Warenkorb
 

Shadowmarch 1. Die Grenze

Die Grenze

Ganz im Norden, die Türme im dichten Nebel, dräut die riesige, labyrinthische Südmarksfeste. Keiner kennt ihr Alter, und jahrhundertelang war sie fast vergessen. Doch nun kann ihre einsame Lage an der Grenze zum unheimlichen Reich der Zwielichtbewohner sie nicht länger schützen.
Südmark wird bedroht.

In der Nebelwelt der Zwielichtzone im Norden wie auch im Reich des machtbesessenen Autarchen im Süden sammeln sich Heere. Und ihr Ziel ist die Südmarksfeste, wo die jungen königlichen Zwillinge, da ihr Vater weit entfernt in Gefangenschaft schmachtet, die Regierungsgeschäfte übernehmen müssen; wo Ferras Vansen, Hauptmann der Königlichen Garde, sich in einer Leidenschaft verzehrt, von der jene, die er zu beschützen hat, nichts ahnen; wo Chaven, der über geheimes Wissen aus den Alten Tagen verfügt, einen magischen Spiegel hütet; und wo der Funderling Chert ein Kind findet - ein Kind, dessen Schicksal ihn ins tiefste Herz des Schattenreiches führen soll ...
Portrait
Tad Williams, 1957 in Kalifornien geboren, studierte in Berkeley und arbeitete anschließend in vielen verschiedenen Jobs - als Sänger, Schuhverkäufer, Zeitungsjunge, Radiomoderator, am Theater, beim Fernsehen, als Lehrer, in einer Computerfirma. Er schreibt neben Fantasy- Bestsellern Comics, Drehbücher und Hörspiele.
Bestseller-Autor Tad Williams, überSetzt in mehr als 20 Sprachen, ist sicher einer der vielseitigsten und originellsten Fantasy-Autoren:
- Mit Otherland hat er die Grenzen der Fantasy überschritten und ein neues Genre geschaffen.
- Seine kleinen Romane wie Die Stimme der Finsternis oder Die Insel des Magiers haben literarische Quellen und sind Schmuckstücke des phantastischen Märchens.
- Mit seiner Osten-Ard-Trilogie hat Tad Williams Millionen Leser in seinen Bann gezogen und begeistert. In Der brennende Mann erzählt er eine noch unbekannte neue Geschichte aus dieser fernen Fantasy-Welt, die sehr an die mittelalterliche Welt der Tafelrunde und der Suche nach dem Heiligen Gral erinnert.
- Sein Roman Der Blumenkrieg dagegen führt uns in ein phantastisches, aber keinesfalls liebliches Elfenreich und zugleich in unsere eigene, seit dem 11. September brüchige Welt.
- Die neue Trilogie, Shadowmarch, schließt stilistisch an seine frühe Osten-Ard-Saga an, erzählt aber von einer vielschichtigeren Welt, in der rachsüchtige Elben und machtbesessene Menschen ein kleines Königreich an der Grenze angreifen, dessen Königssitz die Südmarksfeste ist, in alten Zeiten Shadowmarch genannt.
Im November 2004 wurde Tad Williams, als erstem Preisträger überhaupt, der Corine-Future-Preis für seinen Weltbestseller Otherland verliehen.
… weiterlesen
  • Artikelbild-0
  • Eine Lindwurmjagd

    Der Weg, der sich verengt:
    Unter Stein ist Erde,
    Unter Erde sind Sterne, unter Sternen ist Schatten,
    Unter Schatten sind alle bekannten Dinge

    Aus: Das Knochenorakel, Buch der Trauer (Qar)

    Das Gebell der Hunde verlor sich bereits in den Senken, als er endlich kam. Sein Pferd war unruhig, brannte darauf, der Jagd zu folgen, aber Barrick Eddon riß am Zügel, um die tänzelnde Stute zurückzuhalten. Sein ohnehin schon blasses Gesicht wirkte jetzt vor Erschöpfung fast durchscheinend, und seine Augen glänzten fiebrig. "Reite weiter", forderte er seine Schwester auf. "Du kannst sie noch einholen."

    Briony schüttelte den Kopf. "Ich laß dich nicht allein. Ruh dich aus, wenn du eine Pause brauchst. Dann reiten wir beide weiter."

    Er guckte mit der ganzen Verächtlichkeit eines Fünfzehnjährigen, wie ein Gelehrter unter Dummköpfen, ein Edelmann unter schlammfüßigen Bauern. "Ich brauche keine Pause, Strohkopf. Ich habe nur keine Lust."

    "Du bist ein elender Lügner", beschied sie ihren Bruder sanft. Als Zwillinge waren sie sich ähnlich nah wie Liebende.

    "Und außerdem kann sowieso niemand einen Drachen mit dem Speer töten. Wieso haben ihn denn die Wachen an der Schattengrenze durchgelassen?"

    "Vielleicht ist er ja bei Nacht herübergekommen, und sie haben ihn nicht gesehen. Und es ist ja gar kein richtiger Drache, nur ein Lindwurm - viel kleiner. Shaso sagt, bei so einem reicht ein ordentlicher Knüppelhieb auf den Kopf."

    "Was wißt ihr denn von Lindwürmern, du und Shaso?" fragte Barrick spöttisch. "Die kommen doch nicht jeden Tag über die Hügel getrottet. Das sind doch keine blöden Kühe."

    Briony nahm es als schlechtes Zeichen, daß er sich den verkrüppelten Arm rieb, ohne auch nur den Versuch zu machen, es vor ihr zu verbergen. Er wirkte noch blutleerer als sonst: die Schatten unter den Augen blau, das Fleisch so dünn, daß sein Gesicht an manchen Stellen regelrecht ausgezehrt schien. Sie fürchtete, daß er wieder geschlafwandelt war, und schon bei dem Gedanken schauderte es sie. Sie war auf der Südmarksfeste aufgewachsen, ging aber immer noch nicht gern nach Einbruch der Dunkelheit durch die hallenden, labyrinthischen Gänge.

    Sie lächelte gezwungen. "Natürlich sind es keine Kühe, du Witzbold, aber der Jagdmeister hat Chaven gefragt, bevor wir losgeritten sind, weißt du nicht mehr? Und Shaso sagt, es gab hier schon einmal so ein Biest, zu Großvater Ustins Zeiten - es hat auf einem Gehöft in Landsend drei Schafe gerissen."

    "Drei Schafe! Himmel, was für ein Ungeheuer!"

    Das Gekläff der Meute wurde plötzlich schriller, und beide Pferde traten jetzt nervös auf der Stelle. Jemand blies ein Horn, dessen klagender Ton kaum durch die Bäume drang.

    "Sie haben etwas gesehen." Auf einmal packte sie Angst. "Oh, barmherzige Zoria! Wenn dieses Untier den Hunden etwas tut?"

    Barrick schüttelte verächtlich den Kopf, wischte sich dann eine schweißfeuchte Locke dunkelroten Haars aus den Augen. "Den Hunden?"

    Aber Briony hatte wirklich Angst um die Hunde - zwei von den Hetzhunden, Rack und Dado, hatte sie eigenhändig aufgezogen, und in gewisser Weise waren der Königstochter diese beiden Tiere näher als die meisten Menschen. "Ach, komm mit, Barrick, bitte! Ich reite gern langsam, aber ich laß dich nicht allein hier zurück."

    Sein spöttisches Lächeln verflog. "Selbst mit einer Hand - dir reite ich jederzeit davon."

    "Dann tu´s doch!" rief sie lachend und sprengte den Hang hinab. Sie tat ihr bestes, ihn aus seiner Verdrossenheit zu reißen, aber diese kalte, starre Maske kannte sie nur zu gut: Nur die Zeit und vielleicht das Jagdfieber würden ihr wieder Leben einhauchen können.

    Briony sah sich um und bemerkte erleichtert, daß Barrick ihr folgte, ein schmaler Schatten auf dem grauen Pferd, ganz in Schwarz, als trüge er Trauer. Aber so kleidete sich ihr Zwillingsbruder jeden Tag.

    Oh, bitte, Barrick, lieber, zorniger Barrick, verliebe dich nicht in den Tod. Sie staunte selbst über diese extravaganten inneren Worte - poetische Inbrunst erzeugte bei Briony Eddon normalerweise nur ein Gefühl, als ob es sie irgendwo juckte, wo sie sich nicht kratzen konnte -, und als sie sich geistesabwesend wieder umdrehte, hätte sie beinah eine kleine Gestalt niedergeritten, die sich gerade noch ins lange Gras werfen konnte. Ihr Herz pochte wild. Sie parierte Schneeflocke und sprang ab, sicher, daß sie um ein Haar irgendein Kätnerskind getötet hätte.

    "Bist du verletzt?"

    Es war ein kleiner, schon etwas ergrauter Mann, der sich aus dem strohigen Gras aufrappelte. Er ging ihr gerade bis an den Sattelgurt - ein älterer Funderling mit kurzen, aber muskulösen Armen und Beinen. Er zog den formlosen Filzhut und machte eine kleine Verbeugung. "Alles heil, edles Fräulein. Danke der gütigen Nachfrage."

    "Ich habe Euch nicht gesehen ... "

    "Das tut kaum jemand, edles Fräulein." Er lächelte. "Und ich hätte auch besser ... "

    Barrick donnerte vorbei, ohne einen Blick für seine Schwester und ihr Beinahe-Opfer übrig zu haben. Bei aller Entschlossenheit schonte er doch den schmerzenden Arm, und sein Sitz war erschreckend wacklig. Briony kletterte so schnell wieder auf Schneeflocke, daß sich ihr Reitrock verwurstelte.

    "Verzeiht mir", bat sie den kleinen Mann, beugte sich dann tief über Schneeflockes Hals und jagte hinter ihrem Bruder her.
    [...]
In den Warenkorb

Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 812
Erscheinungsdatum Juni 2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-608-93717-6
Reihe Shadowmarch
Verlag Klett Cotta
Maße (L/B/H) 22,1/15,1/5,5 cm
Gewicht 1030 g
Auflage 4. Auflage
Übersetzer Cornelia Holfelder-von der Tann
Buch (gebundene Ausgabe)
Buch (gebundene Ausgabe)
27,00
27,00
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
PAYBACK Punkte
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?

Buchhändler-Empfehlungen

Konstanze Ehrhardt, Thalia-Buchhandlung Dresden

In diesem Auftakt nimmt Tad Williams auf eine manchmal düstere, aber auch spannende und faszinierende Reise mit. Gebannt lauscht man der Stimme des Erzählers!

Stephanie Potthoff, Thalia-Buchhandlung Berlin

Tad Williams ist bekannt für seine Epischen Fantasy-Sagen und auch dieser Auftakt ist wieder richtig toll! Wer Herr der Ringe liebt, wird von dieser Reihe absolut begeistert sein.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
18 Bewertungen
Übersicht
9
9
0
0
0

von einer Kundin/einem Kunden aus Münster am 06.11.2017
Bewertet: anderes Format

Ein gelungener Auftakt dieser epischen High Fantasy-Reihe. Man muss Geduld mitbringen, da Williams ausführlich in die Welt einführt. Es lohnt sich allerdings, dran zu bleiben.

von Franziska Weber aus Weiterstadt am 22.04.2017
Bewertet: anderes Format

Typisch Tad Williams - spannend, fantastisch und natürlich in eine faszinierende Welt gewickelt. Leser kommen voll auf ihre Kosten!

WOW!!!
von einer Kundin/einem Kunden aus Alsheim am 18.11.2015
Bewertet: Medium: H?rbuch (MP3-CD)

Tad Williams: Shadowmarch 1 -Die Grenze Vorwort: Mit Drachenbeinthron hat es Tad Williams geschafft, einen Meilenstein im Fantasy-Genre zu setzten. Doch auch seine Folgenden Romane sind es ohne jede Frage wert gelesen zu werden! Mit jedem Wort das man liest, versinkt man immer weiter in einer wunderbar anderen, magische... Tad Williams: Shadowmarch 1 -Die Grenze Vorwort: Mit Drachenbeinthron hat es Tad Williams geschafft, einen Meilenstein im Fantasy-Genre zu setzten. Doch auch seine Folgenden Romane sind es ohne jede Frage wert gelesen zu werden! Mit jedem Wort das man liest, versinkt man immer weiter in einer wunderbar anderen, magischen Welt, die den Leser von Seite zu Seite mehr fesseln und begeistern wird. Mit jeder Zeile die man liest, spürt man deutlich mit welchem Herzblut und welcher Stimmigkeit der Autro schreiben und erzählen kann. Kurzbeschreibung des Inhaltes: Nun ist es soweit und die Elben haben sich aus dem Norden, hinter den schattengrenzen hervor gewagt um sich Gebiet zurück zu holen. Doch auch unten im Süden passiert so einiges den Autarch stellt seine ganz eigenen Heere zusammen... und so ziehen beide in Richtung Südmarkfeste...Doch genau hier hütet Chaven ein sehr altes Siegel und ein unglaublich wichtiges, altes, vergessenes Wissen... Urteil: Der Autor Tad Williams, schreibt auf eine tiefgehnde, sehr Verständnissvolle und ebenso Hingebungsvolle Weise. Man spürt sehr deutlich mit wieviel Herzblut der Autor bei der Sache ist.Sein Schreibstil ist ungebrochen, durchweg flüssig und höchst überzeugend. Seine Charaktäre sind von fast vollkommener beschaffenheit, die Dialoge ausgezeichnet gewählt und immer passend. Die Geschichte kann man nicht einfach hören und zur Seite legen. Mann MUSS sie einfach in einem Zuge durchhören und wird noch Tage später darüber nachdenken. Mit Shadowmach – Die Grenze hat er einen wahren Meilenstein einer grandiosen Serie ins Leben gerufen. "Shadowmarch – Die Grenze" ist ein wirklich gelungener, sehr spannender und ebenso fesselndes Hörbuch der Extraklasse!Als Auftackt der Serie jedoch ebenfalls hervorragend gelungen und durch die perfekt passende Stimme von David Nathan absolut grandios abgestimmt! Dennoch muss man ehrlich sagen, das einige Leser gerade den Anfang des Romanes etwas schleppend finden könnten, was schade ist, den ab etwa der Hälfte des Buches wird man wirklich für das Durchhalten belohnt. Wie üblich von von Tad Williams bekannt sind auch hier die üblichen, sehr beliebten Völker wie : Elben usw... vertretten. Leider beginnen in den heutigen Zeiten viele Autoren mit einer sehr langsamen Geschichte die sich dann nach und nach steigert. Doch wer sich davon nicht abschrecken lässt, ist mit Shadowmarch bestens bedient und wird mit einer sehr phantastischen Serie belohnt werden! Ein grandioser Auftackt einer wahrhaft erfolgreichen Serie!