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Die Stadt der verbotenen Träume

Roman

(5)
Der neue Roman von der Autorin des international gefeierten Debüts »Der Geschmack von Wasser«.
Eliana ist eine pflichtbewusste Weberin im prestigeträchtigen Haus der Spinnweben. Sie kann lesen und schreiben und sie kann träumen, eine Fähigkeit, die der »Rat« der Inselstadt strengstens untersagt. Niemand spricht über die Träumer, die in der Gesellschaft geächtet werden. Eines Tages wird ein junges Mädchen bewusstlos aufgefunden. Der einzige Hinweis auf ihre Identität ist ein Wort, das auf ihre Handfläche tätowiert wurde: Eliana. Als Eliana sich dem Geheimnis des Mädchens nähert, beginnt das Lügengebäude der Obrigkeit zu bröckeln.
Portrait
Itäranta, Emmi
Emmi Itäranta, geboren 1976 in Tampere, Finnland, studierte Theaterwissenschaften und Kreatives Schreiben. Ihr Debüt, »Der Geschmack von Wasser«, wurde von ihr sowohl auf Finnisch als auch auf Englisch verfasst und entwickelte sich zu einem großen Erfolg, der in achtzehn Ländern erschien. Die Autorin lebt seit 2007 in England.

Schrey-Vasara, Gabriele
Gabriele-Schrey Vasara studierte Geschichte, Romanistik und Finno-Ugristik und lebt seit 1979 in Helsinki. Sie ist Übersetzerin zahlreicher Kriminalromane und Sachbücher aus dem Finnischen ins Deutsche. 2008 wurde sie mit dem Staatlichen Übersetzerpreis Finnlands und dem Ritterkreuz des Finnischen Ordens der Weißen Rose ausgezeichnet. 2010 erhielt sie den Theodor-Aue-Kulturpreis.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 368
Erscheinungsdatum 08.09.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-03880-007-1
Verlag Arctis Verlag
Maße (L/B/H) 22,1/14,7/3,5 cm
Gewicht 612 g
Übersetzer Gabriele Schrey-Vasara
Verkaufsrang 54.905
Buch (gebundene Ausgabe)
21,00
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Kundenbewertungen

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Zutiefst originell und lyrisch
von Mikka Liest aus Hilter am Teutoburger Wald am 05.02.2018

Vor der Aufgabe, dieses Buch zu beschreiben, stehe ich ein wenig hilflos. Es gibt Bücher, die definieren sich durch eine brillant konstruierte Handlung, welche sich von A bis Z spannend und unterhaltsam abspult. Andere überzeugen durch schiere Originalität oder durch lebensechte Charaktere, und man kann genau den Finger darauf legen... Vor der Aufgabe, dieses Buch zu beschreiben, stehe ich ein wenig hilflos. Es gibt Bücher, die definieren sich durch eine brillant konstruierte Handlung, welche sich von A bis Z spannend und unterhaltsam abspult. Andere überzeugen durch schiere Originalität oder durch lebensechte Charaktere, und man kann genau den Finger darauf legen und sagen: Ja, das ist es. Das macht dieses Buch so besonders. Und damit will ich keineswegs sagen, dass "Die Stadt der verbotenen Träume" diese Eigenschaften nicht besitzt – nur liest es sich wie ein flüchtiger Traum, der kommt und geht. Motive tauchen auf und verschwinden wieder, Dinge erscheinen jäh in einem völlig anderen Licht... Vieles bleibt offen, es gibt nur wenig klare Struktur, alles ist in der Schwebe. Zwischendrin springt die Perspektive von der Ich-Erzählerin zu einer Stimme, bei der man lange nicht einmal einordnen kann, was für eine Art von Wesen da überhaupt spricht. Ich denke, mein Problem wird langsam deutlich? Denn das klingt völlig falsch: verworren, ermüdend, vielleicht sogar langweilig – dabei habe ich dieses Buch geliebt wie schon lange keines mehr. Aber noch mal von vorn. Die Welt dieses Buches ist zutiefst originell, aber die Autorin verzichtet darauf, sie dem Leser bis ins kleinste Detail zu erklären, was zum Teil daran liegt, dass auch die Hauptperson ihre Welt nicht komplett begreift. Die Menschen sind sehr gebunden an die Strukturen des Systems, in dem sie leben und werden nicht unbedingt ermutigt, Dinge zu hinterfragen. Nicht einmal im Traum sind sie frei, denn die Fähigkeit, zu träumen, gilt als ansteckende, lebensgefährliche Seuche. Ertappte Träumer verschwinden. Wohin? Wieso? Der Leser begleitet Eliana dabei, wie sie beginnt, das herauszufinden – und dabei entdeckt, dass sie bisher gerade mal die Spitze des Eisbergs gesehen hat. Für mich war die Geschichte unglaublich spannend, aber es ist in meinen Augen keine handlungsgetriebene Spannung. Zwar passiert einiges – aber es war Elianas Entwicklung, die mich so ungemein gefesselt hat. Nicht nur, dass sie anfangs vor dem Leser (und sich selbst) einiges versteckt, sie entwickelt schnell eine ungeahnte Tiefe. Dabei begeht sie durchaus gravierende Fehler, zum Teil mit tragischen Konsequenzen, aber es gab nie einen Punkt, an dem ich sie nicht gerne jeden Schritt des Weges begleitet hätte. Die Geschichte ist sehr fokussiert auf Eliana, deswegen bleiben andere Charaktere zwangsläufig etwas blasser, aber auch diese fand ich gut geschrieben. Besonders beeindruckt war ich davon, wie lebendig die Autorin den Charakter der Valeria beschreibt, obwohl diese stumm ist. So ganz nebenher ist das Buch übrigens ein wunderbares Beispiel dafür, dass Diversität etwas sein kann, was ganz selbstverständlich in die Handlung einfließt. Aber darüber möchte ich jetzt ungern mehr sagen, um nicht schon zu viel zu verraten. Die wahre Offenbarung an diesem Buch war für mich jedoch der poetische Schreibstil. Ich habe es teils auf Deutsch gelesen, teils auf Englisch gehört und kann nur sagen: die deutsche Übersetzung ist ganz sicher nicht schlecht, aber ich würde dennoch wärmstens empfehlen, das Original zu lesen. (Allerdings ist die Sprache für Anfänger vielleicht nicht ganz so einfach.) Hier mal zwei Beispiele für den Schreibstil in Englisch und Deutsch: In the fire that is slower than flames she stays awake, and when sleep takes her, it carries her between unravelling walls, behind darkness-holding doors, over creaked floors, in the rifts of which black water rushes. It hands her words hidden within covers, in which everything is inscribed, but the writing escapes her, and still she turns away. She wants the floors to be unbroken, she wants the walls to be whole again. Die Wände sind Schleier und Garn, doch die Tür ist aus festem Holz. Sie ist einen Spaltbreit geöffnet, und hinter ihr liegt tiefe, dichte Dunkelheit. Auf der anderen Seite ist ein rasselndes Geräusch zu hören, als würde dort jemand atmen. Ich drehe mich um. Die Spinnseidenwände schließen sich vor mir zur Sackgasse. Als ich mich ihnen nähere, glaube ich das Zischen von Worten zu hören, und hinter den Wänden spüre ich viele ineinander verflochtene Einsamkeiten. So oder so hat Emmi Itäranta eine hypnotische Sprachmelodie. Sie bedient sich sehr ungewöhnlicher, überraschender Bilder und Metaphern, die sich dabei perfekt einfügen in die dichte Atmosphäre. Ich habe oft innegehalten und Sätze mehrmals gelesen. Die Sprache kann einem schllichtweg die Sprache verschlagen. Das englische Hörbuch ist einfach ein Gedicht, die Sprecherin, Aysha Kala, erweckt diese Welt beeindruckend zum Leben. Das Ende wird vielleicht nicht allen Lesern liegen: es ist in meinen Augen weniger ein klar definierter, unzweifelhafter Abschluss, sondern vielmehr eine Grundlage für zukünftige Möglichkeiten, die für Interpretation offen sind. Fazit: Es ist schwierig, dieses Buch einem einzigen Genre zuzuordnen, aber am ehesten ist es noch zwischen Dystopie und Fantasy angesiedelt. So oder so ist es unglaublich originell und bedient kein einziges der üblichen Klischees! Es spielt in einer Welt, in der Träumen nicht nur verboten ist, sondern die Fähigkeit dazu sogar als lebensgefährliche Seuche gilt, die auszurotten ist. Hier trifft die junge Weberin Eliana auf die schwerverletzte Valeria, der jemand die Zunge herausgeschnitten hat – und die aus unerfindlichen Gründen Elianas Namen als Tätowierung auf der Handfläche trägt. Wie sich die Geschichte weiterentwickelt ist immer wieder unerwartet und hat mich vor allem durch einen ungewöhlichen lyrischen Schreibstil beeindruckt. Vor allem aber stellt Emmi Itäranta die Erwartungen des Leser immer wieder von neuem auf den Kopf, mit (alb)traumhaften Passagen und eingeschobenen Sequenzen, die sich zunächst keinem bestimmten Charakter zuordnen lassen. Man muss der Geschichte Zeit geben, sich zu entfalten, und sich darauf einstellen, dass vieles offen bleibt – aber in meinen Augen lohnt sich das.

Wenn Träume den Abgrund bedeuten
von elafisch aus Rimbach am 04.10.2017

Der Arctis Verlag steht für Bücher, der etwas anderen Art. Und da macht auch dieses Buch keine Ausnahme. Ich bin sehr froh, dass es mich gefunden hat! Inhalt: Eliana lebt auf einer Insel, deren alltägliches Leben vom Rat bestimmt wird. Dieser Rat behauptet, dass alle Traumseher eine tödliche Krankheit verbreiten und... Der Arctis Verlag steht für Bücher, der etwas anderen Art. Und da macht auch dieses Buch keine Ausnahme. Ich bin sehr froh, dass es mich gefunden hat! Inhalt: Eliana lebt auf einer Insel, deren alltägliches Leben vom Rat bestimmt wird. Dieser Rat behauptet, dass alle Traumseher eine tödliche Krankheit verbreiten und diese daher separiert oder verbannt werden müssen. Bisher hat Eliana immer gut verbergen können, dass sie selbst eine Traumseherin ist. Doch mit dem Auftauchen eines fremden Mädchens bei den Weberinnen beginnt sich alles zu ändern. Meinung: Mir fällt es nicht leicht meine Meinung zu diesem Buch in Worte zu fassen. Es ist einfach so anders! Sowohl von der Sprache her, welche stellenweise richtig poetisch ist, als auch von der Geschichte her, die sich gar nicht recht in ein Genre einordnen lässt. Die Geschichte hat etwas dystopisches, aber auch fantastische Züge. Auch die beschriebene Welt ist unserer ähnlich und doch ganz anders. Durch die anspruchsvolle Sprache war das Buch nicht immer ganz leicht zu lesen. Auch erschloss sich mir die Bedeutung mancher Worte nicht immer direkt. Bei manchen erst nach einiger Überlegung, bei anderen im weiteren Verlauf der Geschichte und wenn ich ehrlich bin hatte ich bei einigen das Gefühl, dass sie mehr dem schaffen einer bestimmten Stimmung dienen, als dem vermitteln von Inhalten. Aber neben all dieser Poesie, hat es die Autorin geschafft auch eine spannende und fesselnde Geschichte zu erzählen. Am Anfang dauerte es für mich ein wenig bis die Geschichte in Gang kam, aber am Ende konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Der Schluss war dann noch einmal sehr überraschend und lässt aus meiner Sicht auch viel Interpretationsspielraum, was für mich aber gut zum Buch passt. Mich hat dieses Buch sehr fasziniert und ich bin wirklich froh es gelesen zu haben. Fazit: Ein dystopisch fantastisches Buch, mit einer wundervoll poetischen Sprache. Von mir gibt es ganz klar eine Leseempfehlung!

Ein grandioses Buch, dass ich nur empfehlen kann!
von Chuckster am 19.09.2017

Ich habe dieses Buch bei einer Leserunde gewonnen und war schon von dem Klappentext total gebannt und war mehr als froh, dass ich dieses Buch lesen durfte und dass ich diesem nun auch seine ersten fünf Sterne geben kann, denn dieses Buch hat mich von vorne bis hinten überzeugt.... Ich habe dieses Buch bei einer Leserunde gewonnen und war schon von dem Klappentext total gebannt und war mehr als froh, dass ich dieses Buch lesen durfte und dass ich diesem nun auch seine ersten fünf Sterne geben kann, denn dieses Buch hat mich von vorne bis hinten überzeugt. Viel mehr Personen sollten dieses Buch also noch lesen und viele Bewertungen dazu lassen. Die Geschichte an sich ist einfach sehr gut durchdacht, die Stadt, de Personen, die Handlungsstränge, alles passt zusammen, alles fügt sich zu einem stimmigen Bild. Es gibt einen roten Faden, der sich durch das Buch zieht, es widerspricht sich selbst nicht und die Fäden haben sich während des Lesens nicht verheddert und ergeben am Ende ein wunderbar glattes und vollkommenes Ganzes! Die Stadt ist gut durchdacht und mit dem Rat und dessen Geschichte, mit allen Gebäuden; das Haus des reinen Schlafes, das Haus des Wortes, das Haus der Spinnweben, um nur einige Beispiele zu nennen. Es ist ein eigener Kosmos entstanden, in dem man etwas braucht um reinzukommen, der einen dann vollkommen in seinen Bann zieht. Es ist eine Welt, die man sich wirklich gut vorstellen konnte. Eliana fand ich einen tollen Charakter, sie hat wunderbar durch die Geschichte geleitet und ich habe mit ihr gefühlt, habe ihre Angst gespürt, habe mit ihr gelebt und gelitten. Sie ist stark, musste aber viele Niederlagen einstecken und entwickelt sich im Laufe des Buches von einer einfachen Weberin... ja zu was? Das müsst ihr natürlich selbst herausfinden. Es gibt noch viele weitere wunderbare und authentische Charaktere in dieser Geschichte, Alva, Motte, Irina und noch viele andere. Nicht alle Charaktere sind klare Sympathiträger, aber auch diese spielen nur ihre Rolle in dem Sytsem versuchen zu leben und ihre liebsten zu schützen. Jeder Charakter hat etwas für sich und es war spannend über sie zu lesen. Der Hintergrund und wie sich am Ende alles aufgelöst hat, fand ich wirklich sehr gut gemacht. Es war auch hier wieder richtig gut geschrieben und es war bis zum Schluss spannend und hatte noch einige Überraschungen für mich auf Lager. Zusammengefasst kann ich nur sagen, dass mich dieses Buch wirklich sehr überzeugt hat, dass es gut durchdacht und einfach spannend geschrieben ist und auch wenn ich anfangs etwas brauchte um mich zurecht zu finden, so fand ich es umso genialer als ich in der Geschichte drin war. Eine klare Empfehlung für dieses Buch, von mir.