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BuchhändlerInnen im Portrait

Laura Potratzki M.A.
aus der Thalia-Buchhandlung in Weimar

Gesamte Empfehlungen 26 (ansehen)


Meine Empfehlungen

Düster und durchtrieben...

Laura Potratzki M.A. aus der Thalia-Buchhandlung in Weimar , am 27.05.2019

Als ich dieses Buch in die Hand nahm, dachte ich aufgrund der Beschreibung und vor allem wegen des Covers an einen Jugendroman für das Gossip-Girl- und Pretty-Little-Liars-Publikum. Spätestens auf Seite 10 wurde ich eines Besseren belehrt. Louise ist das stille graue Mäuschen, was sich mit drei Jobs gerade so über Wasser hält und für das sich niemand so richtig zu interessieren scheint. Sie trifft auf Lavinia, die Schöne, Lebenslustige, allseits Beliebte aus reichem Elternhaus, die Gefallen an Louise als Freundin findet und sie zu sich zieht in eine Welt dunkler Räume mit wilden Partys und oberflächlichen Menschen: Und es gefällt Louise, sodass sie alles daran setzt, die Freundschaft zu Lavinia am Laufen zu halten. Und dennoch ist dem Leser von vornherein klar: Lavinia wird sterben.
Beim Lesen muss man sich zunächst mit dem sehr eigenwilligen Schreibstil auseinandersetzen, wird zwar in der Dritten Person erzählt, jedoch mit dem exakten Wissen um Louises Gedankenwelt. Gerade dieses Moment macht die Geschichte lebendig und man fühlt sich selbst in genau diese Welt hineinversetzt. Aber wie es zu Lavinias Tod kommt und was er für Louise bedeutet, ist der zentrale Dreh- und Wendepunkt. Spätestens ab hier stellt man sich die Frage: Was wird nun aus Louise, die sich durch diese Freundschaft so sehr verändert hat, da sie sich durch sie neu erfindet und sich mit ihr identifiziert? Bleibt sie Teil dieser Gesellschaft? Etabliert sie sich? Wird Lavinias Ableben für sie gar eine Art Sprungbrett in ein besseres Leben?
Für mich ist und bleibt diese Erzählung zwar nicht perfekt, aber ein willkommener Ausflug in eine durchtriebene Gedankenwelt und ein Blick in die tiefe Psyche einer vielleicht eher labileren Persönlichkeit. Daher ist es mein Lesetipp für alle weiblichen jungen Erwachsenen, die weder eine Liebesgeschichte noch einen Thriller suchen und doch nicht auf Tragik und Spannung verzichten möchten.

So schöne Lügen - Tara Isabella Burton
So schöne Lügen
von Tara Isabella Burton
(92)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

Ich hatte es in zwei Tagen durch...

Laura Potratzki M.A. aus der Thalia-Buchhandlung in Weimar , am 17.03.2019

Kennen Sie die Thriller, bei denen man ein Grundszenario aufgetischt bekommt, sich bereits auf Seite 20 denkt, „Jap. Ich weiß, was jetzt kommt.“ und auf Seite 21 kommt alles ganz anders? Genau so ein Thriller ist „Liebes Kind“. Besonders der Erzählstil aus den Sichtweisen der verschiedenen Personen, die an der ganzen Geschichte beteiligt sind, verstärkt den Sog, weiterlesen zu wollen, ins Unermessliche. Wie ich es bereits in der Überschrift thematisiert habe, konnte ich dieses Buch nicht weglegen; zu unglaublich fand ich die Schilderungen über die einzelnen Geschehnisse.
Dabei klingt die Story doch zunächst wie schon 100 Mal zuvor gehört: Mädchen wird entführt, taucht wieder auf, wurde in einer Hütte festgehalten, ist traumatisiert. Also: Wer war es, was hat er mit ihr gemacht und vor allem warum? Zugegebenermaßen klingt das zunächst alles andere als außergewöhnlich, aber spätestens mit dem Erzählen der kleinen Hannah wird der Geschichte Leben eingehaucht und ein Psychospiel der feinsten Sorte beginnt - nicht nur für die Personen im Buch, sondern ebenso für den Leser. Denn dieser glaubt vielleicht zunächst, einzelne Puzzleteile zu entdecken und sie dann lediglich zusammen zu setzen. Dann wird jedoch ein Teil ausgetauscht - erster Schockmoment -, das Puzzle wird neu sortiert. Ein weiteres Teil wird umgeformt - zweiter Schockmoment -, die Sortierung beginnt abermals von Neuem. Ein Teil gehört gar nicht zu dem Puzzle und so weiter und so weiter.
Am Ende des Thrillers war ich ganz außer Atem, so viele Schocker kamen, gerade gen Ende hin, und haben mich entsetzt und laut aufschreien lassen. Und dabei bin ich doch so vieles gewöhnt...
Es ist mein Tipp für alle, die gefestigt im Umgang mit Psychothrillern sind und eine Vielzahl schockierender Wendungen abhaben können. Für schwache Nerven ist das definitiv nichts und ich werde mich jetzt erstmal wieder mit einem Liebesroman ablenken. Vorausgesetzt mein Entsetzen lässt sich wieder abschütteln!

Liebes Kind - Romy Hausmann
Liebes Kind
von Romy Hausmann
(297)
Buch (Paperback)
15,90

Man muss sich eben darauf einlassen...

Laura Potratzki M.A. aus der Thalia-Buchhandlung in Weimar , am 16.03.2019

Was ist das Geheimnis einer funktionierenden Ehe? Dass man sich selbst treu bleibt, einander treu ist, gegen den Alltagstrott ankämpft und sich durch kleine Aufmerksamkeiten immer wieder neu ineinander verliebt? Oder doch eher ein Dokument, das man unterschreibt und nach festgelegten Gesetzen lebt und handelt? Würden wir Alice und Jake, die beiden Hauptpersonen dieses Thrillers, fragen, hätten sie wohl eine klare Präferenz. Denn kurz nach ihrer Hochzeit öffnen sie das Geschenk eines Gastes und gleichzeitig das Tor zum Pakt - einer Vereinigung, die es sich zum Ziel setzt, eine jede Ehe als etwas Funktionierendes am Laufen zu halten. Die Bedingung ist hierbei schlichtweg die Einhaltung eines Vertrags, den beide unterzeichnen und damit bezeugen, nach den festen Regeln des Paktes zu spielen - mit allen Konsequenzen... Als Alice und Jake jedoch bewusst wird, auf was sie sich da eingelassen haben, gibt es für sie nur ein Ziel: Sie wollen raus aus dem Vertrag! Aber das dürfte ja wohl nicht so schwer sein, denn es handelt sich doch nur um eine kreative Idee zur Erhaltung der Ehe und nicht um etwas rechtlich bindendes, oder?
Fakt ist: Mit dieser Erzählung kann man unmöglich warm werden, wenn man sich nicht voll und ganz auf die Situation einlässt. Denn zu Beginn, als sich langsam der ganze Rattenschwanz offenbart, den der Pakt nach sich zieht, denkt sich wohl ein jeder Leser: So etwas hätte ich doch nie unterschrieben! Selbst schuld, wenn die beiden so einen Unsinn mitmachen! Doch kommt man über diesen Gewissenskonflikt hinweg und nimmt die Situation als solche hin, die nun mal so ist wie sie ist, nämlich dass sie nun mal eingewilligt haben, beginnt eine Reihung unfassbarer Ereignisse, wie sie spannender kaum sein könnte. Nahezu alle drei Seiten erwartet den Leser eine Wendung, die vielleicht vorhersehbar, aber letzten Endes urplötzlich kommt. So erübrigt sich auch die Frage, ob man an dem Buch dranbleibt: Ja, denn wir alle wollen wissen, ob es Alice und Jake gelingt, aus dem Pakt zu kommen, oder ob sie gar Gefallen an seiner Idee sowie deren Umsetzung finden und zu treuen Anhängern werden.
Trotz einer Vielzahl an dramatischen Geschehnissen und Überraschungsmomenten kann ich dem Buch an dieser Stelle aber nur vier von fünf Sternen geben. Denn die Umsetzung und der Fortlauf der Geschichte ist durchaus gelungen, hinterlässt mentale wie auch emotionale Spuren beim Leser und regt auf beklemmende Art zum Nachdenken an, wie weit man für eine funktionierende Ehe gehen kann und sollte. Allerdings empfinde ich die Idee einer solchen Vereinigung mit diesem Ziel zu lebensfern, um mich vollends auf sie einzulassen. Daher war mein Gedanke beim Lesen eher: Oh mein Gott, wie spannend, aber hey! Ist das nicht fast schon Science Fiction?
Ist es natürlich nicht, aber so ganz real wirkt es trotzdem nicht auf mich.
Für alle, denen es aber zweitrangig ist, ob etwas realistisch ist oder nicht, und die auf der Suche nach einer Reihung spannender Momente und überraschender Wendungen sind, ist dieser Thriller jedoch genau das Richtige!

Der Pakt - Bis dass der Tod uns scheidet - Michelle Richmond
Der Pakt - Bis dass der Tod uns scheidet
von Michelle Richmond
(38)
Buch (Paperback)
12,99

Ein Buch über die wahre Liebe und ein Buch, das geliebt werden wird!

Laura Potratzki M.A. aus der Thalia-Buchhandlung in Weimar , am 11.03.2019

Dieses Buch ist mal wieder das beste Beispiel dafür, dass stille Wasser so tief sein können. Denn hätte ich Fionnuala Kearneys Roman nicht zufällig in unserer Buchhandlung entdeckt, wäre ich wohl nie darauf aufmerksam geworden - keine Werbung, kein Newsletter, dieses Buch kam ganz still und leise... und wurde für mich zu einer unfassbaren Gefühlsexplosion!
Direkt ab der ersten Seite wird der Leser in den Bann der Liebesgeschichte um Erin und Dominic gezogen und man muss ihr einfach folgen. Denn Kearney hat mit diesem Paar zwei Figuren erschaffen, die Sympathieträger sondersgleichen sind. Selbst wenn auf den fast 400 Seiten nichts passiert wäre, ich hätte es trotzdem gerne gelesen. Durch die Sympathie zu Erin und Dom ist das Moment des Mitfieberns, des Mitfühlens ein ständiger Begleiter durch das gesamte Buch.
Ebenfalls ein wunderbares Erlebnis war die Geschichte um Erins und Doms gemeinsames Buch der Liebe: ein Notizbuch, das sie von Erins Vater zur Hochzeit geschenkt bekommen und in das sie all das schreiben sollen, was sie sich nicht trauen, dem anderen zu sagen. Frage an mich und alle: Kann das eine erfüllte Beziehung sein, wenn beide Seiten ihre essentiellsten Gespräche über einen Schriftverkehr führen? Tja, ich muss sagen, dass ich bis zum Schluss immer noch für mich persönlich am Überlegen bin, wie man diese Frage beantworten könnte. Erin und Dom hat es geholfen, jedoch bevorzuge ich es doch eher, solch wichtige Themen direkt anzusprechen. Auf der anderen Seite könnten so auch Konflikte vermieden werden. War gar das das Geheimnis ihrer Ehe? Bilden Sie sich selbst ein Urteil!
Ich für meinen Teil kann diesem Buch alles in allem nichts anderes als fünf Sterne geben, denn es hat mich zum Nachdenken angeregt, es hat mir zum Träumen verholfen, ich habe mitgelacht und mitgeweint, mein Herz war schwer und mit einem Mal wieder ganz leicht.
Mein Fazit lautet daher, dass es ein Buch für alle ist, die an die wahre Liebe glauben und die auf der Suche nach genau diesen Emotionen sind, die ich empfunden habe - eine unfassbar schöne Geschichte!

Wir zwei ein Leben lang - Fionnuala Kearney
Wir zwei ein Leben lang
von Fionnuala Kearney
(17)
Buch (Klappenbroschur)
12,99

Ein sehr guter Thriller im Allgemeinen, für Fitzek-Liebhaber aber nicht das Non-Plus-Ultra.

Laura Potratzki M.A. aus der Thalia-Buchhandlung in Weimar , am 09.01.2019

Endlich ist es da: Das neue Meisterstück des Thriller-Autoren schlechthin. Seit Monaten ging Sebastian Fitzek bei sämtlichen Talkshows ein und aus und schürte bereits seit Februar das Interesse an seinem neuen Geniestreich. Als es dann endlich der 24.10. war, kam mir Weihnachten zwei Monate zu früh vor, so sehr habe ich mich gefreut. Kein Wunder, dass ich daraufhin mein angefangenes Buch zur Seite legen und mich dem Insassen widmen musste.
Die gute Nachricht vorweg: Für jeden, der auf den absoluten Nervenkitzel steht, der an Spannung wohl kaum zu überbieten ist, ist dieses Buch ein absoluter Schatz. Generell ist die Thriller-Literatur mein absoluter Liebling innerhalb der Genres, weshalb ich so manches Gutes oder weniger Gutes gelesen habe. Auch dieser Fitzek war nicht mein erster. Und so war meine Erwartungshaltung extrem hoch - kein Wunder also, wenn meinerseits die Kritik etwas schärfer ausfallen sollte.
Zum Inhalt: Der Sohn eines liebenden Vaters wird an einem normalen Nachmittag direkt vor der Haustür entführt. Seitdem ist nun ein Jahr vergangen und vom kleinen Max fehlt jede Spur. Sein Vater Till macht sich schreckliche Vorwürfe, ist er doch der einzige Grund, weshalb sein Sohn überhaupt das Haus verlassen hat. Als ein gesuchter Serienmörder eines Tages geschnappt und in eine Psychatrie gebracht wird, ist Till eines klar: Er muss der Entführer seines Sohnes sein. Und der Inhaftierte? Er schweigt zu sämtlichen Fragen rund um den kleinen Max, was den Vater zu der ihm einzigen ,sinnvoll‘ erscheinenden Tat bewegt: Er muss selbst zu einem Insassen werden, um selbst mit dem Täter sprechen zu können.
Allein dieser Plot ist mit eine der grandiosesten Ausgangssituationen, die ich mir vorstellen kann. Das kann nur gut werden! Und tatsächlich lassen bereits die ersten 5 Seiten auf noch mehr hoffen: Sie waren wirklich das Beste am gesamten Buch, denn so schnell wurde ich seit Langem nicht mehr in eine Geschichte gesogen. Was darauf folgt, ist eine unglaublich rasante Erzählung mit einer Reihe ungeahnter Momente - eben ein klassischer Fitzek. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass es nur wenige Autoren gibt, die beim Beschreiben des Öffnens einer Badezimmertür den Spannungsbogen so zum Zerbersten aufbauen können, dass man wirklich nicht umblättern will, es aber unbedingt muss.
Dennoch hat das ganze Buch einen Haken: Wer Fitzek kennt, weiß, dass der große Knall erst auf der vorletzten Seite kommt. So war es auch wenig verwunderlich, dass ich während des Lesens ständig auf der Suche nach noch so kleinen Details war und mir die absurdesten Szenarien ausgemalt habe, wie das wohl alles enden wird. Und dies entpuppte sich im Nachhinein als wirklicher Fluch. Ja, es kam der große Knall auf der vorletzten Seite, ja, die Spannung war unerträglich, sodass mir kurz schwindelig geworden ist, da ich das Atmen ganz vergessen hatte. Aber die Auflösung des Ganzen? Nun ja... Nach fast 400 Seiten des Potenzieller-Schluss-Ausdenkens fand ich die ein oder andere Vermutung, die man sich selbst zusammen gesponnen hat, um einiges ansprechender. Es war für mich eine kleine Ernüchterung.
Nichtsdestotrotz handelt es sich bei diesem Thriller um eine Geschichte, die von ihrem Verlauf lebt. Da fragt man sich, was besser ist? 382 Seiten purer Lesespaß durch Super-Spannung oder 2 Seiten Kopfschütteln vor lauter Skurrilität? Ich denke, ich entscheide mich für Variante 1.
In jedem Fall ist dieses Buch für alle Thrillerfans der abgehärteteren Sorte ein Paradebeispiel des Lesevergnügens. Nur die alt eingesessenen Fitzek-Fans sollten mit nicht allzu hohen Ansprüchen an die Sache herangehen. „Der Insasse“ ist zweifelsohne besser als der ein oder andere Fitzek, man denke nur an seinen Thriller „Achtnacht“, von dem ich maßlos enttäuscht war. So gut wie der Vorgänger aus dem letzten Jahr „Flugangst 7A“ war „Der Insasse“ allerdings nicht und kann daher leider nicht die volle Punktezahl ernten.

Der Insasse - Sebastian Fitzek
Der Insasse
von Sebastian Fitzek
(254)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,99

Jap. Ich habe geweint.

Laura Potratzki M.A. aus der Thalia-Buchhandlung in Weimar , am 09.10.2018

Nach einer Reihe brutalster Thriller war ich schon seit Längerem auf der Suche nach einer willkommenen Abwechslung. Dass ich jedoch mit „Das rote Adressbuch“ einen solchen Glücksgriff lande, damit hatte ich nicht gerechnet.
Es geht um Doris, eine alte Dame, die zum Zeitpunkt der Erzählung 96 Jahre alt ist. Und wer kennt nicht den Mythos, ältere Menschen wüssten, wenn sich ihr Leben langsam dem Ende neigt? Genau das ist auch bei Doris der Fall, die sich eines Tages ihr rotes Adressbuch schnappt, das sie zum zehnten Geburtstag von ihrem Vater geschenkt bekommen hat, um all jene Personen darin zu verzeichnen, die ihr im Leben begegnen, und beginnt ihre Lebensgeschichte niederzuschreiben mit der Begründung: Manche Erinnerungen dürfen nicht mit einem Menschen sterben.
Die Erzähltechnik ist zweigeteilt. Einerseits geht es um Doris im Hier und Jetzt, deren Alltag als gebrechliche alte Dame beschrieben wird. Ihr Körper baut immer weiter ab, geistig ist sie jedoch noch voll da. Andererseits knüpfen sich daran Kapitel mit den Personen, die Doris kennen gelernt hat und die ihr Leben von Kindesbeinen an geprägt haben. Nach und nach verschwinden diese allerdings der Reihe nach wieder aus Doris‘ Leben und sie bleibt zurück.
Durch diese Art des Erzählens kommt man als Leser gar nicht erst darum herum, Sympathien für die einzelnen Figuren aus der Vergangenheit zu entwickeln und mit ihrem Gehen durch den Lauf der Zeit ebenfalls Doris‘ Gefühle zu empfinden: Man fühlt sich einsam und verlassen und es entsteht eine Trauer über das Vergehen schöner Lebensabschnitte. Doch Doris‘ Großnichte Jenny, die einzige noch lebende Verwandte, sorgt dafür, dass ihr Lebensabend alles andere wird als das und verleiht dieser Geschichte ein atemberaubendes Ende, das einen zutiefst bewegt.
Mit Sofia Lundbergs Erstlingswerk hat somit durch den Zufall, dass mir das Cover so gut gefallen hat, ein Roman Einzug in mein Bücherregal gehalten, der gerne noch 200 Seiten länger hätte gehen können und vielleicht gerade weil er auf diese 200 Seiten verzichtet hat so unglaublich berührend ist. Mit dem Erzählkonzept die Emotionen der Hauptfigur beim Leser entstehen zu lassen, ohne sie sprachlich formulieren zu müssen - das ist eine große Kunst, die dieses Buch zu dem werden lassen, was es ist: Wunderschön! Und zum Schluss habe ich sogar ein paar Tränchen vergossen...

Das rote Adressbuch - Sofia Lundberg
Das rote Adressbuch
von Sofia Lundberg
(114)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Ein Glück ist es eine Reihe!!!!

Laura Potratzki M.A. aus der Thalia-Buchhandlung in Weimar , am 23.09.2018

Also, ich muss schon sagen: Nach Bentow, Fitzek, MacFadyen und einer Reihe anderer hervorragender Psychothriller-Autoren war ich eigentlich der festen Überzeugung, mich könne nichts mehr schocken. Aber da lag ich wohl offensichtlich falsch, denn mit Ethan Cross habe ich einen Autoren mit Geschichten ganz nach meinem Geschmack gefunden.
Zugegeben: Die Story ist im Gegensatz zu anderen Reihen etwas einfacher gestrickt. Sie zielt nicht darauf ab, dem Leser einen Spannungsmoment zu ermöglichen, indem er selbst zum „Detektiv“ wird. Das hat die Geschichte allerdings auch nicht nötig. Die Spannung kommt nicht davon, dass man nicht weiß, wer der Täter ist beziehungsweise ob die Ermittler die Identität des Killers ausfindig machen: Von vorn herein ist klar: Francis Ackerman ist der gesuchte Killer.
Der eigentliche Nervenkitzel ist das Herannahen des Grauens. Durch die Schilderung der unbändigen Grausamkeit von Francis Ackerman und dessen sadistischer, skrupelloser Durchtriebenheit herrscht von Beginn an eine Angst vor dem Moment, in dem er wieder zuschlägt. Wie er das tut, welche schrecklichen Spiele er sich für seine künftigen Opfer ausdenkt und mit welcher Unbarmherzigkeit er dabei vorgeht, lässt einen das Blut in den Adern gefrieren.
Dass das alles funktioniert, ist jedoch fast ausschließlich dem unglaublichen Schreibstil von Ethan Cross zu verdanken: Er setzt die Sprache so gewählt, dass die Spannung auf ein Maximum getrieben wird - ein Satz und da ist er: der „Waaaas?!-Moment“! Wobei man bei diesem Buch schon eher von einem „Uuuuaaah-Moment“ sprechen kann...
Lange Rede, kurzer Sinn: Wer auf der Suche nach einem Buch ist, das vom ultimativen Nervenkitzel lebt, auch wenn es weniger der Story als vielmehr der sprachlichen Schilderung der Ereignisse geschuldet ist - denn vieles, auch der Schluss, ist vorhersehbar, immerhin sprechen wir hier von einer mehrbändigen Reihe -, muss diesen Thriller lesen.
Aber Achtung: Wer neu im Thriller-Himmel oder wohl eher in der Thriller-Hölle ist, der sollte womöglich zuerst mit etwas weniger Hartem Stoff beginnen.
Aber ich bin begeistert!

Ich bin die Nacht / Francis Ackerman junior Bd.1 - Ethan Cross
Ich bin die Nacht / Francis Ackerman junior Bd.1
von Ethan Cross
(157)
Buch (Taschenbuch)
12,00

Jeder kann zum Boss transformieren!

Laura Potratzki M.A. aus der Thalia-Buchhandlung in Weimar , am 19.09.2018

Man kann über Kollegah sagen, was man will: In Sachen Image-Pflege und Bosshaftigkeit macht ihm so schnell keiner etwas vor. Seine Texte polarisieren, seine Tracks sind legendär und mit seinem Buch „Das ist Alpha“ bringt er den Lesern seine Kunst ein Stückchen näher. Im Laufe der Jahre hat sich Kollegah nicht nur einen Namen im deutschsprachigen Gangsta-Rap gemacht, er hat ebenfalls bewiesen, wie man sich selbst geistig und körperlich auch außerhalb der Rapszene entwickeln kann. Für manche mag er ein skrupelloser Rapper sein, doch befasst man sich ein wenig genauer mit der Figur und dem Menschen, der hinter der Rap-Ikone steckt, stellt man fest, wie reflektiert Kollegah eigentlich wirklich ist. Wer lediglich anhand einzelner Textpassagen eine Meinung über ihn bildet, hat das Prinzip des Gangsta-Raps nicht verstanden. In seinem Buch kommt deutlich zum Vorschein, dass hier jemand weiß, wovon er spricht. Neben zahlreichen autobiografischen Zügen gibt es hier Tipps, die jedem Empfänglichen besser durch die ein oder andere Lebenslage helfen. Am Ende steht eine klare Aussage: Du kannst alles erreichen, was du willst.
Mein Fazit: Dieses Buch ist ein Muss für alle Kollegah-Fans, aber auch für all diejenigen, die sich ein konstruktives Bild über einen Rapper machen wollen, über den die Berichterstattung durch zu wenig Kenntnisse in diesem Metier vielleicht manchmal doch etwas zu einseitig ausfällt. Kollegah ist ein Mann mit vielen Facetten und dies spiegelt sich hier wieder!

Das ist Alpha! - Kollegah
Das ist Alpha!
von Kollegah
(11)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

Laura Potratzki M.A. aus der Thalia-Buchhandlung in Weimar , am 15.09.2018

Da bekommt man doch Herzchen in den Augen! Gwendolyns Abenteuer geht in die zweite Runde und wer dachte, der erste Teil "Rubinrot" kann nicht getoppt werden, dem sei gesagt: Doch!

Saphirblau / Liebe geht durch alle Zeiten Bd.2
Saphirblau / Liebe geht durch alle Zeiten Bd.2
von Kerstin Gier
(174)
Buch (Taschenbuch)
15,99

 
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