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BluestoneBlog

Gesamte Bewertungen 17 (ansehen)


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Meine Bewertungen

Von Band zu Band immer besser

BluestoneBlog , am 09.06.2019

„Die Jagd beginnt“ umfasst die ersten drei Bände von Frost & Payne. Dabei dreht es sich um die namensgebenden Frost, eine ehemalige Meisterdiebin und nun Privatermittlerin und den Pinkteron Payne, der seine Stelle in New York aufgegeben hat, um seine ganz eigene Suche in London fortzusetzen.

Die Geschichte beginnt dabei ein wenig schleppend, zumindest hatte ich Probleme mich gleich einzuleben. Gerade im ersten Band konnte mich die Reihe noch nicht so richtig überzeugen, da es dauerte bis man wirklich eine Verbindung zu den beiden aufbauen konnte. Doch im Laufe der Bände gelang das immer besser, bis ich im dritten Band dann vollends gefesselt war.

Dabei spielt das ganze in einem Steampunk-London, das seine Industrialisierung durch Kohle und Äther vorantreibt. Anders als die Charaktere konnte dieses kreativ gestaltete London mit seinen Neuerfindungen, Kombinationen aus uns Bekannten und dem Element Äther, und seinem Industriecharme samt aller gesundheitlichen Leid von Anfang an überzeugen. Ich habe mich rasch in diese Stadt verliebt, was nicht zuletzt am bildhaften Schreibstil der Autorin liegt. Sie malt ein faszinierendes London als größte Metropole dieser Welt, die sich voll und ganz der Industrialisierung verschrieben hat. Mit allen Nebenwirkungen, die diese Entscheidung hat.

Lernt man Frost und Payne erst einmal besser kennen, überzeugen sie durch ihre direkte und oft sarkastische Art, die sie gerade untereinander ausleben. Doch auch ihre Vergangenheit und ihre individuellen Suchen, die sie zusammengebracht haben, können überzeugen. Denn beide verbinden die mechanischen Kinder auf ihre ganz eigene Weise. Denn es gilt herauszufinden, wer diese Kinder sind und wer sie erschafft. Doch natürlich muss man für dieses Rätsel auch einige Risiken aufnehmen, denen sich die beiden noch gar nicht bewusst sind.

Jeder Band der Reihe beinhaltet dabei eine überwiegend abgeschlossene Handlung, erzählt dabei jedoch nach und nach auch eine kontinuierliche Geschichte, die sich weiterzieht. Also ähnlich wie man es von anderen Krimis kennt. Denn genau das ist Frost und Payne im Kern: Ein Steampunk-Krimi. Ein nach und nach immer spannenderer noch dazu.

Wenn man dem Buch eine Chance gibt, auch durch Band 1 sich liest und offen für die Geschichte ist, wird man immer mehr belohnt. Das offene Ende von Band 3 und die vielen weiteren bereits erschienenen machen definitiv Lust auf mehr. Ich hoffe auf eine gute Fortsetzung, jetzt wo das Fundament gelegt wird. Ich hab auf jeden Fall angebissen und werde die Reihe weiter lesen.

Frost & Payne - Die mechanischen Kinder 1: Die Jagd beginnt - Luzia Pfyl
Frost & Payne - Die mechanischen Kinder 1: Die Jagd beginnt
von Luzia Pfyl
(14)
Buch (Taschenbuch)
14,90

Gnadenlos ehrlich und wunderbar düster

BluestoneBlog , am 09.06.2019

Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich mir noch unsicher was ich vom Buch halten sollte. Sich mit Sherlock Holmes zu vergleichen und seinen Ermittler über ihn zu stellen ist sehr mutig und hat mich dazu bewegt das Buch zu lesen. Ich wurde nicht enttäuscht, wenn auch anders als erwartet.

Schon der erste Leichenfund, der die Geschichte so richtig einleitet, zeigt den weiteren Verlauf des Buches. Eine verstümmelte und fürchterlich gefolterte Leiche wird aus dem Fluss gezogen und die Suche nach dem Täter beginnt. Diese Suche zieht sie immer weiter in die Abgründe des Stockholms im 18. Jahrhundert. Hier herrschen Verzweiflung, Armut und geplatzte Träume und genau das vermittelt das Buch auch.

Hier gibt es weder eine blühende und hoffnungsversprechende Liebesgeschichte, keine actionreiche Verfolgung des Täters oder sonstige helle Momente, die aus der düsteren Handlung rausreißen. Das Buch ist gnadenlos ehrlich, düster und melancholisch und macht damit sehr viel richtig. Ich habe mich schnell gefesselt gefunden in dieser Welt, die kein Licht zulässt. Immer mehr erfährt man über die Menschen und ihr Leben zu dieser Zeit, wenn man es noch so nennen will. Und umso mehr ich erfahren habe, umso mehr wollte ich wissen. Mehr über die Abgründe, die sich einem auftun.
Denn auch abseits der Jagd auf den Täter gibt es einige Schicksale, die einem auf die ein oder andere weise schockieren und gleichzeitig fesseln. Wie die Faszination am Obskuren.

Die beiden Ermittler passen dabei perfekt in diese Zeit hinein, denn auch sie sind ernst, zielgerichtet und drohen oft zu scheitern. Sie sind menschlich und gerade ihre Art macht sie so greifbar und glaubwürdig. Dabei liefern sie sich mit dem Täter ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem man Stück für Stück auch mehr über ihn und seine Motive erfährt. Auch seiner Vorgehensweise, die genauso schockiert wie es die Leiche vermuten lässt.

Abgerundet wird das Ganze durch den Schreibstil, der noch mehr als die Stadt und ihrer Bewohner das melancholische Gefühl durch das Buch bringt, ohne dabei zu anstrengend oder abstoßend zu werden. Der Autor findet genau die richtige Stimmung, um einen in ein Buch zu reißen, das eigentlich zurückschrecken lässt.
Bringt man dann noch die historischen Recherchen und der Mix aus Fakten und Fiktion mit ein, die der Autor geschickt für sich zu nutzen weiß, erhält man einen in sich stimmigen und fantastischen Krimi, der sich deutlich von denen abhebt, die ich vorher gelesen habe.

Umso mehr kann ich ihn deswegen jedem Krimifan nur ans Herz legen, der sich auch an das Düstere und Ernste herantraut. Er wird nicht enttäuscht werden.

1793 - Niklas Natt och Dag
1793
von Niklas Natt och Dag
(175)
Buch (Paperback)
16,99

Mehr Akteure, mehr Zeichen und eine fesselnde Fortsetzung

BluestoneBlog , am 09.06.2019

Nach dem schon gelungen ersten Teil der Reihe war ich sehr gespannt, wie nun das ganze Potenzial der Welt vom Autorenpaar genutzt wird. Gerade nach dem so offenen Ende aus Teil eins.

Im zweiten Band wird nun Sygna verlassen, der Krieg tritt aus der Stadt heraus in Form des Widerstandes und auch die Spione finden ihren Einsatz. Der Szenenwechsel ist dabei sehr erfrischend, da man Sygna nun schon sehr ausführlich kannte. Aus einem Bürgeraufstand wird etwas handfesteres, noch ernsteres und das liegt nicht zuletzt an den entfesselten Zeichen.

Generell ist nun so einiges anders, die Geschichte wird nun aus der Perspektive mehrerer Personen erzählt, die teilweise nur eine Nebenrolle in Band eins hatten. Mehr über sie zu lernen und ihnen bei ihrem Kampf gegen Aquinzien mitzufiebern war ein großer Reiz des Buches. Auch wenn es durchaus gefährlich sein kann, sich in zu vielen einzelnen Handlugssträngen zu verstricken, konnte man hier leicht den einzelnen Geschichten folgen und wusste bei jedem Protagonisten, an welcher Stelle er sich befand und was seine Ziele sind.
Ein weiterer Vorteil ist, dass viel mehr von der Welt gezeigt werden konnte, seien es abgelegene Orte, Festungen oder die Hauptstadt des Feindes. Überall haben die Urzeichen und der Krieg mit ihnen ihre Spuren hinterlassen, bewirken Veränderung und nicht zuletzt gefahren. Jeder kämpft seinen ganz eigenen Kampf in einem übergeordneten Krieg.

Ein zwar riskanter, aber doch gelungener Schritt waren die verschiedenen Handlungsstränge. Neben den schon bekannten Akteuren wie Dawyd rücken neue Figuren in den Vordergrund, die in Teil eins noch eine Nebenrolle hatten, so beispielsweise der Dichter Ismayl. Zum einen lernt man viel mehr über sie kennen, zum anderen sind sie aber auch nicht mehr nur in Sygna zu finden.
Die neuen Handlungsstränge bringen einen in die Unterwelt Sygnas, die Hauptstadt Aquinziens oder auch auf das Schlachtfeld. Doch trotz der zahlreichen Kulissen und Handlungen kann man dem ganzen sehr gut folgen, bei einem Perspektivwechsel weiß man gleich wieder wo man ist und nach und nach versteht man, wie alles zusammenhängt. So bleibt ein stimmiges Gesamtbild mit vielen Einzelschicksalen mit eigenen Sorgen und Hoffnungen, eigenen Ideen und gerade hier finde ich hat das Buch seine Stärke.

Natürlich rücken auch die dreizehn Urzeichen in den Vordergrund, die auf beiden Seiten des Krieges verteilt sind. Ihre Fähigkeiten werden wie schon im ersten Teil eingesetzt um Dinge zu entwickeln, die es in der fiktiven Welt noch nicht gibt, die aber ganz klar an reale Vorbilder angelehnt sind. So wie man es von den Musketen aus Band eins schon kennt. Wir waren die beiden Autoren sehr kreativ und blieben dennoch im Rahmen ihrer erschaffenen Welt. Denn es gibt immer Wirtschaftszweige, die vom Krieg profitieren.

So spannend und so aufschlussreich wie der zweite Teil auch ist, dabei steht er seinem Vorgänger auch ins nichts nach, so hinterlässt er auch wieder sehr viele offenen Fragen. Denn es ist ganz klar: Schluss ist noch lange nicht. Nur hoffe ich, dass nicht viel mehr Charaktere in den Vordergrund rücken, denn schon so wie es im Band zwei war war es ausreichend. Obwohl man einiges kennenlernen konnte, müssen die angefangen Stränge noch weiter erzählt werden, um nicht doch noch im Chaos zu enden. Doch ich bin guter Dinge und freue mich jetzt bereits auf den nächsten Band von Die Dreizehn Gezeichneten. Hoffentlich werden mir dann mehr Fragen beantwortet in einem ebenso tollen Leseerlebnis.

Die dreizehn Gezeichneten 02. Die Verkehrte Stadt - Judith Vogt, Christian Vogt
Die dreizehn Gezeichneten 02. Die Verkehrte Stadt
von Judith Vogt
(4)
Buch (Paperback)
14,00

Toller Auftakt, macht Lust auf Band 2

BluestoneBlog , am 04.02.2019

Die Frau im roten Mantel, weggedreht vom Leser und ihren Blick über die weite, offene Ebene, hat sofort mein Interesse gefangen, noch bevor ich überhaupt wusste, worum es in dem Buch geht. Nach der Leseprobe war ich mir dann sicher, dass ich das Buch weiterlesen muss, um mehr zu erfahren.Wie im Klappentext schon erwähnt stehen vorallem Kazi und Jase im Mittelpunkt der Handlung. Von Kazis harter Vergangenheit erfährt man recht schnell, zumindest einen Teil davon. Man merkt ihr die Folgen dieser Kindheit an, aber auch die Fähigkeiten, die sie erlernt hat und auf witzige und kreative Weise einzusetzen weiß. Sie war mir mit ihrer direkten und auch frechen Art von Anfang an sympathisch und auch über das Buch hinweg gewinnt sie noch an Tiefe, gerade was ihre Gefühle zu Jase angehen und ihr innerer Kampf zwischen Kopf und Herzen.

Jase war mir nicht gleich zu Beginn sympathisch, ihn musste man erst besser kennenlernen, bevor man seine guten Seiten sieht und er auch zeigt, was in ihm steckt. Aber nicht nur er ist interessant, sondern auch seine ganze Familie. Die Ballenger haben eine so reiche Familiengeschichte, die bis zur Zeit der Altvorderen reicht und immer wieder mit kleinen Schnipsel aus den Tagebüchern der ersten Generation nach dem Großen Krieg angedeutet wird. Aber auch Jase erzählt selbst sehr viel aus seiner Geschichte und das hat mich sehr fasziniert, die Hintergründe zur Familie sind der Autorin sehr gut gelungen und ich war jedes Mal gebannt, wenn ich neues über sie erfahren konnte.
Aber auch die aktuelle Generation und ihre Mitglieder haben alle ihre Eigenheiten und bilden einen unterhaltsamen, bunten Haufen und eine großartige Familie.

Da es schon im Klappentext gesagt wird, konnte man auch erwarten dass sich die Gefühle zwischen Jase und Kazi sehr schnell entwickeln und so kam es auch. Und auch wenn vorhersehbar haben mir doch ihre Annäherungen und ihr Kampf dagegen, denn eigentlich verfolgen sie völlig unterschiedliche Ziele und sollten sich am besten nicht ausstehen können, waren schön mitzuerleben. Sie passen besser zusammen als sie es sich eingestehen wollen und genau das wird unter anderem zu einem zentralen Problem für beide Seiten.
Doch auch darüber hinaus ist Verrat und Manipulation nicht weit und taucht immer wieder auf, gerade durch bestimmte Personen angetrieben, die einem gleich sehr unangenehm vorgestellt werden. Damit sind auch die Gegenspieler gut gelungen, gerade weil man weiß sie stellen etwas an, aber man findet nicht so richtig heraus was denn nun genau oder wer genau.

So schwingt die Geschichte zwischen dem Auftrag von Kazi und ihren Begleiterinnen, Jase‘ Aufgaben als Anführer der Ballenger in einer schwierigen Zeit und den Gefühlen der beiden zueinander. Dabei geht es nicht um die großen, offenen Kämpfe, die geführt werden, sondern um die kleinen Intrigen, verdächtige Personen und Begebenheiten, aber auch um Zusammenhalt in einer so schweren Zeit. Auch wenn einige der Sache sehr vorhersehbar waren, waren sie doch so gut auch geschrieben, dass man es ihnen verzieh und man sehr gerne verfolgt hat, was man schon erwartet.
Daneben gibt es aber auch so einige Dinge, die man sich nicht gleich erklären kann oder die gute Aufmerksamkeit fordern, um die subtilen Hinweise gleich verstehen zu können.

Das Ende des Buches spaltet mich ziemlich. Auf der einen Seite gefällt es mir und bereitet auch den zweiten Band vor, es gibt schöne Szenen und auch eine schadenfrohe. Aber es fühlte sich zu einfach an, zu reibungslos und auch gerafft. Mir fehlten nach dem Aufbau über das ganze Buch hinweg ein packendes Moment, denn das was es gab wurde dafür nicht genutzt.

Dennoch freue ich mich schon sehr auf den zweiten Band der Reihe. Auch wenn manchmal vorhersehbar und einfach, schreibt der erste Band doch eine sehr schöne Geschichte mit tollen Charakteren, die einem leicht ans Herz wachsen können. Auch was die Liebe angeht und ihre Probleme kann es richtig überzeugen. Ich bin mit Leichtigkeit durch die Seiten geflogen und hoffe, dass der zweite Band genauso gut und noch viel spannender wird.
Ich kam auch ohne die Vorgängerreihe „Die Chroniken der Verbliebenen“ gut ins Buch rein, aber ich denke es hilft schon sehr, wenn man sich auch diese vorher durchliest. Schließlich trifft man dann alte Bekannte wieder.

Der Klang der Täuschung - Mary E. Pearson
Der Klang der Täuschung
von Mary E. Pearson
(49)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,00

Eine Fahrt, viele Geheimnisse

BluestoneBlog , am 30.01.2019

Aufmerksam wurde ich auf das Buch weniger durch das schöne Cover, sondern mehr durch den Titel. Auch wenn ich sie nicht zuordnen konnte, kamen mir die Fugger bekannt vor.

Das Buch beginnt direkt sehr düster, angefangen bei der Hinrichtung, der Beschreibung des Prozesses und wie die Leichen am Strick hängen gelassen werden. Als nun elternlose, unverheiratete Frau hat es Agnes sehr schwer in der Gesellschaft des Mittelalters. Nachdem sie sich in Augsburg auf die Spurensuche macht, erlebt sie bald auch am eigenen Leib die Ungerechtigkeit, die damals möglich und nicht unüblich war. Das Buch beginnt daher recht bedrückend und gibt einen guten Einblick über das mögliche Leben in der Zeit.

Agnes Abenteuer und ihre Suche nach Antworten rund um den tödlichen Vorwurf an ihren Vater gestaltet sich dabei spannend und abwechslungsreich. Auch wenn ich teilweise daran gezweifelt habe, ob jemand ohne wirkliche Kenntnisse der Welt außerhalb der Stadt das alles bewerkstelligen kann, hat mir Agnes Charakter doch sehr gefallen. Sie ist keinesfalls eine typische Heldin, mehr schwingt sie zwischen Verzweiflung, leichter Hoffnung und hat einen starken Willen. Sie fällt oft und steht wieder auf und gerade das macht sie so greifbar.

Aber auch die anderen Charaktere, die man während der Fahrt nach Prag kennenlernt, ihre ganz unterschiedlichen Motive und auch deren Verstrickungen haben mich sehr ans Buch gefesselt. Alle für sich haben verständlich gehandelt, gerade als Vertreter ihrer Epoche und wie in jedem historischen Roman ist das für mich sehr wichtig
Auch wenn die Handlung um einige dramatische Elemente erweitert wurde, zeigt sie doch die Gefahren und Strapazen für Fuhrmänner dieser Zeit und auch, warum gerade die Familie Fugger so reich und mächtig werden konnte und lange blieb. Dabei erkennt man Methoden wieder, die schon Vorreitercharakter haben und die man bis heute noch kennt.

Dabei weiß das Buch auch zu überraschen und schafft so zusammen mit dem Einblick in die Zeit eine spannende Geschichte rund um eine einzige Fahrt nach Prag und die Frage, warum Agnes Vater wirklich gehängt wurde. Der Weg zur Auflösung und auch die Auflösung am Ende haben mir gut gefallen und ich konnte das Buch am Ende zufrieden weglegen. Der Schreibstil lässt einem dabei leicht über die Seiten fliegen, sodass auch 500 Seiten leicht zu lesen sind.

Auch hier kann ich es natürlich empfehlen das Nachwort noch zu lesen. Hier erfährt man mehr über die Intention des Autors, auf welcher Weise er den Alltag der Menschen darstellen konnte, gerade in Hinblick auf die Quellenlage, aber auch mehr Informationen zu den Teilen des Buches, die auf Fakten beruhen. Damit wird das ganze noch einmal abgerundet und ich weiß nun auch wieder, woher ich den Namen der Fugger kannte, zusammen mit einigen anderen schönen Eindrücken.

Wer sich für die Zeit des Mittelalters begeistern kann, gerade auch den ungemütlichen Aspekten und wer ein wenig Interesse für die Wirtschaft der Zeit aufbringen kann, dem kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen

Das Gold der Fugger - Peter Dempf
Das Gold der Fugger
von Peter Dempf
(3)
Buch (Taschenbuch)
10,00

Guter Krimi mit Potenzial für mehr

BluestoneBlog , am 23.01.2019

Das Cover mit der sehr passenden Krähe hat mich gleich auf das Buch neugierig gemacht, als ich es gesehen habe. Auch der Klappentext versprach einen spannenden Thriller, sodass ich mit guten Erwartungen angefangen habe.

Mara hat mir als Charakterin sehr gut gefallen. Nicht weil sie anders ist und auffällt, sondern weil sie eben dadurch ausgegrenzt wird und mit sich selbst zu kämpfen hat. Ihre Versuche, auch nur ein Stück näher an die Wahrheit zu kommen, die richtigen und falschen Entscheidungen, die sie trifft und auch ihre Gefühlswelt haben mich überzeugt. Die meiste Zeit zumindest, denn gerade gegen Ende finde ich manche Dinge, ihr Umgang mit Verlust, nicht sonderlich überzeugend. Das hat am Ende dem ganzen ein Dämpfer verpasst, alles in allem ist sie aber eine spannende Hauptprotagonistin und ich freue mich auch schon auf mehr von ihr.

Ihr Partner Rosen ist mir erst mit der Zeit warm geworden. Auch bei ihm sieht man einen Kampf gegen seine altbekannten Wege, die ihn in ein anderes Abseits geschoben haben. Er hat klar noch viel zu lernen, bietet aber ein gutes Potenzial, auch wenn er zwischendurch enttäuscht hat, was aber zu seiner Rolle passte.

Auch die anderen auftretende Charaktere waren in ihrem Handeln logisch und gut beschrieben, sodass ich bei keinem das Gefühl hatte, dass er nicht in die Geschichte passt. Gerade ein später auftretender Spitzel, aus dessen Sicht auch ein Teil der Geschichte erzählt wird, konnte dabei hervorstechen und ich sehr gut mit ihm mitfühlen.

Die Handlung konnte mich dabei durchaus überraschen, zum einen wegen der Grausamkeit der Morde, zum anderen aber auch wegen den Verstrickungen, in die Mara durch ihre neugierige Suche gerät. Denn schnell ist klar, dass hier mehr dahinter steckt als nur ein gewalttätiger Irrer. Die Handlung, ihre Wendungen und auch die zwischenmenschlichen Momente, die auch Ruhe reinbrachten, war gut und ließ sich dank des gelungenen Schreibstils des Autors gut lesen. Es fehlte mir aber einfach das wirklich besondere, das den Thriller von anderen hervorhebt. Das macht ihn nicht schlechter, aber auch nicht sehr gut.

Mit Blinde Rache wird der Grundstein für eine Reihe gelegt, die so einige unangenehme Zeitgenossen für Mara bereithält, auf die ich mich schon sehr freue. Es verspricht auch in Zukunft spannend zu werden, sodass ich auch die anderen Bücher der Reihe lesen möchte und hoffe, sie bringen noch das gewisse Extra, das die Reihe besonders macht.

Blinde Rache - Leo Born
Blinde Rache
von Leo Born
(51)
Buch (Taschenbuch)
11,00

Hervorragender Historischer Roman

BluestoneBlog , am 18.01.2019

Der Klappentext nimmt schon viel von dem voraus, was man über den ersten größeren Teil des Buches sagen kann. Das Cover gefällt mir dabei auch sehr gut, die schottischen Highlands und die Frau im Vordergrund haben meinen Blick fangen können und zusammen mit dem Klappentext dann mein Interesse geweckt. Es geht genau um diese junge Frau, die ihren Alltag in einem abgelegenen, unheimlichen Herrenhaus mit einem merkwürdigen Gastgeber verbringen muss. Dabei findet sie immer mehr Dinge heraus, die sie sich nicht erklären kann, und hört Dinge, die sie nicht versteht, alles in allem ist es passend beschrieben eine Schauerliteratur.

Genau das macht das Buch auch sehr gut, es wirft immer mehr Details ein, Begebenheiten die man sich nicht erklären kann, auch wenn man teilweise schon ahnt was dahinter steckt. Dennoch war ich die ganze Zeit über gespannt zu wissen, was nun wirklich dahinter steckt, die ganze Wahrheit hinter den Dingen zu erfahren, die ich schon geahnt und noch viel mehr über die Dinge, die ich mir gar nicht erklären konnte. Dabei nimmt sich das Buch viel Zeit diese erste Zeit Fionas in dem Haus, ihren Alltag aufzuzeigen und droht dabei auch repetitiv zu werden und auf der Stelle zu treten, gerade zu Beginn des Buches.

Dennoch habe ich mich daran nicht gestört, denn dieser eigentlich sich wiederholende Alltag wird immer wieder durchbrochen von den mysteriösen Details, die ich schon erwähnt habe. Ich war gefesselt und habe das Buch nicht mehr weglegen können. Das liegt nicht zuletzt auch an den auftretenden Charakteren. Dabei wird man trotz des Umfangs des Buches nicht mit Charakteren zugeworfen, sondern man hat eine überschaubare Anzahl von ihnen, sodass man zu ihnen eine Bindung aufbauen und sich die Eigenheiten eines jedes einprägen konnte. Diese Mischung aus einer alltäglichen Geschichte mit einem bunten Mix von Menschen und Fionas Suche nach dem Geheimnis des Hauses und des Gastgebers ist sehr schön umgesetzt und sorgte für ein entspanntes Leseerlebnis.

Wirklich spannend wurde es dann mit dem Auftreten einer weiteren Person. Ab hier nimmt die eher gemächliche Handlung Fahrt auf und auch die Personen kommen erst richtig zum Vorschein. Gerade Fiona macht dabei eine sehr gute Entwicklung durch und wird mir gegenüber ihrer verängstigten und unsicheren Art nun erst recht sympathisch. Dabei war sie schon vorher durch ihre besondere Gabe, die nun auch noch mehr in den Vordergrund kommt und auf die ich gleich noch eingehe, interessant.
Auch über Aiden, ihren Gastgeber, erfährt man endlich mehr und seine Motive und auch seine Geschichte wird klarer. Generell wird ab einem bestimmten Punkt viel von dem aufgeklärt, was sich im Herrenhaus abspielt, woher der schlechte Ruf kommt und wie Aiden und Fiona miteinander verbunden sind. Es sind langersehnte Antworten auf Fragen, die sich teilweise durch das ganze Buch gezogen haben. Dabei war ich sehr zufrieden mit der Auflösung, dem Blick hinter die Kulissen und in die Vergangenheit. Die schon interessante Geschichte wird nun noch einmal erweitert und auch mit einer spannenden neuen Komponente versehen. Auch die Beziehung zwischen Fiona und Aiden, die sich wenig überraschend entwickeln musste, wird auf die Probe gestellt und war sehr schön mitzuerleben.

Neben dem angenehmen Schreibstil der Autorin, die einen auch 700 Seiten mal locker lesen lassen, haben mich vor allem ihre Recherchen fasziniert. Mein großer Tipp ist wirklich gleich nach, nicht vor, dem Buch das Nachwort zu lesen. Hier werden viele der teils angedeuteten Fakten im Buch noch einmal aufgerollt und näher erklärt. Dazu zählt auch Fionas schon erwähnte Gabe, die eine faszinierende Facette ins Buch gebracht hat. Man merkt der ganzen Geschichte an, dass hier Fachwissen dahintersteht, das so angenehm leicht verpackt wurde. Sei es nun die Geschichte der schottischen Highlands Mitte des 19. Jahrhunderts oder auch eine Mythologie, für die ich jetzt aber spoilern müsste. Wie in guten Historischen Romanen üblich lernt man während des Lesens so viel dazu, über die entsprechende Zeit, aber auch über die hier auch gut erkennbare Mentalität der Menschen. Das noch einmal nach dem Buch zusammengefasst und tiefer erklärt zu bekommen, hat mich dann vollends überzeugt.

Wie sehr mir das Buch gefallen hat, lässt sich wohl schon daran ablesen, dass ich am ersten Tag 500 Seiten gelesen habe und nur dadurch unterbrochen wurde, dass es dann spät wurde ich doch schlafen musste, nur um es am nächsten Tag ganz zu verschlingen. Das Buch ist mit seinem umfangreichen Nachwort und Glossar der benutzten gälischen Sprache faszinierend, hervorragend recherchiert, dass ich mich auf die korrekte Darstellung auch verlassen kann und wieder neue Sachen gelernt habe. Die Geschichte kann zwischendurch ein wenig gedehnt sein, aber das macht sie mit so viel spannenden Geheimnissen weg, erst recht wenn dann alles aufgelöst und erklärt wird.

Ich kann das Buch wärmstens allen empfehlen, die Historische Romane mögen und denen eine intensive Recherche auch wichtig ist. Die Highlands laden schon ideal in eine Schauergeschichte ein und hier passt das Buch auch sehr gut rein. Mich konnte es vollends überzeugen.

Die Melodie der Schatten - Maria W. Peter
Die Melodie der Schatten
von Maria W. Peter
(65)
Buch (Taschenbuch)
11,00

Düster, spannend und macht Lust auf mehr

BluestoneBlog , am 11.01.2019

Aktuell läuft noch die Verfilmung des ersten Bandes von Mortal Engines im Kino, deshalb wollte ich auf jeden Fall das Buch lesen, bevor ich mir den Film anschaue. Jetzt wo ich es gelesen habe, habe ich noch mehr Lust auf den Film bekommen.Das Cover hat mich schon richtig begeistert. Diese riesige, strahlende Stadt die sich auch noch bewegen lässt, dazu die Luftschiffe und im Vordergrund die im Vergleich winzige Gestalt mit dem roten Schal. Dazu noch der Klappentext und ich wusste, das Buch muss ich lesen.

Die Welt von Mortal Engines hat mich vom ersten Moment an fasziniert. Zum einen natürlich, dass solche riesigen Städte wie auf dem Cover, dabei sei gesagt dass das bei weitem nicht die Größte zu sein scheint, über die Erde fahren und sich gegenseitig bekriegen, zum anderen aber auch die Mentalität ihrer Einwohner. Weit über das Jahr 3000 hinaus hat sich die Lebenseinstellung der meisten so verändert, dass man es kaum wiedererkennt. Stationäre Städte werden als altmodisch abgestempelt, das Recht des Stärkeren wird jetzt nicht mehr auf Tiere, sondern ganze Städte angewendet und auch die Funktionsweise der Städte generell, all das gefällt mir richtig gut und bietet so viel Potential für die ganze Reihe.

Erzählt wird die Geschichte dabei aus der Sicht mehrerer Protagonisten, die ihre ganz eigenen Abenteuer erleben. Tom ist dabei ein ganz bewusst stereotypischer Einwohner einer solchen Traktionsstadt und an ihm kann man zu Beginn sehr gut die Lebenseinstellung der Menschen ablesen. Er verehrt die Maschinen und weist das Leben auf blanker Erde entschieden von sich. Als sein Weltbild jedoch erschüttert wird und er sich einer anderen Realität stellen muss, macht er eine sehr schöne Wandlung durch mit all den Zweifeln und dem Kampf, wenn ein bisher gewohntes Bild langsam zerstört wird.
Hester war hingegen von Anfang an mit ihrer zweigeteilten Art ein spannender Charakter. Ihre Vergangenheit hält düstere Geheimnisse und man kommt nicht umher dass sie einem leidtut, auch wegen der Beschreibung im Buch zu ihr, die knallhart ehrlich ist. Auf der einen Seite ist sie abhärtet und auch abgestumpft vom Leben, auf der anderen Seite dringt aber noch immer ein anderer, weicherer Kern durch, der sie erst recht sympathisch macht. Die beiden auf ihrem gemeinsamen Weg zu begleiten, gerade weil sie so unterschiedlich sind, hat mir gut gefallen und mit der Zeit wuchsen sie mir immer mehr ans Herz.

Von dem Abenteuer der beiden unterscheidet sich Katherines gänzlich. Als Kind der Oberschicht Londons deckt sie mit der Zeit düstere Geheimnisse auf und bietet einen Blick auf die Stadt, die durch Tom und Hester nicht geboten werden kann. Sie ergänzt die Geschichte der beiden passend und ist gerade für den ersten Teil einer Reihe sehr hilfreich, um die Welt zu verstehen. Mit ihr bin ich aber nicht richtig warmgeworden, ich mochte sie zwar und auch mit ihr habe ich mitgefiebert, aber ihre Entwicklung ist einfach nicht so greifbar wie bei Tom und Hester gewesen. Da auf 330 Seiten aus drei Perspektiven geschrieben wird, fehlt zum Teil die Zeit für den Einzelnen. Bei Tom und Hester ging das, weil sie zusammen unterwegs sind, bei Katherine hat man das schon deutlicher gemerkt.
Auf die vierte Perspektive will ich noch nicht weiter eingehen, hier kann ich nur sagen dass sich wohl die Geister scheiden, ob es nötig war sie noch mit einzubinden oder ob man das anders hätte lösen können.

Doch auch abgesehen von den Hauptcharakteren begegnet man im Buch einer ganzen Reihe von interessanten Menschen mit allen möglichen Lebensarten. Sei es der Widerstand zu den Planeten verwüstenden und plündernden Traktionsstädten oder Bewohner anderer Städte, teils mobil, teils statisch. Ihre persönlichen Geschichten und Motivationen hinter ihrem Handeln, aber auch ihre Lebenseinstellung erweitern noch einmal sehr gut die erschaffene Welt. Dabei war für mich von sympathisch bis absolut unverständlich und unsympathisch alles dabei.

Die Handlung gleicht einem Abenteuer, das gerade erst begonnen hat. Man merkt, dass hier viel Grundlegendes für die nächsten Bände erklärt werden soll, auch weil man so ganz unterschiedliche Menschen und Orte kennenlernt. Sie soll Lust auf mehr machen und was soll ich sagen, das macht sie mit Erfolg. Denn auch wenn hier viel vorgestellt wird, packt man all das in ein spannendes Abenteuer in einer düsteren, ungewohnten Zukunft. Auf der einen Seite war ich davon fasziniert, was man lernt, aber auch von den Beziehungen die aufgebaut wurden, auf der anderen Seite nimmt die Handlung dann aber auch richtig Fahrt auf und wird mit all ihren Gefahren und kleinen Hoffnungen so spannend, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte und regelrecht verschlungen habe.

Ich weiß jetzt schon, dass ich mich riesig auf die nächsten Teile der Reihe freue. Ich kann das Buch jedem nur empfehlen, der große Abenteuer mag und der sich mit dem Setting anfreunden kann. Der erste Band hat mich überzeugt und jetzt freue ich mich erst einmal, das alles im Kino umgesetzt zu sehen.

Mortal Engines - Krieg der Städte - Philip Reeve
Mortal Engines - Krieg der Städte
von Philip Reeve
(65)
Buch (Taschenbuch)
12,00

Humorvoll und ironisch mit Wiedererkennungswert

BluestoneBlog , am 06.01.2019

Ich hatte sehr viel Spaß mit diesem Buch, schon als ich das Cover gesehen habe, den Klappentext und die Leseprobe. Und ich wurde über das Buch hinweg in meinem Eindruck nicht getäuscht.

Mit seinem lockeren Schreibstil, seiner direkten und oft ironischen Art und nicht zuletzt mit seinen kreativen Wortwitzen schafft er ein so angenehm witziges Buch, das durch seine kurzen Kapitel mit immer anderen durch Ratgeber lösbaren Problemen auch für mal zwischendurch wunderbar geeignet ist.

Wie das Buch schon im Klappentext verspricht, sind das dabei alles Situationen aus dem Alltag, von dem jeder bestimmt schon das ein oder andere erlebt hat. Die gutgemeinten Ratschläge und selbstlosen Ratgeber für stolzes Geld. Ich hatte sehr viel Spaß und musste immer wieder an Stellen lachen, die ich selbst wiedererkannte und die durch den besagten überspitzen Schreibstil karikiert wurden. Viel mehr lässt sich über die Situationen auch nicht sagen, es sind wie kleine Kurzgeschichten aus dem Leben, die alle für sich allein stehen können.

Das soll es auch schon gewesen sein, das Buch erklärt sich schon im Klappentext von selbst. Es ist witzig, kurzlebig und lässt sich gut in einem Ruck oder kleinen Happen genießen. Man wird viel zu Lachen haben, das Buch macht also alles richtig und hält seine Erwartungen.

Ein Arschvoll Ratschläge - Kai Twilfer
Ein Arschvoll Ratschläge
von Kai Twilfer
(1)
Buch (Taschenbuch)
10,00

Leider nicht so spannend wie beschrieben

BluestoneBlog , am 17.11.2018

Codename Eisvogel, ein stilvoll schlichter Name auf schlichtem Cover, der mich sehr neugierig gemacht hat. Dazu noch ein Autor, der nicht genannt werden möchte und das ganze in einem Thriller, genauer einem Verschwörungsthriller, umso mehr habe ich mich gefreut, ein Exemplar bei der Crime Club Leserunde auf Lovelybooks zu gewinnen.

So wirklich mitgerissen konnte ich aber nicht werden.
Das liegt in erster Linie an der Hauptprotagonistin Grace. Als sie eingeführt wurde, schrie sie geradezu nach der gescheiterten Journalistin mittleren Alters, die über ihre verlorenen Träume trauert. Darüber hinaus war nicht viel über sie zu sagen, sie war krampfhaft fokussiert ihr Lebensziel doch noch zu erreichen und das war es dann auch schon. Sie wirkte mehr funktional für das Buch als alles andere, daher berührten mich die späteren Gefahren und Verluste ihrerseits dann gar nicht.

Elena hingegen war dann noch interessanter gewesen. Um ihre Geheimnisse soll es sich auch noch drehen und um diese aufzuzeigen, springt der Autor zwischen der Gegenwart und ihrer Vergangenheit. Die Übergänge waren dabei gut gestaltet, man wusste schon nach wenigen Zeilen, dass nun wieder eine Episode ihrer Vergangenheit ansteht und war so nicht verwirrt oder überfordert. Diesen Teil der Geschichte fand ich persönlich auch spannender und schade, dass Elena nicht die Hauptprotagonistin des Ganzen wurde, da sie weit mehr Potenzial hatte als Grace. Sie wie auch ihre Freunde und „Freunde“ haben der Geschichte den nötigen Reiz verpasst.

Dass Grace für mich so bedeutungslos und ausdrucksschwach war, hat dann der Handlung nicht gut getan. Mit einer anderen Protagonistin, die mehr Charaktertiefe hat und mit der man besser mitfühlen kann, wären ihre Verfolgung und die Wahrheitsfindung spannend und mitreißend geworden, so wie ich es bei Thrillern liebe. Allerdings war es für mich dann dennoch so schnell vorbei wie es angefangen hat. Die gehetzte Stimmung und allgegenwärtige Angst war zwar spürbar, aber konnte mich nicht wie in anderen Thrillern packen, die ich gar nicht weglegen konnte. Dennoch war sie an sich solide und unterhaltsam bis zum Ende, wobei es hier einen groben Schnitzer gab, ein Verlust, der für mein Geschmack dann zu sehr übergangen wurde.

Codename Eisvogel war für mich kein schlechtes Buch, aber auch keins, das mich mitreißen konnte. Der Wahrheitsanteil, mit dem geworben wird, kann zwar ein Anreiz sein. Aber im Endeffekt muss das Buch an sich überzeugen und das konnte es leider nur bedingt.
Ich würde das Buch also auch nur bedingt weiterempfehlen. Wer mehr über die Wahrheit herausfinden will und sich dafür begeistern kann, für den wird das Buch unterhaltsam sein. Als reiner Verschwörungsthriller oder Thriller an sich würde ich dann aber andere Bücher als das empfehlen.

Codename Eisvogel - »The Kingfisher Secret« - Anonymous
Codename Eisvogel - »The Kingfisher Secret«
von Anonymous
(14)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

 
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