Wie du mich siehst

Roman

Tahereh Mafi

(32)
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Beschreibung

Leseprobe:
Ich schaute niemanden an. Die Leute schauten mich nämlich an, und wenn ich zurückschaute, fassten sie das als Einladung auf, irgendwas zu sagen, und das war dann fast immer etwas Beleidigendes oder Dummes oder beides, weshalb ich schon vor längerer Zeit entschieden hatte, dass es einfacher war, so zu tun, als würden sie gar nicht existieren. Als ich das Klassenzimmer schließlich gefunden hatte, war ich sieben Minuten zu spät. Ich stieß die Tür auf, die leise in den Angeln quietschte, worauf sich ein paar Schüler umdrehten. Der Lehrer verstummte, die Lippen noch zum letzten Wort geformt, die Mimik zwischen zwei Ausdrücken erstarrt. Er blinzelte mich an. Die Wände zogen sich um mich zusammen, ich schaute zu Boden und rutschte wortlos auf den nächsten freien Platz. Ich holte mein Heft aus der Tasche. Zückte einen Stift . Atmete kaum. Und während ich darauf wartete, dass dieser Moment vorüberging, dass sich die Leute wieder umdrehten und der Lehrer weiterredete, räusperte er sich plötzlich.
»Du weißt, dass das hier ein Englischkurs mit erhöhtem Anforderungsniveau ist?« Ich stutzte. Schließlich sagte ich: »Ja?« Er nickte, dann lachte er. »Na ja, Herzchen, ich fürchte, du bist hier falsch.«
Ich wollte ihm sagen, dass er mich nicht Herzchen nennen sollte, wenn er mit mir redete. Statt dessen sagte ich: »Ich bin im richtigen Kurs« und hielt meinen zerknitterten Stundenplan hoch. Mr Webber schütt elte lächelnd den Kopf. »Das ist nicht deine Schuld. Wenn man neu ist, vertut man sich leicht …« Genau so ein Scheiß passierte mir ständig. Es war vollkommen egal, wie akzentfrei mein Englisch war, dass ich hier geboren war, in Amerika, dass meine Cousins und Cousinen im Iran sich über mich lustig machten, weil ich holpriges Farsi mit amerikanischem Akzent sprach – alles egal.

Eine spannende Geschichte, die zeigt, welche weitreichenden Konsequenzen Diskriminierung haben kann.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 352
Altersempfehlung 13 - 16 Jahr(e)
Erscheinungsdatum 27.11.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7373-5696-1
Verlag FISCHER Sauerländer
Maße (L/B/H) 22,1/15,2/3,2 cm
Gewicht 551 g
Originaltitel A Very Large Expanse of Sea
Auflage 2. Auflage
Übersetzer Katarina Ganslandt
Verkaufsrang 89900

Buchhändler-Empfehlungen

Charlotte Grünwald, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Shirin ist Muslima und trägt ihr Kopftuch mit Stolz. Doch in Amerika kurz nach den Anschlägen von 09/11 schlägt ihr deshalb nun unbegründeter Hass und Misstrauen entgegen. Ein unglaublich intensiver Roman, der aufzeigt was Diskriminierung für tiefgehende Folgen haben kann.

Simone Mkirech, Thalia-Buchhandlung Magdeburg

Shirin,wütend und sehr verletzlich,hat ein tiefes Misstrauen gegenüber ihrem Umfeld entwickelt.Sie lehnt aufgrund bisheriger Erfahrungen auch ihren Mitschüler Ocean ab,der echtes Interesse an ihr zeigt.Ein Roman von unglaublicher Intensität,der mich stark berührt hat!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
32 Bewertungen
Übersicht
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Empfehlenswert!
von einer Kundin/einem Kunden am 27.04.2021
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Das Cover hat mich sofort neugierig gemacht und es passt auch sehr gut zur Geschichte, zu den beiden Seiten, zu den Unterschieden der Protagonisten und die Verbundenheit, ich finds einfach super. Auch der Schreibstil konnte micht tatsächlich ab dem ersten Kapitel überzeugen, denn er flüssig, leicht zu lesen, trotz der wichtig... Das Cover hat mich sofort neugierig gemacht und es passt auch sehr gut zur Geschichte, zu den beiden Seiten, zu den Unterschieden der Protagonisten und die Verbundenheit, ich finds einfach super. Auch der Schreibstil konnte micht tatsächlich ab dem ersten Kapitel überzeugen, denn er flüssig, leicht zu lesen, trotz der wichtigen Themen und emotional. Besonders die Emotionen von Shirin sind sehr gut rüber gekommen. Manchmal habe ich beim Lesen ein kleine Pause gemacht, um gewisse Dinge nachzudenken und würde deshalb auch empfehlen, es vielleicht nicht am Stück zu lesen, sondern sich die Zeit zu nehemen, um über gewisse Aussagen und Situationen nachzudenken. Das soll nicht heißen, dass es jemals langweilig war, nein auf keinen Fall. Besonders Shirin hat mir sehr gut gefallen, sie hat mit ihren Mitteln versucht das zu tun, was sie für den richtigen Weg gehalten hat und auch wenn ihr oft vorgewurfen wurde, dass sie kein einfacher Mensch ist, dann hatte das immer einen Grund. Besonders diese Nähe zu ihrem großen Bruder fand ich unglaublich schön, denn auch wenn die Beiden nicht immer einer Meinung waren, so waren sie doch immer füreinander da. Aber auch die Freundschaftsgruppe um ihn und sie herum hat mir sehr gefallen. Ocean als Protagonist, war lieb, süß und manchmal doch ein kleines bisschen naiv und unbedacht, aber gleichzeitg auch aufgeschlossen und hatte mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen. "Zum Weinen, zum Verlieben, zum Wütendwerden", damit wirbt das Buch und genau das schafft es auch. Ich hatte so viele Emotionen beim Lesen, wie schon lange nicht mehr und würde mir wünschen, dass ein solches Buch auch in Schulbibliotheken stehen würde. Ich kann es nur empfehlen, denn neben einem tollen Schreibstil und einer tollen Protagonistin, regt es zum Nachdenken an. Vielleicht hätte ich mir am Ende noch das ein oder andere Kapitel gewünscht, verstehe aber, warum die Autorin beschlossen hat, genau an dieser Stelle aufzuhören. 4,75/5 Sterne

wichtiges Thema
von einer Kundin/einem Kunden am 24.04.2021

Ein schönes und schonungsloses Buch. Ich habe mich in Ozean verliebt und finde seine gesamte Einstellung toll. Die Charakterentwicklung besonders bei Shirin ist bemerkenswert. Das Ende ist offen, passt aber zur Geschicht. Ein tolles und authentisches Buch.

Wichtiger Roman über Rassismus nach 9/11
von Daniel Eckert am 04.06.2020

Vielen Dank an den Fischer-Verlag für dieses Rezensionsexemplar! Handlung Shirin bekommt täglich den Hass der Amerikaner zu spüren. Weil sie Kopftuch trägt und Muslima ist. Seit dem islamistischen Anschlag auf das World Trade Center sind Muslime zum Hassobjekt Nummer 1 geworden. Shirin verschließt sich vor der Welt, indem ... Vielen Dank an den Fischer-Verlag für dieses Rezensionsexemplar! Handlung Shirin bekommt täglich den Hass der Amerikaner zu spüren. Weil sie Kopftuch trägt und Muslima ist. Seit dem islamistischen Anschlag auf das World Trade Center sind Muslime zum Hassobjekt Nummer 1 geworden. Shirin verschließt sich vor der Welt, indem sie Musik hört und sich dem Breakdance-Club ihres Bruders anschließt. Als sie an ihrer neuen Schule für ein Projekt mit Ocean zusammenarbeitet, spürt sie eine Zuneigung zu ihm, der ihr höflich und ohne Ablehnung begegnet. Sie weist ihn heftig zurück, weil sie noch niemand getroffen hat, der keine Vorurteile hat. Meinung Das Buch erzählt eine sehr wichtige Geschichte. Tahereh Mafi beschreibt den Alltagsrassismus, der mich schwer schockiert hat. Ich wusste, dass die Amerikaner nach dem Terroranschlag auf das WTC wütend waren, aber dass sich ihre volle Verachtung gegen alle Muslime richtet und von gemeinen Kommentaren an Fremde bis zur Körperverletzung von Mitschülern reicht, hätte ich nicht gedacht. Deshalb ist es bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehbar, dass Shirin sich gegenüber Ocean ablehnend verhält. Ocean ist ein sehr vorbildlicher, ruhiger und geduldiger Junge, der sie zu nichts drängt und sie einfach besser kennenlernen möchte. Irgendwann war sein Interesse an ihrer Persönlichkeit statt an ihrem Aussehen – wie Shirin es bei vielen anderen Jungs erlebt hat – so offensichtlich, dass Shirin bei mir einige Sympathiepunkte verlor, weil sie stur blieb und sich selbst wehtut. Eine wichtige Rolle spielt Breakdance. Ihr Bruder gründet mit seinen Freunden eine AG und Shirin macht mit. Das Hintergrundwissen war für mich nicht interessant, aber wie die Breakdance-Szene so viel verbindet, war beeindruckend. Der Schreibstil war sehr angenehm und gefiel mir sehr gut. Ich bin in wenigen Tagen durch die Seiten geflogen. Mit den Chatverläufen wurde sichtbar, wie sich die beiden langsam annähern und sich oft in gegenseitigen Entschuldigungen verlieren. Am meisten gestört hat mich das Ende. Während anfangs so ausführlich über die Probleme geschrieben wird, endet es abrupt und zu schnell aufgelöst. Fazit Neben diesen kleinen Kritikpunkten hat mir das Buch wirklich gut gefallen und ich habe es trotz der ernsten Thematik sehr genossen. Ich konnte den Rassismus spüren, der Shirin und anderen Muslimen besonders nach 9/11 abbekamen. Die Liebesgeschichte wurde sehr authentisch aufgebaut, wo es in anderen Büchern sehr schnell geht, hat es hier lange gedauert, bis die beiden zueinander gefunden haben. Meine Bewertung sind 4,5 von 5 Sternen und ich empfehle es für alle ab 12 Jahren.


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