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Sommernachtstränen

(5)
Eine Straße, viele Geschichten

Kann man alleine glücklich sein? Isabell glaubt daran. Bis sie in die Lessingstraße kommt. Eigentlich ist sie auf der Suche nach ihrem Bruder. Doch sie findet viel mehr. Die alte Dame, die ihre Nachbarn ausspioniert. Den Türkenjungen, der unbedingt auf die Realschule gehen will, trotz seiner Eskapaden im Schülergottesdienst. Und den unwiderstehlichen Valentin, der sich immer mehr in ihre Gedanken und in ihr Leben drängt. Bis ein Mensch getötet wird und erstaunliche Dinge ans Licht kommen, die weit zurückreichen in die Nachkriegszeit, als Millionen von Flüchtlingen aus Osteuropa nach Württemberg kamen, und die mehr mit Isabell zu tun haben, als sie ahnt ...
Portrait
Bärbel Götz, 1969 in Stuttgart geboren, veröffentlicht mit Sommernachtstränen ihren dritten Roman als Selfpublisher in der Reihe edition favorite. Ihre Geschichten spielen im Schwäbischen, genau hier vor ihrer Haustüre. Im wirklichen Leben beschäftigt sie sich hauptsächlich mit Zahlen und Analysen in einem mittelständischen Produktionsbetrieb.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Seitenzahl 224 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 20.02.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783000590184
Verlag Via tolino media
Dateigröße 307 KB
eBook
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Viele Geschichten in einer Geschichte
von mabuerele am 13.05.2018
Bewertet: Taschenbuch

?...Der Gedanke an die Heimat ließ harte Züge weich werden...Dort waren unsere Leute was gewesen...Hier wurden sie mit Abscheu betrachtet...? Isabell war in die Stadt gekommen auf der Suche nach ihrem Bruder Teddy. Seit vielen Jahren hatte sie ihn nicht gesehen. Auf der Straße sieht sie eine ältere Frau mit... ?...Der Gedanke an die Heimat ließ harte Züge weich werden...Dort waren unsere Leute was gewesen...Hier wurden sie mit Abscheu betrachtet...? Isabell war in die Stadt gekommen auf der Suche nach ihrem Bruder Teddy. Seit vielen Jahren hatte sie ihn nicht gesehen. Auf der Straße sieht sie eine ältere Frau mit Rollator und hilft ihr, die Einkäufe in die Wohnung zu bringen. Renate Feldmann lädt Isabell zu einer Tasse Kaffee ein und erzählt ihr, dass sie von ihren Fenstern aus die Nachbarn beobachtet. Die Autorin hat einen abwechslungsreichen Gegenwartsroman geschrieben, dessen Handlungsstränge nicht nur Gegenwart und Vergangenheit verknüpfen. Im Mittelpunkt steht Isabell. Die junge Frau hat sich ein Gartenhaus gemietet und schreibt kleine Geschichten. Damit bestreitet sie ihren Lebensunterhalt. Tieferen Kontakt zu anderen Menschen hat sie in den letzten Jahren vermieden. Die Ursache dafür liegt in ihrer Kindheit, dem Tod der Eltern in ihren dreizehnten Lebensjahr und dem Aufenthalt im Waisenhaus. Durch die Begegnung mit Renate ändert sich Isabells Leben. Renate beobachtet nicht nur die Nachbarn, sondern erpresst sie auch mit ihrem Wissen. Davon will Isabell sie abhalten. Doch Renate hat auch eine zweite Seite. Sie kümmert sich um den türkischen Jungen Emre, kocht ihm Essen und hört sich seine Schulprobleme an. Der Schriftstil des Buches lässt sich angenehm lesen. Geschickt hat es die Autorin verstanden, anhand von Renates Beobachtungen die Geschichten der Bewohner der Lessingstraße zu erzählen. Was Renate sieht, ist nur der äußere Schein. Ich als Leser darf hinter die Fassaden schauen. Da ist Alexandra Schimmel, die ein Alkoholproblem hat. Renates direkte Nachbarin leidet an Einkaufssucht, und Annette wird häufig von ihrem Mann geschlagen, will sich aber nicht von ihm trennen. Besonders interessant für Renate ist allerdings Valentin. Sein Grundstück ist mit Eiben zugewachsen und ermöglicht keinen Einblick. Das lässt die Phantasie der älteren Damen in der Nachbarschaft wahre Blüten treiben. Und gerade Valentin läuft Isabell über den Weg, als sie Renate verlässt. Emre bringt eine besondere Art von Humor in die Geschichte: ?...Ich habe bei meiner Oma im Dorf den Gebetsruf aufgenommen und im Schülergottesdienst mit der Box von meinem Bruder direkt vor dem Schlussgebet abgespielt. Gebetsruf vor Schlussgebet. Das ist Integration...? Er meint das ehrlich. Die Lehrerin hat das verständlicherweise anders gesehen und verlangt von den Jungen, eine Arbeit über die Nibelungensage zu schreiben. Isabell hilft ihm dabei und macht ihn mit dieserr Geschichte vertraut. Die Sage wird dann auf ganz eigene Weise im Laufe der Handlung erzählt. Als Problem werden ?...die Eifersucht der Frauen und die Feigheit der Männer...? dargestellt. Schnell werden Parallelen zwischen dem aktuellen Geschehen und der Sage deutlich. Dazu nutzt die Autorin ein zweites Stilmittel. Renate und ihre Schwester Iris hatten nach einem Zerwürfnis keinen Kontakt mehr. Renate aber hat ihre Gedanken in Briefen an ihre Schwester dargelegt und dabei ihre Lebensgeschichte reflektiert. Diese Briefe wurden allerdings nie abgeschickt. Sie führen mich als Leser tief in die Vergangenheit und zeigen am persönlichen Beispiel das Schicksal der Deutschen, die 1940 Bessarabien Richtung Deutschland verlassen mussten. Das Eingangszitat stammt aus einem der Briefe. Die Geschichte hat viele unterschiedliche Facetten. Entsprechend variabel ist deshalb auch der Schriftstil, berührend, sachlich, kurz angebunden, gehoben. Menschen drücken sich nun einmal verschieden aus. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es zeigt ein Stück Lebenswirklichkeit, arbeitet Verletzungen aus der Kindheit auf und weist in Richtung eines hoffnungsvollen Miteinanders. Nicht jede Frage wird beantwortet. Das liegt in der Natur der Sache. Im Nachhinein gibt es eben keine Möglichkeit, zu ergründen, warum mancher so gehandelt hat, wie er gehandelt hat.

Abgründe unter dem Mantel der Bürgerlichkeit
von einer Kundin/einem Kunden aus Villingen-Schwenningen am 13.05.2018
Bewertet: Taschenbuch

Isabell kommt nach Stuttgart, um nach langer Zeit wieder Kontakt zu ihrem Bruder aufzunehmen. Die beiden sind im Heim aufgewachsen, weil ihr Vater ihre Mutter und dann sich selbst getötet hat. Auf ihren Gängen durch die Stadt lernt Isabell Renate Feldmann kennen. Die ältere Dame spioniert ihre Nachbarschaft aus... Isabell kommt nach Stuttgart, um nach langer Zeit wieder Kontakt zu ihrem Bruder aufzunehmen. Die beiden sind im Heim aufgewachsen, weil ihr Vater ihre Mutter und dann sich selbst getötet hat. Auf ihren Gängen durch die Stadt lernt Isabell Renate Feldmann kennen. Die ältere Dame spioniert ihre Nachbarschaft aus und erpresst sie mit ihrem Wissen. Gleichzeitig kümmert sie sich rührend um den Schüler Emre. Obwohl Isabell die Erpressungen durch Renate nicht gut heißt, werden die beiden gute Freunde. Isabell lernt dadurch auch Valentin kennen, ein Nachbar, der wilde Orgien in seinem Garten feiern soll. Die beiden entwickeln Gefühle für einander. Aber Isabell hat Probleme, sich auf diese Näher einzulassen. Dann wird Renate tot in einem kleinen Wäldchen tot aufgefunden. Mord oder Unfall ? Verdächtige gibt es genug, die froh wären, die alte Dame los zu sein. Die vorliegende Geschichte ist für mich kein Krimi im eigentlichen Sinne. Das Buch handelt dennoch von den menschlichen Abgründen hinter der Fassade einer gutbürgerlichen Existenz. Alkoholsucht, Kaufsucht, Gewalt gegen die eigene Ehefrau . jeder hat seine Geheimnisse. Mittendrin befindet sich Isabell, die versucht ein normales Leben zu führen und vor allem menschliche Nähe zu zulassen. Ich muss zugeben, richtig sympathisch war mir Isabell nicht, da ich manche ihrer Verhaltensweisen nicht nachvollziehen konnte. Meine Lieblingsfigur war Valentin, der unerschütterlich an seiner Liebe zu Isabell festhält und bereit ist, ihr einen Platz in seinem Leben einzuräumen. Letztendlich muss sich jeder seinen eigenen Dämonen stellen und versuchen, seinen Weg zu finden.

sehr interessante Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden aus Freudenberg am 10.05.2018
Bewertet: Taschenbuch

Klapptext: Eine Straße, viele Geschichten Kann man alleine glücklich sein? Isabell glaubt daran. Bis sie in die Lessingstraße kommt. Eigentlich ist sie auf der Suche nach ihrem Bruder. Doch sie findet viel mehr. Die alte Dame, die ihre Nachbarn ausspioniert. Den Türkenjungen, der unbedingt auf die Realschule gehen will, trotz... Klapptext: Eine Straße, viele Geschichten Kann man alleine glücklich sein? Isabell glaubt daran. Bis sie in die Lessingstraße kommt. Eigentlich ist sie auf der Suche nach ihrem Bruder. Doch sie findet viel mehr. Die alte Dame, die ihre Nachbarn ausspioniert. Den Türkenjungen, der unbedingt auf die Realschule gehen will, trotz seiner Eskapaden im Schülergottesdienst. Und den unwiderstehlichen Valentin, der sich immer mehr in ihre Gedanken und in ihr Leben drängt. Bis ein Mensch getötet wird und erstaunliche Dinge ans Licht kommen, die weit zurückreichen in die Nachkriegszeit, als Millionen von Flüchtlingen aus Osteuropa nach Württemberg kamen, und die mehr mit Isabell zu tun haben, als sie ahnt ... Dies ist der Debütroman von Bärbel Götz.Und ich finde er ist ihr richtig gelungen. Der Schreibstil ist leicht,locker und flüssig.Die Seiten flogen nur so dahin.Ich wollte das Buch kaum noch aus den Händen legen. Ich habe Isabell und Renate kennen gelernt und sie für einige Zeit begleitet. Die Protoganisten wurden gut beschrieben.Es gab viele unterschiedliche Charaktere die bestens ausgearbeitet wurden.Renat die alte Dame fand ich sehr interessant.Ich fand es unheimlich spannend und abenteuerlich wie sie die Nachbarschaft ausspioniert und erkundet.So habe ich viel über die Probleme der einzelnen Personen erfahren und bin hinter so einige Geheimnisse gekommen.Durch die sehr beeindruckende und fesselnde Erzählweise wurde ich förmlich in die Geschichte hinein gezogen.So hatte ich das Gefühl selbst an diesem Ort zu sein und alles mit zuerleben.Die Autorin hat es auch verstanden etwas Humor in die Geschichte einzubauen.Der türkische Junge Embre hat seinen Teil dazu beigetragen.Bei manchen Situationen habe ich mich köstlich amüsiert. Bärbel Götz hat aber auch andere Themen in diesem Buch angesprochen.Da geht es um Integration,unqualifiziertes Personal in Kinderheimen und Haftstrafen für ältere Menschen.Das hat mir sehr gut gefallen. Die Handlung blieb von Anfang bis zum Ende sehr interessant und kam zu keiner Zeit Langeweile auf.Wunderschön fand ich die Einwebung der Nibelungengeschichte.Das hat für mich den Roman noch lesenswerter gemacht. Das Finale fand ich hervorragend und sehr gelungen. Auch das Cover ist sehr gut gwählt .Es passt perfekt zu dieser Geschichte und rundet das Meisterwerk ab. Ich hatte viele interessante Lesemomente mit dieser Lektüre und vergebe glatte 5 Sterne.