Die Ermordung des Commendatore Band II

Lesung. CD Standard Audio Format. Ungekürzte Ausgabe

Die Ermordung des Commendatore 2

(18)

Hören Sie in Die Ermordung des Commendatore Band II: Eine Metapher wandelt sich wie die Geschichte des jungen Malers weitergeht.

Menshiki gibt ein zweites Bild in Auftrag: Der junge Maler soll die 13-jährige Marie porträtieren. Das Mädchen, so glaubt Menshiki, könnte seine Tochter sei. Während der Sitzungen entwickelt sich allmählich ein vertrautes Verhältnis zwischen dem Ich-Erzähler und seinem Modell. Marie ist eine aufmerksame Beobachterin, und so hat sie vieles, was sich rund um das Haus des Malers abspielt, bemerkt. Eines Tages ist Marie verschwunden. Der Ich-Erzähler ist überzeugt davon, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen ihrem Verschwinden und dem Gemälde Die Ermordung des Commendatore. Darüber könnte ihm allerdings nur der alte, demente Maler des Bildes Aufschluss geben.

Wozu ist ein Mensch fähig, von dem er nichts ahnt und das er weit von sich weisen würde? Diese Frage stellt sich der junge Maler, als er erfährt, was er tun muss, um Marie zu finden. Wäre er bereit, einen Menschen zu töten?

Portrait
David Nathan begann bereits mit zehn Jahren erste Synchronrollen zu sprechen und ist heute die deutsche Synchronstimme von Hollywood-Größen wie Johnny Depp und Christian Bale. Er gilt als einer der gefragtesten Hörbuchsprecher Deutschlands. Neben Romanen von Haruki Murakami und David Foster Wallace interpretiert er ebenso erfolgreich Bestseller von Stephen King und zahlreiche andere Krimis und Thriller.
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Beschreibung

Produktdetails


Medium CD
Sprecher David Nathan
Anzahl 11
Erscheinungsdatum 04.05.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783957131225
Genre Belletristik
Verlag Hörbuch Hamburg
Auflage 1
Spieldauer 825 Minuten
Übersetzer Ursula Gräfe
Verkaufsrang 1.870
Hörbuch (CD)
23,99
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Was hat das Verschwinden von Marie mir dem Bild "Die Ermordung des Commendatore" zu tun? Alles oder vielleicht nichts? Und welche Rolle spielen der Schöpfer des Gemäldes und Menshiki? Und zu guter Letzt: was bedeutet das alles für den jungen Maler selbst?
Es bleibt spannend im 2. Teil von Murakamis Neuerscheinung! Toll gelesen von David Nathan!
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Endlich wieder ein Murakami, der mit den Realitäten spielt und vielleicht einer seiner besten!
'Hin und wieder kann man in unserem Leben die Grenze zwischen Realität und Illusion nicht richtig ziehen.'
Grandios fabuliert, das Unmögliche wird mit einer Selbstverständlichkeit erzählt und die Untertitel sind Programm! Band 1 endet mit einem perfekten Cliffhanger und Band 2 driftet wieder wunderbar in die Absurdität ab. Also wieder ein 'echter' Murakami.
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Fortsetzung, die so ihre Längen hat.Für Murakami-Einsteiger weniger geeignet.
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Wunderbare, mystische Geschichte eines Malers, der sich selbst findet. Ich liebe es in die Welt von Murakami einzutauchen und alles andere um mich herum zu vergessen. Einfach toll! Wunderbare, mystische Geschichte eines Malers, der sich selbst findet. Ich liebe es in die Welt von Murakami einzutauchen und alles andere um mich herum zu vergessen. Einfach toll!

„Murakami in Bestform“

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Der zweite Teil der Ermordung des Commendatore knüpft nahtlos an den ersten Band an. Unser Protagonist hat sich auf Wunsch des sonderbaren Menshiki dazu bereit erklärt ein Porträt der jungen Marie anzufertigen. In Züge dessen erkennt er immer mehr Parallelen zwischen ihr und seiner jung verstorbenen Schwester. Als Marie dann eines Tages spurlos verschwindet, setzt er alles daran sie zu finden.
Wirkte der erste Band über weite Strecken noch wie ein umfangreicher Prolog, so zeigt Murakami hier alles, was ihn zu einem der bedeutendsten Autoren der Gegenwart macht. Seine Gabe Realität und Fantasie auf eine Art und Weise zu vermischen, die einerseits völlig plausibel wirkt, aber gleichzeitig der Absurdität so viel Platz lässt, dass man als Leser_in völlig in seinen Bann gezogen wird, ist unerreicht. Am Ende bleibt eine berührende Geschichte über Verlust, die Macht der Kunst und die Möglichkeit neu anzufangen.
Der zweite Teil der Ermordung des Commendatore knüpft nahtlos an den ersten Band an. Unser Protagonist hat sich auf Wunsch des sonderbaren Menshiki dazu bereit erklärt ein Porträt der jungen Marie anzufertigen. In Züge dessen erkennt er immer mehr Parallelen zwischen ihr und seiner jung verstorbenen Schwester. Als Marie dann eines Tages spurlos verschwindet, setzt er alles daran sie zu finden.
Wirkte der erste Band über weite Strecken noch wie ein umfangreicher Prolog, so zeigt Murakami hier alles, was ihn zu einem der bedeutendsten Autoren der Gegenwart macht. Seine Gabe Realität und Fantasie auf eine Art und Weise zu vermischen, die einerseits völlig plausibel wirkt, aber gleichzeitig der Absurdität so viel Platz lässt, dass man als Leser_in völlig in seinen Bann gezogen wird, ist unerreicht. Am Ende bleibt eine berührende Geschichte über Verlust, die Macht der Kunst und die Möglichkeit neu anzufangen.

„Genial gut!“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Es geht unglaublich spannend weiter in diesem wunderbaren zweiten Band und man wünscht sich am Ende sehnlichst einen dritten herbei! Einfach übersinnlich und genial gut! Es geht unglaublich spannend weiter in diesem wunderbaren zweiten Band und man wünscht sich am Ende sehnlichst einen dritten herbei! Einfach übersinnlich und genial gut!

„Murakami regt wieder mal zum Nachdenken an...“

Sabrina Hüper, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Auf seine sanfte, zurückhaltende Art beschreibt Murakami auch im zweiten Teil die rätselhaften Ereignisse, die sich im Leben des Protagonisten häufen.
Der Künstler, der sich nach der Trennung von seiner Frau in ein einsames Haus auf dem Land zurückgezogen hat, muss im zweiten Band aktiver werden, um ein Mädchen zu retten. Dazu muss er einen metaphorischen Mord begehen, sich seinen Ängsten stellen und sich mit dem frühen Tod seiner Schwester auseinandersetzen.
Schafft er es dadurch am Ende sogar, in sein “normales“ Leben zurückzukehren? Wieder lädt Murakami den Leser in seine Welt ein und berührt auf seine ganz eigene Art, lässt dabei aber viel Spielraum für eigenständige Interpretation und Fantasie.
Auf seine sanfte, zurückhaltende Art beschreibt Murakami auch im zweiten Teil die rätselhaften Ereignisse, die sich im Leben des Protagonisten häufen.
Der Künstler, der sich nach der Trennung von seiner Frau in ein einsames Haus auf dem Land zurückgezogen hat, muss im zweiten Band aktiver werden, um ein Mädchen zu retten. Dazu muss er einen metaphorischen Mord begehen, sich seinen Ängsten stellen und sich mit dem frühen Tod seiner Schwester auseinandersetzen.
Schafft er es dadurch am Ende sogar, in sein “normales“ Leben zurückzukehren? Wieder lädt Murakami den Leser in seine Welt ein und berührt auf seine ganz eigene Art, lässt dabei aber viel Spielraum für eigenständige Interpretation und Fantasie.

„Eine Metapher wandelt sich...“

Laura Schwartz, Thalia-Buchhandlung Landau

Ein Maler hat seine Kreativität verloren und fertigt lediglich Porträts nach Auftrag an, um seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können.
Nachdem ihn seine Frau völlig unerwartet verlässt, fährt er ohne Ziel durch das Land, bis er schließlich Unterschlupf in dem Haus eines berühmten japanischen Malers findet.
Er begegnet einem Nachbar, dem Mann ohne Farbe, der sich immer weiter in sein Leben hineindrängt und Marie, einem jungen Mädchen, das ihn stark an seine verstorbene Schwester erinnert. Langsam vermischt sich Realität mit Fiktion,Traum mit Wirklichkeit, so dass schließlich nicht nur unserer Protagonist nicht mehr weiß, was um ihn herum eigentlich passiert.
Ich habe ihn schon vor einer ganzen Weile gelesen, den neuen Roman von Haruki Murakami, und doch selten so lange gebraucht, um mich an das Schreiben einer Rezension zu machen. Zu verworren waren meine Gedanken nach dem Abschluss des Romans, ich konnte selbst nicht einschätzen, ob Murakami damit nun ein weiterer Meilenstein nach "Kafka am Strand" und "1Q84" gelungen war oder ob ich am Ende doch etwas enttäuscht zurückblieb.
Nachdem ich Tage nach Erscheinen des Romans noch immer nicht weitergekommen war, blieb mir also nur eine Option - nochmal lesen und zwar ganz von vorne, inklusive des ersten Teils, in der Hoffnung auf irgendeinen Ansatz, den ich für meine Rezension verwenden könnte.
Er hat mich die letzten Wochen also wieder überall hin begleitet, Murakamis Commendatore' und mittlerweile weiß ich, was mir bei dem ersten Lesen in die Quere kam - meine Ambition ein exaktes Porträt zu malen, obwohl ich mich eher auf die abstrakte Kunst hätte konzentrieren sollen.

"Wenn ein Mensch etwas zutiefst und leidenschaftlich will, kann er es erreichen. Ich war davon überzeugt, dass wir über einen besonderen Kanal in der Lage sind, die Realität außer Kraft zu setzen. Oder etwas Unwirkliches Wirklichkeit werden zu lassen. Wenn wir es aus tiefster Seele wollen."

Band zwei des "Commendatore'" knüpft erzählerisch nahtlos an den ersten Band an. Zusätzlich zu dem namenlosen Protagonisten und dem undurchdringlichen Nachbarn Menshiki rückt Murakami im Verlauf des Romans allerdings mehr und mehr das Nachbarsmädchen Marie ins Zentrum des Geschehens.
Und es ist ihr Verschwinden, das Murakami endlich wieder vollständig zu dem Autor werden lässt, den wir von "Kafka am Strand" kennen. Langsam verlassen wir zusammen mit unserem Protagonisten die Wirklichkeit, tauchen ein in eine Welt der Mystik, des Surrealen' und der Fantasie. Der Schleier der scheinbaren Realität hebt sich, ein gewaltiger Riss zieht sich durch beide Welten und wir landen schließlich im Reich der Metaphern, einer für Murakami ganz typischen Parallelwelt.
"Alles an diesem Ort war ein Produkt von Zusammenhängen. Es gab hier kein Absolutes. Sogar der Schmerz war eine Metapher. Ebenso wie dieser Tentakel. Alles hier war relativ. Licht war Schatten, Schatten war Licht."
Es sind nicht nur einfache und doppelte Metaphern, denen sich der Protagonist in dieser Welt gegenüber sieht, sondern vor allem seine eigenen Ängste, sein Unterbewusstsein, mit denen er konfrontiert wird. Durch die "Schlucht zwischen Sein und Nichtsein" reist er tief hinein in sein Innerstes, dringt vor zu den eigenen Abgründen, die sich in jedem Menschen verborgen halten und deren Realisieren mitunter ein sehr schmerzhafter Prozess ist.
Denn "Die Ermordung des Commendatore" ist in erster Linie vor allem eins, ein Roman über einen Menschen in einer Lebenskrise, dem erst durch einen Anstoß von außen die Chance auf einen Neuanfang ermöglicht wird.
Geschickt spinnt Murakami die losen Fäden des ersten Bandes weiter, bis sich schließlich ein dicker Teppich aus inhaltlicher und sprachlicher Ebene vor uns ausbreitet, bei dem die einzelnen Stränge perfekt ineinandergreifen.
Dabei schreibt Murakami, wie man es von ihm gewohnt ist. Mit einer klaren, nüchternen, aber dennoch sehr lebhaften Sprache schildert er uns alles so glaubhaft, dass für keine Sekunde die Existenz eines gesichtlosen Mannes, des kleinen Commendatore' oder sprechender Metaphern angezweifelt werden könnte.
Auch in Band zwei lässt Murakami sein ganzes Wissen über die Kunst-, Literatur- und Musikszene einfließen und es sind die ganz großen Namen der Literatur, an die uns dieser Roman erinnert - Franz Kafka, E.T.A. Hoffmann, Lewis Carroll.
"Die Ermordung des Commendatore II. Eine Metapher wandelt sich" ist sprachlich sowie inhaltlich auf ganz hohem Niveau, dagegen lässt sich schwerlich argumentieren. Es ist ein typischer Murakami, der gegen Ende mit vielen offenen Fragen aufwartet und bei dem man manche Dinge einfach hinnehmen muss, wie sie sind. Es ist ein Murakami, wie ich ihn kenne und wie ich bereits eine Vielzahl gelesen und rezensiert habe. Und dennoch war ich in den ersten Wochen nicht in der Lage, mir eine wirkliche Meinung über den Roman zu bilden. Und vor allem war ich nicht in der Lage, darüber zu schreiben. Auch wenn ich den Grund dafür nicht kannte, ich wusste nur eins. Ich konnte nicht schreiben. Genauso wie unserer namenloser Protagonist für eine ganze Weile nicht malen konnte.
Und so musste ich beide Bücher erst zweimal lesen, musste noch einmal meine gewohnte Realität aufgeben, um in die Welt der Metaphern zu reisen, um mir bewusst zu werden, dass "Die Ermordung des Commendatore" nicht mehr und nicht weniger ist, als eine, wer hätte es gedacht, große allübergreifende Metapher für den Schaffensprozess eines Künstlers. Sei es ein Maler, ein Autor oder auch ein Komponist, was der Kunst entgegenwirkt, ist der routinierte Alltag, die Banalität, die Rationalität. Die Realität. Es ist der Wille, das perfekte Porträt abliefern zu wollen, obwohl manche doch eher unvollendet bleiben sollten. Es ist der Wunsch, auf alle Fragen eine befriedigende Antwort zu bekommen, obwohl doch gerade das Leben an sich so viele Frage stellt, so viele neue Wege eröffnet, ohne plausible Gründe zu liefern.
Es ist meine Ambition, eine möglichst sachliche und klare Rezension über ein Buch schreiben zu wollen, das viele Dinge zugleich ist, aber auf keinen Fall sachlich und klar.
Denn im Großen und Ganzen läuft es doch nicht auf die Frage hinaus, ob es möglich ist, einen Mann ohne Gesicht zu porträtieren, sondern viel eher auf die Frage, ob man es überhaupt versuchen möchte.
Murakami hat das verstanden und sein Protagonist auch.
"The thing you are most afraid to write. Write that."
Murakami hat dies getan, in dem er sich selbst, den Künstler Murakami, in seinem eigenen Buch porträtiert hat. Und mit ihm die ganze Riege der Künstler, die eine Schaffenskrise erleben und Angst haben, sich die richtigen Fragen zu stellen.
Und er hat mich porträtiert, wie ich aufgewühlt das Buch zugeklappt und tagelang auf einen weißen Bildschirm gestarrt habe, weil meine Wirklichkeit nach dem Lesen des Romans für einen kurzen Moment aus den Fugen geraten ist und ich krampfhaft versucht habe, sie durch meine Rationalität wieder in Ordnung zu bringen, anstatt den Zustand an sich einfach zu akzeptieren.
"Dieses Gemälde war zur besten Metapher geworden und hatte der Welt eine andere neue Wirklichkeit geschenkt, ebenso wie es die Worte eines herausragenden Dichters taten."
Genau das ist "Die Ermordung des Commendatore", eine Metapher. Und zwar eine Doppelte.
Ein Maler hat seine Kreativität verloren und fertigt lediglich Porträts nach Auftrag an, um seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können.
Nachdem ihn seine Frau völlig unerwartet verlässt, fährt er ohne Ziel durch das Land, bis er schließlich Unterschlupf in dem Haus eines berühmten japanischen Malers findet.
Er begegnet einem Nachbar, dem Mann ohne Farbe, der sich immer weiter in sein Leben hineindrängt und Marie, einem jungen Mädchen, das ihn stark an seine verstorbene Schwester erinnert. Langsam vermischt sich Realität mit Fiktion,Traum mit Wirklichkeit, so dass schließlich nicht nur unserer Protagonist nicht mehr weiß, was um ihn herum eigentlich passiert.
Ich habe ihn schon vor einer ganzen Weile gelesen, den neuen Roman von Haruki Murakami, und doch selten so lange gebraucht, um mich an das Schreiben einer Rezension zu machen. Zu verworren waren meine Gedanken nach dem Abschluss des Romans, ich konnte selbst nicht einschätzen, ob Murakami damit nun ein weiterer Meilenstein nach "Kafka am Strand" und "1Q84" gelungen war oder ob ich am Ende doch etwas enttäuscht zurückblieb.
Nachdem ich Tage nach Erscheinen des Romans noch immer nicht weitergekommen war, blieb mir also nur eine Option - nochmal lesen und zwar ganz von vorne, inklusive des ersten Teils, in der Hoffnung auf irgendeinen Ansatz, den ich für meine Rezension verwenden könnte.
Er hat mich die letzten Wochen also wieder überall hin begleitet, Murakamis Commendatore' und mittlerweile weiß ich, was mir bei dem ersten Lesen in die Quere kam - meine Ambition ein exaktes Porträt zu malen, obwohl ich mich eher auf die abstrakte Kunst hätte konzentrieren sollen.

"Wenn ein Mensch etwas zutiefst und leidenschaftlich will, kann er es erreichen. Ich war davon überzeugt, dass wir über einen besonderen Kanal in der Lage sind, die Realität außer Kraft zu setzen. Oder etwas Unwirkliches Wirklichkeit werden zu lassen. Wenn wir es aus tiefster Seele wollen."

Band zwei des "Commendatore'" knüpft erzählerisch nahtlos an den ersten Band an. Zusätzlich zu dem namenlosen Protagonisten und dem undurchdringlichen Nachbarn Menshiki rückt Murakami im Verlauf des Romans allerdings mehr und mehr das Nachbarsmädchen Marie ins Zentrum des Geschehens.
Und es ist ihr Verschwinden, das Murakami endlich wieder vollständig zu dem Autor werden lässt, den wir von "Kafka am Strand" kennen. Langsam verlassen wir zusammen mit unserem Protagonisten die Wirklichkeit, tauchen ein in eine Welt der Mystik, des Surrealen' und der Fantasie. Der Schleier der scheinbaren Realität hebt sich, ein gewaltiger Riss zieht sich durch beide Welten und wir landen schließlich im Reich der Metaphern, einer für Murakami ganz typischen Parallelwelt.
"Alles an diesem Ort war ein Produkt von Zusammenhängen. Es gab hier kein Absolutes. Sogar der Schmerz war eine Metapher. Ebenso wie dieser Tentakel. Alles hier war relativ. Licht war Schatten, Schatten war Licht."
Es sind nicht nur einfache und doppelte Metaphern, denen sich der Protagonist in dieser Welt gegenüber sieht, sondern vor allem seine eigenen Ängste, sein Unterbewusstsein, mit denen er konfrontiert wird. Durch die "Schlucht zwischen Sein und Nichtsein" reist er tief hinein in sein Innerstes, dringt vor zu den eigenen Abgründen, die sich in jedem Menschen verborgen halten und deren Realisieren mitunter ein sehr schmerzhafter Prozess ist.
Denn "Die Ermordung des Commendatore" ist in erster Linie vor allem eins, ein Roman über einen Menschen in einer Lebenskrise, dem erst durch einen Anstoß von außen die Chance auf einen Neuanfang ermöglicht wird.
Geschickt spinnt Murakami die losen Fäden des ersten Bandes weiter, bis sich schließlich ein dicker Teppich aus inhaltlicher und sprachlicher Ebene vor uns ausbreitet, bei dem die einzelnen Stränge perfekt ineinandergreifen.
Dabei schreibt Murakami, wie man es von ihm gewohnt ist. Mit einer klaren, nüchternen, aber dennoch sehr lebhaften Sprache schildert er uns alles so glaubhaft, dass für keine Sekunde die Existenz eines gesichtlosen Mannes, des kleinen Commendatore' oder sprechender Metaphern angezweifelt werden könnte.
Auch in Band zwei lässt Murakami sein ganzes Wissen über die Kunst-, Literatur- und Musikszene einfließen und es sind die ganz großen Namen der Literatur, an die uns dieser Roman erinnert - Franz Kafka, E.T.A. Hoffmann, Lewis Carroll.
"Die Ermordung des Commendatore II. Eine Metapher wandelt sich" ist sprachlich sowie inhaltlich auf ganz hohem Niveau, dagegen lässt sich schwerlich argumentieren. Es ist ein typischer Murakami, der gegen Ende mit vielen offenen Fragen aufwartet und bei dem man manche Dinge einfach hinnehmen muss, wie sie sind. Es ist ein Murakami, wie ich ihn kenne und wie ich bereits eine Vielzahl gelesen und rezensiert habe. Und dennoch war ich in den ersten Wochen nicht in der Lage, mir eine wirkliche Meinung über den Roman zu bilden. Und vor allem war ich nicht in der Lage, darüber zu schreiben. Auch wenn ich den Grund dafür nicht kannte, ich wusste nur eins. Ich konnte nicht schreiben. Genauso wie unserer namenloser Protagonist für eine ganze Weile nicht malen konnte.
Und so musste ich beide Bücher erst zweimal lesen, musste noch einmal meine gewohnte Realität aufgeben, um in die Welt der Metaphern zu reisen, um mir bewusst zu werden, dass "Die Ermordung des Commendatore" nicht mehr und nicht weniger ist, als eine, wer hätte es gedacht, große allübergreifende Metapher für den Schaffensprozess eines Künstlers. Sei es ein Maler, ein Autor oder auch ein Komponist, was der Kunst entgegenwirkt, ist der routinierte Alltag, die Banalität, die Rationalität. Die Realität. Es ist der Wille, das perfekte Porträt abliefern zu wollen, obwohl manche doch eher unvollendet bleiben sollten. Es ist der Wunsch, auf alle Fragen eine befriedigende Antwort zu bekommen, obwohl doch gerade das Leben an sich so viele Frage stellt, so viele neue Wege eröffnet, ohne plausible Gründe zu liefern.
Es ist meine Ambition, eine möglichst sachliche und klare Rezension über ein Buch schreiben zu wollen, das viele Dinge zugleich ist, aber auf keinen Fall sachlich und klar.
Denn im Großen und Ganzen läuft es doch nicht auf die Frage hinaus, ob es möglich ist, einen Mann ohne Gesicht zu porträtieren, sondern viel eher auf die Frage, ob man es überhaupt versuchen möchte.
Murakami hat das verstanden und sein Protagonist auch.
"The thing you are most afraid to write. Write that."
Murakami hat dies getan, in dem er sich selbst, den Künstler Murakami, in seinem eigenen Buch porträtiert hat. Und mit ihm die ganze Riege der Künstler, die eine Schaffenskrise erleben und Angst haben, sich die richtigen Fragen zu stellen.
Und er hat mich porträtiert, wie ich aufgewühlt das Buch zugeklappt und tagelang auf einen weißen Bildschirm gestarrt habe, weil meine Wirklichkeit nach dem Lesen des Romans für einen kurzen Moment aus den Fugen geraten ist und ich krampfhaft versucht habe, sie durch meine Rationalität wieder in Ordnung zu bringen, anstatt den Zustand an sich einfach zu akzeptieren.
"Dieses Gemälde war zur besten Metapher geworden und hatte der Welt eine andere neue Wirklichkeit geschenkt, ebenso wie es die Worte eines herausragenden Dichters taten."
Genau das ist "Die Ermordung des Commendatore", eine Metapher. Und zwar eine Doppelte.

Daniel Thiele, Thalia-Buchhandlung Hamm

Wer mich nach "Literatur" im engeren Sinne fragt, der bekommt von mir immer Murakami ans Herz gelegt. Wieder mal ein Meisterwerk! Wer mich nach "Literatur" im engeren Sinne fragt, der bekommt von mir immer Murakami ans Herz gelegt. Wieder mal ein Meisterwerk!

Joke Hoogendoorn, Thalia-Buchhandlung Leer (Ostfriesland)

Es gibt Bücher, da wünscht man sich, dass man ewig weiter lesen kann. Für mich ist das bei dieser Geschichte von Murakami absolut der Fall. Spannend, teilweise märchenhaft, toll!!! Es gibt Bücher, da wünscht man sich, dass man ewig weiter lesen kann. Für mich ist das bei dieser Geschichte von Murakami absolut der Fall. Spannend, teilweise märchenhaft, toll!!!

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
18 Bewertungen
Übersicht
13
4
1
0
0

Der Berg kreißte und gebar eine Maus
von Dr. M. am 11.06.2018
Bewertet: gebundene Ausgabe

Warum sollte man ein Buch von fast tausend Seiten lesen, um am Ende diese Maus zu bewundern? Weil es nicht die Maus ist, die das Wunderbare an diesem Buch ausmacht, sondern das Kreißen. Bereits im ersten Teil seines Werkes warnt Murakami seine Leser, dass man nicht alles hinterfragen sollte,... Warum sollte man ein Buch von fast tausend Seiten lesen, um am Ende diese Maus zu bewundern? Weil es nicht die Maus ist, die das Wunderbare an diesem Buch ausmacht, sondern das Kreißen. Bereits im ersten Teil seines Werkes warnt Murakami seine Leser, dass man nicht alles hinterfragen sollte, weil sonst am Ende die Faszination des Geschehens verlorengehen würde. Im Grunde ist die ganze Geschichte banal. Doch Murakami gelingt es mit seiner Erzählweise und dem Einflechten von Surrealem dem Leser eine Spannung einzureden, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Durch seinen gleichmütigen, aber sehr präzisen, geistreichen und bis ins kleinste Detail gehenden, aber dennoch niemals langweiligen Stil verschafft Murakami seinen Lesern das Gefühl, am Leben des namenlosen Erzählers hautnah teilzunehmen. Zwischendrin tauchen dann immer wieder Ungewissheiten auf, die, sorgfältig dosiert, den Spannungsbogen stetig aufrechterhalten. Und schließlich kommt noch ein Schuss seltsamer Mystik hinzu, den man sich natürlich nicht zu hinterfragen traut. Schließlich ist man davor bereits gewarnt worden. Der Autor wird sich wohl schon etwas dabei gedacht haben, wird man vielleicht ehrfurchtsvoll denken. Dieser brillante Trick geht so lange gut, bis das unvermeidliche Ende naht. Irgendwie muss Murakami seine sorgsam aufgebaute Geschichte abschließen. Dafür hat er nur zwei Möglichkeiten: Entweder er lässt alles im Ungewissen oder er landet mit seinen Lesern wieder auf dem Boden des wirklichen Lebens. Egal, wie er es macht, beglücken wird er damit wohl niemanden. Und so kommt es wie es kommen muss ? man bleibt etwas verstört und unbefriedigt zurück. Wozu dieser scheinbar unendliche Anlauf? Ist der Weg das Ziel? So jedenfalls scheint es. Und man kann es genießen, denn auch der zweite Teil, der übrigens kein wirklicher zweiter Teil ist, sondern nur der Rest eines im Ganzen konzipierten Buches, verschafft eine grandiose Lesefreude, wenn man sich auf Murakami einlässt und die Dinge nicht hinterfragt, sondern auf die Auflösung der aufgebauten Spannung hofft, die dann schließlich ernüchternd ausfällt. Um es mit den zahlreichen erotischen Anspielungen in diesem Buch zu sagen: Das Ganze verläuft wie ein langes, ungemein genussvolles Spiel, bei dem ? etwas frustrierend - der finale Höhepunkt ausbleibt.

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von Circlestones Books Blog am 21.05.2018
Bewertet: gebundene Ausgabe

?Die Ermordung des Commendatore Band 2: Eine Metapher wandelt sich? von Haruki Murakami, DuMont Buchverlag, 11. Mai 2018, Geb. Ausgabe 496 Seiten, ISBN 978-3832198923 ?Eine Idee kann ohne die Anerkennung durch andere nicht existieren, speist aber diese Anerkennung zugleich durch ihre Existenz.? (Zitat Seite 105) Inhalt: Der Maler arbeitet weiterhin... ?Die Ermordung des Commendatore Band 2: Eine Metapher wandelt sich? von Haruki Murakami, DuMont Buchverlag, 11. Mai 2018, Geb. Ausgabe 496 Seiten, ISBN 978-3832198923 ?Eine Idee kann ohne die Anerkennung durch andere nicht existieren, speist aber diese Anerkennung zugleich durch ihre Existenz.? (Zitat Seite 105) Inhalt: Der Maler arbeitet weiterhin am Porträt von Marie und gleichzeitig malt er ein Landschaftsbild, eine realistisch-fotografische Darstellung der Grube im Wald. Seine kreative, künstlerische Phase dauert an, er spürt, dass beide Gemälde von beeindruckender Qualität sind. Gleichzeitig beschäftigt ihn weiterhin das Bild ?Die Ermordung des Commendatore? und das Leben von Tomohiko Amada. Als er den alten Maler eines Nachts in seinem Atelier zu sehen glaubt, beschließt er, ihn zu besuchen. Da verschwindet Marie und für den Maler beginnt ein mystisches Abenteuer, das ihn in physisch und psychisch an seine Grenzen bringt ? Thema und Genre: Da es sich um einen Roman in zwei Teilen handelt, ohne zeitliche Abgrenzung, ändert sich die Thematik nicht. Ein Schwerpunkt sind weiterhin die Ereignisse in Kriegszeiten und ihre Auswirkung auf den einzelnen Menschen, der sie überlebt. Es geht um Verluste von nahestehende Menschen und die unterschiedlichen Arten, damit umzugehen. Die mystische Komponente verstärkt sich im weiteren Verlauf der Handlung, einzelne Szenen erinnern an das griechische Orpheus-Mythos, welches sich jedoch auch in der japanischen Mythologie findet. Charaktere: Der Hauptprotagonist erzählt seine Geschichte weiter. Die Gespräche mit Marie, vor allem aber sein gefährliches Abenteuer nach Maries Verschwinden verändern ihn. Er beginnt, sich von der Trauer um seine Schwester zu lösen und sieht auch seine Ehe realistischer. Seine künstlerische Kreativphase, die sich beim Malen des Porträts von Marie fortsetzt, gibt ihm ein neues Selbstbewusstsein, er kann Entscheidungen treffen. Die 13-jährige Marie Akikawa besucht den Maler öfter heimlich, mit ihm spricht sie über ihre Probleme und ihr Leben, da sie ihm vertraut und er andererseits ihre Beobachtungsgabe und kluge Sicht der Dinge erkennt. Wataru Menshiki freundet sich mit Maries Tante an, bleibt jedoch bei seinem präzisen, ordentlichen Tagesablauf. Er unterstützt den Maler weiterhin und man könnte durchaus von einer Art Freundschaft zwischen diesen beiden unterschiedlichen Männern sprechen. Anders als der Hauptprotagonist will er jedoch keine Antworten wissen, sondern ihm genügt die Möglichkeit. Handlung und Schreibstil: Der Spannungsbogen des ersten Teiles steigt weiter an, um dann erzählend auszuklingen. Wobei der Autor nicht für alle Themen und Erzählstränge Lösungen anbietet, manche erklärt er, dann wieder überlässt er es dem Leser, sich mögliche Entwicklungen vorzustellen. Gerade dies macht den Roman so ungewöhnlich, aber auch packend. Für viele Ereignisse im Leben der Hauptfiguren bieten sich mehrere Erklärungen an, alle sind möglich, aber der Autor legt sich auf keine fest. Dieser zweite Band führt die Geschichte aus dem ersten Buch mit Kapitel 33 nahtlos fort und endet mit dem Kapitel 64. Auch die Erzählperspektive wechselt nicht. Die Sprache ist weiterhin großartig zu lesen, der Autor spielt mit Worten, Metaphern und Symbolik, teilweise werden Metapher sogar zu Protagonisten. Fazit: Es handelt sich hier nicht zum zwei in sich geschlossene Teile, sondern um einen Roman, der in zwei Bänden erschienen ist. Daher sollte man auch mit Band 1 zu lesen beginnen. Der zweite Teil führt die surrealen Ereignisse fort und das mystische Element steigert sich. Der Autor bietet nicht für alles Erklärungen und eindeutige Antwort an, damit muss man als Leser umgehen können. Dann wird man dieses neueste Werk von Haruki Murakami mit Begeisterung lesen und vielleicht, so wie ich, eines der Lieblingsbücher des Lesejahres 2018 gefunden haben.

Surreal und mystisch
von einer Kundin/einem Kunden am 25.04.2018
Bewertet: gebundene Ausgabe

Die Fortsetzung beginnt nahtlos da, wo der erste Band aufhört. Wir erfahren mehr über den Besitzer des alten Hauses und über Marie, die 13jährige, die mit dem Maler verbunden zu sein scheint. Detaillierte Beschreibungen lassen einem als Leser auch wieder tief ins Geschehen eintauchen und ermöglichen es uns ganz nah... Die Fortsetzung beginnt nahtlos da, wo der erste Band aufhört. Wir erfahren mehr über den Besitzer des alten Hauses und über Marie, die 13jährige, die mit dem Maler verbunden zu sein scheint. Detaillierte Beschreibungen lassen einem als Leser auch wieder tief ins Geschehen eintauchen und ermöglichen es uns ganz nah alle Ereignisse mitzuerleben und die Umgebung und die Gefühle der Protagonisten wahrzunehmen. Murakami schafft es perfekt historische Begebenheiten mit Fiktion zu verknüpfen. Das surreale, mystische bleibt dabei immer bestehen! Wie so oft bleibt man nach dem Lesen von Murakamis Werken auch hier etwas verstört zurück. Es gibt keine Auflösung oder Erklärung! Man muss sich auf Murakami und seine Art und Weise Dinge zu erzählen einlassen, damit es ein Lesegenuss wird!