Warenkorb
 

Kraus, K: Die letzten Tage der Menschheit

Klangbuch mit 2 CDs

Karl Kraus‘ heute berühmtestes Werk »Die letzten Tage der Menschheit« entstand als unmittelbare Reaktion auf den Ersten Weltkrieg.
Kraus schreibt im Vorwort: »... es ist Blut von ihrem Blute und der Inhalt ist von dem Inhalt der unwirklichen, undenkbaren, keinem wachen Sinn erreichbaren, keiner Erinnerung zugänglichen und nur in blutigem Traum verwahrten Jahre, da Operettenfiguren die Tragödie der Menschheit spielten. Die Handlung, in hundert Szenen und Höllen führend, ist unmöglich, zerklüftet, heldenlos wie jene. Der Humor ist nur der Selbstvorwurf eines, der nicht wahnsinnig wurde bei dem Gedanken, mit heilem Hirn die Zeugenschaft dieser Zeitdinge bestanden zu haben. ... Die Mitwelt, die geduldet hat, daß diese Dinge geschehen, die hier aufgeschrieben sind, stelle das Recht, zu lachen, hinter die Pflicht, zu weinen. Die unwahrscheinlichsten Taten, die hier gemeldet werden, sind wirklich geschehen; ich habe gemalt, was sie nur taten. Die unwahrscheinlichsten Gespräche, die hier geführt werden, sind wörtlich gesprochen worden; die grellsten Erfindungen sind Zitate.
Sätze, deren Wahnwitz unverlierbar dem Ohr eingeschrieben ist, wachsen zur Lebensmusik. ... Phrasen stehen auf zwei Beinen - Menschen behielten nur eines.«
Erwin Steinhauer, einer der profiliertesten Schauspieler im deutschsprachigen Raum, gelingt in dieser Produktion, den messerscharfen Formulierungen des Autors präzise nachzuspüren.
Das akustische und emotionale Fundament bildet die Musik: Collageartig montierte Versatzstücke aus Militär- oder Salonmusik, Operette und Heurigenlied, sowie abstrakte filmisch gedachte Klangflächen lassen eine grausam komische, verstörende Weltuntergangsoperette erklingen.
Portrait
Erwin Steinhauer – Stimme
Georg Graf – Saxophon, Klarinette, Flöte
Pamelia Kurstin – Theremin
Joe Pinkl – Tuba, Posaune, Klavier
Peter Rosmanith – Perkussion, Hang
… weiterlesen
In den Warenkorb

Beschreibung

Produktdetails


Einband Kunststoff-Einband
Seitenzahl 32
Erscheinungsdatum 15.05.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-85476-437-3
Verlag Mandelbaum
Maße (L/B/H) 18/12,8/1,2 cm
Gewicht 175 g
Auflage 1
Buch (Kunststoff-Einband)
Buch (Kunststoff-Einband)
24,90
24,90
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
PAYBACK Punkte
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?

Buchhändler-Empfehlungen

eindringliches Porträt...

Manuela Quarz, Thalia-Buchhandlung Köln

Von dargestellter Zuversicht über tiefe Schützengräben in Galizien bis hin zu den Lagerbildern von Kriegsheimkehrern, dieser Fotoband vermittelt eine erschütternde Chronik des Krieges, spannen einen weiten Bogen von der ursprünglich vorherrschenden Kriegsbegeisterung bis hin zum trostlosen Ende des Krieges und den verlorenen Helden. Die Texte von Karl Kraus wie Zeitungsartikel, Propagandaschriften oder auch Briefe sind einfach nur bitterböse Gegendarstellungen, hervorragend zusammengestellt und in ihrer Kritik scharf ,schneidend und dokumentarisch voller Kraft. Einfach beeindruckend und als Antikriegsbuch gegen jeden Krieg zu verstehen !

Kundenbewertungen

Durchschnitt
4 Bewertungen
Übersicht
2
1
1
0
0

Brillante Idee
von einer Kundin/einem Kunden am 15.05.2014
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Es geht nicht darum das Epos von Karl Kraus zu bewerten, das ist erstens schon längst geschehene, von Berufeneren als die Schreiberin dieser Zeilen. Zum Text des "Jahrtausendwerks" Bilder aus dem Großen Krieg gegenüber zu stellen, ist die brillante Idee dieses Buches. Da wird noch einmal verschärft das Unwesen, das Grausame des ... Es geht nicht darum das Epos von Karl Kraus zu bewerten, das ist erstens schon längst geschehene, von Berufeneren als die Schreiberin dieser Zeilen. Zum Text des "Jahrtausendwerks" Bilder aus dem Großen Krieg gegenüber zu stellen, ist die brillante Idee dieses Buches. Da wird noch einmal verschärft das Unwesen, das Grausame des Krieges gezeigt. Schlicht und einfach beeindruckend.

Die Euphorie des Krieges
von Daniela Ammann aus Wien am 25.01.2013
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Nach dem tragischen Mord an Franz Ferdinand bricht im Volk zunächst eine Euphorie aus einen Krieg zu beginnen. Karl Kraus fängt in vielen einzelnen Szenen die Gesinnung des Volkes ein und stellt diese abnehmende Freude am Kriegssgeschehen sehr bildhaft dar. Oft überzogen und mit einem Hauch Ironie. Kraus selbst schrieb, dass die... Nach dem tragischen Mord an Franz Ferdinand bricht im Volk zunächst eine Euphorie aus einen Krieg zu beginnen. Karl Kraus fängt in vielen einzelnen Szenen die Gesinnung des Volkes ein und stellt diese abnehmende Freude am Kriegssgeschehen sehr bildhaft dar. Oft überzogen und mit einem Hauch Ironie. Kraus selbst schrieb, dass dieses Stück einem Marstheater zugedacht wurde, da es nach irdischen Maßstäben zehn Abende beanspruchen würde. Dennoch ist das Werk "Die letzten Tage der Menschheit" ein grandioses Stück österreichischer Literatur.

ziemlich hochtrabend - nicht wirklich tiefgreifend
von einer Kundin/einem Kunden aus Weddelbrook am 27.06.2005
Bewertet: Taschenbuch

Ich habe das Buch angelesen, da ich gehört habe, dass es für angehende Schriftsteller(und ich selbst zähle mich durchaus als solcher) sehr nützlich sei, doch dem ist meiner Meinung nach NICHT so! E sieht sehr trocken aus, aber das ist es nicht, es ist witzig, die ständigen Seitenhiebe auf die Österreicher und ihr Deutsch sind se... Ich habe das Buch angelesen, da ich gehört habe, dass es für angehende Schriftsteller(und ich selbst zähle mich durchaus als solcher) sehr nützlich sei, doch dem ist meiner Meinung nach NICHT so! E sieht sehr trocken aus, aber das ist es nicht, es ist witzig, die ständigen Seitenhiebe auf die Österreicher und ihr Deutsch sind sehr amüsant. Doch Kraus reitet nur auf einigen wenigen - aus meiner Sicht größtenteils äußerst unüblichen - Wortkonstruktionen herum, die heutzutage nicht mehr oder verändert benutzt werden. Bsp.: Unterschied zwischen "nur mehr" und "nur noch". Wer benutzt "nur mehr"? Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich 1. verstanden habe, dass mit "nur mehr" wohl unser heutiges "nur" gemeint ist, und dass Kraus´ komplizierende Ausführungen genau das erklären, was ich dachte. Kraus schreibt sehr kompliziert und sagt dabei ziemlich einfaches, was amüsant sein mag, aber nicht wirklich hilfreich. Kraus´ Kritik an der Sprache ist für mich nicht mehr zeitgemäß. Für mich eher enttäuschend, was aber an meinen Erwartungen lag, deshalb 3 Sterne.