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Mord am Waterberg

(4)
Katrin Sattler kann es nicht fassen: Ihre kleine Schwester Anna, abenteuerlustig, herzlich und der unangefochtene Liebling ihrer Eltern, ist tot – kaltblütig erschlagen mit einem silbernen Kerzenleuchter. Schockiert reist die junge Stuttgarterin nach Namibia, wo Anna sich als Entwicklungshelferin unermüdlich für die Verbesserung der Beziehungen zwischen den einheimischen Herero und den Deutschen eingesetzt hat. Voller Ungeduld will Katrin den Leichnam so schnell wie möglich nach Deutschland holen und aus diesem Land verschwinden, das ihr mit der sengenden Hitze, den unhygienischen Zuständen und den aufdringlich bettelnden Kindern mehr als suspekt ist. Doch dann erfährt Katrin, dass der vermeintliche Mörder ihrer Schwester ein 17-jähriger Jugendlicher ist, der vehement bestreitet, die grauenvolle Tat begangen zu haben. Kurzerhand beschließt sie, der Sache auf den Grund zu gehen. Während Katrin dem Geheimnis um Annas Tod immer näher kommt, muss sie erkennen, dass ihre Schwester nicht die unbeschwerte junge Frau war, als die sie sie in Erinnerung hat. Annas Engagement stieß nicht nur auf Begeisterung bei den Namibiern, die den Völkermord, den ihre Vorfahren an ihren Ahnen verübt hatten, nicht vergessen können und der jungen Deutschen oft mit Argwohn, Misstrauen und sogar Hass begegneten.
Als Katrin schließlich selbst ins Visier des Täters gerät, muss sie eine folgenschwere Entscheidung treffen: Soll sie unverrichteter Dinge wieder nach Hause fliegen und den Mord ungesühnt lassen oder ihr Leben riskieren, um Annas Tod aufzuklären und einen Unschuldigen vor einem schrecklichen Schicksal zu bewahren?

In ihrem Debütroman widmet sich das Autorenduo Almut Hielscher und Uta König einem packenden Kriminalfall vor der faszinierenden Kulisse Namibias und verflechten atemberaubende Spannung mit beeindruckend recherchierten historischen Details, die die deutsch-namibische Vergangenheit schonungslos und ehrlich ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken.
Portrait
Uta König wurde 1947 geboren und absolvierte Studium und Journalisten-Ausbildung in Paris. Die langjährige STERN-Reporterin ist Autorin des STERN-Buchs „Gewalt über Frauen“ und war Herausgeberin einer Erziehungsreihe. 1995 wechselte sie zum Fernsehen und hat beim NDR seitdem mehr als 50 Reportagen und Dokumentarfilme gemacht. Auszeichnungen unter anderem: Grimme-Preis für die beste Dokumentation 1998.
Uta König ist geschieden, lebt in München und hat zwei Töchter.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Seitenzahl 232 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 04.04.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783956070495
Verlag Hey! Publishing GmbH
Dateigröße 930 KB
eBook
1,99
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Spannende Mördersuche in der ehemaligen deutschen Kolonie Namibia
von ech am 13.10.2017
Bewertet: Taschenbuch

Die Autorinnen Almut Hielscher und Uta König liefern mit ihrem Erstlingswerk nicht nur einen spannenden Kriminalroman ab, sondern gewähren zugleich interessante Einblicke in die aktuelle Situation der ehemaligen deutschen Kolonie Namibia und seiner Bewohner. Dem Buch merkt man die gute und sorgfältige Recherchearbeit der Autorinnen jederzeit an, eine Zeittafel... Die Autorinnen Almut Hielscher und Uta König liefern mit ihrem Erstlingswerk nicht nur einen spannenden Kriminalroman ab, sondern gewähren zugleich interessante Einblicke in die aktuelle Situation der ehemaligen deutschen Kolonie Namibia und seiner Bewohner. Dem Buch merkt man die gute und sorgfältige Recherchearbeit der Autorinnen jederzeit an, eine Zeittafel zur Geschichte Namibias am Ende rundet die Informationen aus dem Roman zudem noch hervorragend ab. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Katrin Sattler, die eigentlich nur die Leiche ihrer Schwester nach Deutschland überführen will. Anna hat als Entwicklungshelferin in Namibia gearbeitet und ist offenbar von einem 17-jährigen Einheimischen erschlagen worden. Schnell merkt Katrin aber, das an dieser Geschichte etwas nicht stimmen kann und so begibt sie sich selber auf die Spuren ihrer Schwester und versucht so, ihren wahren Mörder zu finden. Gerät der Kriminalfall streckenweise doch eher konventionell, besticht das Buch vor allem durch sein gelungenes Setting und die überzeugenden Beschreibungen von Land und Leuten, bei denen die Autorinnen auch weitestgehend auf die üblichen Klischees zum afrikanischen Kontinent verzichten. Der Schreibstil ist angenehm, das Erzähltempo eher gemächlich, sorgt aber dennoch für einen stetigen Spannungsaufbau, der schlußendlich in einer überzeugenden und glaubwürdigen Auflösung gipfelt, die auch einen ordentlichen Schuß Tragik beinhaltet. Wer ein Faible für den afrikanischen Kontinent hat und sich gerne spannend unterhalten lässt, ist bei diesem Buch genau richtig.

Was wirklich in Namibia geschah
von einer Kundin/einem Kunden aus wien am 27.08.2017

Der rätselhafte Mord an der deutschen Entwicklungshelferin Anna Sattler in Namibia erschüttert viele. Als ihre ältere Schwester Katrin nach Afrika fliegt um ihren Leichnam abzuholen, weiß sie noch nicht welch menschliche Tragödien und schreckliche Geheimnisse sie erfahren wird. Als Katrin merkt, dass mit dem Mordfall ihrer Schwester etwas nicht... Der rätselhafte Mord an der deutschen Entwicklungshelferin Anna Sattler in Namibia erschüttert viele. Als ihre ältere Schwester Katrin nach Afrika fliegt um ihren Leichnam abzuholen, weiß sie noch nicht welch menschliche Tragödien und schreckliche Geheimnisse sie erfahren wird. Als Katrin merkt, dass mit dem Mordfall ihrer Schwester etwas nicht stimmt, beschließt sie ihren Aufenthalt zu verlängern, um selbst den Fall zu lösen, dass sie sich dabei in Gefahr begibt, ist ihr da noch nicht bewusst. Ein Einbruch und Drohanrufe zeigen ihr, dass sie nicht willkommen ist. Doch da sie immer tiefer, auch durch die eigene längst zurückliegende Familiengeschichte in Namibia, hineingezogen wird, beschließt sie sich dem unsichtbaren Feind und der tragischen Vergangenheit der deutschen Kolonialgeschichte zu stellen. Misstrauen und Hass der Namibier schlägt ihr entgegen, aber zum Glück gibt auch Menschen die ihr helfen wollen und für ein friedliches Zusammenleben kämpfen wollen. Die Autorinnen Almut Hielscher und Uta König haben sich mit dem Roman ,, Mord am Waterberg´´ an ein sensibles Thema heran gewagt. Der Völkermord in Südwest Afrika zur Zeit der deutschen Kolonialzeit. Im Anschluss des Buches findet man eine geschichtliche Dokumentation von 1842 – 2017. Anschaulich wird in dem Roman über Misshandlungen, Vergewaltigungen und Vertreibungen der Menschen in Namibia berichtet. Man spürt dabei, dass es viele Nachfahren nicht leicht haben mit dem Wissen, dass ihre Vorfahren Deutsche waren, die mit Gewalt in ihr Leben und in ihr Land eingedrungen sind. Katrin wird mit Ängsten, Vorurteilen und Missverständnissen konfrontiert. Man taucht dabei auch als Leser in eine geheimnisvolle und emotionale Welt ein. Spätfolgen wie Aidsprobleme, Korruption in der Politik und Wirtschaft, machen auch heute noch das Leben dieser Menschen nicht gerade einfach. Zwei Erzählstränge, die sich aus Annas Tagebüchern und Katrins Ermittlungen stets wieder zusammenfügen, zeigen immer wieder auf, wie schwer es in diesem Land ist für ehrbare Menschen Fuß zu fassen und endlich mit der Vergangenheit abzuschließen. ,,Mord am Waterberg´´ ist nicht nur ein spannender Krimi, mit unerwarteten Wendungen, sondern vor allem eine interessante geschichtliche Reise in die unrühmliche, deutsche Kolonialzeit in Namibia.

Warum musste Anna sterben?
von mabuerele am 20.08.2017
Bewertet: Taschenbuch

„...Unsere Würde haben sie uns genommen, unsere Kultur haben sie zerstört. Auch in unseren Seelen ist vieles kaputt gegangen...“ Katrin fliegt nach Namibia. Sie wird dort einen Sarg abholen, den Sarg mit dem Leichnam ihrer jüngeren Schwester Anna. Sie hatte für den Deutschen Entwicklungsdienst gearbeitet und war ermordet worden. Als... „...Unsere Würde haben sie uns genommen, unsere Kultur haben sie zerstört. Auch in unseren Seelen ist vieles kaputt gegangen...“ Katrin fliegt nach Namibia. Sie wird dort einen Sarg abholen, den Sarg mit dem Leichnam ihrer jüngeren Schwester Anna. Sie hatte für den Deutschen Entwicklungsdienst gearbeitet und war ermordet worden. Als Katrin in das Dorf kommt, wird sie von Annas Chef, dem Manager Arnold Kaure in Empfang genommen und zur Polizeistation gebracht. Dort teilt ihr der Polizist William Katjelio mit, dass es sich um einen Raubmord gehandelt hat und dass der Mörder gefasst ist. Sämtliche Fragen von Katrin werden abgeblockt. Ihr wird empfohlen, nach Windhoek zurückzukehren und am nächsten Tag abzufliegen. Katrin aber besteht darauf, ins Haus ihrer Schwester zu kommen. Die Autorinnen haben einen spannenden und außergewöhnlichen Krimi geschrieben. Die Geschichte lässt sich zügig lesen. Schnell merkt Katrin, dass vieles nicht so ist, wie man ihr erzählt hat. Sie findet das Tagebuch ihrer Schwester und Briefe von Tante Elsa, die vor mehr als 80 Jahren auf einer Farm in Namibia gelebt hat. Der Schriftstil ist abwechslungsreich. Rückblicke in die Kindheit ermöglichen mir, einen Blick in Katrins Psyche zu werfen. Als Älteste von drei Geschwistern musste sie schon früh Verantwortung übernehmen. Dabei hat sie logischerweise auch Fehler gemacht, die das Verhältnis zu Schwester und Bruder getrübt haben. Annas wiederholte Einladungen nach Afrika hat sie mit den Verweis auf Zeitprobleme stets ausgeschlagen. Ausführlich wird die deutsche Kolonialgeschichte von Namibia im Buch aufgearbeitet. Obiges Zitat stammt vom Häuptling der Herero. Landwegnahme und die Folgen von Vergewaltigungen wirken bis heute nach. Doch es gibt Hoffnung. Das zeigt das folgende Zitat: „...Alle, die Versöhnung wollen, haben ihre Schwester gern gehabt und es ihr hoch angerechnet, dass sie als Deutsche mit uns arbeitete...“ Das heutige Leben der Herero wird ebenfalls ausführlich geschildert. Es geht darum, Tradition und Moderne in Einklang zu bringen. Mit dem Verlust der Würde kam der Alkoholismus. Auch dieses Erbe gilt es zu überwinden. Vorreiter sind dabei insbesondere die Frauen. Schnell wird klar, dass der verhaftete Junge unschuldig ist. Wer aber hatte Interesse an Annas Tod? Obwohl Katrin von den örtlichen Befindlichkeiten wenig Kenntnis hat, gelingt es ihr, das Gewirr von Korruption und Verschleierung zu durchdringen. Gleichzeitig wird sie mit der Vergangenheit ihrer Familie konfrontiert. Hier sorgt Angst für Ablehnung. Wie oben schon erwähnt, haben die Autorinnen Annas Tagebucheinträge als besonderes Stilmittel eingefügt. Dort findet Katrin Hinweise für ihre Ermittlungen, aber auch Informationen über die Schwierigkeiten in Annas Leben. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. In einer fesselnden Handlung wird ein Stück deutscher Kolonialgeschichte gekonnt aufgearbeitet.