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Die Ermordung des Commendatore Band 2

Eine Metapher wandelt sich. Roman

Die Ermordung des Commendatore 2

(20)
Lesen Sie in ›Die Ermordung des Commendatore Band 2: Eine Metapher wandelt sich‹ wie die Geschichte des jungen Malers weitergeht.

Mit dem Porträt der 13-jährigen Marie wächst allmählich das Selbstvertrauen des jungen Malers in seinen eigenen Stil. Die wiedergewonnene Sicherheit hilft ihm, das Ende seiner Ehe zu verarbeiten. Während der Sitzungen freunden sich das Mädchen und der Maler an. Er ist beeindruckt und erschrocken zugleich von Maries Klugheit und Scharfsinn. Mit ihr kehrt die Erinnerung an seine kleine Schwester zurück, deren Tod er nie überwunden und nach der er in jeder Frau gesucht hat. Auch in seiner eigenen, die, wie er erfährt, schwanger ist. Als Marie verschwindet, ist er fest davon überzeugt, dass dies im Zusammenhang mit dem Gemälde ›Die Ermordung des Commendatore‹ steht und dass nur das Gemälde und sein Maler ihm den Weg weisen können, um Marie zu finden. Ein Weg, der durch eine Luke in eine andere Welt führt.
›Eine Metapher wandelt sich‹ ist die Fortsetzung von Band 1 ›Eine Idee erscheint‹ des Romans ›Die Ermordung des Commendatore‹.

Die erste Auflage erhält einen blauen Farbschnitt!
Rezension
»einer der größten Zauberer seiner Zeit«
»Marie [ist] die vielleicht faszinierendste 13-Jährige der Weltliteratur, blass und zerbrechlich, stark wie ein Stier und nicht willens, sich auch nur der kleinsten gesellschaftlichen Konvention zu unterwerfen.«
Susanne Messmer, TAZ

»Bislang war ich immer ein wenig skeptisch, wenn Haruki Murakami als möglicher Kandidat für den Literaturnobelpreis ins Spiel gebracht wurde. Nach ›Die Ermordung des Commendatore‹ würde ich den Stockholmern für eine solche Entscheidung applaudieren.«
Denis Scheck, ARD DRUCKFRISCH

»Selten wurde in der Weltliteratur so unaufgeregt aus einem Jenseits reportiert.«
Andreas Platthaus, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

»Mit seinen Büchern geht es einem wie mit der sonntäglichen Liturgie, […] man kommt davon nicht los.«
Iris Radisch, DIE ZEIT

»Zwischen den Zeilen swingen wieder herrliche Murakami-Musiken«
Elonora Büning, F.A.S.

»Murakami in Bestform.«
Denis Scheck, SWR2 Lesenswert

»Eine ganz einfache Sprache, aber alles andere als simpel.«
Lotar Schüler, 3SAT KULTURZEIT

»Seine Stärke liegt in den Charakteren, in deren stiller, höflicher Manier sich starke Emotionen verbergen.«
Burkhard Müller, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

»wirklich gelungen«
Marie Kaiser, RBB RADIOEINS

»Wer den fantastischen Haruki Murakami mag, mit seinem Händchen für alle surrealen und magischen Momente, mit seiner Verwandtschaft zu David Lynch, Franz Kafka oder E.T.A. Hoffmann, hat an diesem neuen Roman wieder richtig Freude, er ist in Bestform.«
Katrin Schumacher, MDR KULTUR

»Murakamis neues Werk ist ein phantastischer philosophischer Roman über Ideen und Metaphern. Ein Künstlerroman der viel über Schaffensprozesse verrät und ein page-turner, der einen von der ersten Seite an nicht loslässt.«
Helmut Petzold, DIWAN BÜCHERSENDUNG

»[…] ein page-turner und das liegt vor allem an Murakamis Fähigkeit seine Figuren so interessant zu gestalten, dass man einfach dran bleibt, dass man sich für sie interessiert.
Ursula May, HR2 Kultur

»Liest sich wie die Bilanz eines großen Autors.«
Maik Brüggemeyer, ROLLING STONE

»Ein nur scheinbar unscheinbarer Held wird auf eine Geisterbahn durch die japanische Gegenwart und sein eigenes Leben geschickt. Ein herrlich buntes, murakamisches Bilderrätsel. Und ein Roman, aus dem ich am Ende nicht mehr heraus wollte.«
Katrin Schuhmacher, MDR KULTUR

»Ein so kurzweiliges wie bemerkenswertes Stück große Literatur.«
STORIES – DAS THALIA MAGAZIN

»Zauberhaft – im wahrsten Sinne des Wortes.«
Florian Blaschke, PRISMA

»Willkommen im Murakami Universum, wo alles immer möglich ist, […].«
Stefanie Wirsching, u. a. AUGSBURGER ALLGEMEINE

»Haruki Murakami zu lesen ist immer ein wenig so, als würde man an der Handlung selbst Anteil haben.«
Florian Schmid, NEUES DEUTSCHLAND

»Sein Erzählstil ist fesselnd, die Cliffhanger am Ende der Kapitel ein schöner Grund, das Nachtlämpchen noch eine Viertelstunde länger brennen zu lassen.«
GIEßENER ANZEIGER

»Ich konnte das Buch nicht mehr weglegen, es hat mich von Anfang an gefangengenommen.«
Jörg Petzold, FLUX FM

»Ein sehr gutes Buch, hat mir großen Spaß gemacht«
Thomas Andre, HAMBURGER ABENDBLATT

»Das ist die große Kunst, die er beherrscht, dass so eine Art Flow entsteht, dass man gar nicht ablassen kann von diesen Büchern.«
Rainer Moritz, HAMBURGER ABENDBLATT

»Haruki Murakami kann Oberfläche perfekt reproduzieren, zugleich aber in die Winkel hinter der spiegelnden Fassade leuchten, um zu gucken, ob da noch mehr ist.«
Tobias Sedlmaier, NZZ Bücher am Sonntag

»Kein Zweifel, der 69-jährige Autor steckt ein faszinierendes Feld ab: verborgene Beweggründe, besitzergreifende Bilder und der kreative Prozess als radikale, selbst vom Künstler nur halb verstandene Katharsis.«
Hartmut Wilmes, KÖLNISCHE RUNDSCHAU

»Mit seinem zweiteiligen Roman ›Die Ermordung des Commendatore‹ hat der Japaner ein weiteres, auszeichnungswürdiges Meisterwerk vorgelegt.«
Hannah Wadle, DIE RHEINPFALZ

Haruki Murakami [reißt uns] im zweiten Teil seines Romans ›Die Ermordung des Commendatore‹ in einen fiktionalen Strudel, aus dem wir so benommen auftauchen wie aus zehn Stunden Netflix am Stück.«
Britta Heidemann, WAZ

Seine ausführlichen Beschreibungen alltäglicher Tätigkeiten sind nur fast banal und in Wahrheit poetisch.«
Harald Ries, WESTFALENPOST

»Mit gewohnt leichter Hand und vielen Motiven aus Vorgängerromanen — die schicksalhafte Bedeutung von Musik, das Spiel mit Farben und Schicksalen oder die unbefleckte Empfängnis – entwirft der 69-Jährige einen grandiosen Roman, aus dem man nach knapp 1000 Seiten aufwacht wie aus einem schwindelerregenden Traum.«
Birgit Ruf, NÜRNBERGER NACHRICHTEN

Der Autor überspannt lustvoll den Bogen.«
Sebastian Fasthuber, FALTER
Portrait
Haruki Murakami, 1949 in Kyoto geboren, lebte über längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit höchsten Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Werk erscheint in deutscher Übersetzung im DuMont Buchverlag.
Ursula Gräfe, geboren 1956, hat in Frankfurt am Main Japanologie und Anglistik studiert. Aus dem Japanischen übersetzte sie u. a. den Nobelpreisträger Kenzaburō Ōe, außerdem Yoko Ogawa und Hiromi Kawakami. Für DuMont überträgt sie die Romane Haruki Murakamis ins Deutsche.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 496
Erscheinungsdatum 11.05.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8321-9892-3
Verlag DuMont Buchverlag
Maße (L/B/H) 21,3/14,4/3,8 cm
Gewicht 667 g
Originaltitel Kishidancho goroshi
Abbildungen 1 Schwarz-Weiß- und 2 farbigen Abbildungen, 3 Schwarz-Weiß- und 4 farbigen Tabellen, 7 Schwarz-Weiß- und 8 farbigen Fotos, 5 Schwarz-Weiß- und 6 farbigen Zeichnungen, gebunden mit Folienumschlag und Lesebändchen, die erste Auflage hat einen Farb
Auflage 3. Auflage
Übersetzer Ursula Gräfe
Verkaufsrang 4.937
Buch (gebundene Ausgabe)
26,00
inkl. gesetzl. MwSt.
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Weitere Bände von Die Ermordung des Commendatore

  • Band 1

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Buchhändler-Empfehlungen

„Murakami in Bestform“

Kevin Beckmann, Thalia-Buchhandlung Wuppertal

Der zweite Teil der Ermordung des Commendatore knüpft nahtlos an den ersten Band an. Unser Protagonist hat sich auf Wunsch des sonderbaren Menshiki dazu bereit erklärt ein Porträt der jungen Marie anzufertigen. In Züge dessen erkennt er immer mehr Parallelen zwischen ihr und seiner jung verstorbenen Schwester. Als Marie dann eines Tages spurlos verschwindet, setzt er alles daran sie zu finden.
Wirkte der erste Band über weite Strecken noch wie ein umfangreicher Prolog, so zeigt Murakami hier alles, was ihn zu einem der bedeutendsten Autoren der Gegenwart macht. Seine Gabe Realität und Fantasie auf eine Art und Weise zu vermischen, die einerseits völlig plausibel wirkt, aber gleichzeitig der Absurdität so viel Platz lässt, dass man als Leser_in völlig in seinen Bann gezogen wird, ist unerreicht. Am Ende bleibt eine berührende Geschichte über Verlust, die Macht der Kunst und die Möglichkeit neu anzufangen.
Der zweite Teil der Ermordung des Commendatore knüpft nahtlos an den ersten Band an. Unser Protagonist hat sich auf Wunsch des sonderbaren Menshiki dazu bereit erklärt ein Porträt der jungen Marie anzufertigen. In Züge dessen erkennt er immer mehr Parallelen zwischen ihr und seiner jung verstorbenen Schwester. Als Marie dann eines Tages spurlos verschwindet, setzt er alles daran sie zu finden.
Wirkte der erste Band über weite Strecken noch wie ein umfangreicher Prolog, so zeigt Murakami hier alles, was ihn zu einem der bedeutendsten Autoren der Gegenwart macht. Seine Gabe Realität und Fantasie auf eine Art und Weise zu vermischen, die einerseits völlig plausibel wirkt, aber gleichzeitig der Absurdität so viel Platz lässt, dass man als Leser_in völlig in seinen Bann gezogen wird, ist unerreicht. Am Ende bleibt eine berührende Geschichte über Verlust, die Macht der Kunst und die Möglichkeit neu anzufangen.

Angela Franke, Thalia-Buchhandlung Magdeburg

Teil 2! Murakami begeistert mich. Auch wenn er mich etwas mit seinem Ende verstört zurück lässt. Teil 2! Murakami begeistert mich. Auch wenn er mich etwas mit seinem Ende verstört zurück lässt.

„Das Surreale im Realen“

Susanna Wanke, Thalia-Buchhandlung Erlangen (Arcaden)

Was hat das Verschwinden von Marie mir dem Bild "Die Ermordung des Commendatore" zu tun? Alles oder vielleicht nichts? Und welche Rolle spielen der Schöpfer des Gemäldes und Menshiki? Und zu guter Letzt: was bedeutet das alles für den jungen Maler selbst?
Es bleibt spannend im 2. Teil von Murakamis Neuerscheinung! Toll gelesen von David Nathan!
Was hat das Verschwinden von Marie mir dem Bild "Die Ermordung des Commendatore" zu tun? Alles oder vielleicht nichts? Und welche Rolle spielen der Schöpfer des Gemäldes und Menshiki? Und zu guter Letzt: was bedeutet das alles für den jungen Maler selbst?
Es bleibt spannend im 2. Teil von Murakamis Neuerscheinung! Toll gelesen von David Nathan!

„Back to the Roots“

Rafael Ulbrich, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Endlich wieder ein Murakami, der mit den Realitäten spielt und vielleicht einer seiner besten!
'Hin und wieder kann man in unserem Leben die Grenze zwischen Realität und Illusion nicht richtig ziehen.'
Grandios fabuliert, das Unmögliche wird mit einer Selbstverständlichkeit erzählt und die Untertitel sind Programm! Band 1 endet mit einem perfekten Cliffhanger und Band 2 driftet wieder wunderbar in die Absurdität ab. Also wieder ein 'echter' Murakami.
Endlich wieder ein Murakami, der mit den Realitäten spielt und vielleicht einer seiner besten!
'Hin und wieder kann man in unserem Leben die Grenze zwischen Realität und Illusion nicht richtig ziehen.'
Grandios fabuliert, das Unmögliche wird mit einer Selbstverständlichkeit erzählt und die Untertitel sind Programm! Band 1 endet mit einem perfekten Cliffhanger und Band 2 driftet wieder wunderbar in die Absurdität ab. Also wieder ein 'echter' Murakami.

C. Ksoll, Thalia-Buchhandlung Aschaffenburg

Fortsetzung, die so ihre Längen hat.Für Murakami-Einsteiger weniger geeignet.
Alle anderen werden es mögen- auch dank seiner Großen Fähigkeit interessante Charaktere zu gestalten.
Fortsetzung, die so ihre Längen hat.Für Murakami-Einsteiger weniger geeignet.
Alle anderen werden es mögen- auch dank seiner Großen Fähigkeit interessante Charaktere zu gestalten.

Birgit Krompaß, Thalia-Buchhandlung Passau

Wunderbare, mystische Geschichte eines Malers, der sich selbst findet. Ich liebe es in die Welt von Murakami einzutauchen und alles andere um mich herum zu vergessen. Einfach toll! Wunderbare, mystische Geschichte eines Malers, der sich selbst findet. Ich liebe es in die Welt von Murakami einzutauchen und alles andere um mich herum zu vergessen. Einfach toll!

„Genial gut!“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Es geht unglaublich spannend weiter in diesem wunderbaren zweiten Band und man wünscht sich am Ende sehnlichst einen dritten herbei! Einfach übersinnlich und genial gut! Es geht unglaublich spannend weiter in diesem wunderbaren zweiten Band und man wünscht sich am Ende sehnlichst einen dritten herbei! Einfach übersinnlich und genial gut!

„Murakami regt wieder mal zum Nachdenken an...“

Sabrina Hüper, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Auf seine sanfte, zurückhaltende Art beschreibt Murakami auch im zweiten Teil die rätselhaften Ereignisse, die sich im Leben des Protagonisten häufen.
Der Künstler, der sich nach der Trennung von seiner Frau in ein einsames Haus auf dem Land zurückgezogen hat, muss im zweiten Band aktiver werden, um ein Mädchen zu retten. Dazu muss er einen metaphorischen Mord begehen, sich seinen Ängsten stellen und sich mit dem frühen Tod seiner Schwester auseinandersetzen.
Schafft er es dadurch am Ende sogar, in sein “normales“ Leben zurückzukehren? Wieder lädt Murakami den Leser in seine Welt ein und berührt auf seine ganz eigene Art, lässt dabei aber viel Spielraum für eigenständige Interpretation und Fantasie.
Auf seine sanfte, zurückhaltende Art beschreibt Murakami auch im zweiten Teil die rätselhaften Ereignisse, die sich im Leben des Protagonisten häufen.
Der Künstler, der sich nach der Trennung von seiner Frau in ein einsames Haus auf dem Land zurückgezogen hat, muss im zweiten Band aktiver werden, um ein Mädchen zu retten. Dazu muss er einen metaphorischen Mord begehen, sich seinen Ängsten stellen und sich mit dem frühen Tod seiner Schwester auseinandersetzen.
Schafft er es dadurch am Ende sogar, in sein “normales“ Leben zurückzukehren? Wieder lädt Murakami den Leser in seine Welt ein und berührt auf seine ganz eigene Art, lässt dabei aber viel Spielraum für eigenständige Interpretation und Fantasie.

„Eine Metapher wandelt sich...“

Laura Schwartz, Thalia-Buchhandlung Landau

Ein Maler hat seine Kreativität verloren und fertigt lediglich Porträts nach Auftrag an, um seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können.
Nachdem ihn seine Frau völlig unerwartet verlässt, fährt er ohne Ziel durch das Land, bis er schließlich Unterschlupf in dem Haus eines berühmten japanischen Malers findet.
Er begegnet einem Nachbar, dem Mann ohne Farbe, der sich immer weiter in sein Leben hineindrängt und Marie, einem jungen Mädchen, das ihn stark an seine verstorbene Schwester erinnert. Langsam vermischt sich Realität mit Fiktion,Traum mit Wirklichkeit, so dass schließlich nicht nur unserer Protagonist nicht mehr weiß, was um ihn herum eigentlich passiert.
Ich habe ihn schon vor einer ganzen Weile gelesen, den neuen Roman von Haruki Murakami, und doch selten so lange gebraucht, um mich an das Schreiben einer Rezension zu machen. Zu verworren waren meine Gedanken nach dem Abschluss des Romans, ich konnte selbst nicht einschätzen, ob Murakami damit nun ein weiterer Meilenstein nach "Kafka am Strand" und "1Q84" gelungen war oder ob ich am Ende doch etwas enttäuscht zurückblieb.
Nachdem ich Tage nach Erscheinen des Romans noch immer nicht weitergekommen war, blieb mir also nur eine Option - nochmal lesen und zwar ganz von vorne, inklusive des ersten Teils, in der Hoffnung auf irgendeinen Ansatz, den ich für meine Rezension verwenden könnte.
Er hat mich die letzten Wochen also wieder überall hin begleitet, Murakamis Commendatore' und mittlerweile weiß ich, was mir bei dem ersten Lesen in die Quere kam - meine Ambition ein exaktes Porträt zu malen, obwohl ich mich eher auf die abstrakte Kunst hätte konzentrieren sollen.

"Wenn ein Mensch etwas zutiefst und leidenschaftlich will, kann er es erreichen. Ich war davon überzeugt, dass wir über einen besonderen Kanal in der Lage sind, die Realität außer Kraft zu setzen. Oder etwas Unwirkliches Wirklichkeit werden zu lassen. Wenn wir es aus tiefster Seele wollen."

Band zwei des "Commendatore'" knüpft erzählerisch nahtlos an den ersten Band an. Zusätzlich zu dem namenlosen Protagonisten und dem undurchdringlichen Nachbarn Menshiki rückt Murakami im Verlauf des Romans allerdings mehr und mehr das Nachbarsmädchen Marie ins Zentrum des Geschehens.
Und es ist ihr Verschwinden, das Murakami endlich wieder vollständig zu dem Autor werden lässt, den wir von "Kafka am Strand" kennen. Langsam verlassen wir zusammen mit unserem Protagonisten die Wirklichkeit, tauchen ein in eine Welt der Mystik, des Surrealen' und der Fantasie. Der Schleier der scheinbaren Realität hebt sich, ein gewaltiger Riss zieht sich durch beide Welten und wir landen schließlich im Reich der Metaphern, einer für Murakami ganz typischen Parallelwelt.
"Alles an diesem Ort war ein Produkt von Zusammenhängen. Es gab hier kein Absolutes. Sogar der Schmerz war eine Metapher. Ebenso wie dieser Tentakel. Alles hier war relativ. Licht war Schatten, Schatten war Licht."
Es sind nicht nur einfache und doppelte Metaphern, denen sich der Protagonist in dieser Welt gegenüber sieht, sondern vor allem seine eigenen Ängste, sein Unterbewusstsein, mit denen er konfrontiert wird. Durch die "Schlucht zwischen Sein und Nichtsein" reist er tief hinein in sein Innerstes, dringt vor zu den eigenen Abgründen, die sich in jedem Menschen verborgen halten und deren Realisieren mitunter ein sehr schmerzhafter Prozess ist.
Denn "Die Ermordung des Commendatore" ist in erster Linie vor allem eins, ein Roman über einen Menschen in einer Lebenskrise, dem erst durch einen Anstoß von außen die Chance auf einen Neuanfang ermöglicht wird.
Geschickt spinnt Murakami die losen Fäden des ersten Bandes weiter, bis sich schließlich ein dicker Teppich aus inhaltlicher und sprachlicher Ebene vor uns ausbreitet, bei dem die einzelnen Stränge perfekt ineinandergreifen.
Dabei schreibt Murakami, wie man es von ihm gewohnt ist. Mit einer klaren, nüchternen, aber dennoch sehr lebhaften Sprache schildert er uns alles so glaubhaft, dass für keine Sekunde die Existenz eines gesichtlosen Mannes, des kleinen Commendatore' oder sprechender Metaphern angezweifelt werden könnte.
Auch in Band zwei lässt Murakami sein ganzes Wissen über die Kunst-, Literatur- und Musikszene einfließen und es sind die ganz großen Namen der Literatur, an die uns dieser Roman erinnert - Franz Kafka, E.T.A. Hoffmann, Lewis Carroll.
"Die Ermordung des Commendatore II. Eine Metapher wandelt sich" ist sprachlich sowie inhaltlich auf ganz hohem Niveau, dagegen lässt sich schwerlich argumentieren. Es ist ein typischer Murakami, der gegen Ende mit vielen offenen Fragen aufwartet und bei dem man manche Dinge einfach hinnehmen muss, wie sie sind. Es ist ein Murakami, wie ich ihn kenne und wie ich bereits eine Vielzahl gelesen und rezensiert habe. Und dennoch war ich in den ersten Wochen nicht in der Lage, mir eine wirkliche Meinung über den Roman zu bilden. Und vor allem war ich nicht in der Lage, darüber zu schreiben. Auch wenn ich den Grund dafür nicht kannte, ich wusste nur eins. Ich konnte nicht schreiben. Genauso wie unserer namenloser Protagonist für eine ganze Weile nicht malen konnte.
Und so musste ich beide Bücher erst zweimal lesen, musste noch einmal meine gewohnte Realität aufgeben, um in die Welt der Metaphern zu reisen, um mir bewusst zu werden, dass "Die Ermordung des Commendatore" nicht mehr und nicht weniger ist, als eine, wer hätte es gedacht, große allübergreifende Metapher für den Schaffensprozess eines Künstlers. Sei es ein Maler, ein Autor oder auch ein Komponist, was der Kunst entgegenwirkt, ist der routinierte Alltag, die Banalität, die Rationalität. Die Realität. Es ist der Wille, das perfekte Porträt abliefern zu wollen, obwohl manche doch eher unvollendet bleiben sollten. Es ist der Wunsch, auf alle Fragen eine befriedigende Antwort zu bekommen, obwohl doch gerade das Leben an sich so viele Frage stellt, so viele neue Wege eröffnet, ohne plausible Gründe zu liefern.
Es ist meine Ambition, eine möglichst sachliche und klare Rezension über ein Buch schreiben zu wollen, das viele Dinge zugleich ist, aber auf keinen Fall sachlich und klar.
Denn im Großen und Ganzen läuft es doch nicht auf die Frage hinaus, ob es möglich ist, einen Mann ohne Gesicht zu porträtieren, sondern viel eher auf die Frage, ob man es überhaupt versuchen möchte.
Murakami hat das verstanden und sein Protagonist auch.
"The thing you are most afraid to write. Write that."
Murakami hat dies getan, in dem er sich selbst, den Künstler Murakami, in seinem eigenen Buch porträtiert hat. Und mit ihm die ganze Riege der Künstler, die eine Schaffenskrise erleben und Angst haben, sich die richtigen Fragen zu stellen.
Und er hat mich porträtiert, wie ich aufgewühlt das Buch zugeklappt und tagelang auf einen weißen Bildschirm gestarrt habe, weil meine Wirklichkeit nach dem Lesen des Romans für einen kurzen Moment aus den Fugen geraten ist und ich krampfhaft versucht habe, sie durch meine Rationalität wieder in Ordnung zu bringen, anstatt den Zustand an sich einfach zu akzeptieren.
"Dieses Gemälde war zur besten Metapher geworden und hatte der Welt eine andere neue Wirklichkeit geschenkt, ebenso wie es die Worte eines herausragenden Dichters taten."
Genau das ist "Die Ermordung des Commendatore", eine Metapher. Und zwar eine Doppelte.
Ein Maler hat seine Kreativität verloren und fertigt lediglich Porträts nach Auftrag an, um seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können.
Nachdem ihn seine Frau völlig unerwartet verlässt, fährt er ohne Ziel durch das Land, bis er schließlich Unterschlupf in dem Haus eines berühmten japanischen Malers findet.
Er begegnet einem Nachbar, dem Mann ohne Farbe, der sich immer weiter in sein Leben hineindrängt und Marie, einem jungen Mädchen, das ihn stark an seine verstorbene Schwester erinnert. Langsam vermischt sich Realität mit Fiktion,Traum mit Wirklichkeit, so dass schließlich nicht nur unserer Protagonist nicht mehr weiß, was um ihn herum eigentlich passiert.
Ich habe ihn schon vor einer ganzen Weile gelesen, den neuen Roman von Haruki Murakami, und doch selten so lange gebraucht, um mich an das Schreiben einer Rezension zu machen. Zu verworren waren meine Gedanken nach dem Abschluss des Romans, ich konnte selbst nicht einschätzen, ob Murakami damit nun ein weiterer Meilenstein nach "Kafka am Strand" und "1Q84" gelungen war oder ob ich am Ende doch etwas enttäuscht zurückblieb.
Nachdem ich Tage nach Erscheinen des Romans noch immer nicht weitergekommen war, blieb mir also nur eine Option - nochmal lesen und zwar ganz von vorne, inklusive des ersten Teils, in der Hoffnung auf irgendeinen Ansatz, den ich für meine Rezension verwenden könnte.
Er hat mich die letzten Wochen also wieder überall hin begleitet, Murakamis Commendatore' und mittlerweile weiß ich, was mir bei dem ersten Lesen in die Quere kam - meine Ambition ein exaktes Porträt zu malen, obwohl ich mich eher auf die abstrakte Kunst hätte konzentrieren sollen.

"Wenn ein Mensch etwas zutiefst und leidenschaftlich will, kann er es erreichen. Ich war davon überzeugt, dass wir über einen besonderen Kanal in der Lage sind, die Realität außer Kraft zu setzen. Oder etwas Unwirkliches Wirklichkeit werden zu lassen. Wenn wir es aus tiefster Seele wollen."

Band zwei des "Commendatore'" knüpft erzählerisch nahtlos an den ersten Band an. Zusätzlich zu dem namenlosen Protagonisten und dem undurchdringlichen Nachbarn Menshiki rückt Murakami im Verlauf des Romans allerdings mehr und mehr das Nachbarsmädchen Marie ins Zentrum des Geschehens.
Und es ist ihr Verschwinden, das Murakami endlich wieder vollständig zu dem Autor werden lässt, den wir von "Kafka am Strand" kennen. Langsam verlassen wir zusammen mit unserem Protagonisten die Wirklichkeit, tauchen ein in eine Welt der Mystik, des Surrealen' und der Fantasie. Der Schleier der scheinbaren Realität hebt sich, ein gewaltiger Riss zieht sich durch beide Welten und wir landen schließlich im Reich der Metaphern, einer für Murakami ganz typischen Parallelwelt.
"Alles an diesem Ort war ein Produkt von Zusammenhängen. Es gab hier kein Absolutes. Sogar der Schmerz war eine Metapher. Ebenso wie dieser Tentakel. Alles hier war relativ. Licht war Schatten, Schatten war Licht."
Es sind nicht nur einfache und doppelte Metaphern, denen sich der Protagonist in dieser Welt gegenüber sieht, sondern vor allem seine eigenen Ängste, sein Unterbewusstsein, mit denen er konfrontiert wird. Durch die "Schlucht zwischen Sein und Nichtsein" reist er tief hinein in sein Innerstes, dringt vor zu den eigenen Abgründen, die sich in jedem Menschen verborgen halten und deren Realisieren mitunter ein sehr schmerzhafter Prozess ist.
Denn "Die Ermordung des Commendatore" ist in erster Linie vor allem eins, ein Roman über einen Menschen in einer Lebenskrise, dem erst durch einen Anstoß von außen die Chance auf einen Neuanfang ermöglicht wird.
Geschickt spinnt Murakami die losen Fäden des ersten Bandes weiter, bis sich schließlich ein dicker Teppich aus inhaltlicher und sprachlicher Ebene vor uns ausbreitet, bei dem die einzelnen Stränge perfekt ineinandergreifen.
Dabei schreibt Murakami, wie man es von ihm gewohnt ist. Mit einer klaren, nüchternen, aber dennoch sehr lebhaften Sprache schildert er uns alles so glaubhaft, dass für keine Sekunde die Existenz eines gesichtlosen Mannes, des kleinen Commendatore' oder sprechender Metaphern angezweifelt werden könnte.
Auch in Band zwei lässt Murakami sein ganzes Wissen über die Kunst-, Literatur- und Musikszene einfließen und es sind die ganz großen Namen der Literatur, an die uns dieser Roman erinnert - Franz Kafka, E.T.A. Hoffmann, Lewis Carroll.
"Die Ermordung des Commendatore II. Eine Metapher wandelt sich" ist sprachlich sowie inhaltlich auf ganz hohem Niveau, dagegen lässt sich schwerlich argumentieren. Es ist ein typischer Murakami, der gegen Ende mit vielen offenen Fragen aufwartet und bei dem man manche Dinge einfach hinnehmen muss, wie sie sind. Es ist ein Murakami, wie ich ihn kenne und wie ich bereits eine Vielzahl gelesen und rezensiert habe. Und dennoch war ich in den ersten Wochen nicht in der Lage, mir eine wirkliche Meinung über den Roman zu bilden. Und vor allem war ich nicht in der Lage, darüber zu schreiben. Auch wenn ich den Grund dafür nicht kannte, ich wusste nur eins. Ich konnte nicht schreiben. Genauso wie unserer namenloser Protagonist für eine ganze Weile nicht malen konnte.
Und so musste ich beide Bücher erst zweimal lesen, musste noch einmal meine gewohnte Realität aufgeben, um in die Welt der Metaphern zu reisen, um mir bewusst zu werden, dass "Die Ermordung des Commendatore" nicht mehr und nicht weniger ist, als eine, wer hätte es gedacht, große allübergreifende Metapher für den Schaffensprozess eines Künstlers. Sei es ein Maler, ein Autor oder auch ein Komponist, was der Kunst entgegenwirkt, ist der routinierte Alltag, die Banalität, die Rationalität. Die Realität. Es ist der Wille, das perfekte Porträt abliefern zu wollen, obwohl manche doch eher unvollendet bleiben sollten. Es ist der Wunsch, auf alle Fragen eine befriedigende Antwort zu bekommen, obwohl doch gerade das Leben an sich so viele Frage stellt, so viele neue Wege eröffnet, ohne plausible Gründe zu liefern.
Es ist meine Ambition, eine möglichst sachliche und klare Rezension über ein Buch schreiben zu wollen, das viele Dinge zugleich ist, aber auf keinen Fall sachlich und klar.
Denn im Großen und Ganzen läuft es doch nicht auf die Frage hinaus, ob es möglich ist, einen Mann ohne Gesicht zu porträtieren, sondern viel eher auf die Frage, ob man es überhaupt versuchen möchte.
Murakami hat das verstanden und sein Protagonist auch.
"The thing you are most afraid to write. Write that."
Murakami hat dies getan, in dem er sich selbst, den Künstler Murakami, in seinem eigenen Buch porträtiert hat. Und mit ihm die ganze Riege der Künstler, die eine Schaffenskrise erleben und Angst haben, sich die richtigen Fragen zu stellen.
Und er hat mich porträtiert, wie ich aufgewühlt das Buch zugeklappt und tagelang auf einen weißen Bildschirm gestarrt habe, weil meine Wirklichkeit nach dem Lesen des Romans für einen kurzen Moment aus den Fugen geraten ist und ich krampfhaft versucht habe, sie durch meine Rationalität wieder in Ordnung zu bringen, anstatt den Zustand an sich einfach zu akzeptieren.
"Dieses Gemälde war zur besten Metapher geworden und hatte der Welt eine andere neue Wirklichkeit geschenkt, ebenso wie es die Worte eines herausragenden Dichters taten."
Genau das ist "Die Ermordung des Commendatore", eine Metapher. Und zwar eine Doppelte.

Daniel Thiele, Thalia-Buchhandlung Hamm

Wer mich nach "Literatur" im engeren Sinne fragt, der bekommt von mir immer Murakami ans Herz gelegt. Wieder mal ein Meisterwerk! Wer mich nach "Literatur" im engeren Sinne fragt, der bekommt von mir immer Murakami ans Herz gelegt. Wieder mal ein Meisterwerk!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
20 Bewertungen
Übersicht
14
5
1
0
0

von einer Kundin/einem Kunden am 06.08.2018
Bewertet: anderes Format

Wenn man den 1.Teil gelesen hat, möchte man wissen wie es weitergeht. Ja ein Murakami ...seltsam eigenartig und schräg. Aber so das aufhören auch nicht möglich ist, ich mag das.

Der Berg kreißte und gebar eine Maus
von Dr. M. am 11.06.2018

Warum sollte man ein Buch von fast tausend Seiten lesen, um am Ende diese Maus zu bewundern? Weil es nicht die Maus ist, die das Wunderbare an diesem Buch ausmacht, sondern das Kreißen. Bereits im ersten Teil seines Werkes warnt Murakami seine Leser, dass man nicht alles hinterfragen sollte,... Warum sollte man ein Buch von fast tausend Seiten lesen, um am Ende diese Maus zu bewundern? Weil es nicht die Maus ist, die das Wunderbare an diesem Buch ausmacht, sondern das Kreißen. Bereits im ersten Teil seines Werkes warnt Murakami seine Leser, dass man nicht alles hinterfragen sollte, weil sonst am Ende die Faszination des Geschehens verlorengehen würde. Im Grunde ist die ganze Geschichte banal. Doch Murakami gelingt es mit seiner Erzählweise und dem Einflechten von Surrealem dem Leser eine Spannung einzureden, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Durch seinen gleichmütigen, aber sehr präzisen, geistreichen und bis ins kleinste Detail gehenden, aber dennoch niemals langweiligen Stil verschafft Murakami seinen Lesern das Gefühl, am Leben des namenlosen Erzählers hautnah teilzunehmen. Zwischendrin tauchen dann immer wieder Ungewissheiten auf, die, sorgfältig dosiert, den Spannungsbogen stetig aufrechterhalten. Und schließlich kommt noch ein Schuss seltsamer Mystik hinzu, den man sich natürlich nicht zu hinterfragen traut. Schließlich ist man davor bereits gewarnt worden. Der Autor wird sich wohl schon etwas dabei gedacht haben, wird man vielleicht ehrfurchtsvoll denken. Dieser brillante Trick geht so lange gut, bis das unvermeidliche Ende naht. Irgendwie muss Murakami seine sorgsam aufgebaute Geschichte abschließen. Dafür hat er nur zwei Möglichkeiten: Entweder er lässt alles im Ungewissen oder er landet mit seinen Lesern wieder auf dem Boden des wirklichen Lebens. Egal, wie er es macht, beglücken wird er damit wohl niemanden. Und so kommt es wie es kommen muss ? man bleibt etwas verstört und unbefriedigt zurück. Wozu dieser scheinbar unendliche Anlauf? Ist der Weg das Ziel? So jedenfalls scheint es. Und man kann es genießen, denn auch der zweite Teil, der übrigens kein wirklicher zweiter Teil ist, sondern nur der Rest eines im Ganzen konzipierten Buches, verschafft eine grandiose Lesefreude, wenn man sich auf Murakami einlässt und die Dinge nicht hinterfragt, sondern auf die Auflösung der aufgebauten Spannung hofft, die dann schließlich ernüchternd ausfällt. Um es mit den zahlreichen erotischen Anspielungen in diesem Buch zu sagen: Das Ganze verläuft wie ein langes, ungemein genussvolles Spiel, bei dem ? etwas frustrierend - der finale Höhepunkt ausbleibt.

Literatur, Spannung, Mythologie - ein großartiges Leseerlebnis
von Circlestones Books Blog am 21.05.2018

?Die Ermordung des Commendatore Band 2: Eine Metapher wandelt sich? von Haruki Murakami, DuMont Buchverlag, 11. Mai 2018, Geb. Ausgabe 496 Seiten, ISBN 978-3832198923 ?Eine Idee kann ohne die Anerkennung durch andere nicht existieren, speist aber diese Anerkennung zugleich durch ihre Existenz.? (Zitat Seite 105) Inhalt: Der Maler arbeitet weiterhin... ?Die Ermordung des Commendatore Band 2: Eine Metapher wandelt sich? von Haruki Murakami, DuMont Buchverlag, 11. Mai 2018, Geb. Ausgabe 496 Seiten, ISBN 978-3832198923 ?Eine Idee kann ohne die Anerkennung durch andere nicht existieren, speist aber diese Anerkennung zugleich durch ihre Existenz.? (Zitat Seite 105) Inhalt: Der Maler arbeitet weiterhin am Porträt von Marie und gleichzeitig malt er ein Landschaftsbild, eine realistisch-fotografische Darstellung der Grube im Wald. Seine kreative, künstlerische Phase dauert an, er spürt, dass beide Gemälde von beeindruckender Qualität sind. Gleichzeitig beschäftigt ihn weiterhin das Bild ?Die Ermordung des Commendatore? und das Leben von Tomohiko Amada. Als er den alten Maler eines Nachts in seinem Atelier zu sehen glaubt, beschließt er, ihn zu besuchen. Da verschwindet Marie und für den Maler beginnt ein mystisches Abenteuer, das ihn in physisch und psychisch an seine Grenzen bringt ? Thema und Genre: Da es sich um einen Roman in zwei Teilen handelt, ohne zeitliche Abgrenzung, ändert sich die Thematik nicht. Ein Schwerpunkt sind weiterhin die Ereignisse in Kriegszeiten und ihre Auswirkung auf den einzelnen Menschen, der sie überlebt. Es geht um Verluste von nahestehende Menschen und die unterschiedlichen Arten, damit umzugehen. Die mystische Komponente verstärkt sich im weiteren Verlauf der Handlung, einzelne Szenen erinnern an das griechische Orpheus-Mythos, welches sich jedoch auch in der japanischen Mythologie findet. Charaktere: Der Hauptprotagonist erzählt seine Geschichte weiter. Die Gespräche mit Marie, vor allem aber sein gefährliches Abenteuer nach Maries Verschwinden verändern ihn. Er beginnt, sich von der Trauer um seine Schwester zu lösen und sieht auch seine Ehe realistischer. Seine künstlerische Kreativphase, die sich beim Malen des Porträts von Marie fortsetzt, gibt ihm ein neues Selbstbewusstsein, er kann Entscheidungen treffen. Die 13-jährige Marie Akikawa besucht den Maler öfter heimlich, mit ihm spricht sie über ihre Probleme und ihr Leben, da sie ihm vertraut und er andererseits ihre Beobachtungsgabe und kluge Sicht der Dinge erkennt. Wataru Menshiki freundet sich mit Maries Tante an, bleibt jedoch bei seinem präzisen, ordentlichen Tagesablauf. Er unterstützt den Maler weiterhin und man könnte durchaus von einer Art Freundschaft zwischen diesen beiden unterschiedlichen Männern sprechen. Anders als der Hauptprotagonist will er jedoch keine Antworten wissen, sondern ihm genügt die Möglichkeit. Handlung und Schreibstil: Der Spannungsbogen des ersten Teiles steigt weiter an, um dann erzählend auszuklingen. Wobei der Autor nicht für alle Themen und Erzählstränge Lösungen anbietet, manche erklärt er, dann wieder überlässt er es dem Leser, sich mögliche Entwicklungen vorzustellen. Gerade dies macht den Roman so ungewöhnlich, aber auch packend. Für viele Ereignisse im Leben der Hauptfiguren bieten sich mehrere Erklärungen an, alle sind möglich, aber der Autor legt sich auf keine fest. Dieser zweite Band führt die Geschichte aus dem ersten Buch mit Kapitel 33 nahtlos fort und endet mit dem Kapitel 64. Auch die Erzählperspektive wechselt nicht. Die Sprache ist weiterhin großartig zu lesen, der Autor spielt mit Worten, Metaphern und Symbolik, teilweise werden Metapher sogar zu Protagonisten. Fazit: Es handelt sich hier nicht zum zwei in sich geschlossene Teile, sondern um einen Roman, der in zwei Bänden erschienen ist. Daher sollte man auch mit Band 1 zu lesen beginnen. Der zweite Teil führt die surrealen Ereignisse fort und das mystische Element steigert sich. Der Autor bietet nicht für alles Erklärungen und eindeutige Antwort an, damit muss man als Leser umgehen können. Dann wird man dieses neueste Werk von Haruki Murakami mit Begeisterung lesen und vielleicht, so wie ich, eines der Lieblingsbücher des Lesejahres 2018 gefunden haben.