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Über den Prozeß der Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen. Band 2

Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen. Wandlungen der Gesellschaft, Entwurf zu einer Theorie der Zivilisation


"Die Soziologie des 20. Jahrhundertshatdie langfristigen Transformationen der Gesellschafts- und Persönlichkeitsstukturen weitgehend aus den Augen verloren. Im Werk von Norbert Elias sind gerade diese langfristigen Prozesse das zentrale Thema: Wie ging eigentlich die »Zivilisation« im Abendlande vor sich? Worin bestand sie? Und welches waren ihre Antriebe, ihre Ursachen oder Motoren?

Bei Elias' Arbeit handelt es sich weder um eine Untersuchung über eine »Evolution« im Sinne des 19. Jahrhunderts noch um eine Untersuchung über einen unspezifischen »sozialen Wandel« im Sinne des 20.; seine Arbeit ist grundlegend für eine undogmatische, empirisch fundierte soziologische Theorie sozialer Prozesse."

Portrait
Elias, Norbert
Norbert Elias (1897-1990) wurde am 22. Juni 1897 in Breslau geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte und nach dem 1. Weltkrieg Medizin und Philosophie studierte. Er promovierte bei Richard Hönigswald, wechselte bald zur Soziologie und wurde »inoffizieller Assistent« bei Karl Mannheim. 1933 floh er aus Deutschland über Paris nach England. Von 1954 bis 1962 war er Dozent für Soziologie an der Universität von Leicester, ab 1965 nahm er verschiedene Gastprofessuren unter anderem in Deutschland wahr; größere Anerkennung setzte hier aber erst mit der breiten Rezeption von Über den Prozeß der Zivilisation ein. 1977 erhielt er den Theodor W. Adorno-Preis der Stadt Frankfurt am Main. Ab 1984 ließ er sich dauerhaft in Amsterdam nieder, wo er am 1. August 1990 starb.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 601
Erscheinungsdatum 15.06.1976
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-27759-1
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 17,8/10,9/3,2 cm
Gewicht 355 g
Auflage 33. Auflage
Verkaufsrang 118383
Buch (Taschenbuch)
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Prozess der Zivilisation 2
von Zitronenblau am 08.11.2010

Der zweite Band von Elias' Monumentalstudie zum Prozess der abendländischen Zivilisation ist grob in zwei Teile untergliedert. Zuerst erhält der Leser eine Geschichts-"Stunde" und damit Einblicke zur Soziogenese des Staates, d.h. der Entwicklung rational-bürgerlicher Herrschaftsformen nach Absolutismus und Feudalismus: Zentralis... Der zweite Band von Elias' Monumentalstudie zum Prozess der abendländischen Zivilisation ist grob in zwei Teile untergliedert. Zuerst erhält der Leser eine Geschichts-"Stunde" und damit Einblicke zur Soziogenese des Staates, d.h. der Entwicklung rational-bürgerlicher Herrschaftsformen nach Absolutismus und Feudalismus: Zentralisierung und Monopolisierung potenzieren Planbarkeit, also bewusste rationale Gestaltkraft. Im zweiten Abschnitt entwirft er seine Theorie der Zivilisation. Elias identifiziert eine Art Prinzip: "Es ist diese Verflechtungsordnung, die den Gang des geschichtlichen Wandels bestimmt." Der Einzelne ist gezwungen, sein Verhalten darauf abzustimmen. Elias entlarvt schon auch das faktische Nichtvorhandensein bzw. Anwesendsein der "Ratio" im soziogenetischen Figurationsprozess, "es gibt bestenfalls eine 'Rationalisierung'." (Triebregulierung, Affektreduktion, Scham und Peinlichkeit) Doch wieder drängt sich dem Leser die Frage auf: gab es nicht auch vor der Feudalzeit und den mittelalterlichen Herrschaftssystemen hochkultivierte, rationalisierte Gesellschaftstypen? Worin liegt nun also der Unterschied zu den heutigen Gesellschaften? Ist es die Ausdifferenzierung von Wissen und entsprechenden Machtzentren, also die vom Staat unabhängige Genese dezentraler Institutionen mit Verfügungsrechten innerhalb ihres Subsystems, das dem Gesellschaftssystem untergeordnet ist? Das Streben hin nach Monopolisierung im Wettbewerb muss ganz klar auch für die Katastrophen des 20. Jahrhunderts argumentieren. Aber wieder wird nicht ganz deutlich, was Ursache ist, was Wirkung. Natürlich steht alles irgendwie in Abhängigkeit zueinander. Aber es MUSS einfach Gründe geben, die eine Folgeinterdependenz überhaupt erst verursachen. Elias bezeichnet z.B. die Technik als Folge. Ich bin damit nicht d'accord. Viele Fragen bleiben offen. Elias schließt wieder mit den psychogenetischen Phänomenen und seiner sehr interssanten Theorie von der vom Meschen gemachten Angst. Wie hoffnungsvoll ist doch aber seine letzte formale Evokation von "Glück" und "Freiheit": "ein dauerhaftes Gleichgewicht oder gar den Einklang zwischen seinen gesellschaftlichen Aufgaben, zwischen den gesamten Aufgaben, zwischen den gesamten Anforderungen seiner sozialen Existenz auf der einen Seite und seinen persönlichen Neigungen und Bedürfnissen auf der anderen."