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Die Poggenpuhls

Während "Jenny Treibel" seine Wurzeln im bürgerlichen Milieu hat, spielt der kurze Roman "Die Poggenpuhls" im Adel. Eine Offiziersfamilie, die ihren Ernährer im Krieg verloren hat, muss sehen, wie sie durchs Leben kommt. Wie bei vielen anderen Offiziersfamilien der Zeit um das Ende des 19. Jahrhunderts bestimmt finanzielle Not den Alltag. Aber dadurch entstehen durchaus auch komische Situationen, die auch hin und wieder nicht einer gewissen Ironie entbehren.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 92
Erscheinungsdatum 09.02.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8496-7988-0
Verlag Jazzybee Verlag
Maße (L/B/H) 22,1/15,6/1 cm
Gewicht 159 g
Buch (Taschenbuch)
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Deutschland vor 1900
von einer Kundin/einem Kunden am 27.04.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Der sehr kurze und relativ unbekannte Roman Fontanes, um 1880 verfasst, erzählt die Geschichte der alten Adelsfamilie der Poggenpuhls, die mittlerweile in beschei-denen - fast bürgerlichen - Verhältnissen lebt und sich in Berlin nur eine Mietswohnung leisten kann. Die verwitwete Majorin Poggenpuhl lebt dort mit ihren erwachsenen Töchtern; von... Der sehr kurze und relativ unbekannte Roman Fontanes, um 1880 verfasst, erzählt die Geschichte der alten Adelsfamilie der Poggenpuhls, die mittlerweile in beschei-denen - fast bürgerlichen - Verhältnissen lebt und sich in Berlin nur eine Mietswohnung leisten kann. Die verwitwete Majorin Poggenpuhl lebt dort mit ihren erwachsenen Töchtern; von den beiden Söhnen ist der älteste verheiratet, der jüngere lebt ein amüsable Leben beim Militär. Der Roman hat wenig bis gar keine Dramatik - dies vorweg. Er brilliert auch weniger durch gelungene, amüsable und charakterlich bunte Dialoge wie in der "Jenny Treibel". Statt dessen handelt es sich um eine gelungene gesellschaftlich-soziale Bestandsaufnahme des mittlerweile erodierten deutschen Adels, der um 1880 nicht mehr dort steht, wo er 100 Jahre vorher noch stand. Man muss sich nun bei Familientreffen mit dem zu servierenden Essen zurücknehmen, die Töchter müssen sich ein Zimmer teilen, die Gäste müssen mit ungemütlichen, provisorischen Liegen vorlieb nehmen. Die Witwe Poggenpuhl träumt der vergangenen Zeit hinterher, denkt noch immer, dass wenigstens der Titel noch einen Wert habe. Die realen Verhältnisse sehen anders aus, denn die Gründerzeit und das aufstrebende Bürgertum haben die Gewichtungen verlagert: es zählt nunmehr weniger der gesellschaftliche Titel, als das Geld auf dem Konto, dass einen teilhaben lässt am gesellschaftlichen Leben, dass einem Wohlstand, eine angemessene Wohnung oder was halbwegs respektables auf den Tisch zaubern lässt. Einzig der leichtlebigere Sohn Leo scheint dies ernsthaft begriffen zu haben; der Rest der Familie träumt den alten Zeiten hinterher und scheint die aktuelle Situation irgendwie nicht wirklich verinnerlicht zu haben. Sprachlich gut zu lesen, als Sitten- und Charakterstudie des zerfallenden Adels knappe 20 Jahre vor der Jahrhundertwende eine interessante Lektüre. Qualitativ nicht an "Mathilde Möhring" oder an die fantastische "Jenny Treibel" heranreichend.