Warenkorb
 

Bewerter

Meine Bewertungen

Zwiegespalten

fuddelknuddel , am 16.07.2019

Nachdem Okami sich den Fängen des Kaisers ausgeliefert hat, bleibt Mariko keine Wahl, sie muss mit ihrem Bruder und ihrem Verlobten ins Schloss der Herrscherfamilie kommen. Nur indem sie wie vor ihrem Treffen mit dem Schwarzen Clan vorgesehen Raidens gehorsame zukünftige Ehefrau spielt, hat sie eine Chance, den Mann, den sie liebt, befreien zu können. Doch Mariko muss jeden Schritt im kaiserlichen Palast vorsichtig abwägen, zwischen Intrigen und Geheimnissen einen kühlen Kopf bewahren, denn sie setzt sich einer Gratwanderung zwischen Macht und Unberechenbarkeit aus. Nur so besteht die Möglichkeit, herauszufinden, wer es auf sie abgesehen hat, und Okami zu retten.

„Das Herz aus Eis und Liebe“ ist bereits der zweite Teil der Samurai-Dilogie um Mariko und Okami, sollte folglich auch nicht ohne Vorkenntnis des ersten Bandes gelesen werden, da die Teile inhaltlich aufeinander aufbauen.
Das Cover passt von der Art des Designs her zwar zu Band eins, jedoch gefällt mir wieder nicht, dass das dargestellte Mädchen ein „normales“ Kleid und keinen Kimono trägt, wie es doch eigentlich üblich ist und in der Geschichte auch vielfach beschrieben wird.

Wie auch schon im ersten Teil ist das Geschehen nicht nur aus der Sicht einer Figur erzählt, sondern man bekommt eine Vielzahl von Einblicken in die unterschiedlichen Handlungsstränge. Mal streift man mit Mariko durch den Palast, begibt sich mit Kenshin in das Freudenhaus um Yumi, Tsuneokis Schwester, zu treffen, schmiedet Pläne mit dem Anführer des schwarzen Clans oder beobachtet Kanako, die Geliebte des verstorbenen Kaisers, beim Wirken ihrer tückischen Magie.

Der Schreibstil ist nicht für jeden was, das kann man ganz klar sagen. Die Autorin schreibt sehr poetisch und ausschmückend, böse Zungen würden sagen umständlich und verschachtelt. Und doch gehört einige Raffinesse dazu, sich so ausschweifend und metaphorisch auszudrücken.
Leider hat diese Schreibweise besonders die Gedankenrede der Figuren manchmal sehr zäh gemacht, welche sich häufig auch noch über viele Seiten hinzog, ohne dass es nennenswerte geschichtliche Fortschritte gab. Einerseits war es natürlich interessant, das Gefühlsleben der Figuren so intensiv und genau beobachten zu können, doch das hätte in kleineren Dosen meiner Meinung nach besser funktioniert, denn so ist leider das Verhältnis von Plot und Gedankenrede sehr unausgewogen.
In den ersten zwei Dritteln kommt die Geschichte inhaltlich kaum voran, wohingegen sich im letzten Drittel die Ereignisse nur so überschlagen. Hätte man mehr Action in die ersten beiden Abschnitte verlagert, wäre sicherlich auch das ganze Gegrübel der Figuren leichter zu lesen gewesen, ohne dass man sich nach zehn Seiten fragen muss, ob derjenige überhaupt einen Atemzug, geschweige denn einen Schritt getan hat.

Durch die etwas unpersönliche Erzählweise ist es schwierig, eine Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen, so etwas fällt mir bei Berichten aus der Ich-Perspektive immer wesentlich leichter. Deshalb habe ich wie schon in Band eins keine wirkliche Verbindung zu Mariko oder anderen gehabt, was ich persönlich sehr schade finde. Aber auch wenn dadurch ein bisschen Gefühl und Tiefe verloren gegangen ist, habe ich gespannt das Geschehen verfolgt und auf die nächste unerwartete Wendung oder Überraschung gehofft.

Leider wurde ich in dieser Hinsicht auch etwas enttäuscht, denn so richtig viele Überraschungs-Momente bot die Geschichte nicht. Alles plätscherte bis zum großen Showdown, bei dem sich die Ereignisse nur so überschlagen haben, etwa dahin, so richtig geschockt wurde man von nichts.
Am Ende gibt ein Epilog Auskunft über die Verhältnisse kurz nach Ende des Buches, hier wäre es vielleicht sinnvoll und für den Leser interessanter gewesen, etwas weiter in die Zukunft zu greifen.

Mein Fazit:
Kann nicht zu 100% an das Niveau des ersten Teils anknüpfen. Wieder etwas zu wenig Gefühl, schlechtes Verhältnis von Plot-getriebenen Passagen und Gedankenrede der Figuren, sowie einige Elemente der Handlung, die nur erwähnt und anschließend nicht noch einmal erwähnt werden, all das führt dazu, dass ich nur 3,5 bzw. gerundete vier von fünf Sternen vergeben kann.

Das Herz aus Eis und Liebe - Renée Ahdieh
Das Herz aus Eis und Liebe
von Renée Ahdieh
(11)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,00

Löst keine Begeisterung aus

fuddelknuddel , am 15.07.2019

„Seven hält den Rekord der am längsten außerhalb der Schule überlebenden Geistbegabten. Dadurch ist sie, seit sie zusammen mit ihrem Geisterfreund Remi die Schule betreten hat, bekannter als ein Geist mit zwei Köpfen. Was nicht nur bei den geheimnisvollen Zwillingen Parker und Crowe für Aufmerksamkeit sorgt. Und schnell bemerkt Seven, dass auf der Black Forest High so einiges nicht stimmt: Was steckt hinter der geheimen Arbeitsgruppe, von der niemand weiß, was sie tut oder wer ihr angehört? Weshalb halten es alle für normal, dass die Schule gutes Geld mit den Schülern verdient, die Geister austreiben und verschollene Testamente ausfindig machen? Warum verschwinden zahlreiche Schulabgänger spurlos? Und weshalb scheinen es sämtliche Poltergeister, die von Sevens toter Schwester flüstern, auf sie abgesehen zu haben? Seven macht sich auf die Suche nach Antworten - gemeinsam mit ihren neuen Freunden und dem ein oder anderen nervigen Toten, der einfach nicht akzeptieren will, dass seine Zeit abgelaufen ist.“

Von Nina MacKay kenne ich bisher nur das Buch 'Dämonentage', auf dessen Fortsetzung ich im Moment ungeduldig warte. Die Idee einer Schule für Jugendliche, die Geister sehen können, fand ich allerdings sehr spannend und da ich wie gesagt bisher nur positive Erfahrungen mit der Autorin gemacht habe, wurde ich neugierig auf ihr im Februar erschienenes Buch.
Dies ist der Auftakt zu einer neuen Reihe, daher kann ganz unbedarft einfach drauflos gelesen werden.

Was mir positiv aufgefallen ist, ist auch in diesem Buch wieder der jugendliche, anschauliche Schreibstil und die damit einhergehende einfache, unkomplizierte Sprache, perfekt geeignet, um es an ein/zwei Nachmittagen zu beenden, wenn man erstmal in einen Lesefluss geraten ist.
Erzählt wird aus Sevens Ich-Perspektive, sodass man als Leser an all ihren Gedankengängen, den Unsicherheiten, Plänen, Ängsten und Wünschen teilhaben kann. Ab und zu wechselt die Sicht jedoch an einen anderen Schauplatz wie beispielsweise in das Büro der Direktorinnen der Black Forest High. Dadurch bekommt man einige mehr oder weniger hilfreiche Hintergrundinfos, die schimmstenfalls verwirren, bestenfalls erklären oder zumindest das Interesse oder die Aufmerksamkeit steigern.

Die Figuren waren mir allerdings größtenteils nicht besonders sympathisch, irgendwas hat mich immer an ihnen gestört. Remi ist mir mit seinen spontanen, theatralischen Gesangseinlagen extrem auf den Keks gegangen, das wirke je nach Kontext einfach zu gezwungen und nicht authentisch genug, als dass es zur Situation gepasst hätte.
Seven meckert zu viel über ihren „Bauch“, den sie wohl haben soll im Gegensatz zu ihren fitten, durchtrainierten Model-Mitschülerinnen, der allerdings nach einer Woche Training nach eigener Aussage bereits verschwunden sei. SO einen Bauch hätte ich auch gern. Zudem war sie mir oft einfach zu kindisch und schnippisch, sie hat sich wegen Kleinigkeiten aufgeführt und in anderen Situationen dafür den Mund nicht aufgekriegt.

Die Zwillinge stehen bei mir nur zur Hälfte auf der Abschussliste, nämlich die Crowe-Hälfte. Der Kerl ist die Dreistigkeit in Person, egoistisch und einfach nur unverschämt, doch aus einem unerfindlichen Grund verliebt er sich natürlich unsterblich in die einzigartige, so ganz andere Seven mit Bauch, Wunder oh Wunder.
Sein Bruder Parker dagegen tut mir einfach leid. Er hat das Gefühl, seinem Bruder etwas schuldig zu sein und spielt daher all seine schmutzigen Spielchen mit, obwohl er eigentlich selbst Interesse an Seven zu haben scheint. Crowe nutzt die Fügsamkeit seines Zwillings gnadenlos aus, ich an Parkers Stelle hätte meinem Bruder bereits eine gewaltige Abreibung verpasst, Vergangenheit hin oder her.

Wen ich allerdings mochte, waren die drei Freundinnen von Seven. Die drei waren halbwegs normal, gehörten nicht zur Fraktion der schnöseligen Zicken und haben sich Mühe gegeben, der Neuen ihren Anfang so angenehm wie möglich zu gestalten.

Was mir ebenfalls sauer aufgestoßen ist, ist das Verhältnis von erzählter zur erzählten Zeit. Ich hatte schnell den Eindruck, es seien schon Wochen seit Sevens Ankunft auf der neuen Schule vergangen, in Wirklichkeit waren es allerdings nur zwei oder drei Tage auf gefühlt 200 Seiten. Das hat mich tatsächlich etwas aus der Bahn geworfen und überrascht, manchmal hätte es auch nicht geschadet, den Plot etwas zu kürzen und nicht jedes Detail, jeden Schritt, den Seven tut, auszuschlachten, als wäre es das Interessanteste der Welt.

Mein Fazit:
Nach „Dämonentage“ hatte ich mehr von Nina MacKay erwartet, als dieses Buch hergeben konnte. Ich konnte keine Beziehung zur Protagonistin aufbauen, im Gegenteil, fand sie extrem anstrengend. Und wirklich voran kommt man beim Lesen auch nicht, zumindest innerhalb der Geschichte, selbst wenn die Seiten nur so dahinfliegen.
Hoffentlich wird der Folgeband besser, genug Stoff gäbe es in Anbetracht all der noch offenen Fragen. Allerdings wüsste ich gern, wie viele Teile diese Reihe abschließend haben soll, denn bei mehr als insgesamt drei bin ich raus.
Von mir gibt es 2,5 beziehungsweise gerundete drei von fünf Sternen.

Black Forest High - Nina MacKay
Black Forest High
von Nina MacKay
(35)
eBook
12,99

Lesenswert!

fuddelknuddel , am 14.07.2019

Nur eine Urlaubsaffäre, mehr wollten Dave und Zara nicht füreinander sein, als der junge Mann in Vermont mit seinen Kumpels Urlaub macht und dabei auf die faszinierende Barfrau trifft. Doch was als reine Zweckgemeinschaft beginnt, hat für Zara weitreichende Konsequenzen, denn sie wird schwanger. Lange Zeit versucht sie mit Hilfe ihres Zwillingsbruders, Dave ausfindig zu machen, der jedoch wie vom Erdboden verschluckt scheint. Sie findet sich damit ab, ihre Tochter allein großzuziehen, bis der Vater des Kindes zwei Jahre später überraschend in ihrem Café auftaucht. Er hat Zara nie vergessen können, doch sie ist verständlicherweise skeptisch, denn wird er sie auch noch wollen, wenn er erfährt, dass sie zukünftig zu dritt wären?

Für mich ist dies nicht das erste Buch von Sarina Bowen, jedoch das erste der True-North-Reihe. Auch wenn das der vierte Teil ist, lassen sich die Bände unabhängig voneinander lesen, wie man es von New Adult kennt. Man spoilert sich höchstens bezüglich der Paarungen in den vorigen Teilen, aber das macht man auch, wenn man den Klappentext des entsprechenden Buches liest.. nichts dramatisches also.

Sarina Bowen lässt ihre Figuren aus der Ich-Perspektive erzählen und wie es mir am besten gefällt, kommen hier sowohl der männliche als auch der weibliche Protagonist zu Wort. Dadurch hat man den perfekten Einblick in die Hintergründe und Gedanken der Figuren, was allerdings nicht davor schützt, sie manchmal packen und schütteln zu wollen. Im Gegenteil, es wird dadurch noch gefördert und besonders Dave hätte ein paar Schläge auf den Hinterkopf gut vertragen können, so unsensibel wie der sich Zara gegenüber ab und an verhält.
Was dem Buch jedoch zugutekommt, sind die lockere, umgangssprachliche Ausdrucksweise und der anschauliche Schreibstil, die für einen angenehmen Lesefluss sorgen, durch den man das Buch in Windeseile beendet hat.

Mir hat an diesem Buch besonders gut gefallen, dass erst nach einer ganzen Weile von Liebe die Rede ist und sich nicht schon im ersten Drittel eine gemeinsame Zukunft geschworen wurde, wie es bei einigen Liebesromanen gern mal vorkommt. Die Beziehung von Zara und Dave entwickelt sich zögerlich und für die Umstände in einem realistischen Tempo, so etwas ist für das Genre New Adult leider nicht selbstverständlich, wenn eine möglichst umfangreiche, möglichst bewegende Liebesgeschichte auf möglichst wenig Seiten gepresst werden soll.

Natürlich hatte das Buch auch seine prickelnden Textstellen, doch die Bettszenen haben zum Glück nicht überhand genommen, was vielleicht auch daran liegt, dass Zara und Dave beide seit ihrem Urlaubsflirt vor mehreren Jahren reifer geworden sind. Auch hier gibt es Seitenweise Titel, die Negativbeispiele in diesem Punkt darstellen, als würden sich die Autoren denken: „Hey, gerade ist mal eine halbe Stunde Ruhe im Plot, stecke ich die zwei einfach zusammen ins Bett. Und unmittelbar anschließend am besten noch fünfmal, dann sind weitere zwanzig Seiten gefüllt.“ Furchtbar. Sarina Bowen gehört meiner Erfahrung nach nicht zu dieser schrecklichen Spezies.

Die Figuren waren mir im Grunde genommen alle sehr sympathisch bis auf die üblichen Ausnahmen, die nicht mal die Menschen in der erzählten Welt leiden können, wie zum Beispiel der griesgrämige Onkel oder großkotzige Bruder von Zara. Die Protagonisten jedoch haben mit wirklich gut gefallen.
Zara bewundere ich für ihre Stärke, eine Tochter allein großzuziehen und sich nicht an den Ereignissen der Vergangenheit zu zerbrechen. Sie hat Feuer, was Dave mehr als nur einmal zu spüren bekommt, und setzt ihre Meinung durch, wenn es drauf ankommt. Allerdings hat sie auch ein Problem damit, gern angebotene Hilfe von Freunden und Familie anzunehmen, ihre größte Schwäche gewissermaßen.
Dave und ich hatten zwischendurch so unsere Schwierigkeiten, etwa um den Zeitpunkt herum, als Zara ihm von ihrer gemeinsamen Tochter erzählt hat. Doch er hat sich zum Glück gefangen und sich als sehr umsichtiger, bemühter Dad herausgestellt, der Zaras Vertrauen verdient.

Nach diesem lesenswerten vierten Band werde ich wohl auch mal die ersten drei Teile in Angriff nehmen müssen, die bereits seit einiger Zeit im Regal auf ihre Sternstunde warten. Von Sarina Bowen kannte ich bisher nur die Ivy-Years-Reihe, in welche ich absolut und zu 100% verliebt bin, doch auch True North ist interessant mit dem ländlichen Setting und der Wohlfühlumgebung einer Kleinstadt.

Mein Fazit:
Etwas mehr Tiefe wäre schön gewesen, aber ich mochte die gemäßigte Entwicklung der Beziehung der Protagonisten sowie die Figuren selbst. Eine Reihe, die einen Blick wert ist!

True North - Kein Für immer ohne dich - Sarina Bowen
True North - Kein Für immer ohne dich
von Sarina Bowen
(33)
eBook
9,99

Enttäuschung pur

fuddelknuddel , am 12.07.2019

„Im Leben gibt es keine Zufälle! Es gibt Männer, die glauben, dass ihnen die Welt gehört. Graham Morgan, CEO von Morgan Financial Holdings, gehört zu ihnen. Wenn er etwas will, bekommt er es - so einfach ist es für ihn. Bis er Soraya trifft! Sie ist ganz anders als er und die erste Frau, die sich nicht von ihm einschüchtern lässt. Und so unterschiedlich sie auch sind, kann er sich doch nicht dagegen wehren, dass Soraya ganz unbekannte Gefühle in ihm weckt. Doch gerade als Graham beginnt, an eine gemeinsame Zukunft zu glauben, holt ihn seine Vergangenheit ein und droht, alles zu zerstören ..“

„One more Promise“ ist der zweite Teil der Reihe „Second Chances“ der beiden Autorinnen Vi Keeland und Penelope Ward. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, da sie inhaltlich nicht aufeinander aufbauen, sondern jeweils immer andere Paare behandeln.

Normalerweise weiß ich, dass ich bei Büchern aus dem LYX-Verlag immer spannende, humorvolle, prickelnde, tiefgehende Geschichten mit viel Gefühl erwarten kann. Allerdings hatte ich bei diesem Buch so massive Anlaufschwierigkeiten, dass ich das Lesen abbrechen musste und es bis auf weiteres auch ganz weit weg verschieben werde.
Der Grund dafür ist nicht der Schreibstil (locker, umgangssprachlich, gut verständlich) und auch nicht das abgegriffene Klischee CEO vs. Sekretärin, sondern ganz klar die Figuren, die eben jene Rollen besetzen.

Soraya ist, Entschuldigung, eine ganz und gar schreckliche Frau. Sie hält sich für was Besseres, obwohl sie nicht mal die Schule zu Ende gemacht hat und ihren Job mit Füßen tritt und sich ausschließlich respektlos verhält, nur weil ihre Chefin ihr nicht passt. Dazu kommt eine unmögliche Aktion, als sie Graham das erste Mal begegnet, beziehungsweise eben nicht begegnet, mit der sie sich bei mir komplett ins Aus geschossen hat.
Graham ist natürlich, wie sollte es auch anders sein, ein Arschloch erster Güte und versteckt das auch nicht. Zudem scheint er sich für unwiderstehlich zu halten, wechselt er mit Soraya doch kaum ein Wort, mit dem er sie nicht ins Bett oder zumindest aus ihren Klamotten bekommen möchte.

Womit wir beim letzten Kritikpunkt angekommen wären, nämlich der Dynamik zwischen den Protagonisten. Die beiden benehmen sich einfach nur hochgradig billig. Ständig hat irgendein schmieriger Kommentar oder eine eindeutig zweideutige SMS diverse körperliche Auswirkungen sowohl bei Graham als auch bei Soraya, von Gefühlen nicht die geringste Spur zu sehen, nirgendwo.

Mein Fazit:
Ich bin einfach enttäuscht. Die Protagonisten hätten mir kaum unsympathischer sein können, ich empfand das Geschehen bislang als langweilig und uninteressant und alles troff nur so vor triebgesteuertem Verhalten, sodass die Stimmung eher erzwungen als erotisch wirkte.
Zu diesem Zeitpunkt werde ich das Buch nicht weiterlesen können, vielleicht gebe ich ihm zu einem späteren Zeitpunkt noch mal, Vorsicht, Anspielung auf Teil eins, „One more Chance“.
Ich kann nur 1,5, bzw, gerundete 2 von 5 Sternen vergeben.

One More Promise - Vi Keeland, Penelope Ward
One More Promise
von Vi Keeland
(27)
eBook
8,99

Nicht mein liebster Westmore

fuddelknuddel , am 29.06.2019

„Das Spiel seines Lebens ... Als NHL-Star genießt Ben Westmore die Vorzüge seines Ruhms: wilde Partys und unverbindliche Affären. Doch als eine heiße Nacht in Vegas mit seiner Unterschrift auf einer Heiratsurkunde endet, werden ihm zwei Dinge klar: Zum einen sollte er eine Zeitlang die Finger von den Frauen lassen, und zweitens braucht er dringend rechtlichen Beistand. Ersteres ist jedoch schnell vergessen, als sein Blick auf die Anwältin der Gegenseite fällt. Jetzt hat Ben nur noch ein Ziel: Olivias Herz zu erobern ...“

Nach „Maybe this Time“ und der Kurzgeschichte „Maybe this Kiss“ ist dies der zweite vollwertige Band der Colorado-Ice-Reihe von Jennifer Snow, die nicht zwangsläufig in der richtigen Reihenfolge gelesen werden muss. Man kann, sofern man sich für andere Paare spoilern möchte, die Bücher auch durcheinander lesen, denn, ganz ehrlich, wer mit wem zusammenkommt, ist ja schon beim Lesen des Klappentextes klar. Also keine Bedenken haben, wenn ihr nicht bei Band eins anfangen könnt oder wollt.

Das Cover ist genau wie das des ersten Teils relativ unspektakulär, einfarbig mit zarten Mustern im Hintergrund des Titels. Einerseits also kein Eye-Catcher, dafür aber leicht mit seinem Vorgänger in Verbindung zu bringen. Mich würde es in der Buchhandlung nicht sofort ansprechen, da bin ich ehrlich, wenn überhaupt erst auf den zweiten oder dritten Blick.

Mir hat auch in diesem Buch der Schreibstil gut gefallen. Man konnte sich zwar nicht perfekt in die Figuren hineinversetzen, da nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben wurde und die Abschnitte, durch wen wann erzählt wird, nicht klar gekennzeichnet sind, aber dennoch ließ sich das Geschehen leicht verständlich verfolgen. Durch die einfache, relativ anspruchslose Sprache eignet sich das Buch für ein paar freie Nachmittage auf der Couch, einfach was Nettes zum Entspannen, zum Lesen ohne nachdenken zu müssen.

Die Figuren gefielen mir in diesem Band allerdings nicht so gut wie in den anderen Teilen. Olivia war mir erst zu steif, dann zu unprofessionell und schließlich zu unentschlossen. Ich bin mit ihr auf keinen grünen Zeig gekommen, es hat einfach nicht gepasst.
Auch Ben konnte mich nicht überzeugen, ich mochte seine Art nicht. Die anderen Westmore-Brüder hatten mich sofort um den Finger gewickelt, doch bei unserem Protagonisten hat das nicht besonders gut geklappt. Was mich am meisten gestört hat, war, dass er im Klappentext erst als Partykönig in ständiger Feierlaune angepriesen wird und dann im Buch jedoch davon die Rede ist, er würde nie viel trinken, könne also nicht viel ab und hätte daher die Heirats-Panne, die ihm im Vollsuff passiert ist, an den Hacken. Passt in meinen Augen alles nicht zusammen, aber gut.

Die Liebesgeschichte der beiden hat mich auch nicht berühren können. Da war nicht so viel Gefühl wie bei Becky und Neil zum Beispiel, mich hat es relativ kalt gelassen. Auch Olivias Kinderwunsch-Drama hat mich nicht wirklich interessiert, es war voherzusehen, wie ich finde. Ich hätte mich gefreut, mehr übers Eishockey lesen zu können, das hätte die Story vielleicht ein bisschen spannender gemacht.

Mein Fazit:
Bisher der schwächste Band der Reihe, ich hoffe, dass Asher und Emma das im dritten Band wieder gutmachen können. Mir gefiel zwar das Setting, aber der Plot war nicht wirklich überzeugend, genau wie die Figuren.

Maybe this Love - Und plötzlich ist es für immer - Jennifer Snow
Maybe this Love - Und plötzlich ist es für immer
von Jennifer Snow
(28)
eBook
8,99

Gruselig!

fuddelknuddel , am 28.06.2019

Auf Mallory Manor soll Dana ihre Ferien verbringen - hat ihr Vater beschlossen. Bitten und Betteln, mit auf seine Dienstreise kommen zu dürfen, haben zu nichts geführt und so sieht die fast 13-jährige sich schon bald dem gruseligsten Schloss gegenüber, was sie je gesehen hat, gekrönt von einem schrägen Butler und einer noch schrägeren Tante. Als die Bilder und Statuen im Haus plötzlich anfangen, ein Eigenleben zu entwickeln und Dana nachts unheimliche Stimmen hört, macht sie sich mit dem geheimnisvollen Will auf die Suche nach der Ursache dieses Spuks und entdeckt, dass es auf Mallory Manor alles andere als mit rechten Dingen zugeht, und dass ausgerechnet sie die Einzige ist, die eine drohende Katastrophe abwenden kann..

Da ich manchmal leider etwas schlecht schätzen kann, wie viel man jüngeren Lesern zutrauen darf, bin ich an „Dana Mallory und das Haus der lebenden Schatten“ relativ unbesorgt rangegangen und nahm an, dass es schon nicht so dramatisch werden würde.
Großer Fehler. Ich muss gestehen, dass ich dieses Buch eindeutig unterschätzt habe.. oder dass ich einfach feige und zartbesaitet bin, vermutlich eine Kombination aus all diesen Faktoren.

Der Schreibstil ist angemessen für die Zielgruppe, so viel sei auf jeden Fall schon mal gesagt. Man versteht alles problemlos, jüngere begeisterte Leser werden nur so durch die Seiten fliegen und ich für meinen Teil hatte auch riesigen Spaß dabei, Danas Alltag auf dem Anwesen zu verfolgen. Sie erzählt unglaublich unterhaltsam aus ihrer Ich-Perspektive und durch ihre authentischen, detaillierten Beschreibungen kann man sich Mallory Manor perfekt vorstellen, wie eine 13-jährige es nun mal sieht, nämlich im ersten Moment einschüchternd und gruselig, dann von Tag zu Tag jedoch spannender und interessanter.

Die Figuren sind alle mit viel Liebe gestaltet, besonders fasziniert hat mich neben der Protagonistin Dana ihr Freund Will. Er hat eine sehr einnehmende, sympathische Art für einen Jungen in seinem Alter, ist zugleich reifer und ernster, als man es erwarten würde, hat auf der anderen Seite jedoch auch unglaublich witzige Momente, mit denen er Dana und den Leser überrascht.
Dana nimmt ihren Zwangsurlaub anfangs nicht so gelassen, gewöhnt sich aber recht schnell an die neue Situation, vor allem wenn man bedenkt, was in ihrem Zuhause auf Zeit für schräge Sachen abgehen. Beeindruckend mutig stellt sie sich den Gefahren, die ihr auflauern, bis sie schließlich feststellt, dass von ihrem Mut so einiges abhängt.
Mir waren die Charaktere bis auf die „Tante“ alle sehr sympathisch und ich habe es genossen, ihre Geschichte mitzuerleben.

Was ich bei diesem Buch unterschätzt habe, ist der Gruselfaktor. Normalerweise meide ich alles, was im entferntesten mit Grusel, Thrill oder Horror zu tun hat, dafür bin ich einfach zu schissig und kann auch mit fast 22 Jahren mein Spiegelbild nachts nicht anschauen, wenn ich einen entsprechenden Film gesehen oder ein Buch in die Richtung gelesen habe. Peinlich, aber wahr. Jedoch nahm ich an, dass es bei einem Kinder-/Jugendbuch schon nicht so schlimm wäre, wenn ich meine Nase mal dort rein stecke.
Tja, wieder eines besseren belehrt, denn das ein oder andere fiese Hexengrinsen oder nächtliche, mysteriöse Stimmen ohne Quelle haben mir schon ein paar unbehagliche Schauer verpasst.

Was mich nicht zu 100% überzeugt hat, war die Auflösung von Danas Schicksal, beziehungsweise ihrer Suche nach der Lösung zur Rettung von Mallory Manor. Irgendwie war mir das Ergebnis nicht schlüssig, beziehungsweise ich hätte was anderes erwartet als den Helfer, der sich ihr später offenbart hat.

Mein Fazit:
Ein gruseliges, spannendes, süchtig machendes Kinderbuch, was ich wirklich gern gelesen und im Vorfeld tatsächlich unterschätzt habe. Nur das Ende hat mich nicht komplett überzeugt, daher einen Stern Abzug. Aber dennoch empfehlenswert für Groß und Klein, ein richtiger Lesespaß!

Dana Mallory - Claudia Romes
Dana Mallory
von Claudia Romes
(30)
eBook
11,99

Luft ist raus

fuddelknuddel , am 27.06.2019

Auch zehn Jahre nachdem Drakor in die Versenkung verschwunden ist, ist das Volk von Andurion noch nicht zur Ruhe gekommen. In der Stadt aller fünf Völker wurde alles darauf ausgerichtet, im Ernstfall bereit zur Schlacht zu sein.
Nura, die Ziehtochter von Lorena, ist mittlerweile ein 10 Jahre altes, aufgewecktes Mädchen, das nur Unsinn im Kopf hat und am liebsten von einem Abenteuer ins nächste schlittern würde. Als sich allerdings herausstellt, dass die junge Wasserdame eine bedeutende Rolle für das Fortbestehen ihrer Welt spielt, hebt das das Leben des Kindes komplett aus den Angeln..

Dieses Buch ist der vierte Band der „The Lost Prophecy“-Reihe und kann, bzw. sollte nicht ohne Vorkenntnis der anderen Teile gelesen werden, da die Geschichte auf das vorher Geschehene aufbaut. Jemand, der dennoch so mutig ist, mittendrin anzufangen, der tut mir dann auch nicht leid, wenn er keinen Schimmer hat, was da gerade passiert.

Wie die anderen Büchern wird auch „Von Wellen getragen“ aus verschiedensten Perspektiven erzählt, mit dem Unterschied, dass in diesem Fall auch Nura, die nun größere Ziehtochter von Lorena, ihre eigene Sicht erhält. Diese Erzählweise hat wie auch in den vorigen drei Bänden wieder für eine Menge Abwechslung gesorgt, ohne dass ich mit den verschiedenen Handlungssträngen durcheinander gekommen wäre. Mir persönlich hätte aber auch eine Passage aus Drakors Sicht gefallen, die Gegenseite finde ich immer sehr viel spannender als nur „die Guten“ zu beobachten.

Ich muss jedoch gestehen, dass für mich, auch wenn die einzelnen Teile immer sehr kurz sind, so langsam die Luft raus ist bei dieser Geschichte. Band 5 wird der nächste und letzte der Reihe sein, der erscheint, und das finde ich auch ganz gut so. Statt fünf kleiner E-Book-Onlys hätte ich mir auch gut eine Trilogie mit vernünftig langen Büchern vorstellen können, die ich mir dann auch als Print zugelegt hätte, so jedoch reicht es mir dann nach einmal Lesen auch. Es geht mir einfach zu kleinschrittig voran, beziehungsweise ich persönlich hatte auch das Gefühl, dass sich an Kleinigkeiten aufgehalten wird, um noch ein oder zwei Kapitel zu füllen, nur um dann einen großen inhaltlichen Sprung zu vollziehen, den ich gern näher ausgeführt gesehen hätte.

Der angenehme, unkomplizierte Schreibstil schafft es noch, mich zu besänftigen, allerdings freue ich mich auch, die Reihe um Lorena, Nura und die anderen bald endlich abschließen und ruhen lassen zu können.

Mein Fazit:
Es gab zwar Action-technisch einen echten Höhepunkt in diesem Band, leider war mir das Drumherum zu wenig aussagekräftig und spannend. Die Reihe wird nicht besser mit der Zeit, im Gegenteil, sie verliert langsam an Luft. Das große Finale lese ich aber selbstverständlich noch!

The Lost Prophecy - Von Wellen getragen - Carina Zacharias
The Lost Prophecy - Von Wellen getragen
von Carina Zacharias
(5)
eBook
2,99

Klappentext führt auf falsche Fährte

fuddelknuddel , am 20.06.2019

Wenn man schon mal einem Lehrer in freier Wildbahn begegnet, dann ist es meistens in den unpassendsten Momenten. Das muss auch Jessica feststellen, als sie sich nach einem Wet-Shirt-Missgeschick am Flughafen plötzlich ihrem ehemaligen Tutor Roman gegenübersieht. Roman, für den sie schon seit Ewigkeiten schwärmt, dem Mann ihrer heimlichen Träume..
Alles, was Jessica geplant hatte, war, mit ihrer Freundin eine Auszeit von der Uni und von Männern in Mexiko zu genießen. Doch gegen Urlaubsflirts ist ja für gewöhnlich nichts einzuwenden.. auch wenn es sich bei dem Objekt der Begierde um etwas Verbotenes handelt. Denn was in Mexiko geschieht, bleibt auch in Mexiko.. oder?

Von Geneva Lee kannte ich bisher nur die Royals-Reihe, der erste Teil von ihrer neuen Reihe, „Girls in Love“ (nicht sehr kreativ, wenn man mich fragt) SuBt noch bei mir herum. Dennoch wollte ich diesen zweiten Teil zuerst lesen, da mir das Thema einfach spannender erschien. Danke an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar!

Erzählt wird ganz klassisch aus der Ich-Perspektive von Jess, mich hätte in diesem Fall aber viel mehr Romans Sicht des Ganzen interessiert, schließlich ist er derjenige, der mit einem Verhältnis zu einer Studentin seine noch nicht mal richtig begonnene Karriere in den Sand setzen könnte.
Der Schreibstil war nicht besonders anspruchsvoll, typisch New Adult umgangssprachlich und modern, etwas zum schnell runterlesen, wenn man mal einen freien Nachmittag oder Abend hat. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und war fast schon geschockt, wie schnell das Ende erreicht war, auch im Hinblick auf die Tatsache, dass die Autorin gefühlt zwei Jahre normale Beziehung in ein halbes gesteckt hat.

Womit wir auch schon bei meinem größten Kritikpunkt wären: Das Tempo in dem die Geschichte durchgezogen wurde. Ich kann leider nicht zu viel verraten, ohne groß zu spoilern, aber es war einfach zu viel für die wenige Zeit, die Roman und Jess effektiv miteinander verbracht haben. Nach Mexiko passiert gefühlt drei Monate nichts außer betretenem Schweigen und dafür finde ich das Ende einfach zu weit hergeholt. Auch dass die beiden ja scheinbar schon ewig ineinander verliebt sind und dann gleich im Urlaub ohne große Vorrede übereinander herfallen, fand ich an den Haaren herbeigezogen und zu viel de Zufalls.

Spannend wurde es erst im letzten Drittel des Buches, wo die Konsequenzen des Ganzen zu Tage treten, und auch das hat sich für meinen Geschmack zu leicht aufgeklärt. Aber ich nahm im Vorfeld auch an, dass das Verhältnis von Roman und Jess durch berufliche Verbindungen wesentlich kontroverser und der Altersunterschied größer wäre, in der Hinsicht wurde man sogar vom Klappentext auf eine falsche Fährte geführt, was ich persönlich als ganz und gar nicht okay empfinde. Man bekommt als Leser nicht das, was man erwartet, beziehungsweise nur in extrem abgeschwächter Form.

Mit den Charakteren wurde ich auch nicht richtig warm. Zunächst dachte ich, ich könnte mich mit Jess gut identifizieren, ich habe ihren Mut Brett gegenüber bewundert. Doch je weiter sie sich in die Sache mit Roman verstrickte, desto mehr entglitt mir die Sympathie zu ihr. Der Tutor dagegen war mir von Anfang an nicht geheuer, zu schleimig und offensiv. Ebenso wenig mochte ich Cassie, die ständig entweder randalierende, feiernde und/oder trinkende Freundin von Jess, mit der sie unterwegs ist.

Die Liebesbeziehung der beiden Protagonisten konnte mich nicht überzeugen. Wie oben bereits genannt, war alles zu schnell abgehandelt, es ging los von null auf hundert, hing dann eine ganze Weile wieder bei null, war am Ende dann aber auch fix bei zehntausend angelangt. Das gefiel mir nicht, war nicht realistisch in meinen Augen.

Mein Fazit:
Davon abgesehen, dass im Klappentext falsche Tatsachen dargestellt werden, gefiel mir die Geschichte nicht so sehr, wie ich gehofft hatte. Die fehlenden Sympathien und das rasante Tempo werden nur durch den angenehmen Schreibstil wieder wettgemacht.
Es reicht so gerade eben für 2 von 5 Sternen.

With or Without You - Mein Herz gehört dir - Geneva Lee
With or Without You - Mein Herz gehört dir
von Geneva Lee
(29)
eBook
9,99

Das war vieles, aber nicht alles.

fuddelknuddel , am 17.06.2019

„Seit dem Zusammentreffen mit ihr bin ich dieser temperamentvollen Frau verfallen. Nie zuvor habe ich so empfunden. Ich brauche sie wie die Luft zum Atmen. Aber wir können nicht zusammen sein. Auch wenn ich in Karas Augen dasselbe verzehrende Feuer entdecke, das auch in mir lodert. Egal, wie sehr ich mich danach sehne, sie zu berühren – ich muss mich von Kara fernhalten. Denn es gibt Dinge aus meiner Vergangenheit, die sie nicht über mich weiß, die sie nie erfahren soll. Dinge, vor denen ich sie schützen muss. Und wenn ich erneut schwach werde, ist alles um uns herum verloren.“

So lautet der Klappentext zur Vorgeschichte des Buches „Du bist mein Feuer“ von Isabelle Ronin. Da ich jenes Buch bereits gefühlt seit Urzeiten im Regal stehen habe, dachte ich, es sei eine gute Idee, mit dem hinterher erschienenen Prequel „Du bist alles“ zu starten und dann meine SuB-Leiche aus dem Regal anzuschließen.
Dieses Vorhaben hat sich jetzt erledigt.

Es ist ein äußerst selten auftretendes Phänomen, aber ich breche auch ab und zu ein Buch ab. Ungern und wirklich äußerst selten, aber dennoch kommt es vor. Dies ist eines dieser Bücher.
Das E-Book befand sich schon lange auf meinem Reader und ich habe verschiedenste Versuche gewagt, es weiterzulesen, aber jeden habe ich begraben müssen.

Es ist nicht mal so, dass mir der Schreibstil nicht gefällt. Das Buch lässt sich flüssig lesen, alles gar kein Problem. Mein Problem sind die Protagonisten und ihre Dialoge, und wenn man diese beiden Aspekte nicht mag, ist eigentlich die ganze Lektüre schon zum Scheitern verurteilt.
Cameron war mir auf Anhieb unsympathisch und seine plötzliche Fixierung auf Kara, nur weil er sie aus der Ferne gesehen hat, zu unrealistisch. Nicht, dass die Frauen nicht reihenweise davon träumen würden, so eine gruslige Reaktion bei einem Kerl zu verursachen, aber für mich war es einfach nur komisch.

Die Ähnlichkeit der Namen von Kara und ihrer Freundin Tala hat meine Gedanken direkt auf der zweiten Seite in einen Buchstabensalat des Todes gestürzt, sodass ich nach einer ungeplanten kurzen Unterbrechung bereits nachlesen musste, wer wer war, und wie die Namen denn nun richtig gehörten. Mein Gedächtnis hätte auf Tara und Lala schwören können, aber Fehlanzeige.

Was mich aber so richtig gekillt hat, war eine Szene Ende Kapitel 3. Ich weiß, ich hab es nicht weit geschafft, doch diese Stelle war wirklich tödlich für meine Lesemotivation. Für viele war das wahrscheinlich witzig ohne Ende, aber ich fand es einfach nur verstörend und furchtbar unangemessen. Ich bin durch die Menschen, die mir bei meinem Hobby begegnen, weiß Gott einiges gewöhnt, aber da konnte ich echt nur noch den Kopf schütteln. Was mich besonders aufregt, ist, dass Kara/Tara/die Protagonistin sich nicht mal erklärt hat. Das wäre wohl das Erste gewesen, was ein normaler Mensch in ihrer Situation getan hätte, nehme ich stark an, aber vielleicht sehe ich das einfach zu unlocker.
Die folgenden 5 Kapitel habe ich überflogen in der Hoffnung, dass ich wieder in die Geschichte reinkomme, aber die Motivation hat sich nicht wieder einstellen wollen. Auch nach mehreren Versuchen über einen Monat verteilt wollte es nicht werden.

Mein Fazit:
So leicht kann man die Leselust einer Buchbegeisterten killen, es reicht eine Szene auf der Schultoilette.
Gott weiß, dass ich es versucht habe, aber ich musste dieses Buch wegen der fehlenden Sympathie zu den Charakteren und eines sehr entscheidenden Kapitels abbrechen.
Vielleicht gebe ich ihm noch mal eine Chance, aber sicher nicht vor einem Monat Bedenkpause.

Du bist alles - Isabelle Ronin
Du bist alles
von Isabelle Ronin
(15)
eBook
4,99 bisher 9,99

Rasant und fesselnd!

fuddelknuddel , am 17.06.2019

Fortsetzung – Spoiler für Band 1 und 2 möglich!

„Wo Leben ist, ist Hoffnung Das Martialenimperium steht am Abgrund: Imperator Marcus überzieht das Land mit dem Blut der Unschuldigen, während Blutgreif Helena diese zu schützen versucht. Weit im Osten weiß Laia, dass sie den Nachtbringer aufhalten muss, und das ohne Elias. Denn Elias ist nun als Seelenfänger an die Zwischenstatt, das Geisterreich, gebunden. Dazu verdammt, einer uralten Macht bedingungslos zu dienen - auch wenn dies bedeutet, die Frau aufzugeben, die er liebt.“
(Um größere Spoiler meinerseits zu vermeiden, nutze ich den Klappentext des Verlags)

„Elias & Laia“ ist eine Reihe, die mich erst auf den zweiten Blick angesprochen hat. Der Inhalt klang mir zunächst irgendwie zu sehr nach historischem Roman mit fantastischen Elementen, doch nachdem ich die ersten Kapitel von Band 1 gelesen habe, gab es kein Halten mehr für mich.
Die Welt, die die Autorin geschaffen hat, ist absolut einzigartig und die Geschichte hat definitiv Suchtpotenzial.

Wie schon in den vorigen Bänden wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, in diesem Fall sind es Laia, Elias und der Blutgreif. Stellenweise musste ich allerdings durch die ständigen Wechsel am Anfang eines neuen Kapitels kurz grübeln, was bei der Figur zuletzt passiert ist, mich haben die verschiedenen Handlungsstränge etwas durcheinander gebracht. Dennoch mag ich es grundsätzlich eigentlich, wenn Geschehen parallel laufen, das schafft Spannung und (ab und zu willkommene) Abwechslung, wenn man zum Beispiel mal hinter die feindlichen Linien schauen kann. Besonders die Zusammenführungen der Stränge waren raffiniert gemacht.

Abgesehen davon, dass ich an den Kapitelübergängen ins Stocken gekommen bin, war der Schreibstil angenehm und es ergab sich schnell ein steiger Lesefluss, wie schon in den vorigen Büchern. Die detaillierten, anschaulichen Beschreibungen der exotischen Welt haben es mir leicht gemacht, mir alles vorzustellen, jede der Grausamkeiten, die verübt werden, hat mich schaudern lassen, und die rasanten Reise- oder Schlachtszenen habe ich mit Spannung verfolgt.

Auch wenn die Welt, in der das Geschehen spielt, keine fortschrittliche ist, so hatte ich jedoch zu keiner Zeit das Gefühl, dass die Sprache anstrengend altbacken wäre. Die Protagonisten liefern sich trotzdem scharfzüngige Wortgefechte, wie ich es so gern lese, auch ohne umgangssprachlich modern zu reden, was mir sehr gut gefallen hat.

Die Autorin hat die Fähigkeit, ihren Figuren so viel Leben, Charakter und vor allem Gefühl einzuhauchen, dass man als Leser einfach mit ihren mitfiebern muss. Ich habe jeden Schritt mit Elias, Laia, Helena und auch dem Nachtbringer gern getan, vielleicht liegt das auch daran, dass man die Personen nun schon in zwei vorigen Bänden ausführlich kennengelernt hat. Man kennt sie, liebt sie, hasst sie und lernt doch immer noch neue Seiten kennen, sodass es nie langweilig wird.

Besonders Helena hat mir in diesem Teil imponiert, denn auf ihren Schultern lastet die enorme Last großer Verantwortung, der sie jedoch mit ihrer emotionalen und körperlichen Stärke und Entschlossenheit mehr als gerecht wurde.
Auch Elias macht eine Wandlung durch, die ich genau wie Laia als besorgniserregend empfinde. Ich erhoffe mir vom folgenden und hoffentlich auch letzten Band der Reihe, dass da einiges wieder gerichtet wird, auch wenn mir noch keine Lösung für seine Situation einfällt.

Generell nimmt das Fantastische einen sehr großen Teil dieser Geschichte ein. Die Protagonisten nehmen sich immer mehr ihrer Fähigkeiten an und spielen mit ihnen, lernen sie zu handhaben und nutzen sie so gut sie können. Bei Elias blicke ich zwar ehrlich gesagt manchmal nicht so ganz durch, aber vielleicht fehlt mir für seinen Zuständigkeitsbereich etwas die Fantasie.

Die sich zuspitzenden Geschehnisse im Imperium sorgen für eine Spannung und Rasanz, die meiner Meinung nach den vorigen Band noch betrifft, hier gibt es mehr Action im großen Stil, mehr für mich Unvorhergesehenes, Überraschendes. Ich wusste nie so richtig, was mich auf der nächsten Seite erwartet, ob es ein erneuter Schachzug der Kommandantin ist, der Imperator wieder die Nerven verliert oder gar ein völlig neuer Feind auftaucht. Das hat das Lesen gleichermaßen spannend wie auch ermüdend gemacht, manchmal war ich von der Fülle an neuen Eindrücken erschlagen, sodass ich eine Pause brauchte.

Mein Fazit:
Insgesamt kleine Schwächen, aber spannender Plot, vertrautes Setting und man ist nah an den Charakteren, die allesamt eine gewaltige Entwicklung hinter sich haben, sei es nun eine ins Positive oder Negative. Endlich Band 3 zu lesen war ein wenig wie nach Hause zu kommen und ich freue ich auf den nächsten Band und damit hoffentlich endlich auf das große Finale! Es gibt noch so viele ungeklärte Fragen und unerwartete Entwicklungen, die weitergeführt werden müssen, spannt mich bitte nicht zu sehr auf die Folter.
4,5 bzw. gerundete 5 von 5 Sternen gibt es von mir!

Elias & Laia - In den Fängen der Finsternis - Sabaa Tahir
Elias & Laia - In den Fängen der Finsternis
von Sabaa Tahir
(32)
eBook
8,99

 
zurück