicht ein Einzelband. Man könnte definitiv noch so einiges über Zoe und Dorians Beziehung, aber auch Amy und Jamie erzählen. Auch über Calvins und Rose‘ Geschichte würde ich gerne noch mehr erfahren. Machbar wäre es also, fehlt nur noch die Autorin, die es verfasst. ;)

College Princess - Miranda J. Fox
College Princess
von Miranda J. Fox
(11)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,99

Egal wie hoch deine Erwartungen sind, sie werden nicht einmal annähernd an das Buch heranreichen! ;)

Nikola , am 02.11.2018

Ende September 2018 veröffentlicht Linda Schipp mit „Verdammt nah am Himmel“ ihr zweites Buch über den Drachenmond-Verlag.
Die Thematik lässt sich am Cover ableiten und falls dies nicht reicht, weist einen das kurze Zitat unter dem Autorennamen daraufhin. ;)
Die Brücke steht direkt für die Verbindung zwischen dem Leben und dem Tod, handelt es sich ja schließlich um eine Nahtoderfahrung, weshalb auch wieder der Titel verdeutlicht wird, ist man doch mit diesem kurzen Todeszustand "verdammt nah am Himmel", manche sprechen ja sogar vom weißen Licht und Stimmen, die sie gehört haben. Teilweise wird auch gesagt, dass sie noch nicht sterben wollen und demnach nicht die andere Seite der Brücke erreicht haben, umgekehrt oder niemals losgelaufen sind. Die Stimmen hätten dann von der anderen Seite rufen können. Weißes Licht könnte für die Wahl stehen. Die Person kann völlig frei wählen.
Durch die Wolken muss ich auch irgendwie an Schwerelosigkeit denken, man schwebt ja während dieser Erfahrung zwischen dem Leben auf der Erde und dem Himmel. Man könnte die Wolken also symbolisch für den Menschen deuten.
Rose ist eigentlich nur mit dem Auto auf dem Weg nach Hause, doch auf der Pearly Gates Bridge findet ihre Fahrt ein jähes Ende und sie erlebt etwas, womit sie nicht gerechnet hätte.
Jack wiederum vervollständigt auf der falschen Brückenseite gerade seine „Top-Ten-Liste der Orte zum Sterben“ als beide sich begegnen.
Sie könnten nicht unterschiedlicher sein. Sie, die vor Leben nur so sprüht, sich von ihrem Glauben, ihrem Bauchgefühl leiten lässt, begegnet ihm, der dem allen einfach nur noch ein Ende setzen möchte, Dinge stets rational betrachtet.
Obwohl sich beide auf Anhieb nicht ausstehen können, treten sie aus der Situation heraus zusammen eine Reise an, die das Potential besitzt, alles über den Haufen zu werfen, was sie zu wissen gedachten…
Auch wenn ich erst dachte, dass mir Jack als Kopfmensch deutlich besser gefällt, haben sie doch beide einen unglaublichen Charme, dem man sich als Leser nicht entziehen kann.
Immer wieder stellen sie sich selbst seltene und tiefgründige Fragen, die den Leser neue Erkenntnisse gewinnen lassen. Gleichzeitig sind sie so authentisch, dass man absolut nachempfinden kann, warum sie fühlen wie sie fühlen und akzeptiert damit nicht nur Jacks Wunsch nach dem Tod, sondern kann ihn nachvollziehen.
Dabei sind dem Leser aber noch lange nicht viele Hintergründe der Figuren gegeben! Ich möchte dazu nur sagen, dass sich vieles völlig anders entwickelt als gedacht.
Beide mussten schon so unglaublich viel Leid erfahren und gerade, wenn man denkt, es geht doch eigentlich nicht weiter, kommen neue Erkenntnisse.
Auch ein besonderer Humor lässt sich hier wiederfinden. Mal ist es Sarkasmus und mal ist Jack auch unfassbar selbstironisch, verdeutlicht damit irgendwie auch, wie unfassbar er doch gebrochen ist.
Beide Figuren machen mit Hilfe des anderen unfassbare Entwicklungen durch, die der Leser ebenso mitmacht, was ich so selten erlebe. Man lernt über und mit den Figuren einfach so viel fundiert und wird dadurch zum Nachdenken angeregt.
Gerade der Schreibstil der Autorin ermöglicht es, nahezu sofort, Empathie für völlig fremde Figuren zu empfinden. Er ist so besonders, dass man ihn so schnell nicht vergisst. Hier erlebt man, dass auch Autoren Künstler sind, weiß Linda Schipp es doch gekonnt und klischeefrei, poetisches, wie Metaphern, mit bitterernsten Themen zu kombinieren und den Leser damit enorm zu berühren. Man wechselt zwischen Philosophie und Pragmatismus und ist dadurch so unfassbar an die Geschichte gefesselt, dass man sie definitiv nicht missen möchte.
Wie nicht anders zu erwarten, vergebe ich 5 / 5 Sternen, auch wenn ich liebend gerne mehr vergeben würde. Dieses Buch gibt einem einfach so viel und wird mich so schnell nicht wieder loslassen. Es wird unfassbar genial zwischen dem nötigen Ernst, Hoffnung und jeder Menge Emotionen jongliert, sodass man unabhängig davon, ob man es wollte oder nicht, einfach in den Sog dieses Buch gezogen wird. <3

Verdammt nah am Himmel - Linda Schipp
Verdammt nah am Himmel
von Linda Schipp
(11)
Buch (Klappenbroschur)
14,90

Allein deine Taten lassen dich zum wirklichen Monster werden...

Nikola , am 25.10.2018

In diesem Auftaktband der Dämonenwelt-Trilogie von Vera Hallström leben die letzten Menschen im Jahre 2073 auf dem Planeten Novus Errans.
Vor allem die gering Betuchten erleben in der Stadt Alban die Grausamkeit ihres Herrschers Deus. Diese arbeiten oft in der Aufsicht, immer mit dem Tod beim Einsatz rechnen müssend. Auch Eves Familie arbeitet bei der Aufsicht. So muss Eve an ihrem 16. Geburtstag und dem damit einhergehenden Erreichen der Volljährigkeit ihre Schwester Audrey und ihren Vater auf ihren ersten richtigen Einsatz begleiten. Bereits hier muss sie am eigenen Leib erfahren, wie schmerzhaft und äußerst tödlich solch ein Einsatz verlaufen kann.
Als sie wiedererwacht, ist sie allein, verspürt einen enormen Hunger, bis sie sich irgendwann in einem ihr völlig fremden Haus befindet. Grace begrüßt sie fröhlich, nennt Eve einen Teil der Gruppe, dabei will diese doch einfach nur nach Hause zurück.
Doch unbekannte Geheimnisse kommen ans Licht, die ihr diesen Wunsch verwehren…
Audrey führt uns in die Geschichte ein und wird dann bald von der eigentlichen Protagonistin Eve abgelöst.
Eve begegnet uns noch sehr naiv, bis sie bei Grace und Konsorten langsam aber sicher das ganze Ausmaß der Realität entschlüsselt, vor der sie bisher immer noch beschützt wurde. Mit den anderen muss sie sich erst noch lernen zu arrangieren, vermisst ihre Familie unglaublich.
Auch wenn sie eigentlich durch ihren Vorfall nicht mehr für die Aufsicht arbeiten sollte, erfährt sie, dass Nys Truppe eine Sondereinheit Deus‘ bildet. Der Kampf geht also weiter, scheint wichtiger denn je zu sein. Mit der Zeit bemerkt sie, dass ihre neuen Vorteile auch von Nutzen sein können und ihr erstes richtiges Training beginnt.
Eve strauchelt, findet sich aber nach und nach mit ihrer Situation ab und das gefällt mir so unglaublich gut. Sie ist nicht perfekt, sondern menschlich, ist nicht unbedingt die extrovertierteste Persönlichkeit, doch wenn du sie einmal für dich gewinnen konntest, wirst du dich auf sie verlassen können. Auch die anderen Charaktere, wie zum Beispiel Grace, sind wirklich liebenswert. Grace ist eine so offenherzige Person, die man irgendwie einfach liebhaben muss. :)
Nys ist der Leiter der Truppe und muss Vater und Bruder in einem sein. Er ist sehr fürsorglich und liebenswert, auch wenn er manchmal vielleicht etwas zu sehr verzweifelt. Vor allem Grace begleitet ihn schon eine Weile, sodass er sich gerne auch einmal zu sehr über sie, sie sich über ihn sorgt.
Dann gibt es da auch noch Florence und Don. Beide lassen sich schwer einschätzen, wirken sogar fast ein Stück unterkühlt, doch sind sie es wirklich?
Was mir ebenfalls Freude bereitet hat, ist diese oberflächliche Kenntnis über die Figuren. Genau wie Eve lernt man erst über das Buch hinweg die Figuren besser kennen, weiß aber noch längst nicht alles.
Dies führte oft zu unerwarteten Wendungen, was durch Perspektivwechsel noch gestützt wird. Ich bin immer ein großer Fan davon, mehrere Perspektiven näher betrachten zu dürfen, besonders, wenn auch der Feind zu Wort kommt. Schließlich ist nicht jeder Antagonist grundsätzlich böse, manchmal kann man ihn sogar teilweise verstehen. Hier gibt es aber definitiv mindestens einen grausamen Antagonisten, für den ich so schnell auch keine Sympathie aufbringen werde, während sich eine andere Figur anders als gedacht entpuppte.
Generell passiert in diesem Buch nie etwas, das nicht auch für die Handlung relevant sein könnte.
Manchmal ist man bei den Angaben der Perspektive durch das Betrachten anderer zur selben Zeit vielleicht etwas verwirrt, was der Spannung aber keinen Abbruch tut, da ich wie gesagt gerne einen vielschichtigen Eindruck gewinne.
Der Schreibstil gefällt mir ebenfalls gut. An manchen Stellen könnte die Autorin teilweise noch etwas mehr ins Detail gehen, um Fragen gar nicht erst aufkommen zu lassen, aber man möchte als Leser doch auch weiterhin gebannt auf den nächsten Teil warten, in dem dann die aufgekommenen Fragen endlich gelöst werden können, sodass auch dies nicht enorm ins Gewicht fällt.
Das Ende kam für mich wie vieles in diesem Buch unerwartet und lässt den Leser sprachlos zurück.
Ich möchte „Dämonenfeuer“ gerne mit 4 / 5 Sternen beenden und Fantasybegeisterten empfehlen. Wenn ihr erfahren wollt, wie sich Eve nach einem Schicksalsschlag in einer neuen Umgebung ihrer Heimatstadt, über deren Probleme und „Mitbürger“ sie durchaus weniger zu wissen scheint als gedacht, zurechtfinden muss, solltet ihr ihre Geschichte lesen. Es bleibt durchweg mitreißend, erlebnisreich, düster, um dann auch von dramatischen Dingen beeinflusst zu werden.
Ich für meinen Teil verbleibe gespannt auf die Fortsetzung „Dämonenherz“. :)

Dämonenfeuer - Vera Hallström
Dämonenfeuer
von Vera Hallström
(4)
eBook
3,99

 
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