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Die Blechtrommel Director's Cut

Danzig 1927. Der äußerst frühreife und hellwache Oskar ist gerade erst drei Jahre alt geworden. Und doch ist ihm bereits klar: Das kleinbürgerliche Leben der Erwachsenen kann und will er so nicht akzeptieren. Er hört einfach auf zu wachsen. Leidenschaftlich protestiert der anarchische Zwerg fortan auf seiner Blechtrommel gegen fanatische Nazis und deren feige Mitläufer. Immer wieder erhebt er seine Stimme gegen die muffigen Spießer der Weimarer Republik und deren derbe Erotik. So schrill, bis Glas zerspringt. Erst als nach dem Krieg eine menschliche Zeit beginnt, beschließt Oskar, wieder am Leben teilzunehmen, und wächst weiter.
RezensionBild
Technische Daten:

Codec: MPEG-4 AVC Video (High Profile 4.1)
Bitrate: 20456 kbps
Auflösung: 1080p / 23,976 fps / 16:9

Der Transfer von DIE BLECHTROMMEL besitzt auf der vorliegenden Blu-ray Disc das Bildformat 1,66:1. Das Ergebnis ist ziemlich gut, wenngleich nicht optimal. Die Schärfe kann man in Anbetracht des Produktionsalters als gelungen ansehen, da Feinheiten gut erkennbar herausgearbeitet werden und das Bild eine nie gekannte Klarheit offenbart. Natürlich kann die Schärfe mit neuen Produktionen nicht mithalten und manche Einstellungen wirken ziemlich soft, das ist aber bereits im Ausgangsmaterial verankert. Trotzdem bleibt der Transfer hinter seinen Möglichkeiten zurück, da doch sichtbar rauschgefiltert wurde. Die Rückstände des artefaktierten Filmkorns wirken unregelmäßig, grob und unsauber. Des Öfteren gibt es auch stehende Rauschmuster zu sehen. Nachgeschärft wurde nur leicht, was zum Glück kaum auffällt. Die Kompression arbeitet im Rahmen der Vorgaben sauber und ohne zusätzliche Produktion von Blockartefakten. Die Farben wirken sehr satt und bunt, aber niemals zu überdreht, sondern immer natürlich und realistisch. Diesem Eindruck schließt sich auch die Kontrastbalance an, die sehr ausgewogen, aber niemals zu poppig daherkommt. Überstrahlen tut hier nichts und auch der Schwarzwert wirkt nicht zu dominant, obwohl seine Tiefe durchaus beachtlich erscheint. Schmutz sowie analoge Defekte wurden sorgfältig entfernt und sind nur noch in geringen Mengen im Film anzutreffen.
RezensionTon
Verfügbare Tonspuren:

Deutsch: DTS-HD Master Audio / 5.1 / 48 kHz / 1876 kbps / 16-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 16-bit)
Deutsch: DTS-HD Master Audio / 2.0 / 48 kHz / 1591 kbps / 16-bit (DTS Core: 2.0 / 48 kHz / 1509 kbps / 16-bit)

Der Sound des Films liegt wahlweise in DTS-HD Master Audio 2.0 (Mono) oder 5.1 vor. Für den Director’s Cut wurden die neuen Passagen überwiegend von den gleichen Darstellern oder Verwandten (wie im Falle von Katharina Thalbach von deren Tochter) eingesprochen. Auch David Bennent hat seine neuen Parts selbst gesprochen, seine Stimme wurde dann per Computer „verjüngt“, was man aber deutlich heraushört. Die Verständlichkeit der Dialoge ist allerdings trotzdem nahezu optimal und die Abmischung nie steril. Im Sechskanal-Modus wird von hinten die Musik in den Raum gestreut, während es aber kaum Effekte und Umgebungsklänge zu hören gibt. Auch der Subwoofer hat mangels Tiefenbassanteil Sendepause. Der Sound klingt in der 5.1-Abmischung etwas mittiger und wärmer, während der 2.0-Mix eher direkter und höhenbetonter daherkommt. Verzerrungen oder ähnliche Tonstörungen sind nicht zu hören.
RezensionBonus
Für den Hauptfilm gibt es deutsche Untertitel. Das Bonusmaterial beginnt mit einem 13 Minuten langen Beitrag, in welchem Volker Schlöndorff über den Director\'s Cut resümiert und erklärt, wie es zur Entstehung dieser Fassung kam. Vier Minuten an Aufnahmen von der Synchronisation zeigen die Akteure sowie den Regisseur bei der Arbeit im Tonstudio, wo die neuen Sequenzen eingesprochen wurden. Die Erinnerungen von Volker Schlöndorff dauern 20 Minuten an und lassen den Regisseur über die Dreharbeiten sowie die Entstehung von DIE BLECHTROMMEL erzählen, was sich als ziemlich interessant erweist. Es folgt ein Interview mit Produzent Eberhard Junkersdorf, das 25 Minuten dauert und weitere Hintergründe zur Produktion aus Sicht des Produzenten beisteuert. In \"Nikos Perakis über DIE BLECHTROMMEL\" erzählt der damalige Art Director und heutige Regisseur über die Zusammenarbeit mit Volker Schlöndorff sowie die Dreharbeiten. 13 Minuten dauert das und wird mit persönlichen Fotos aus seinem Archiv untermalt. Die Storyboards (HD) sind von eher mäßigem Informationsgehalt, man sieht aber schön, wie im Nachhinein in den getippten Seiten herum gekritzelt wurde. Vier Bildergalerien (Plakate, Werkfotos, Standfotos, Fotos von den Dreharbeiten) sowie der Trailer zum Film bilden den Abschluss des Bonusmaterials.
Portrait
Angela Winkler erhielt 1975 für ihre Hauptrolle in Schlöndorffs Die verlorene Ehre der Katharina Blum den Bundesfilmpreis, und auch Die Blechtrommel brachte ihr großes internationales Ansehen. Zuletzt widmete sie sich verstärkt dem Theater, u.a. als Mitglied des Berliner Ensembles.

Katharina Thalbach, geboren 1954 in Berlin, ist die Tochter des bekannten Schweizer Schauspielers und Regisseurs Benno Besson. Sie feierte mit 15 als Polly in der "Dreigroschenoper" ihren ersten großen Erfolg. Seitdem war sie in unzähligen Bühnen- und Filmproduktionen zu sehen, u.a. in "Die Blechtrommel" (1979), "Sonnenallee" (1999), "Die Manns" (2003) und "Strajk - Die Heldin von Danzig" (2007). Sie wurde mit dem Grimme-Preis (1997) und mit dem Bayerischen Filmpreis (2006) ausgezeichnet.

Der Schauspieler und Schriftsteller Mario Adorf wurde 1930 in Zürich geboren. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend in Mayen bei Koblenz und studierte später Philologie und Theaterwissenschaften. Von 1953 bis 1955 besuchte er die Otto-Falckenberg-Schule in München und war bis 1962 an den Münchener Kammerspielen beschäftigt. Inzwischen hat Mario Adorf über 100 Filme im In- und Ausland gedreht und Engagements an ungezählten Theaterbühnen gehabt. Zu seinen wichtigsten Filmen gehören "Nachts, wenn der Teufel kam", "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" von Volker Schlöndorff und "Lola" von Rainer Werner Fassbinder. Für herausragende Verdienste um den deutschen Film wurde Mario Adorf mit dem Deutschen Filmpreis 2004 ausgezeichnet.
Zitat
Mit DIE BLECHTROMMEL erschien im Jahr 1959 das wohl bekannteste Werk des deutschen Autors Günther Grass. Die Verfilmung des Stoffes aus dem Jahr 1979 von Volker Schlöndorff wurde international mit Preisen überschüttet, darunter auch dem Oscar 1980 als bester fremdsprachiger Film. Der neue Director\'s Cut kam zustande, weil die Geyer-Kopierwerke an Volker Schlöndorff herantraten und nachhakten, was denn mit dem noch im Archiv gelagerten Original-Negativ passieren sollte. Der Regisseur fasste spontan den Entschluss, den Film neu zu schneiden, wie er es eigentlich immer schon wollte, aber auf Grund der enormen Länge und einer Restriktion des Verleihers, der zwei Abendvorstellungen forderte, nicht konnte. Die Handlung wird aus der Sicht von Oskar Matzerath erzählt, der 1924 in Danzig zur Welt kommt und von Geburt an über einen voll entwickelten Verstand verfügt. Im Alter von drei Jahren beschließt Oskar, nicht mehr zu wachsen und kann so die zeitgeschichtlichen Ereignisse als autarker, kindlicher Beobachter distanziert schildern, da er sich nicht mit der Welt der Erwachsenen identifiziert. So erlebt er den Tod seiner Mutter sowie das Aufkeimen des Nazi-Regimes bis zum bitteren Ende des Zweiten Weltkrieges hautnah mit.

Im Vergleich zur Literaturvorlage fehlt in der Verfilmung das komplette dritte Buch nach der Übersiedelung zu Marias Schwester ins Rheinland sowie die Rahmenhandlung, welche von Oskar Matzerath im Jahr 1954 in einem Sanatorium erzählt wird. Diese Kompromisse wurden mit Absicht getroffen, um Sprünge zu vermeiden und die Handlung flüssiger darstellen zu können. DIE BLECHTROMMEL trug bereits in der Literaturvorlage starke groteske Züge, die des Öfteren an die Werke von Franz Kafka erinnern. Dank der tollen Bilder wirken diese Momente im Film noch viel intensiver. Zum Beispiel die Szene, in der mittels Pferdekopf nach Aalen gefischt wird und Oskars Mutter sich aus Ekel übergeben muss. Der Film konzentriert sich in seinem Kern auf die Nazi-Zeit und möchte klar, aber eben distanziert aus den Augen eines Kindes darstellen, wie die Massen und die Gesellschaft, langsam aber sicher von den braunen Horden und deren Gedankengut unterwandert werden. Der Hass der deutschstämmigen Danziger Bevölkerung gegen die Polen zum Beispiel gipfelt in einem brutalen Massaker in der polnischen Post - einer der stärksten Momente des Films. Die Darsteller spielen allesamt super. Vor allem der junge David Bennent überzeugt als Oskar Matzerath, aber auch Stars wie Mario Adorf leisten hier Großartiges. Insgesamt ist DIE BLECHTROMMEL nicht nur ein Literaturklassiker, sondern auch ein Klassiker des deutschen Kinos. Das Werk von Volker Schlöndorff wurde gekonnt und mitreißend inszeniert und ist neben dem Roman Pflichtprogramm.

Die Blu-ray Disc von Kinowelt/Arthaus zeigt DIE BLECHTROMMEL im neuen Director\'s Cut, der nun ca. 20 Minuten länger ist. Bild- und Tonqualität sind gut, die Ausstattung nicht opulent, aber in Ordnung.
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Beschreibung

Produktdetails


Medium Blu-ray
Anzahl 1
FSK Freigegeben ab 16 Jahren
Erscheinungsdatum 15.07.2010
Regisseur Volker Schlöndorff, Günter (Buch) Grass
Sprache Deutsch
EAN 4006680055084
Genre Drama
Studio Arthaus
Spieldauer 163 Minuten
Bildformat HD (1080p), Widescreen (1,66:1)
Tonformat Deutsch: DTS HD, Deutsch: DD 5.1
Verpackung Softbox im Schuber
Film (Blu-ray)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
3 Bewertungen
Übersicht
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Ein Klassiker durch und durch.
von einer Kundin/einem Kunden aus Bad Harzburg am 24.06.2018
Bewertet: Medium: DVD

Wie die Überschrift schon sagt. Ich kenne den Film nun schon seit meiner Kindheit und schaue ihn immer mal wieder aber langweilig wird er nie.

Befremdlich-grotesker Film, kaum Spannung
von einer Kundin/einem Kunden aus Dresden am 11.08.2015
Bewertet: Medium: DVD

Zieht sich in die Länge, einige (sexuelle) Szenen sind zudem sehr fragwürdig. Der Sinn bzw. die Botschaft des Films will sich mir nicht ganz erschließen. Jedoch muss man sagen, dass die Schauspieler im Film gute Arbeit leisten. Das mir der Film nicht gefallen hat liegt wohl an der Romanvorlage,... Zieht sich in die Länge, einige (sexuelle) Szenen sind zudem sehr fragwürdig. Der Sinn bzw. die Botschaft des Films will sich mir nicht ganz erschließen. Jedoch muss man sagen, dass die Schauspieler im Film gute Arbeit leisten. Das mir der Film nicht gefallen hat liegt wohl an der Romanvorlage, nicht an der Umsetzung.

genial
von Blacky am 20.04.2009
Bewertet: Medium: DVD

Kurzbeschreibung Danzig 1927. Der äußerst frühreife und hellwache Oskar ist gerade erst drei Jahre alt geworden. Und doch ist ihm bereits klar: Das kleinbürgerliche Leben der Erwachsenen kann und will er so nicht akzeptieren. Er hört einfach auf zu wachsen. Leidenschaftlich protestiert der anarchische Zwerg fortan auf seiner Blechtrommel gegen... Kurzbeschreibung Danzig 1927. Der äußerst frühreife und hellwache Oskar ist gerade erst drei Jahre alt geworden. Und doch ist ihm bereits klar: Das kleinbürgerliche Leben der Erwachsenen kann und will er so nicht akzeptieren. Er hört einfach auf zu wachsen. Leidenschaftlich protestiert der anarchische Zwerg fortan auf seiner Blechtrommel gegen fanatische Nazis und deren feige Mitläufer. Immer wieder erhebt er seine Stimme gegen die muffigen Spießer der Weimarer Republik und deren derbe Erotik. So schrill, bis Glas springt. Erst als nach dem Krieg eine menschlichere Zeit beginnt, beschließt Oskar wieder am Leben teilzunehmen und wächst weiter. Ein phantastischer Film!! Genial inszeniert und noch genialer gespielt von David Bennent (Oskar