Das Schweigen der Bienen

Roman

(4)
Ein Entwicklungsgeschichte, eine Familiensaga, ein Thriller – ein großer, facettenreicher Roman von Valerie Geary.

Er ist nicht böse. Ich bin nicht gut. Wir sind beide gleich, in tausend Stücke zerbrochen und wieder zusammengesetzt.

Nach dem Tod ihrer Mutter ziehen die fünfzehnjährige Sam und ihre kleine Schwester zu ihrem Vater Bear, einem exzentrischen Bienenzüchter im ländlichen Oregon. Aber schon kurz nach ihrer Ankunft gerät der fragile Neuanfang in Gefahr: Im Crooked River wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt und Bear als Mörder verhaftet. Sam ist von der Unschuld ihres Vaters überzeugt. Niemals könnte er jemandem Gewalt antun. Entschlossen macht sie sich auf die Suche nach dem wahren Täter, hilflos beobachtet von ihrer jüngeren Schwester, die seit dem Tod der Mutter verstummt ist – und doch so viel zu sagen hätte …
Portrait
Die Autorin Valerie Geary steht in den USA für emotional tiefgründige Short Storys, die in den großen Literaturmagazinen erschienen sind. „Das Schweigen der Bienen“ ist ihr vielbeachtetes Romandebüt. Wenn die Autorin nicht schreibt, gärtnert sie, wandert oder segelt. Sie lebt mit ihrem Mann in Portland, Oregon.
… weiterlesen
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 304
Erscheinungsdatum 10.12.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-95967-013-5
Verlag HarperCollins
Maße (L/B/H) 20,6/14,4/3 cm
Gewicht 380 g
Originaltitel Crooked River
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Joannis Stefanidis
Buch (Taschenbuch)
16,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Andere Kunden interessierten sich auch für

  • Das Haus bei den fünf Weiden
    von Liz Balfour
    (5)
    Buch (Taschenbuch)
    9,99
  • Mit dir für immer
    von Susan Wiggs
    (1)
    Buch (Taschenbuch)
    9,99
  • Die Bienen
    von Laline Paull
    (24)
    Buch (Taschenbuch)
    10,99
  • Hinter dem Regenbogen
    von Nadia Hashimi
    (4)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    22,00
  • Der goldene Sohn
    von Shilpi Somaya Gowda
    (50)
    Buch (Taschenbuch)
    9,99
  • Der Geschmack von Salz und Honig
    von Hannah Tunnicliffe
    (8)
    Buch (Taschenbuch)
    9,99
  • Die Drehung der Schraube
    von Henry James
    Buch (Taschenbuch)
    8,00
  • Pretty Girls
    von Karin Slaughter
    (59)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,90
  • Doyle: Sherlock Holmes - Gesammelte Werke
    von Arthur Conan Doyle
    (5)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    9,95
  • Savages – Zeit des Zorns
    von Don Winslow
    (21)
    Buch (Taschenbuch)
    9,99
  • Liebten wir
    von Nina Blazon
    (55)
    Buch (Taschenbuch)
    9,99
  • Dark / Alex Cross Bd.18
    von James Patterson
    (3)
    Buch (Taschenbuch)
    8,99
  • Und morgen dein Tod / Reeve LeClaire Bd.2
    von Carla Norton
    Buch (Taschenbuch)
    9,99
  • Ihr letzter Blick / Kate Simms Bd.2
    von AD Garrett
    (1)
    Buch (Taschenbuch)
    9,99
  • Eine Handvoll Staub
    von Evelyn Waugh
    Buch (gebundene Ausgabe)
    22,90
  • Wer dem Tode geweiht / Inspector Lynley Bd.16
    von Elizabeth George
    (7)
    Buch (Klappenbroschur)
    9,99
  • Die List der Wanderhure / Die Wanderhure Bd.6
    von Iny Lorentz
    (15)
    Buch (Taschenbuch)
    9,99
  • Still Missing - Kein Entkommen / Nadine Lavoie Bd. 1
    von Chevy Stevens
    (150)
    Buch (Taschenbuch)
    9,99
  • Die dunklen Lichter von Paris
    von Cara Black
    (3)
    SPECIAL (gebundene Ausgabe)
    4,99
    bisher 18,00
  • Geister auf der Metropolitan Line
    von Ben Aaronovitch
    (21)
    Buch (Taschenbuch)
    8,95

Wird oft zusammen gekauft

Das Schweigen der Bienen

Das Schweigen der Bienen

von Valerie Geary
(4)
Buch (Taschenbuch)
16,99
+
=
Im Herzen das Glück

Im Herzen das Glück

von Lucy Dillon
(3)
Buch (Taschenbuch)
8,99
+
=

für

25,98

inkl. gesetzl. MwSt.

Alle kaufen

Kundenbewertungen

Durchschnitt
4 Bewertungen
Übersicht
2
2
0
0
0

Erwachsenwerden am Crooked River
von Mikka Liest aus Hilter am Teutoburger Wald am 27.04.2018
Bewertet: Taschenbuch

| MEINE MEINUNG | Ich schreibe diese Rezension, während draußen der April ein frühsommerliches Ende nimmt ? und vom Schweigen der Bienen zumindest in unserem Garten keine Rede sein kann. Ein wenig früh vielleicht, um zum Klang von Vogelgezwitscher über die Liste meiner Jahreshighlights nachzudenken, die ich Ende Dezember zusammenstellen werde... | MEINE MEINUNG | Ich schreibe diese Rezension, während draußen der April ein frühsommerliches Ende nimmt ? und vom Schweigen der Bienen zumindest in unserem Garten keine Rede sein kann. Ein wenig früh vielleicht, um zum Klang von Vogelgezwitscher über die Liste meiner Jahreshighlights nachzudenken, die ich Ende Dezember zusammenstellen werde ? dennoch bin ich mir fast sicher, dass sich ?Das Schweigen der Bienen? darauf wiederfinden wird. Es ist eines dieser Bücher, die sich von Genregrenzen nicht einschränken lassen: ist es Gegenwartsliteratur, Krimi, magischer Realismus oder Drama? Auf jeden Fall ist es ?Coming of Age?, also ein Buch über das Erwachsenwerden, und das passiert hier unter mehr als widrigen Umständen. Die beiden Schwestern Sam und Ollie müssen sich nicht nur mit dem frühen Tod ihrer Mutter auseinandersetzen, sondern auch das Zusammenlernen mit Vater ?Bear? neu erlernen, der als bienenzüchtender Aussteiger in einem Tipi lebt und seinen Töchtern wenig von dem zu bieten hat, was man als stabile familiäre Situation bezeichnen könnte. . Valerie Geary beschreibt dieses Erwachsenwerden tiefgründig, spannend und mit einer unglaublich dichten Atmosphäre. Der Leser wird von Anfang an hineingezogen in einen intensiv geschilderten Sommer, der von großer Trauer geprägt ist, aber auch vom Kampf um einen Neuanfang. Bevor die Mädchen in irgendeiner Weise Fuß fassen können, finden sie an ihrer liebsten Badestelle am Fluss die Leiche einer Frau ? und die sieht nicht so aus, als wäre sie einfach ?nur? bei einem Badeunfall ertrunken. Für die Menschen in der nächsten Stadt ist der eigenwillige, schroffe Bear der offensichtliche Verdächtige. Und je mehr Sam und Ollie erfahren, desto beklommener müssen sie sich fragen, ob sie ihren Vater überhaupt wirklich kennen. Valerie Geary zeichnet mit leichter Hand und doch emotionaler Wucht die zwischenmenschlichen Bande. Die Beziehungen innerhalb dieser kleinen Familie, die auf vielfältige Art zerbrochen ist, aber möglicherweise wieder zusammengesetzt werden kann. Die Beziehungen zu anderen Menschen, die Vater Bear mit Misstrauen und Vorurteilen begegnen. Und natürlich die Beziehung, in der die tote Frau möglicherweise zu ihm stand. Am bestechendsten gezeichnet und dadurch auch am bewegendsten ist die Beziehung zwischen den beiden Schwestern Sam und Ollie, die abwechselnd als Erzählerinnen zu Wort kommen. Man spürt, dass zwischen ihnen eine tiefe Liebe herrscht, die aber manchmal verzweifelt an Ollies Schweigen, denn das kleine Mädchen hat seit dem Tod ihrer Mutter nicht mehr gesprochen. Als Leser weiß man von Anfang an, warum das so ist. Sam hingegen kann nur raten und reagiert oft zornig und ratlos, obwohl (oder vielleicht gerade weil?) ihre kleine Schwester alles für sie ist. Interessanterweise spricht Sam in der Vergangenheitsform, Ollie dagegen in der Gegenwartsform, was gut zu ihren Persönlichkeiten und ihrem jeweiligen Alter passt und es dem Leser auch einfacher macht, die ?Stimmen? der beiden zu unterscheiden. Ollies Schweigen und dessen Grund sind das Element, wegen dem sich das Buch dem Genre ?magischer Realismus? zuordnen ließe: sie kann die ?Schimmernden? sehen: die Geister von Menschen, die aus irgendeinem Grund nach ihrem Tod nicht loslassen können. Und sie ist nicht bereit dazu, deren Sprachrohr zu sein. Aber das tut dem Gefühl von Wirklichkeit und Wahrheit keinen Abbruch. Ich hatte beim Lesen nie das Gefühl, Fantasy zu lesen ? die Geschichte ist in sich schlüssig und realistisch. Auch die Charaktere sind ungemein lebensecht und glaubhaft. Ich habe mit Sam und Ollie mitgefühlt auf ihrem schweren Weg hinaus aus der Trauer und hin zu einem Neuanfang, ich habe mitgefiebert bei der Suche nach dem Mörder der unbekannten Frau im Wasser. Es passt alles zusammen. Die verschiedenen Aspekte der Geschichte ergänzen sich, statt sich gegenseitig zu behindern, wie man es vielleicht erwarten könnte. Das Schweigen der Bienen ist nicht das Schweigen der Lämmer. Und dennoch kann es in meinen Augen als Kriminalroman überzeugen ? aber eben auch als Gegenwartsliteratur, Drama oder magischer Realismus. | FAZIT | ?Das Schweigen der Bienen? ist eines dieser Bücher, an die man nicht mit fixen Erwartungen herangehen sollte. Es ist die Geschichte der Schwestern Sam und Ollie, die nach dem Tod ihrer Mutter lernen müssen, mit ihrem einsiedlerischen Vater ?Bear? zu leben ? in einem Tipi ohne jeden Komfort, mitten im Nirgendwo. Es ist die Geschichte eines Mordfalls, bei dem Bear der offensichtliche Verdächtige zu sein scheint. Und vor allem ist ?Das Schweigen der Bienen? eine Geschichte von Liebe und Trauer, Schuld und Vergebung, Familienbanden und Erwachsenwerden. Die Geschichte hat übernatürlich Elemente, aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn diese fügen sich subtil ins Gesamtbild.

Das Schweigen der Bienen
von Sabine aus Aachen am 03.04.2018
Bewertet: Taschenbuch

Das Cover hat mich neugierig gemacht, der Klappentext lässt dann an einen Krimi denken ? doch auch wenn es um die Suche nach einem Mörder geht, ist die Geschichte doch eher eine ruhige, die leise und eindringlich erzählt wird und erst am Ende richtig an Fahrt aufnimmt. Sam und Olli... Das Cover hat mich neugierig gemacht, der Klappentext lässt dann an einen Krimi denken ? doch auch wenn es um die Suche nach einem Mörder geht, ist die Geschichte doch eher eine ruhige, die leise und eindringlich erzählt wird und erst am Ende richtig an Fahrt aufnimmt. Sam und Olli haben ihre Mutter verloren und ziehen nun zu ihrem Vater Bear, der in einem Zelt lebt und sein Geld mit der Bienenzucht verdient. Als eine junge Frau ermordet aus dem Fluss gezogen wird, denken alle, der exzentrische Bear ist der Mörder ? und alles scheint auch auf ihn als Täter hinzuweisen. Nur die fünfzehnjährige Sam glaubt an seine Unschuld. Auch wenn die Geschichte erst auf den letzten 50 Seiten richtig spannend wird und ich das Buch da dann auch kaum aus der Hand legen konnte, haben mir auch die Seiten davor gut gefallen, die sehr eindringlich sind und mich in diese ganz andere Welt entführt haben. Intensiv, aber dennoch ruhig erzählt die Autorin von der Vergangenheit der Mädchen, von ihrem neuen Leben auf der Weide und von den neuen Nachbarn und Freunden. Die Beziehung zwischen den beiden Geschwistern Sam und Ollie ist dabei eine ganz besondere. Während Sam eher robust und selbstbewusst auftritt und gerne mal nach vorne pirscht, ist die zehnjährige Olli ganz zurückhaltend ? was auch daran liegt, dass sie seit dem Tod der Mutter nicht mehr spricht. Den Mystery-Anteil habe ich jetzt nicht so gemocht, richtig störend fand ich ihn aber auch nicht, zumal er zwar eine Rolle spielt, die Geschichte aber auch ohne ihn glaubhaft erscheint. Olli ist sehr sensibel und feinsinnig und steht so in großem Gegensatz zu Sam. Aber auch die anderen Figuren sind gut gezeichnet, einfach Menschen mit Ecken und Kanten. Ich konnte sie mir alle gut vorstellen und fand sie sehr authentisch. Der Schreibstil ist toll ? nicht nur angenehm zu lesen, sondern voller Kraft und Atmosphäre, eindringlich und oft auch voller Poesie. Gerade die Beschreibungen der Landschaft oder auch der Handlungen verschiedener Leute habe ich sehr genossen. Während es die ersten dreiviertel des Buches eher ruhig und leise zugeht, dabei aber nie langweilig ist, steigt die Spannung am Ende rasant an. Ich fand, das Finale hat nicht zur restlichen Geschichte gepasst, auch wenn es wirklich gefesselt hat und ich das Buch hier kaum mehr aus der Hand legen konnte. Mir erschien die Auflösung eher konstruiert und leider nicht nachvollziehbar ? zu sehr hat es die Autorin hier für mich auf ?Schockmomente? angelegt. Trotzdem hat mir die Lektüre insgesamt gut gefallen, deshalb gebe ich gerne 4 von 5 Sternen. Mein Fazit Eine leise, dafür aber eindringlich Geschichte, die eine subtile Hintergrundspannung enthält und erst im letzten Viertel richtig an Fahrt aufnimmt. Tolle Charaktere und ein beeindruckender Schreibstil haben mir viel Lesefreude geschenkt. Nur das Ende und die Auflösung waren mir zu konstruiert ? trotzdem fühlte ich mich gut unterhalten und gebe 4 von 5 Sternen.

Sehr eindrucksvoll!
von einer Kundin/einem Kunden aus Essen am 17.05.2016

Kurz nachdem ihre Mutter gestorben ist, leben die fünfzehnjährige Sam und ihre elfjährige Schwester Ollie bei ihrem Vater Bear, einem auf einer Weide im ländlichen Oregon lebenden Eigenbrötler, der Bienen züchtet und sich weitestgehend selbstzuversorgen versucht. Daher gibt es bei ihm nicht den Luxus eines Hauses, wie es Verwandte... Kurz nachdem ihre Mutter gestorben ist, leben die fünfzehnjährige Sam und ihre elfjährige Schwester Ollie bei ihrem Vater Bear, einem auf einer Weide im ländlichen Oregon lebenden Eigenbrötler, der Bienen züchtet und sich weitestgehend selbstzuversorgen versucht. Daher gibt es bei ihm nicht den Luxus eines Hauses, wie es Verwandte für die Mädchen vorsehen, sodass ihr Vater vorerst nur eine Art Probezeit bekommt, in der er sich als verantwortungsvolles Elternteil beweisen soll. Doch für die beiden Mädchen ist die Weide der schönste erdenkbare Ort auf der gesamten Welt, ihr kleines Paradies. Jedoch beginnt dieses zu bröckeln, als sie kurz nach ihrer Ankunft die Leiche einer Frau im an die Weide angrenzenden Fluss, dem Crooked River, entdecken. Bald schon wird Bear verdächtigt, da dieser doch so anders lebt als alle anderen in der Gegend. Der Aussteiger war sowieso jedem suspekt. Als dann noch Indizien auf Bear als Täter schließen lassen, ist der Mörder scheinbar für die Polizei bereits gefunden. Selbst Zeb und Franny, die Bears einzigen Freunde zu sein scheinen, beginnen an seiner Unschuld zu zweifeln. Trotzdem können seine Töchter nicht glauben, dass der mit den Bienen Sprechende und ihren Liedern Lauschende Bear, der keiner Fliege etwas zu Leide tun könnte, mit dem Mord an der jungen Frau in Verbindung gebracht werden könnte. Also bleibt der praktisch veranlagten und stets anpackenden Sam nur übrig, selbst die Initiative zu ergreifen und den tatsächlichen Täter zu entlarven. Das ist die einzige Möglichkeit, um ihren bereits festgenommenen Vater zu befreien, das, was nach dem Tod ihrer Mutter noch von der Familie übrig geblieben ist, zu retten und nicht zu ihren Großeltern geschickt werden zu müssen. Aber leider bleibt ihr dafür nur wenig Zeit. Bei ihren Ermittlungen stößt sie auf immer mehr Ungereimtheiten, sodass sie sich jedes Mal wieder aufraffen muss, um nicht die Hoffnung zu verlieren. Denn wenn sie nicht auf ihren Vater aufpasst, wer soll es dann tun? So gerne Ollie ihrer großen Schwester auch helfen möchte – sie kann es nicht. Denn seit dem Tod ihrer Mutter ist sie verstummt. Das gleiche ist ihr zuvor bereits als ihre Tante verstorben war passiert. Doch ist es nun etwas anderes: Jetzt muss sie schließlich auch auf ihre Schwester aufpassen, sie müssen sich gegenseitig beschützen! Denn wenn Bear nicht der Mörder ist muss dieser noch irgendwo dort draußen umherstreifen – und er wird keineswegs davon begeistert sein, wenn man ihm auf die Schliche zu kommen droht. Auch sieht Ollie „Schimmernde“; Tote, die ihren Frieden noch nicht gefunden haben, weswegen sie noch umherwandeln. So auch die tote Frau aus dem Crooked River, von der Ollie um Hilfe angefleht wird und die dem Mädchen seine Stimme stiehlt. Aber Ollie kann nichts von alledem, nichts von dem was sie weiß, erzählen. Und so muss sie mit ansehen, wie der Albtraum seinen Lauf nimmt… Abwechselnd wird das Geschehen aus der Sicht von Sam und Ollie beschrieben, sodass man zu beiden Mädchen sehr schnell eine Bindung aufbauen kann. Beide möchten aufeinander Acht geben und halten sich aneinander fest. Man merkt wie schwer sie es haben und es ist beeindruckend wie sie dennoch nicht die Hoffnung aufgeben. Außerdem sind sie von ihren Charakteren her sehr angenehm: Ollie zum Beispiel hat eine auf der einen Seite kindliche Sicht auf die Welt, ist auf der anderen Seite aber immer wieder sehr erwachsen für ihr Alter. Ich habe ihre Art zu beschreiben, was sie sieht, denkt und fühlt sehr genossen, da ihre verträumte, poetische und außergewöhnlich bildhafte Sprache dafür sorgt, dass man sofort in die Geschichte gezogen wird und sie trotz ihrer Stärke am liebsten in den Arm nehmen und ihr Mut zusprechen möchte. Außerdem finde ich die Idee sehr süß, dass Ollie hin und wieder versucht auf ihre ganz eigene Art mit ihrer Schwester zu sprechen, indem sie Stellen in dem Alice im Wunderland-Buch, das sie mit ihrer Mutter nicht zu Ende zu lesen geschafft hat, unterstreicht. Aber auch die Passagen, welche aus Sams Sicht geschrieben wurden, lassen einen nicht los. Auch sie schafft es, den Leser mit ruhigen Tönen zu verzaubern, ihn die Bienen summen und den Crooked River fließen zu hören. Mich hat der bezaubernde Schreibstil der Autorin sehr beeindruckt. Wie ich bereits angesprochen habe, sind für mich die Charaktere auch sehr eindrucksvoll: Sie sind alle vielschichtig und man spürt beim Lesen von Seite zu Seite stärker, dass sich bei dem ein oder anderen Bewohner unter der Oberfläche etwas Düsteres verbirgt. Aber auch wenn ich mit jedem Kapitel misstrauischer – und neugieriger – wurde, kam ich nicht auf die Lösung des Falles. Und das obwohl doch gefühlt jeder schon auf meiner Verdächtigenliste stand. So gelingt es der Autorin, den Leser direkt mit auf die Mördersuche zu nehmen, ihn in die Irre zu führen, um das Ganze zu einem feuerwerksartigen, krönenden Abschluss zu bringen, der zwar sehr überraschend und eindrucksvoll, jedoch auch sehr nachvollziehbar und in sich schlüssig ist. Mich hat das Buch mit seiner wunderbar ruhigen sowie leisen Sprache und der subtilen Spannung bemerkenswerter Weise von der ersten Seite an gepackt und nicht mehr losgelassen. Nach und nach entwickelt sich die Handlung, Stück für Stück, was die Spannung immer aufrecht erhält. Sehr hat mir auch die Idee mit den schimmernden Geistern, die Ollie sieht, gefallen. Alles in allem ist „Das Schweigen der Bienen“ ein sehr sanftes und leises Buch mit subtiler Spannung, ganz liebenswerten und authentischen Charakteren – und auch solchen vor denen man am liebsten davonrennen würde. Der Schreibstil ist wirklich herausragend, da einem beim Lesen sofort Bilder in den Kopf gepflanzt werden und man so beispielsweise Bear an seinen Langstroth-Beuten herumwerkeln sehen, die Bienen summen hören, die Sonne über und das Gras unter einem spüren sowie den süßen Duft von frisch abgefülltem Honig riechen kann. Ich bin von diesem facettenreichen Buch ganz begeistert und hoffe, dass ich schon bald ein weiteres wunderbares Werk der Autorin werde lesen können. Von mir gibt es daher 5/5 honiggelbe und -süße Sterne und eine klare Leseempfehlung!