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MERKUR Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken

Heft 07 / Juli 2013

Im Juliheft (Nr. 770) unterzieht der Philosoph Christoph Menke Hannah Arendts Eichmann-Buch einer präzisen und geduldigen Relektüre und gelangt dabei zu weitreichenden Schlüssen über die Grenzen des Rechts im Angesicht des Schreckens: »Unser Denken wird hier zum Nachdenken: zu einem Denken, das den sprachlosen Schrecken nicht auflöst, sondern das ihn voraussetzt, das von dem sprachlosen Schrecken über Eichmann ausgeht, diesen Schrecken ausspricht und auslegt und immer wieder zu ihm zurückkehrt; ein Denken, das sich am Ende wieder in sprachlosen Schrecken zurückverwandelt.«

Dass Innovation sich eher der Grundlagenforschung als der Anwendungsorientierung verdankt, plausibilisiert Caspar Hirschi im historischen Verweis auf die Organisation amerikanischer Forschungslabore. Wolfgang Matz erläutert, wie sehr sich in der aktuellen Krise das Verhältnis Frankreichs zu Deutschland und Europa verändert. Der Literaturwissenschaftler Jürgen Fohrmann fragt nach der Rolle der Nationalphilologien – exemplarisch: der Germanistik – in Zeiten der Weltgesellschaft.

In seiner Ökonomiekolumne erläutert Werner Plumpe für Geschichte und Gegenwart, wie der Konsum die unteren Schichten an den Kapitalismus bindet. Philip Manow beschäftigt sich in der Politikkolumne mit Theorien (oder Legenden) der Demokratieentstehung – und Egon Flaigs neuem Buch über die Mehrheitsentscheidung. Der Historiker Richard J. Evans sichtet Neuerscheinungen zu Benito Mussolini – und schreibt über das Nachleben des Duce bis in die italienische Gegenwart. Alexandra Kemmerer liest eine Studie Anna Katharina Mangolds zur Europäisierung des Rechts. Über den Wandel des Rechts denkt auch der Rechtsprofessor und Rechtsanwalt Klaus Volk nach, allerdings im Blick auf das Strafrecht.

Julika Griem plädiert für Trockenheit als weibliche Tugend – und unternimmt dazu einen kleinen Streifzug durch die Ideen- und Begriffsgeschichte des Trockenen. Hannes Stein, mit seinem Roman Der Komet gerade selbst als Autor einer Uchronie hervorgetreten, erzählt eine kleine Geschichte der Alternativhistorie. Stephan Herczeg setzt sein Journal fort.

CHRISTOPH MENKE
Auf der Grenze des Rechts.
Hannah Arendts Revision des Eichmann-Prozesses

CASPAR HIRSCHI
Die Organisation von Innovation.
Über die Geschichte einer Obsession

WOLFGANG MATZ
Die Nation oder Europa?
Frankreich und die Wiederkehr des deutsche Problems

JÜRGEN FOHRMANN
Weltgesellschaft und Nationalphilologie

WERNER PLUMPE
Ökonomiekolumne.
Konsum

PHILIP MANOW
Politikkolumne.
Mehrheit entscheidet

RICHARD J. EVANS
Küsse für den Duce

ALEXANDRA KEMMERER
Ein ernstes Manko.
Wie das deutsche Recht europäisch wurde

KLAUS VOLK
Der Wandel des Strafrechts als methodisches Problem

JULIKA GRIEM
Lob der Trockenheit

HANNES STEIN
Nachrichten aus Niemalsland

STEPHAN HERCZEG
Journal (V)
Portrait
Christian Demand, Jg. 1960, Herausgeber des MERKUR, hat Philosophie und Politikwissenschaft studiert und die Deutsche Journalistenschule absolviert. Er war als Musiker und Komponist tätig, später als Hörfunkjournalist beim Bayerischen Rundfunk. Nach Promotion und Habilitation in Philosophie unterrichtete er als Gastprofessor für philosophische Ästhetik an der Universität für angewandte Kunst Wien. 2006 wurde er auf den Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg berufen, wo er bis 2012 lehrt. Buchveröffentlichungen: Die Beschämung der Philister: Wie die Kunst sich der Kritik entledigte (2003), Wie kommt die Ordnung in die Kunst? (2010).
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Herausgeber Christian Demand
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 97 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 29.06.2013
Sprache Deutsch
EAN 9783608106312
Verlag Klett Cotta
Dateigröße 1516 KB
eBook
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