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Lia48

Gesamte Bewertungen 105 (ansehen)


Meine Bewertungen

Lädt Jung & Alt ein, immer wieder darin zu blättern!

Lia48 , am 17.06.2019

"Federn gehören zu den erstaunlichsten Dingen, die die Natur zu bieten hat. Sie sind gleichzeitig zerbrechlich und stark, extravagant und wunderschön." (S.3)

Egal ob man dieses Sachbilderbuch nur durchblättern und die wunderschönen Illustrationen bewundern und auf sich wirken lassen möchte, oder ob man Seite für Seite für sich entdeckt - mit diesem Buch kommt sowohl Jung als auch Alt auf seine Kosten! Es ist ein Buch, dass man einfach gerne ich die Hand nehmen möchte und das man im Prinzip auf einer beliebigen Seite aufschlagen kann.

Thematisch beschäftigt sich das Sachbilderbuch mit den verschiedensten Bereichen, die mit Federn zu tun haben: Verschiedenen Arten von Federn, Entstehung einer Feder, Aufbau einer Feder, Farben von Federn, Länge & Anzahl bei den Vögeln, das Fliegen, Flügeltypen, Funktionen von Federn und die Verwendung von Federn in der Menschheit.

Durch die Anzahl von 87 Seiten, sind recht viele Bilder und Texte vorhanden und es bietet sich daher an, immer wieder darin zu blättern.
Vom Verlag wird das Buch für Kinder ab 6 Jahren empfohlen. Ich denke, dies kommt ganz darauf an, wie man das Buch einsetzen möchte. 6-jährige Kinder werden bestimmt einige Bilder für sich entdecken. Doch die Texte beinhalten häufig (physikalische & biologische) Fachbegriffe, von denen einige, aber nicht alle erklärt werden. Zum Lesen ist das Buch vom Verständnis her eher für etwas ältere Kinder geeignet oder benötigt einen Erwachsenen, der bei Bedarf noch manches erklärt, oder ggf. nur einzelne Textstellen daraus zum Lesen auswählt.
Außerdem ist der Bucheinband etwas empfindlich, da er keine spezielle Beschichtung aufweist. Im Gegenzug kann man das Buch so auch von außen haptisch wahrnehmen. Zudem verhilft ihm dies meiner Meinung nach, mitsamt den hübschen Illustrationen, zur wunderschönen Aufmachung des Buches!

Auf jeder Doppelseite befinden sich Bilder von Federn und/ oder Vögeln, die sich mindestens über eine Seite erstrecken. Verschiedene Drucktechniken wurden verwendet und die Farben sind zwar immer wieder bunt, aber nicht so knallig und oft dezent eingesetzt und zum Teil ein kleines bisschen düster, was mir persönlich jedoch gut gefällt und das Buch besonders aussehen lässt.
(INFO: Die digitalen Vorschaubilder hier, sehen deutlich knalliger aus, als tatsächlich in der Printversion!)

FAZIT: Ein wirklich schönes Sachbilderbuch für Jung und Alt, das regelrecht dazu einlädt, es immer wieder in die Hand zu nehmen, darin zu blättern und zu lesen! Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 5/5 Sterne!

Die Feder - Britta Teckentrup
Die Feder
von Britta Teckentrup
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Gute Ansätze sind vorhanden, leider hat das Buch aber einige Schwächen...

Lia48 , am 16.06.2019

INHALT:
Antoine Duris bewirbt sich für die Saalaufsicht im Pariser Musée d'Orsay - einem Museum voller Kunstwerke.
Die Personalchefin Mathilde ist äußerst verwundert darüber. Schließlich ist Antoine als renommierter Professor, der selbst Kunst studiert und bisher auch gelehrt hat, deutlich überqualifiziert für diesen Job.
Antoine hingegen möchte eigentlich nur seine Ruhe. Er kämpft damit, den Boden unter den Füßen nicht zu verlieren. Seine langjährige Beziehung ist am Ende. Und dann gab es da auch noch diesen schrecklichen Vorfall...

MEINUNG:
Dies ist ein Buch, dem ich während dem Lesen sehr zwiegespalten gegenüberstand.
Ganz am Anfang war ich neugierig: Was ist passiert, dass Antoine von heute auf Morgen Wohnung und Job an den Nagel gehängt hat?
Inhaltlich beschäftigt sich das Buch zunächst hauptsächlich mit Antoine, mit seiner Arbeit und mit der mittlerweile in die Brüche gegangenen Beziehung. Bis auf den Anfang, fand ich die ersten 115 Seiten von der Handlung her etwas schwächer, vielleicht war der Teil mir hier auch ein bisschen zu ruhig. Ab der Buchmitte etwa, steht die Studentin Camille im Fokus der Geschichte, die sich für Kunst begeistert. Von hier an konnte mich der Inhalt durchaus fesseln und ich habe ihn gerne verfolgt.
Zu Beginn hatte ich meine Schwierigkeiten mit Antoine, weil er den Kontakt zu anderen Leuten meidet, etwas besserwisserisch wirkt und mir recht unsympathisch war. Auch dadurch hatte ich in der ersten Hälfte keine richtige Verbindung zum Buch.
Doch die Entwicklung der Personen hat mir gut gefallen. Trotzdem hätte ich mir bei den Figuren noch etwas mehr Tiefe gewünscht, um noch mehr mit ihnen mitfiebern zu können. Erst in der zweiten Buchhälfte kam bei mir etwas Gefühl an.
Klasse fand ich, wie der Autor die verschiedenen Handlungs- bzw. Zeitstränge nach und nach fließend zusammenführt.
Sprachlich hatte ich mir etwas mehr erhofft. Es war okay, aber nicht mehr und nicht weniger. Bzw. was mich am Anfang sehr gestört hat, war, dass so oft von "dem Führer" die Rede war. Dies erinnert mich nun mal mehr an die Zeit des Zweiten Weltkrieges. "Museumsführer" oder andere Begrifflichkeiten, hätte ich hier passender gefunden!
Auch den Buchtitel finde ich ungünstig gewählt, da die Geschichte tatsächlich nur relativ kurz im Musée d'Orsay spielt.
Die mehrmals auftauchenden Anmerkungen in den Fußzeilen, fand ich eher unnötig, bzw. hätte man wenn dann auch gleich richtig in den Text einbauen können.

FAZIT: Die erste Buchhälfte mochte ich weniger, die zweite dafür mehr. Die Geschichte hat gute Ansätze aber so einige Schwächen. Inhaltlich hat es mir insgesamt trotzdem ganz gut gefallen, deshalb 3-3,5/5 Sterne.

Die Frau im Musée d'Orsay - David Foenkinos
Die Frau im Musée d'Orsay
von David Foenkinos
(19)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Ruhigere Handlung mit eigenwilligem & schönem Schreibstil

Lia48 , am 13.06.2019

INHALT:
Alba und Luke kehren nach Jahren wieder zurück in ihre alte Heimat. In dem beschaulichen Dorf im Osten der Lüneburger Heide, steht das ehemalige Anwesen von Lukes Eltern, welches bald verkauft werden soll. Das Paar hat eigentlich nur einen kurzen Aufenthalt von maximal zwei Stunden geplant, da es nach seinem überstürzten Aufbruch von damals, möglichst niemandem im Dorf begegnen möchte.
Doch letztendlich verläuft alles ganz anders als geplant...

MEINUNG:
Gleich zu Beginn sticht dem Leser der recht eigenwillige Schreibstil des Autors ins Auge. Dieser beinhaltet viele sehr kurze Sätze, wodurch den gewählten Wörtern eine erkennbare Prägnanz verliehen wird. Zusätzlich gibt es häufige Wortwiederholungen (z.B. mehrere Sätze hintereinander die "sagte sie" enthalten). Dies sind Eigenschaften, die ich bei manchen Büchern eher als störend wahrnehme. Doch hier hat mir das ausgesprochen gut gefallen! Es entsteht ein ganz eigener Stil und Sinneseindrücke werden regelrecht spürbar, wodurch die Geschichte sehr atmosphärisch wirkt und mich von Anfang an in seinen Bann ziehen konnte.
Auch die nicht vorhandene wörtliche Rede, trägt ihren Teil dazu bei. Ohne diese, muss man zwar manche Sätze unter Umständen mehrmals lesen um sie zu verstehen, doch dies hat gleichzeitig seinen ganz eigenen Charme.
Zwischendurch sind auch sehr schöne, leicht poetisch angehauchte Sätze dabei, z.B.: "Wir tauchen hinab auf den Grund des Sees. Über uns nichts als wogende Stille. Blau und grün. Sonne und Mond. Licht und Schatten." (S.9)
Inhaltlich beschäftigt sich das Buch viel mit der Vergangenheit von Alba und Luke (z.B. wie sie sich kennen und lieben gelernt haben). Aber auch die Dorfbewohner mit ihren zum Teil recht konfliktreichen Beziehungen untereinander, werden thematisiert (was mich manchmal ein bisschen an "Unterleuten" von Juli Zeh erinnert hat).
Es ist eine insgesamt eher ruhigere Lektüre mit wenig Handlung, was man sicherlich mögen muss. Mir wurde es dadurch an manchen Stellen etwas zu langatmig. Doch ich habe immer wieder zurück in die Handlung gefunden, deren nachvollziehbare Entwicklung ich gerne und mit großem Interesse verfolgt habe. Ich wollte immer wissen, wie es weitergeht und was sich damals vor dem plötzlichen Aufbruch des Paares, tatsächlich im Dorf ereignet hat!

FAZIT: Ein ruhigeres Buch mit eher wenig, aber mit interessanter Handlung. Die Entwicklung der Geschichte hat mir gut gefallen. Besonders mochte ich den eigenwilligen Schreibstil, der dem Buch einen tollen Charakter verleiht (da Vorlieben unterschiedlich sind, würde ich trotzdem empfehlen vorher die Leseprobe anzuschauen!). Längen gab es immer wieder, aber nur für kurze Zeit. Von mir gibt es daher eine Leseempfehlung und 4/5 Sterne!

Dorfidioten - MIscha Kopmann
Dorfidioten
von MIscha Kopmann
(2)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Auf der Suche nach dem Zauber für die ewige Liebe...

Lia48 , am 11.06.2019

INHALT:
Der jüdische "Große Zabbatini" trat 1939 in Berlin als erfolgreicher Bühnenzauberer auf. Heute möchte der alte Mann nichts mehr davon wissen. Überhaupt hält ihn doch nichts mehr auf dieser Welt...

Der knapp 11-jährige Max dagegen spürt, dass sich zwischen seinen Eltern etwas verändert hat. Dass diese dann bekannt geben, sich scheiden zu lassen, trifft ihren Sohn schwer. Doch da fällt Max glücklicherweise die alte Schallplatte eines Zauberers in die Hände. Diese bringt ihn auf eine Idee:
“Er musste den Großen Zabbatini finden. Nur der Große Zabbatini konnte seine Familie retten.“ (S.84) “Wenn der Spruch funktionierte, würde Dad wieder einziehen, Mom würde endlich aufhören zu putzen und die Scheidung würde abgesagt werden. Dann wäre alles wieder gut." (S.77)
Und so begibt sich Max auf die Suche nach dem Zauber für die ewige Liebe...


MEINUNG:
Dies ist ein Buch, das ich wirklich gerne gelesen habe. Es beinhaltet eine tolle Vielfalt an Themen. So spielen Inhalte wie z.B. Familie, Trennung, Zauberei oder Antisemitismus eine große Rolle im Buch, wobei der geschichtliche Teil wunderbar in die Handlung eingebunden wurde.
Ebenso für Abwechslung sorgen die beiden Handlungsstränge der Geschichte. Der eine fängt zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Prag an und beinhaltet u.a. einiges über den Holocaust, der andere beginnt Anfang des 21. Jahrhunderts in Kalifornien und erzählt die Geschichte von Max und seinen Eltern. Anfangs dachte ich noch, wie das denn bitte mal zusammenpassen soll. Doch der Autor hat hier tatsächlich ganze Arbeit geleistet! Geschickt verwebt er die einzelnen Fäden der beiden Erzählstränge nach und nach ganz langsam zu einem harmonischen Ganzen, das sich fließend lesen lässt.
Den Schreibstil habe ich vor allem auf den ersten Seiten des Buches als ganz unterschiedlich wahrgenommen. So war die Sprache im früheren Handlungsstrang ein kleines bisschen anspruchsvoller und beinhaltete auch mehr ältere oder selten verwendete Wörter. Beim anderen Teil dagegen wirkte die Sprache etwas einfacher. Zu Beginn musste ich mich etwas an die Unterschiede gewöhnen, doch bald fielen sie mir gar nicht mehr auf und sie passten wunderbar zur entsprechenden Zeit.
Im Gegensatz zur Beschreibung im Klappentext, fand ich persönlich das Buch alles andere als "aberwitzig". Viel mehr war ich dafür aber angetan von der Handlung! Diese konnte mich vor allem am Anfang und gegen Ende sehr bewegen - im Mittelteil hätte es noch etwas emotionaler sein dürfen. Trotzdem hat mich die Geschichte die meiste Zeit gefesselt und ich konnte sie kaum zur Seite legen.
Dem ein oder anderen Leser könnte das Ende evtl. etwas zu konstruiert sein, doch mich hat es hier nicht sonderlich gestört - Zufälle passieren manchmal im Leben!

FAZIT: Insgesamt ein wirklich tolles Buch mit vielfältigen Themen, einigen bewegenden Momenten und mit einem ausgezeichneten Zusammenführen der beiden Handlungsstränge. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4,5/5 Sterne!

Der Trick - Emanuel Bergmann
Der Trick
von Emanuel Bergmann
(59)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

Unterhaltsam, aber etwas vorhersehbar & stellenweise zu konstruiert

Lia48 , am 08.06.2019

INHALT:
Morgan Shepard, ein drogenabhängiger TV-Star, findet sich beim Aufwachen plötzlich in einem verschlossenen Hotelzimmer wieder. Mit ihm sind weitere fünf ihm unbekannte Menschen im Raum. Die Tür ist verschlossen und auch sonst scheint es auf den ersten Blick keinen Weg nach draußen zu geben.
Doch warum sind sie alle hier? Und weshalb liegt im Badezimmer ein Toter, der sich schließlich als ehemaliger Psychiater von Morgan Shepard entpuppt?
Unter ihnen befindet sich ein Mörder. Und wenn Shepard ihn nicht findet, werden sie alle sterben...

MEINUNG:
Hier hat es etwas gedauert, bis ich in das Buch hineingefunden habe. Das lag wohl mit am Schreibstil, der mir zu Beginn nicht besonders zugesagt hat: Einfache Sprache, Wortwiederholungen und immer wieder recht kurze Sätze, ließen mich anfangs stolpern, doch ich gewöhnte mich schließlich daran.
Vom Inhalt her hätte das Buch wirklich interessant werden können. Phasenweise hat mir die Handlung auch ganz gut gefallen. Doch zum Teil fand ich sie etwas zu vorhersehbar. Und immer wieder waren Stellen dabei, die auf mich sehr konstruiert wirkten, was ich sehr schade fand.
Die Figuren hätten meiner Meinung nach noch mehr Tiefe vertragen können. Vielleicht wäre ich dann mit dem Protagonisten noch besser zurechtgekommen.
Trotz allem konnte mich das Buch auch unterhalten, hätte meiner Meinung nach jedoch noch mehr Potenzial gehabt.
Einen Pluspunkt gibt es für die Aufmachung der Klappenbroschur: Die Haptik (raue Mauern, glatte Blutspritzer) fühlt sich toll an in der Hand!

FAZIT: Kann man lesen, muss man aber nicht. 3/5 Sterne!

Escape Room - Nur drei Stunden - Chris McGeorge
Escape Room - Nur drei Stunden
von Chris McGeorge
(48)
Buch (Paperback)
14,99

Skurril & verstörend, aber dennoch lesenswert!

Lia48 , am 07.06.2019

KURZREZENSION

INHALT:
Als nach dem Vater auch noch die Mutter stirbt, sind die vier Geschwister (6-16 Jahre alt) plötzlich ganz auf sich allein gestellt. Aus Angst, was aus ihnen werden könnte, sollte jemand davon erfahren, verheimlichen sie es. Die Leiche der Mutter wird einzementiert.
Abgeschottet von der Außenwelt, verbringen sie die langen Sommerferien allein in dem großen Haus. Und niemand scheint davon Wind zu bekommen...

MEINUNG:
Dies war mein erstes Buch von Ian McEwan. Mit dem Schreibstil des Autors bin ich sehr gut zurecht gekommen und konnte mir alles gut vor Augen führen.
Schon der Klappentext ließ auf keine ganz gewöhnliche Handlung schließen, was sich auch beim Lesen bestätigte. Denn der Inhalt wirkt etwas skurril, vielleicht auch ein bisschen verstörend (wer versteckt schon seine eigene tote Mutter unter einem Haufen Zement?). Aber dies macht sicherlich auch den Reiz des Buches aus.
Auch wenn ich über eines der vorhandenen Themen eher ungern Bücher lese (da ich es abstoßend finde - ich benenne die Thematik mal nicht, um nicht zu spoilern), so konnte mich das Buch dennoch für sich gewinnen.
Selbst im Nachhinein, löst die Handlung noch ein eher beklemmendes Gefühl in mir aus. Eine Lektüre die noch eine ganze Weile nachhallen wird...

FAZIT: 4/5 Sterne!

Der Zementgarten - Ian Mc Ewan
Der Zementgarten
von Ian Mc Ewan
(14)
Buch (Taschenbuch)
11,00

Anfangs zu viel "Abrechnung", dann aber bewegend & überzeugend!

Lia48 , am 06.06.2019

“Die Einschätzung eines Mediziners kann - auch wenn sie sich als falsch erweist - einen Schneeballeffekt auslösen. Behauptet ein Professor der Medizin, dass ein Baby Opfer von Misshandlungen geworden ist, so gibt er dem Psychiater bereits eine Richtung vor.“

INHALT:
Die jungen Eltern Yoan und Sabrina trifft es schwer, als ihnen ihre nur 3 Monate alte Tochter Louna weggenommen wird. Dem Mädchen geht es gesundheitlich sehr schlecht, doch Ärzte, Jugendamt und Justiz sind sich einig: Das Mädchen zeigt Spuren von Gewalteinwirkungen, die Eltern müssen die Täter sein!
Yoan und Sabrina streiten alles ab, doch niemand will ihnen Glauben schenken.
Die junge Mutter ist sich sicher, dass die schrecklich aussehenden Ödeme und blauen Flecken ihrer Tochter, auf die gleiche seltene Erbkrankheit hindeuten, mit der auch sie selbst zu kämpfen hat. Eine einzige Blutuntersuchung würde reichen, um dies zu bestätigen. Doch alle halten das Paar für schuldig.
Es werden 4 Jahre vergehen, bis Yoan und Sabrina endlich freigesprochen werden...

MEINUNG:
Abwechselnd werden mehrere Kapitel am Stück aus den Perspektiven von dem 22-jährigen Yoan und von der 18-jährigen Sabrina erzählt.
So schildert Yoan anfangs, wie sie beide plötzlich von der Polizei abgeführt und vernommen werden. Er beschreibt diese Situationen stark wertend, und zählt beispielsweise auf, was Polizei und Ärzte alles falsch gemacht haben und wie sie stattdessen hätten handeln müssen. Klar ist der junge Vater mit der Situation überfordert und es ist schrecklich, dass es solche falschen Anschuldigungen mit deren weitreichenden Folgen gibt. Doch mir war das an dieser Stelle etwas zu viel, da es wie eine reine Abrechnung auf mich wirkte. Stattdessen hätte ich mir hier gerne noch eine andere Sichtweise gewünscht (z.B. Polizei, Ärzte oder Angehörige).
Aber ab Sabrinas Perspektive, konnte ich mich auf das Buch einlassen. Es gibt Rückblenden in die Vergangenheit, wodurch man die Protagonisten besser kennenlernt. Der Leser erfährt mehr über die seltene Erbkrankheit von Sabrina und vieles über die Krankengeschichte der kleinen Louna. Dies fand ich interessant, es hat mich auch emotional sehr angesprochen und bewegt. Ab hier hat mich die Erzählung sehr gepackt und ich habe sie gerne verfolgt.
Es ist schrecklich, wenn man 4 Jahre lang für den freien Umgang mit dem eigenen Kind kämpfen muss! Und wenn man gleichzeitig von allen Leuten im Umfeld als Täter gesehen, verurteilt und ausgegrenzt wird - unvorstellbar!
Das Fehlverhalten von Polizei und Co. hat mich hier immer wieder aufs Neue wütend gemacht und den Kopf schütteln lassen.
Der Leidensweg der Familie wird dem Leser hier deutlich vor Augen geführt. Und die Tatsache, dass es tatsächlich manchmal solche schrecklichen medizinischen und juristischen Irrtümer gibt, die das ganze Leben bestimmen können...
Doch die jungen Eltern in diesem Buch kämpfen für ihr Kind und für ihre Unschuld...

FAZIT: Während mir das Buch anfangs etwas zu viel mit allen Leuten "abgerechnet" hat, konnte es mich schließlich doch noch für sich gewinnen. Eine Leseempfehlung und 4/5 Sterne!

Nie wieder ohne dich - Sabrina Bombarde
Nie wieder ohne dich
von Sabrina Bombarde
(2)
Buch (Taschenbuch)
10,00

Sehr emotional & eindrucksvoll, konnte mich tief bewegen!

Lia48 , am 04.06.2019

“(...) diese Mädchen haben Beton, Blei über das Erlebte gegossen, aber darunter modert es weiter, eine solche Tat zerstört ganze Leben.“ (S.225)

INHALT:
Adélaïde ist 9 Jahre alt, als sie im Treppenhaus von einem unbekannten Mann sexuell missbraucht wird.
Sie steht neben sich, schafft es aber mit den Eltern zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten.
Eigentlich, ist ihr doch nicht viel passiert, sagt sie sich anschließend. Sie ist gesund, hübsch und intelligent, lebt in einem der besseren Viertel in Paris, ihre Eltern sind erfolgreich und liebevoll. Sie müsste doch glücklich sein!
Doch da ist diese Leere in Adélaïde, die diese mit Essen zu betäuben versucht. Sie beginnt ihren Körper zu verachten, dissoziiert, bekommt Panikanfälle und Flashbacks, schämt sich und versucht sich all die Jahre nichts anmerken zu lassen.
Mit der beruflichen Schauspielerei will es nicht so recht klappen und auch ihre Beziehungen verlaufen im Sand.
Ein steiniger Weg steht ihr bevor, doch sie beschließt zu kämpfen, für sich und für all die anderen Opfer da draußen...

MEINUNG:
Bücher in denen Autoren ihre eigene Lebensgeschichte erzählen, und dann noch eine so tragische, wie die von Adélaïde, sind nicht immer einfach zu bewerten.
Doch dieses Buch hat mich schon nach 1-2 Seiten komplett gefangen genommen! Ich war so ergriffen von den Zeilen und hatte großes Mitgefühl mit der Protagonistin, die einen solchen Schicksalsschlag mit dessen weitreichenden Folgen erleben musste.
Die Autorin schaffte es, mich mit wenigen Worten in ihren Bann zu ziehen. Den Schreibstil fand ich ganz wunderbar, anfangs war dieser wenig detailreich (was hier gut passte, da das Opfer vieles verdrängt hat und unter Schock steht). Ich habe einige wundervolle Zitate für mich entdeckt (z.B.: “Sie lacht viel, vielleicht mehr als früher, denn ihr ist so schwer ums Herz, dass sie sich mit aller Macht auf die Freude stürzt, wenn sie am Horizont erscheint.“ (S.18)).
Zum Teil liegt in den Zeilen so viel geballtes Gefühl, und im nächsten Moment wird der Leser mit den rauen Tatsachen konfrontiert. Dabei nimmt die Autorin kein Blatt vor den Mund, so dass auch viele explizite Beschreibungen (z.B. zum Tathergang) vorhanden sind (Achtung, Triggerwarnung!).
Aufgrund der Schwere der Thematik, ist dieses Buch sicherlich alles andere als leichte Kost. Ja, es schmerzt regelrecht, das schwere Schicksal der Autorin zu verfolgen, so dass man als Leser eventuell manchmal Pausen einlegen muss.
Doch schon lange konnte mich kein Buch mehr so tief bewegen, wie die Geschichte von Adélaïde. Das Buch macht deutlich, wie schwer es für Opfer sexueller Gewalt sein kann, ein "normales" Leben zu führen. Der ganze Leidensweg und wie ein solcher Schicksalsschlag das Leben eines Menschen vollkommen auf den Kopf stellen kann, kommt hier sehr gut zum Ausdruck.
Ein Buch, welches sich zu lesen lohnt!

FAZIT: Sicherlich keine leichte Kost. Doch für alle, die sich in der Lage sehen, sich auf die Schwere des Themas (sexueller Missbrauch & dessen Folgen) einzulassen, möchte ich eine klare Leseempfehlung aussprechen! Ein äußerst emotionales & eindrucksvolles Buch, das meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdient hat! Ganze 5/5 Sterne!

Das Mädchen auf dem Eisfeld - Adelaïde Bon
Das Mädchen auf dem Eisfeld
von Adelaïde Bon
(2)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

Wertvolle Anregungen, tolle Themen, aber etwas unübersichtlich innerhalb der Kapitel

Lia48 , am 02.06.2019

"Wenn meine Kinder im Wald waren, hatten wir praktisch keine Konflikte. Kaum betraten die zwei Forscher und ich aber einen Bioladen, wurde es kompliziert." (S.9)

INHALT:
Was benötigen Kinder im Alter von 2-6 Jahren in ihrer Entwicklung um gesund und entspannt aufzuwachsen?
Autorin Nicola Schmidt glaubt nicht an Patentlösungen, schließlich ist jedes Kind anders. Sie zeigt auf, wie Kinder im Alltag bedürfnisorientiert und auf Augenhöhe begleitet und unterstützt werden können. Statt Pläne und feste Regeln aufzustellen, überlässt sie dem Leser, was dieser von ihren Anregungen für sich mitnehmen möchte. Dabei vermittelt sie eigene Erfahrungswerte (als Mutter, Wissenschaftsjournalistin, Autorin von Elternratgebern und Ausbilderin von Fachleuten in Wildniscamps) sowie Informationen z.B. aus der Anthropologie, der Hirn- oder der Achtsamkeitsforschung.

MEINUNG:
Ich muss zugeben, dass ich mit dem Begriff "artgerecht" auch nach dem Buch noch etwas zu hadern habe, da ich damit nun mal eher Tiere in Verbindung bringe. Trotzdem passt der Titel hier gut zum Buch, da die Autorin immer wieder Bezug auf die natürlichen Lebensbedingungen von Kindern nimmt bzw. darauf, wie die Menschheit früher zu Zeiten von Jägern und Sammlern gelebt hat. Gerne hätte ich über das "Artgerechte" auch im Vorwort schon mehr erfahren. Ebenso ein paar Worte zur Autorin selbst und zu ihren Projekten haben mir beim Einstieg gefehlt, welche lediglich im Klappentext einen Platz finden.

Die Themen des Buches sind: Artgerecht... essen, schlafen, sauber, spielen, Familie sein, eigenständig werden, betreuen und leben.
Diese Auswahl fand ich sehr gut und es dürfte für jeden etwas dabei sein, vor allem für für Eltern, aber auch für Erzieher oder andere Leute die (beruflich) mit Kindern zu tun haben.
Besonders hilfreich sind die vielen konkreten Beispiele (z.B. Formulierungen für die Kommunikation mit Kindern) und die praktischen Ideen, so dass es leichter fällt, die Anregungen im Alltag in die Tat umzusetzen. Aber auch die Hintergrundinformationen zur Entwicklung von Kindern empfand ich als anschaulich und hilfreich dargestellt.
Ich war überrascht, wie viele Informationen zu den einzelnen Themen tatsächlich an den Leser gebracht wurden! Lediglich beim artgerechten Spielen hätte ich mir noch mehr Inhalte gewünscht.
Als Leser sollte man alternativen Überlegungen offen gegenüber stehen. So bezieht sich die Autorin auch mal auf die Chinesische Medizin, auf die Evolution oder auf ökologische Aspekte, erzählt vom Wildkräutersammeln oder vom Abhalten (statt einer Windel). Mir persönlich hat das gut gefallen. Nicht, dass ich alles komplett so umsetzen würde/ könnte, aber ich konnte meinen Blickwinkel hier und da etwas erweitern.

Das Inhaltsverzeichnis ist übersichtlich aufgebaut, beinhaltet Kapitel mit den oben genannten Bereichen und schlüsselt diese noch weiter auf.
Leider wirkt der Text auf mich innerhalb der Kapitel etwas zu unstrukturiert und viele (zum Teil mehrfache) Wiederholungen lassen alles etwas chaotisch wirken. So gibt es zwar z.B. Kästen, die sich gut als Zusammenfassung eignen würden, doch dort wird nur manches wiederholt und gleichzeitig werden zusätzlich noch weitere neue Punkte an dieser Stelle eingebracht. Auch in anderen Kapiteln wiederholt sich manches, was schon in vorherigen Bereichen thematisiert wurde. Und einzelne Punkte hätte ich wohl eher in anderen Kapiteln gesucht. Für mich wurde es innerhalb der Kapitel leider etwas unübersichtlich.

FAZIT: Insgesamt konnte ich einige hilfreiche Anregungen für mich mitnehmen. Das Buch beinhaltet wertvolle Themen mit vielen Informationen und ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis. Leider wirkt das Buch jedoch innerhalb der Kapitel durch viele Wiederholungen manchmal etwas unübersichtlich und im Vorwort haben mir ein paar Informationen gefehlt. Von mir gibt es 4/5 Sterne!

Artgerecht - Das andere Kleinkinderbuch - Nicola Schmidt
Artgerecht - Das andere Kleinkinderbuch
von Nicola Schmidt
(12)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

Zusammenhangslos & episodenhaft

Lia48 , am 30.05.2019

INHALT:
Ein Buch, in dem der Schauspieler und Autor Axel Milberg von vergangenen Erlebnissen erzählt.
Er wächst mit seinen beiden Geschwistern in Düsternbrook bei Kiel heran. Die Mutter ist Ärztin, der Vater Rechtsanwalt.
Mal erzählt er aus der Perspektive seines Säugling-Ichs, mal aus den Augen eines Schulkindes oder aus denen eines jungen Mannes. Er schildert von Ereignissen in der Schule, von Urlauben, oder von Mitschülern. Seine blühende Fantasie sowie Tagträume begleiten ihn auf seinem Weg.


MEINUNG:
Dies ist ein Buch, mit dem ich leider so gar nicht zurechtgekommen bin.
Es fing damit an, dass ich durch den Klappentext ganz andere Erwartungen hatte, die leider nicht erfüllt wurden.
Zwar hat der Schreibstil an sich zum Teil wirklich Charakter, zumindest kommt die Sichtweise im Kindesalter gut zum Ausdruck und hat mir auch gefallen. Doch ich hatte eine zusammenhängende Handlung erwartet. Stattdessen beinhaltet das Buch episodenhafte Aneinanderreihungen von alltäglichen Erlebnissen in nicht chronologischer Reihenfolge. Lediglich in der Buchmitte gab es einen hauchdünnen roten Faden, der für kurze Zeit mein Interesse am Inhalt wecken konnte und mich kurz hoffen ließ, mehr davon zu bekommen. Doch der rote Faden riss leider sehr schnell wieder ab und ich hatte Mühe, mich auf das Buch zu konzentrieren. Denn mir fehlten einfach die Zusammenhänge und so erschien mir der Inhalt mehr wie aus der Luft gegriffen. Zudem gab es für mich bis auf die Buchmitte keinerlei Höhen und Tiefen, die mir persönlich wichtig sind. Dadurch war mir das Buch zu unaufgeregt, zu langatmig und ich musste den Text gegen Ende immer öfter überfliegen.

FAZIT: Nur für Leser zu empfehlen, die keinen roten Faden benötigen und mit zusammenhangslosen Episoden zurechtkommen. Beides Punkte, dir mir sehr wichtig sind. Daher war es für mich leider nicht das richtige Buch. 2-2,5/5 Sterne!

Düsternbrook - Axel Milberg
Düsternbrook
von Axel Milberg
(23)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

 
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