Meine Filiale

Der Russe ist einer, der Birken liebt

Roman

Olga Grjasnowa

(29)
Buch (Taschenbuch)
Buch (Taschenbuch)
10,90
10,90
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei

Weitere Formate

Taschenbuch

10,90 €

Accordion öffnen
  • Der Russe ist einer, der Birken liebt

    dtv

    Sofort lieferbar

    10,90 €

    dtv

gebundene Ausgabe

18,90 €

Accordion öffnen

eBook (ePUB)

9,99 €

Accordion öffnen
  • Der Russe ist einer, der Birken liebt

    ePUB (Hanser)

    Sofort per Download lieferbar

    9,99 €

    ePUB (Hanser)

Hörbuch-Download

13,95 €

Accordion öffnen

Beschreibung

Anna-Seghers-Preis 2012

Mascha ist jung und eigenwillig, sie ist Aserbaidschanerin, Jüdin, und wenn nötig auch Türkin und Französin. Als Immigrantin musste sie in Deutschland früh die Erfahrung der Sprachlosigkeit machen. Nun spricht sie fünf Sprachen fließend. Sie plant gerade ihre Karriere bei der UNO, als ihr Freund Elias schwer erkrankt. Verzweifelt flieht sie nach Israel und wird von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt. Ebenso tragisch wie komisch, mit Sinn für das Wesentliche erzählt Olga Grjasnowa die Geschichte einer Generation, die keine Grenzen kennt, aber auch keine Heimat hat.

Olga Grjasnowa geboren 1984 in Baku, Aserbaidschan, wuchs im Kaukasus auf. Sie verbrachte längere Zeit in Polen, Russland und Israel. 2011 erhielt die Absolventin des Deutschen Literaturinstituts Leipzig das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung. Derzeit studiert sie Tanzwissenschaften an der FU Berlin.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 01.09.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-14246-5
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 19/12,1/1,7 cm
Gewicht 245 g
Verkaufsrang 35638

Buchhändler-Empfehlungen

Eine junge Frau auf der Suche

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Olga Grjasnowa ist eine junge Autorin, die in Baku, Aserbaidschan geboren wurde. Sie lebt in Deutschland und hat ihren ersten Roman auf Deutsch geschrieben. Wie viel von ihrer eigenen Familiengeschichte in diesen Roman mit eingeflossen ist, kann man an Hand der kurzen Autorenbiografie nicht erkennen. Olga Grjasnowa erzählt die Geschichte der jungen Mascha, die in Frankfurt/Main lebt. Mascha wurde in Aserbaidschan geboren und ist Jüdin. Sie ist mit ihrer Familie nach Deutschland gekommen als sie elf Jahre alt war. Der Roman ist dreigeteilt. Im ersten Teil lebt sie glücklich mit ihrem Freund Elias zusammen. Sie studiert Sprachen und bereitet sich auf das Abschlussdiplom als Dolmetscherin vor. Ihr Traum wäre es als Dolmetscherin für die UNO zu arbeiten. Doch ihr Leben wird auf den Kopf gestellt, als Elias sich beim Fußball spielen so unglücklich das Bein bricht, das er im Endeffekt daran stirbt. Für Mascha bricht eine Welt zusammen. Im zweiten Teil wird diese Zeit nach dem Tod von Elias beschrieben. Die Ruhelosigkeit und Trauer von Mascha, der Zusammenbruch. Und im dritten Teil versucht sie sich ein neues Leben in einem neuen Land aufzubauen. Sie geht nach Tel Aviv und versucht dort Fuß zu fassen. Die Autorin beschreibt großartig die Situation von Deutschen, die entweder nicht in Deutschland geboren wurden, oder deren Eltern nicht aus Deutschland stammen. Immer wieder werden sie auf die Länder und Religion ihrer Vorfahren reduziert, müssen sich mit Ausländerfeindlichkeit oder gutgemeinten Komplimenten auseinandersetzen. „Der linke Bettnachbar räusperte sich und sagte, er müsse mir ein Kompliment machen, ich könne besser Deutsch als alle Russlanddeutschen, die er bisher auf dem Amt getroffen habe, dabei hatte ich noch fast gar nichts gesagt.“ (S. 18). Eingebettet in die Geschichte der Gegenwart hat Olga Grjasnowa die Geschichte, die Mascha als Kind in Aserbaidschan erlebt hat. Es ist die Zeit des Konfliktes um Bergkarabach, der 1991 nach dem Zusammenbruch der UdSSR ausgebrochen ist. Bergkarabach gehört zu Aserbaidschan, die Bevölkerung sind aber größtenteils Armenier. Also versucht Armenien Bergkarabach für sich zu beanspruchen. Daraus resultierte ein blutiger Konflikt, bei dem es zu ethnischen Säuberungen kam. Und nicht zuletzt beschreibt sie die Situation in Israel. Mascha ist zwar Jüdin, lebt aber ihren Glauben nicht. Den Israelis ist sie sehr suspekt, da sie kein hebräisch, aber arabisch spricht. Olga Grjasnowa beschreibt eine junge Frau auf der Suche nach sich selbst. Durch die Erlebnisse als Kind hat sie Schwierigkeiten sich richtig einzulassen. Mascha ist eine zerrissene Frau, die sehr sensibel reagiert und ihr Glück und die Wärme in sexuellen Begegnungen sucht. Das Buch ist durch die kurze, prägnante Sprache sehr schnell. Es enthält viel Humor. Es ist aber dieser typische Humor, bei dem einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Ich habe mich mit einigen Kollegen über dieses Buch unterhalten. Sie fanden es witzig, ich in der Grundstimmung eher traurig. Dies lässt sich am besten mit Marina Lewycka „Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch“ vergleichen. Auch dieses Buch fand ich im Gegensatz zu den meisten anderen Lesern, mit denen ich darüber gesprochen habe, überhaupt nicht witzig sondern todtraurig!

eine Reise zwischen den Welten....

Manuela Quarz, Thalia-Buchhandlung Köln

Mascha ist eine vielseitig begabte junge Frau, die zwischen den Welten eine Heimat und sich selbst sucht - traumatisiert und entwurzelt pendelt sie zwischen Begegnungen unterschiedlichster Intensität - Elias hätte ein Lebensmittelpunkt werden können, doch dann stirbt er auf eine schreckliche Weise - ein erneutes Trauma, doch Mascha kämpft weiter mit erschreckender Klarheit und brutaler Ehrlichkeit ! Ich finde , hier ist ein großartiges Romandebüt gelungen ,genau die richtige Mischung aus Melancholie, Tragik und auch Komik - und damit zeigt Olga Grjasnowa erstaunlich feinsinnige Beobachtungsgabe

Kundenbewertungen

Durchschnitt
29 Bewertungen
Übersicht
18
10
1
0
0

! Achtung Spoiler!
von einer Kundin/einem Kunden am 14.09.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Vorne herab sei gesagt, dass ich diesem Buch aus nur zwei Gründen 4 Sterne gegeben habe: -Es hat auf den letzten Seiten einen besseren Eindruck bei mir hinterlassen, als lange Zeit beim Lesen des restlichen Buches. -Es sind Sympathie Punkte, da ich selbst Deutsch-Russin bin und noch nie über eine Protagonistin mit zumindest ähnl... Vorne herab sei gesagt, dass ich diesem Buch aus nur zwei Gründen 4 Sterne gegeben habe: -Es hat auf den letzten Seiten einen besseren Eindruck bei mir hinterlassen, als lange Zeit beim Lesen des restlichen Buches. -Es sind Sympathie Punkte, da ich selbst Deutsch-Russin bin und noch nie über eine Protagonistin mit zumindest ähnlicher Abstammung gelesen habe. Der Titel ist meiner Meinung nach sehr passend. Die Frage nach einer "staatlichen" Identität auf eine so simple Aussage zu reduzieren wie "Der Russe ist einer, der Birken liebt" steht in einem schönen Kontrast zur Realität und zu einer Generation, die selbst den Versuch, sich mit Nationen oder Völkergruppen zu identifizieren, aufgegeben hat. Auch den Einstieg des Buches (schätzungsweise die ersten 5 Kapitel) empfand ich als richtig gut. Positiv ist mir auch hier der nahezu lächerlich tragische Kontrast zwischen Mascha, die einen Genozid überlebt hat und Elias, der an etwas so banalen wie einen Beinbruch stirbt, aufgefallen. Doch nach Elias' Tod baut die Geschichte schlagartig ab, ohne jemals auf ihr anfängliches Nieveau zurückzufinden. Nach dem Mascha nach Isreal reist, gibt es einen kurzen Aufschwung, der sich jedoch relativ schnell wieder im Nichts auflöst. Die gesamte Struktur des Buches erinnert mich unweigerlich an ein Schulprojekt. Die Kapitel wirken steif und als ob sie sich fest an vorgegebenen Regeln entlanghangeln. Die über das gesamte Buch verstreuten Aussagen über das "postmigrantische" Leben in Deutschland gefallen mir natürlich wieder aufgrund des Identifikationsfaktor, handle es sich um komplizierte Nachnamen, ein wenig "beliebiges Land einfügen" zu sein, Sonnenblumenkerne, aufgegebene Existenzen, Unterschätzung im Alltag ... Die immer wiederkehrenden geschichtlichen Exkurse hingegen konnten mich nicht beieindrucken, haben jedoch ihre Daseins-Berechtigung. Alle Figuren (bis auf Mascha) sind nichts weiter als Schatten, die sich entweder nur um Mascha kreisen, oder eine klischeehaft plakative Message übermitteln sollen. Mascha wirkt von Anfang an psychisch angeknackst und ziemlich selbstzentriert. Ihr Handeln ist mal mehr, mal weniger naiv und wird zum Ende des Buches hin schlagartig selbstzerstörerisch und auch ihr Egoismus nimmt neue Höhen an. Im allgemeinen ist sie eine mutige Frau, die jedoch in vielen Bereichen schrecklich unselbstständig ist. Sie weiß was sie will, steht sich jedoch selbst im Weg und ist sich dessen bewusst.Kurzum ist Mascha ein sehr kindlicher Charakter, der nicht in der Lage ist seine Traumata zu überwinden. Im Algemeinen finde ich sie sehr gut ausgearbeitet. Wie bereits erwähnt hat mir das Ende gefallen, da ich wohl in der richtigen Stimmung dafür war. Maschas Handlungen in den letzten Kapiteln zeugen von einem überspitzten Maß an Dummheit und kindlichem Übermut und führen zu einem passenden Abschluß für ihren Charakter.

Rein ins Abenteuer
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 21.02.2014
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Rasante Gedankenreise einer jungen Frau, die ihren Partner verliert (Tod). Alle Beteiligten ver- und entwirren die Situation mit der Zeit, manches läuft sozusagen in eine Sackgasse, anderes bekommt den richtigen Weg zur Neuordnung ihres Lebens. Direkt aus dem Leben geschrieben. Total nachvollziehbar!

Über eine Welt , die auch unsere sein könnte...
von Julia Stadler aus Mannheim am 30.09.2013

Im letzen Jahr war Olga Grjasnowa mit ihrem Debüt auf der Longlist des Deutschen Buchpreises zu finden, außerdem gewann den Klaus-Michael Kühne-Preis und das völlig zu Recht! Die autobiographisch angehauchte Geschichte der in ihrer Kindheit immigrierten Mascha spiegelt das Lebensgefühle einer jungen, entwurzelten Generation wid... Im letzen Jahr war Olga Grjasnowa mit ihrem Debüt auf der Longlist des Deutschen Buchpreises zu finden, außerdem gewann den Klaus-Michael Kühne-Preis und das völlig zu Recht! Die autobiographisch angehauchte Geschichte der in ihrer Kindheit immigrierten Mascha spiegelt das Lebensgefühle einer jungen, entwurzelten Generation wider, die auf Grund ihrer Sprache, Herkunft, Religion und/oder sexuellen Orientierung mit ihrer eigenen Identität hadert. Lakonisch und abgeklärt werden Verlust, Traumata, gesellschaftliche Ausgrenzung und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben thematisiert, jedoch ohne Mitleid erregen oder gar belehren zu wollen. Trotz oder vielleicht gerade auch wegen der Nüchternheit ist die emotionale Kraft mit der die Handlung daher kommt überwältigend.


  • Artikelbild-0