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Bewerter

Jasmin Rickenberg aus Lemgo

Gesamte Bewertungen 53 (ansehen)


Alter:
32 Jahre
Abteilung:
Belletristik, Kochen, Garten, Natur und Tiere
Funktion:
Buchhändlerin, MC-Beauftragte, eReader-Expertin
Lieblingsautoren:
Markus Heitz, Bernhard Hennen, Simon Beckett, Sebastian Fitzek, Haruki Murakami, Lesley Downer, Kaori Yuki, Walter Moers, Jasper Fforde und noch viele mehr

Meine Favoriten

1.

Der Herr der Ringe

von J. R. R. Tolkien

mehr

3.

Die Elfen Bd.1

von Bernhard Hennen

mehr

4.

Die Zwerge Bd.1

von Markus Heitz

mehr

5.
7.

Tiere essen

von Jonathan Safran Foer

mehr

Meine Bewertungen

Sehr berührend

Jasmin Rickenberg aus Lemgo , am 17.12.2014

Vor zehn Jahren hat Careys und Jenessas Mutter alles hinter sich gelassen und ist mit Carey in den Wald gezogen, wo sie sich verstecken. Den beiden Mädchen hat sie erzählt, dass ihr Vater sie geschlagen habe. Immer wieder geht sie in die Stadt um Vorräte und ihre Drogen zu holen. Manchmal ist die tagelang weg - manchmal wochenlang - und manchmal kommt sie nicht alleine zurück...

Anfangs kam ich nur schwer in dieses Buch rein. Die Geschichte erschien mir sehr schleppend und ich wusste noch nicht so richtig, was ich davon halten sollte bzw. was mich erwartet. Ziemlich schnell tun sich dann aber immer mehr Abgründe im Leben der beiden Mädchen auf und es wird rasch klar, wer welche Rolle inne hat. Ehe ich es mir versah war ich in den Bann des Buches gezogen.

Es war sehr bedrückend zu lesen, welche Verantwortung Carey tragen musste und dass sie die Mutterrolle für ihre kleine Schwester übernommen hatte. Als dann eines Tages ihr Vater mit einer Dame vom Jugendamt im Wald auftaucht wird ihr Leben völlig auf den Kopf gestellt und die beiden sehen sich mit Dingen konfrontiert, die sie beide bzw. Careys kleine Schwester noch nie im Leben gesehen haben. Im Gegensatz zu ihrer Schwester kann Carey auch nicht alle Annehmlichkeiten dieses Lebens einfach so annehmen, denn sie vermisst den Wald, der jahrelang ihr zuhause war und trägt eine große Last mit sich herum. Sie ist eindeutig eine herausragende Persönlichkeit, die definitiv im Mittelpunkt der Geschichte steht. Alle anderen Charaktere stehen etwas in ihrem Schatten und sind deshalb nicht detailliert ausgearbeitet, was aber nicht weiter tragisch ist.

Es ist sehr berührend und ergreifend geschildert, wie der Vater sich über die Wiedervereinigung mit seinen Töchtern freut und wie liebevoll sie in seiner neuen Familie aufgenommen werden. Insbesondere von seiner neuen Freundin, die selber bereits eine Tochter in Careys Alter hat.
Es erschien mir allerdings etwas unrealistisch, wie schnell Carey sich in der neuen Welt zurecht findet.

Und dann ist da noch diese Sache mit der "Nacht der weißen Sterne"... Die ganze Zeit über habe ich auf die Auflösung dieses Geheimnisses hin gefiebert. Das Ende war lange nicht vorhersehbar für mich, dann hatte ich eine Ahnung und schließlich kam es doch etwas anders und ich war überrascht.

Der Zusammenhalt der beiden Schwestern und ihre schrecklichen Erlebnisse sind wirklich äußerst ergreifend geschildert und konnten mir gegen Ende sogar die ein oder andere Träne ins Auge zaubern.
„Wenn ihr uns findet“ ist eine zutiefst tragische Geschichte, deren Schreibstil auf Grund von Careys besonderer Art sich auszudrücken zwar anfangs etwas gewöhnungsbedürftig war, mich aber letztendlich sehr berührt hat.

Wenn ihr uns findet - Emily Murdoch
Wenn ihr uns findet
von Emily Murdoch
(25)
Buch (gebundene Ausgabe)
15,99

Nicht nur für Steampunk-Interessierte

Jasmin Rickenberg aus Lemgo , am 14.12.2014

Während des Prologes wird man direkt in die packenden Geschehnisse um den Erlkönig hinein geschleudert, der wegen seiner körperlichen „Veränderungen“, verursacht durch den allgegenwärtigen Aether, aus dem Dorf vertrieben wird und sich zunächst in den Wäldern versteckt um Kraft zu sammeln und zu seinem wahren Selbst zu finden.
Danach begleitet man Minerva, wie sie dem Unternehmer Falk über den Weg läuft, der die nahe gelegene Glashütte kaufen möchte. Er hat Schwierigkeiten mit seinem Automobil und tough wie sie ist übernimmt Minerva nur zu gern das Steuer. Doch als die beiden an der Glashütte eintreffen werden sie mit einem rätselhaften Mord konfrontiert und schon bald in die Geheimnisse des Schwarzwaldes hinein gezogen.

Mit „Waldesruh“ hat Anja Bagus einen wirklich von der ersten Seite an spannenden Steampunk-Roman geschrieben. Eine Prise Romantik, ein bisschen Fantasy, geheimnisvolle Morde und köstliche, authentische Charaktere: allen voran die selbstbewusste Minerva, die sich in Männerkleidung am wohlsten fühlt, symbolisiert ein starkes Frauenbild. Ihre Mutter ist eine richtige Diva und ehemaliger Bühnenstar, die sich nur ungerne von ihrer Tochter trennen will. Dann gibt es noch den undurchsichtigen und einnehmenden Hauptmann, der ebenfalls ein reges Interesse an der Glashütte und Minerva zeigt, und den geheimnisvollen Falk, der sich hinter seiner Brille versteckt…
Besonders Minerva ist mir während des Lesens sehr ans Herz gewachsen. Mit ihrer, für diese Zeit so untypischen, selbstständigen und toughen Art konnte Sie mich sofort für sich einnehmen. Sie weiß genau was sie will und das passt so gar nicht mit den strengen damaligen Konventionen überein.

Mir hat besonders die Mischung aus Fantasy, Krimi und das Aufgreifen der Erlkönig-Sage gefallen. Typische Steampunk-Aspekte sind eher „Nebensache“. So tauchen gelegentlich am Rande Luftschiffe oder Aether-betriebene Autos auf. Der Aether an sich ist aber allgegenwärtig und unter seinem Einfluss zeigen sich immer mehr Fabelwesen und Sagengestalten und manche Menschen verändern sich und nehmen eine andere Gestalt an. Generell ist Anja Bagus mit der Thematik des Andersseins in diesem Buch aktueller denn je.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und professionell und hält die ein oder andere überraschende Wendung parat. Ein weiteres angenehmes Detail sind die regionalen Dialekte der Einwohner, die aufgegriffen werden und mich wie vor Ort fühlen ließen.

Dies war mein erster Aetherwelt-Roman und es wird bestimmt nicht der letzte sein.
„Waldesruh“ ist ein Buch für jeden Steampunk-Interessierten aber auch jeden anderen Leser spannender Literatur!

Waldesruh - Anja Bagus
Waldesruh
von Anja Bagus
(6)
Buch (Taschenbuch)
14,00

Spannende Geister- und Kriminalgeschichte im Flair der 20er Jahre

Jasmin Rickenberg aus Lemgo , am 19.11.2014

Die Protagonistin Evie besitzt die Fähigkeit die verborgensten Geheimnisse einer Person zu erfahren, wenn sie nur einen persönlichen Gegenstand berührt. Dies führt auf einer Party unweigerlich zu einem Skandal und ihre Eltern verfrachten sie kurzerhand zu ihrem Onkel nach New York, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Nichts hätte ihr gelegener kommen können, denn ihr sehnlichster Wunsch ist es berühmt zu werden. Doch plötzlich geschehen grausame Ritualmorde und Evie steckt mitten im Geschehen.

Der packende Schreibstil konnte mich von der ersten Seite an begeistern und ich hatte nicht das Gefühl, dass sich die Geschichte an irgendeinem Zeitpunkt in die Länge gezogen hätte. Mit ihren detailreichen Beschreibungen erweckte Libba Bray die ruhmreichen Bilder der goldenen 20er Jahre vor meinen Augen zum Leben: schwarz-weiß-Filme, Flüsterkneipen, schillernde Kleider und Parties. Auf mich macht es den Eindruck, dass sie historische Schauplätze und Geschehnisse sehr gut recherchiert hat und alles ein gutes Bild zusammen ergibt.

"Sie sprach von einem 'heraufziehenden Sturm', einer Zeit voller Gefahren, in der man die Diviner zu Hilfe rufen müsse."

Auch bei den Charakteren hat sich Libba Bray große Mühe gegeben und sie sehr liebevoll und detailliert gezeichnet. Um nur ein paar zu nennen:

Evie , die Hauptperson, ist schon fast ein richtiges Scheusal, die fast vor nichts zurück schreckt um ihr persönliches Vergnügen zu erreichen. Sie ist aber auch tapfer und selbstbewusst und weiß, was sie will. Im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich zu einer erwachsenen jungen Frau und ich habe sie in mein Herz geschlossen, obwohl sie nicht einfach ist. Sie ist eine Diviner, ein Mensch mit besonderen magischen Fähigkeiten, und kann in persönlichen Gegenständen die Geheimnisse des jeweiligen Menschen lesen.

Ihre beste Freundin Mabel ist neben ihr eher das Mauerblümchen und steht dazu noch im Schatten ihrer Eltern, die sich sozial sehr engagieren.

Der vorwitzige Sam Lloyd, den Evie bereits auf dem New Yorker Bahnhof „kennenlernt“, nimmt ebenfalls noch eine wichtige Rolle in der ganzen Geschichte ein und hütet das ein oder andere Geheimnis genauso wie Jericho, der im Museum von Evies Onkel Will arbeitet.

"Ruta sah genauer hin und handelte. Aber nein doch, das war kein Schmutz. Das war Blut! Ein blutiger Fingerabdruck mit vier...ja, mit nur vier Fingern. Ein Finger fehlte."

Die Atmosphäre im Buch ist zwar schon in gewisser Weise gruselig und mystisch aber ich habe mich nicht in dem Maße gegruselt, wie ich es mir erhofft hatte. Trotzdem ist die Idee der „Diviners“ für mich eine interessante und spannende Abwechslung und die Mischung aus Geistern, Kriminalgeschichte, Jugendlichen mit besonderen Fähigkeiten und dem historischen Schauplatz machen das Buch zu einem überzeugenden Auftakt, der Lust auf mehr macht!

Einziges Manko von mir: die Auflösung am Ende ging mir leider etwas zu holterdiepolter...

Aller Anfang ist böse / The Diviners Bd.1 - Libba Bray
Aller Anfang ist böse / The Diviners Bd.1
von Libba Bray
(46)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,95

Eine facettenreiche und würdige Fortsetzung!

Jasmin Rickenberg aus Lemgo , am 13.10.2014

Kaum sind Diana und Matthew im Jahre 1590 angekommen, müssen sie sich auch schon wieder verstecken. Dabei lernt Diana endlich Matthews Vater Philippe kennen. Außerdem ist sie mit ihren hexerischen Fähigkeiten heillos überfordert und benötigt dringend die Hilfe anderer Hexen. Leider sind das nicht die einzigen, deren Aufmerksamkeit sie auf sich zieht. Und dann sind da noch die aufkeimenden Hexenjagden...

Die Beziehung zwischen Matthew und Diana wird im Laufe des zweiten Teils wesentlich intimer. Mit hat nicht ganz so gut gefallen, wie unterwürfig Diana ihm gegenüber anfangs wirkt. Ich hatte hin und wieder den Eindruck, sie versuche ihm alles Recht zu machen. Im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich im Gegensatz zum ersten Teil aber erheblich weiter und wird zu einer selbstbewussten Frau, die die Kontrolle über ihre Fähigkeiten erlangt und den Mut nicht verliert. Und auch Matthew schafft es weiter auf Diana zuzugehen und zumindest schon mal einen Teil seiner Geheimnisse mit ihr zu teilen.

Natürlich erfährt man auch endlich mehr über das geheimnisvolle Buch Ashmole und es werden spannende neue Charaktere eingeführt. Darunter auch ein paar bekannte Persönlichkeiten wie zum Beispiel Shakespeare oder Queen Elizabeth I. Dabei gelingt es Deborah Harkness perfekt Geschichte und Fiktion miteinander zu verweben. Ein Aspekt, der mir besonders gut gefällt.

Ich muss sagen, es ist immer wieder erstaunlich wie sehr Deborah Harkness vor Ideen zu sprühen scheint. Sie schafft es meisterhaft so viele Informationen und Ereignisse in ein Buch zu packen, dass es locker für zwei reichen würde. Und dabei wird es weder langatmig noch unüberschaubar.

Die knapp 800 Seiten mögen auf den ersten Blick abschreckend wirken, aber ich habe mich zu keiner Zeit gelangweilt und fühlte mich wieder gut unterhalten. Das Buch schließt direkt an den ersten Teil an und ließ sich sehr flüssig lesen und durch die detaillierten Beschreibungen konnte ich mir die Schauplätze und Personen bildhaft vorstellen.
Es muss noch so viel passieren – ich bin wirklich gespannt, ob Deborah Harkness es schafft, alles befriedigend im dritten und letzten Teil zu verarbeiten.

Wo die Nacht beginnt - Deborah Harkness
Wo die Nacht beginnt
von Deborah Harkness
(52)
Buch (Klappenbroschur)
10,99

Nettes, kurzweiliges Lesevergnügen

Jasmin Rickenberg aus Lemgo , am 08.10.2014

Sirius heißt eigentlich Levi und wird als jüdischer Hund in eine jüdische Familie hinein geboren. Doch als Hitler die Rassengesetze erlässt ist es für den kleinen Terrier an der Zeit einen „angemesseren“ Namen anzunehmen – Sirius. Er flieht gemeinsam mit seiner Familie nach Amerika und beginnt seine abenteuerliche Reise, angefangen als Filmstar in Hollywood!

„Wir suchen unseren Hund“, sagt Liliencron. „Haben Sie ihn zufällig gesehen?“ […] Frau Zinke blickt sich verdutzt um. „Komisch“, meint sie, „eben war er noch hier. […] „Dann hat er einen Film gedreht“, sagt Frau Zinke. „Der Film kommt im Oktober ins Kino.“

Das Cover des Buches sprang mir gleich ins Auge und hat mich überhaupt erst auf diesen Roman aufmerksam gemacht. Und es gefällt mir wirklich sehr gut. Die Farbwahl und designed wie ein altes Filmplakat - einfach klasse.

Auf eine trockene, einfache Art berichtet Sirius von den Schrecken und der Tragik des Krieges. Dabei benutzt er eine gehörige Prise schwarzen Humor. Laut Lachen musste ich zwar nicht, dafür war ich hin und her gerissen zwischen Schmunzeln, wenn zum Beispiel mal wieder das wilde Partyleben in Hollywood geschildert wurde, und Entsetzen über die Grausamkeiten des Krieges.
Die Passagen, in denen Sirius Hitlers Hund ist, kamen mir hingegen zum Teil schon fast flapsig und absurd vor (er ist zwischenzeitlich Doppelagent und drückt sich durch Klavier spielen aus).

„Ist der Tag der Befreiung ein Glückstag für Frau Zinke? […] Sind 50 Millionen Menschen gestorben, damit Frau Zinke endlich in Freiheit fegen kann?“

Der Klappentext verrät leider schon viel zu viel der Geschichte, insbesondere die Aufzählung der großen Persönlichkeiten finde ich viel zu lang. Das Buch ist sowieso nicht sehr lang und durch die knappen, prägnanten Sätze liest es sich unglaublich schnell.

Letztendlich hat mir Sirius' Geschichte aber gut gefallen und war eine kurzweilige, leichte Unterhaltung, in der zwei Welten perfekt gegenüber gestellt werden – das zerstörte, diktatorische Deutschland und das freie Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

„Heimat ist der Ort, wo dein Herz ist“, sagt der Baum.

Sirius - Jonathan Crown
Sirius
von Jonathan Crown
(38)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,99

Für alle Fans von Panem und Co. - nur noch besser

Jasmin Rickenberg aus Lemgo , am 09.09.2014

Die Bevölkerung ist in Fraktionen eingeteilt: die Altruan – die Selbstlosen, die Candor – die Freimütigen, die Ken – die Wissenden, die Amite – die Friedfertigen und die Ferox – die Furchtlosen. Beatrice Priors Familie gehört zu den Altruan, doch sie wusste schon immer, dass sie anders ist, dass sie nicht gut genug für die Altruan ist. Und als sich bei dem Eignungstest - der ihr eigentlich zeigen sollte, für welche Fraktion sie am besten geeignet ist – herausstellt, dass sie sich gleich für drei Fraktionen eignet, steht fest: sie ist eine Unbestimmte und dies muss unter allen Umständen geheim bleiben.
Sie entscheidet sich schließlich für die Ferox, die sie schon immer bewundert hat und stellt sich einem harten Konkurrenzkampf. Ihre Familie muss sie für immer zurück lassen und sehr bald kommt sie dahinter, dass ihre Unbestimmtheit noch eine wichtige Rolle spielen wird.

Obwohl sehr viel Zeit dafür investiert wird von Tris' Ausbildung bei den Ferox zu erzählen wirkt die Geschichte an keiner Stelle langatmig und hat mich einfach von Anfang an durch und durch gefesselt. Viele Fragen werden direkt beantwortet, sodass ich mich leicht in die Geschichte einfinden konnte.
Ich finde es sowieso toll, was für ein gesellschaftliches System Veronica Roth erschaffen hat, alles wirkt sehr durchdacht und stimmig.

Nicht nur die Hauptcharaktere sind mir direkt richtig sympathisch gewesen sondern auch die Nebencharaktere sind sehr liebevoll und detailliert gezeichnet. Sie wachsen über sich hinaus und ich habe von Anfang an mit ihnen mitgefiebert. Außerdem gefällt mir sehr gut, dass die Liebesgeschichte so glaubwürdig und nicht zu überladen wirkt. Es baut sich ganz langsam im Laufe der Geschichte auf.

Erzählt wird alles übrigens in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Tris. Das ist nicht unbedingt jedermanns Sache, aber ich finde es toll und konnte mich dadurch sehr gut in ihre Sicht der Dinge hineinversetzen.

Ich liebe das Buch und kann gar nicht verstehen, warum ich es so lange vor mir hergeschoben habe. Für alle Fans von Panem und Co. - nur noch besser!

Und das Ende hat schließlich dafür gesorgt, dass ich mir direkt am nächsten Tag den zweiten Band kaufen musste! ;)

Die Bestimmung Bd.1 - Veronica Roth
Die Bestimmung Bd.1
von Veronica Roth
(191)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Ein leises, eindringliches Buch für einen verregneten Nachmittag!

Jasmin Rickenberg aus Lemgo , am 31.08.2014

In den zehn Kurzgeschichten entführt Franka Potente den Leser in den japanischen Alltag. Sie schafft es meisterhaft so viele Emotionen darin zu vermitteln, dass ich einfach nur sprachlos und tief berührt war. Und obwohl die Sätze kurz sind und der Schreibstil einfach gehalten ist, konnte ich alles genau vor mir sehen. Natürlich mag sie auch einige Klischees verarbeitet haben, aber meiner Meinung nach schafft sie ein eindringliches Bild dieser fremden Kultur.

Es geht um Sehnsüchte, Menschlichkeit und Traditionen. Es geht aber auch um Einsamkeit, Ängste und Abhängigkeit. Und es geht um geplatzte Träume, die Schattenseiten Japans und die Menschen hinter den Masken.

Ich bin eigentlich kein Kurzgeschichten-Leser, aber diese kann ich uneingeschränkt weiter empfehlen!

Zehn - Franka Potente
Zehn
von Franka Potente
(11)
Buch (Taschenbuch)
10,00

Für Fans ein Muss

Jasmin Rickenberg aus Lemgo , am 24.07.2014

Nachdem die Blake Brüder sich im ersten Teil von „The walking dead“ durch die postapokalyptische Welt voller Zombies gekämpft haben hat Brian Blake die Identität seines Bruders angenommen und in dem kleinen Städtchen Woodbury ein kurioses und strenges Regime errichtet. Im zweiten Teil wird eine völlig neue, bunt zusammengewürfelte Gruppe von Protagonisten eingeführt. Man begleitet sie bei ihrem Kampf ums Überleben bis schließlich das Unaufhaltsame passiert...

Leider schließt der zweite Teil nicht direkt an den ersten an. So erfährt man zum Beispiel nichts näheres über Brian Blakes Verwandlung und Entwicklung zum Governor. Erst nach ca. 170 Seiten trifft die neue Gruppe auf ihn und Woodbury und selbst da tritt er erst mal weniger in Erscheinung.

Mit den Protagonisten bin ich leider nicht warm geworden. Sie kamen mir irgendwie zu unpersönlich rüber und gingen mir nicht nahe. Das war im ersten Teil deutlich besser. Ich hätte mir generell gewünscht, dass das Hauptaugenmerk, wie im ersten Teil auch, auf dem Governor liegt und man mehr über ihn erfährt. Das ist aber erst mehr zum Ende des Buches der Fall.
Nett ist auf jeden Fall, dass man zum Beispiel Martinez, aus der TV-Serie, auch in den Büchern wieder trifft.

Nachdem ich den ersten Teil förmlich verschlungen hatte war ich vom zweiten Teil der Reihe schon fast etwas enttäuscht. Er konnte leider nicht mit dem ersten Teil mithalten. Das liegt für mich aber in erster Linie daran, dass ich gerne mehr über den Governor erfahren hätte und wie er Woodbury aufbaut.
Das Buch an sich enthält durchaus wieder einige Schockmomente und die Spannung zieht sich bis zum Ende durch die Geschichte. Mir gefällt besonders gut wie erzählt wird, wie sich die Menschen im Angesicht so einer Ausnahmesituation verändern, wie jeder sich selbst der nächste wird und seine dunkelsten Seiten nach außen gekehrt werden.

"Ihr wird klar, dass sie alle zu Monstern geworden sind - jeder Einzelne - inklusive Lilly und Bob. Genauso wie ganz Woodbury."

Da man in diesem Teil so wenig über die Entwicklung des Governors erfährt, kann man ihn theoretisch sogar unabhängig vom ersten Band lesen.
Für Fans der Serie ist der zweite Teil ein absolutes Muss!

The Walking Dead Roman  Bd. 2 - Robert Kirkman, Jay Bonansinga
The Walking Dead Roman Bd. 2
von Robert Kirkman
(38)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Einfach klasse

Jasmin Rickenberg aus Lemgo , am 09.07.2014

Nachdem Sheriff Holstons Frau Allison sich freiwillig zur Säuberung gemeldet und das Silo, in dem die letzten Menschen leben, verlassen hat, lassen ihn ihre Äußerungen nicht mehr zur Ruhe kommen und er entdeckt schnell, dass in seiner Welt nicht alles so ist, wie es scheint. Scheinbar wird den Bewohnern durch die Linsen ein falsches Bild der zerstörten Außenwelt vermittelt. Letztendlich entscheidet er sich, dass auch er das Silo verlassen möchte und wird zur Säuberung der Linsen aus dem Silo geschickt. Genau wie seine Frau macht er sich anschließend auf den Weg den Hügel hinauf und kehrt nie zurück.

Bei „Silo“ leben die Menschen seit Generationen auf engstem Raum. Die Welt außerhalb ist auf Grund einer nicht näher beschriebenen Katastrophe nicht mehr bewohnbar. Das Leben im Silo ist hierarchisch aufgebaut – ganz unten leben und arbeiten zum Beispiel die Mechaniker, ganz oben sind die Linsen und das Büro des Sheriffs und Mayors.
Der Autor hat eine ganze Welt erschaffen und auf jegliche Details geachtet, sodass die Geschichte im Ganzen Sinn macht und noch durchdachter wirkt. So gibt es zum Beispiel jährlich eine Geburten-Lotterie für die die Bewohner Lose erwerben können, damit die Population nicht unkontrolliert steigt.
Er hat auch kein Problem damit eben eingeführte Personen ebenso schnell wieder von der Bildfläche verschwinden zu lassen, indem er sie tötet, dass gibt dem Ganzen noch einen gewissen Reiz, wie ich finde.

Ich war wirklich gefesselt von der ersten Seite an. Der Schreibstil ist einfach sehr spannend und dadurch, dass am Anfang erst einmal von Sheriff Holston und seiner Frau die Rede ist, wird man zunächst auf die falsche Fährte gelockt. ;)
Die Spannung baut sich im Laufe der Zeit immer weiter auf. Ich habe mich das ganze Buch über gefragt, wie es nun weiter gehen wird und was das große Geheimnis des Silos ist.

Dieses Buch besteht nicht unbedingt aus so viel klassischer Science Fiction, wie man vielleicht erwarten würde und ist daher auch sehr gut für Thriller-Fans geeignet. Außerdem ist es, wie momentan viele Science Fiction Bücher, auch ein wenig gesellschaftskritisch angehaucht, was mir sehr gut gefallen hat. Es hat mich ein bisschen an den Film „City of Ember“ erinnert.

Silo ist ein wahrer Page-Turner und eine fesselnde Dystopie, speziell für Erwachsene, die es schafft aus der breiten Masse heraus zu stechen!

Silo - Hugh Howey
Silo
von Hugh Howey
(50)
eBook
8,99

Liebe zum Detail, wunderbare Schauplätze und kein bisschen kitschig

Jasmin Rickenberg aus Lemgo , am 22.06.2014

In einer Welt, in der Hexen, Dämonen und Vampire unter den Menschen leben wird Diana Bishop in eine Familie voller Hexen hinein geboren. Sie entscheidet sich allerdings ihr Leben ohne Magie zu meistern, nachdem ihre Eltern umgebracht wurden. Sie ist Wissenschaftlerin und während ihren Studien fällt ihr ein mysteriöses Buch in die Hände. Sie merkt sofort, dass damit etwas nicht stimmt und auch einige andere "Kreaturen" es darauf abgesehen haben, unter anderem der mysteriöse Vampir Matthew, der nicht mehr von ihrer Seite weicht. Aber das ist natürlich noch lange nicht alles. Mehr möchte ich an dieser Stelle aber nicht verraten.

"Wenn ein Dämon mich anblickt, spüre ich einen dezenten, verunsichernden Druck wie von einem Kuss. Doch wenn ein Vampir mich fixiert, fühlt sich das kalt, konzentriert und gefährlich an."

Die Detailliebe der Autorin sorgt dafür, dass man sich alles ganz genau vorstellen und in die Geschehnisse eintauchen kann. Das kommt besonders den Schauplätzen zugute. Zeitweise sorgt es allerdings auch dafür, dass es etwas langatmig wird. Trotzdem lässt sich das Buch sehr gut lesen und ich wollte irgendwie immer wissen, wie es weiter geht.
Hin und wieder gibt es Rückblicke in Matthews Vergangenheit, die ich besonders spannend fand. Mit Diana, aus deren Sicht alles erzählt wird, bin ich allerdings nicht wirklich warm geworden. Ich konnte sie nicht richtig ins Herz schließen. Aber mir gefiel die Entwicklung, die sie im Laufe des Buches durch macht. Am Anfang noch ängstlich und sich ihrer eigenen Kräfte nicht bewusst und am Ende eine selbstbewusste, entschlossene Kämpferin. Die eigentlichen Nebencharaktere konnten mich da schon fast etwas mehr erwärmen. Sie sind schrullig, liebenswert und stürmisch. Aber das Haus, in dem Dianas Tanten leben, ist am bezauberndsten. Ich habe es mir ein bisschen wie das Haus von Ron’s Familie aus Harry Potter vorgestellt - verwinkelt und gemütlich, denn es kann einfach mal spontan ein Zimmer anbauen, wenn Besuch erwartet wird.

"Kein Geschöpf in diesem Wald konnte im Kampf gegen Matthew bestehen."

Bei „Die Seelen der Nacht“ handelt es sich um keine dieser typischen Vampir-Romanzen. Die Autorin hat sich wirklich etwas einfallen lassen und wissenschaftliche und historische Hintergründe zu einem spannenden Roman verwoben. Abgeschlossen wird es mit einem netten Cliffhanger, der mich sofort auf den nächsten Teil stürzen lässt. Ich verstehe gar nicht mehr, warum ich dieses Buch noch nicht früher gelesen habe.

Die Seelen der Nacht - Deborah Harkness
Die Seelen der Nacht
von Deborah Harkness
(83)
Buch (Klappenbroschur)
10,99

 
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