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Karin Wenz-Langhans aus Limbach

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Meine Bewertungen

Zweiter Band der Honua-Reihe

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 26.07.2020

Die Sklavenschiffe mit den Gefangenen aus dem Honua-Archipel erreichen die Hafenstadt Gwellosdiad. Dort sollen die Sklaven, die die lebensverachtende Überfahrt überlebt haben, gewinnbringend verkauft werden. Kapitän Dub möchte dabei diesmal den Verkauf auf eigene Faust durchziehen, da er sich einen höheren Gewinn verspricht, nachdem der Talgano Bikol den Gefangenen die Sprache ihrer Peiniger beigebracht und so ihren Wert gesteigert hat. Gleichzeitig bietet die gemeinsame Sprache eine Plattform für die Gefangenen, sich endlich untereinander austauschen zu können. Kann hier die Chance für eine gemeinsame Flucht liegen? Gelingt es den Gefangenen, ihre teilweise starken Konflikte untereinander beizulegen und an einem Strang zu ziehen?

Man atmet als Leser erleichtert auf, als die Sklavenschiffe an einem Hafen anlegen und die Gefangenen endlich ihr stinkendes und mit Exkrementen verschmutztes Gefängnis verlassen können. Auf der anderen Seite steht aber die Sorge, was sie nun erwarten wird, denn es ist klar, dass ihr Leben als Sklaven nicht viel zählt. Auf sie wartet harte Arbeit, die erst mit ihrem Tod enden wird.

Werden Husubata und sein kleiner Bruder, die Hiyweius und Erellmusa, die gemeinsam gefangen genommen wurden, zusammenbleiben oder werden sie bei einem Kauf auseinandergerissen, was die Chance auf eine gemeinsame Flucht erschweren würde? Und noch wichtiger, kann es den Gruppen untereinander gelingen, ihren schwelenden Hass aufeinander zu überwinden und den Blick darauf zu richten, was nun wirklich wichtig ist? Es gibt erste Schritte der Annäherung, aber auch genauso dickköpfige und verbohrten Ansichten, an denen vehement festgehalten wird.

Die Beschreibungen von Gwellosdiad haben mich fasziniert, die Beschreibungen dieser mittelalterlich anmutenden Hafenstadt waren sehr bildlich beschrieben. Ebenso der undurchdringliche Urwald, von dem die Stadt umgeben wird und diejenigen, die ihn durchqueren wollen, mit vielen Gefahren empfängt und die eine mögliche Flucht noch viel schwieriger erscheinen lässt.

Da sich Kapitän Dub mit Hilfe seines Gefangenen Bikols, einen Talgano mit außergewöhnlichen Sprachfähigkeiten, einen Vorteil beim Verkauf seiner Sklaven verspricht, beendet er in Gwellosdiad die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Kapitänen und will zukünftig auf eigene Faust Geschäfte machen. Bikol soll ihm dabei behilflich sein und auch zukünftigen Sklaven, die er zu fangen hofft, die Sprache ihrer Feinde und zukünftiger Herren beibringen. Bikol dagegen hofft darauf, Dub so schnell wie möglich entkommen zu können.

Der zweite Band um die Völker von Honua, die gegen ihren Willen in die Sklaverei gezwungen werden, hat mir wieder gut gefallen. Es warten noch viele Gefahren und Herausforderungen auf Husubata und die Anderen und über allem steht die Frage, ob ihnen eine Flucht gelingen kann. Und wenn ja, wie sie die unmöglich erscheinende Aufgabe, wieder zurück in ihre Heimat zu gelangen, bewältigen sollen.

Honua II: Die Stadt - Salvatore Treccarichi
Honua II: Die Stadt
von Salvatore Treccarichi
(2)
eBook (ePUB)
3,99

Der Kampf um die Stadt Merzen

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 26.07.2020

Der Adlerritter Herman erreicht zusammen mit den letzten überlebenden Echsenkrieger seine Heimatstadt Merzen. In ihrem Gepäck der Eberkopf, der unbedingt vor dem Zugriff Teramons geschützt werden muss. Die Stadt Merzen ist gut aufgestellt, was ihre Verteidigung angeht und daher beschließt Herman, sich dort dem Feind entgegenzustellen, statt weiterhin vor ihm zu fliehen. Doch Teramon findet weitere finstere Verbündete, die ihn und Neron im Kampf gegen Merzen zur Seite stehen. Wird es Herman und den Stadtbewohnern gelingen, gegen die umheimlichen Gegner zu bestehen oder droht ihnen das gleiche Schicksal wie den Menschen in Bernstadt?

Der Schwerpunkt im vorliegenden siebten Band der Gerwod-Saga liegt auf der Stadt Merzen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, mehr über die Heimat der Ritter Herman und Feodor zu erfahren. Besonders beeindruckt haben mich dabei die Beschreibungen rund um den Adlerorden, vor allem über das nicht ganz ungefährliche Prüfungs- und Aufnahmeritual, mit dem die Anwärter auf die Ritterschaft unter Beweis stellen müssen, dass sie den strengen und edlen Anforderungen des Ordens würdig sind.

Die Schlacht um Merzen war wieder so spannend beschrieben wie schon der Kampf um Bernstadt. Teramon setzt alles daran, die Stadt unter seine Kontrolle zu bringen, immerhin befindet sich dort nun der Eberkopf, das mächtigste Artefakt der Eberstatue, welches seine Macht enorm steigern würde. Aber genauso erbittert kämpfen die Verteidiger und Adlerritter darum, genau dieses zu verhindern. Wenn man als Leser denkt, man hätte nach sechs Bänden alle finsteren Lebensformen kennengelernt, so wird man in diesem Buch eines besseren belehrt. Der Autor lässt eine Armee von bisher unbekannten Schreckensgestalten die Bühne betreten und auf Teramons Seite kämpfen - unterstützt von dem Zähhäuter Neron und die ihn begleitenden Skelettkrieger. Der Kampf um den Eberkopf hält aber einige überraschende Wendungen auf beiden Seiten bereit.

Gleichzeitig dauert die Suche von Gerold, Olef und Feodor nach dem reinen Herzen namens Gerwod an und nimmt teilweise dramatische Formen an, als die Suchenden immer extremeren Herausforderungen gegenüberstehen.

Während der frühere Statthalter von Bernstadt mit ein paar Männern auf dem Weg nach Norden ist, um bei dem dortigen König um Unterstützung zu bitten, machen sich die Überlebenden aus Bernstadt und Waldbrück, die sich nach Flussen flüchten konnten, auf den Weg nach Süden, um den Häschern des Königs von Kernstadt, den Teramon zwischenzeitlich unter seinen Einflusst gebracht, zu entkommen.

Auch der siebte Band hat mich wieder sehr gut unterhalten und überzeugen können und weist bisher keinerlei Ermüdungserscheinungen auf. Es liegen noch viele Gefahren und Herausforderungen vor unseren Protagonisten und ich bin sehr gespannt, ob und wie sie sie hoffentlich weiterhin meistern werden.

Gerwod VII - Der Adler - Salvatore Treccarichi
Gerwod VII - Der Adler
von Salvatore Treccarichi
(2)
eBook (ePUB)
3,99

Erster Band der Honua-Saga

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 22.05.2020

Honua-Archipel, Insel Sifdal: Husubata, ein Sawale, ist zusammen mit dem Isapiten Asatal in seinem Revier auf Sifdal unterwegs, als sie eine Gruppe ankommender Erellmusa von der Nachbarinsel bemerken. Die jungen Männer der Erellmusa kommen aufgrund eines Rituals nach Sifdal, um dort gegen die Riesenvögel zu kämpfen und somit ihre Initiation zu erhalten. Husubata und Asatal sind über die Eindringlinge und deren todbringendes Ritual alles andere als begeistert und beschließen, die Gruppe im Auge zu behalten. Dabei treffen sie sowie die Erellmusa auf die Hiyweius, amphibisch lebende Wesen, die zur Eiablage an den Strand von Sifdal gekommen sind. Die Situation eskaliert, vor allem als die von den Erellmusa aufgescheuchten Riesenvögel den Spieß umdrehen und grausame Jagd auf ihre Verfolger machen. Aber es kommt noch schlimmer …

Ich kenne den Autor von seiner Gerwod-Saga, von der ich momentan den 7. Band lese. Mit Honua entführt Salvatore Treccarichi die Leser in eine ganz andere Welt, komplett frei von Menschen und bevölkert von völlig unbekannten Lebewesen mit eigenen Kulturen und Lebensweisen. Anfangs mutet Sifdal und Honua wie ein Südsee-Archipel an, jedoch stellt sich bald heraus, dass dort alles andere als paradiesische Verhältnisse herrschen.

Anfangs hatte ich wirkliche Probleme, mir die vielen neuen Namen der Protagonisten und auch die Bezeichnungen für die einzelnen Völker zu merken, aber es gibt glücklicherweise sowohl ein Personenregister wie auch eine Beschreibung der einzelnen Völker, der Tiere und Pflanzen auf Honua. Bemerkenswert ist die Phantasie des Autors, mit der er hier eine Vielfalt an neuen Lebensformen kreiert hat.

Die Welt in und um Honua ist menschenfrei und dennoch erkennt man einige menschliche Parallelen, wie Misstrauen gegenüber anderen Lebensformen und Kulturen, Missverständnisse aufgrund sprachlicher Barrieren und unterschiedlicher Bedeutung von Gesten usw. Und leider auch die allzu menschliche Anmaßung, sich über andere Lebensformen zu stellen, da sie diese als primitiv oder minderwertig ansehen.

Gerade die letzte Eigenschaft führt in dem ersten Band der Honua-Saga am Ende zu einer Entwicklung, mit der ich am Anfang überhaupt nicht gerechnet hätte. Lange Zeit dachte ich, dass die Handlung in eine andere Richtung gehen würde, aber zum Schluss wird dann klar, dass der ganze Roman eher eine Art Auftakt und Einführung für die nächsten Bände ist. Daher bin ich nun auch sehr gespannt, wohin die Reise im zweiten Band gehen wird – im wahrsten Sinne des Wortes -, und welche Entwicklung die Protagonisten durchleben werden.

Honua I - Salvatore Treccarichi
Honua I
von Salvatore Treccarichi
(3)
Buch (Taschenbuch)
14,99

Spannende Zeitreise in die frühe Bronzezeit

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 22.05.2020

Nebra vor 4000 Jahren: es herrscht Frieden zwischen den einzelnen Klans der Ruotinger, der jedoch hauptsächlich durch die tyrannische Herrschaft von Fürst Orkon aufrechterhalten wird. Der Unmut unter den Menschen wird jedoch immer größer, vor allem seit Orkons Sohn Arrak durch seine Unbeherrschtheit und Grausamkeit immer mehr den Frieden gefährdet. Die junge Priesterin Rana begehrt gegen die Tyrannen auf und will mit Hilfe der Himmelsscheibe, die ihr Vater Utrik angefertigt hat, der Herrschaft des Totengottes Hador entgegentreten und sie durch die Liebe und das Licht ihrer eigenen Göttin Destarte ersetzen.

Die Himmelsscheibe von Nebra: sehr gut kann ich mich noch daran erinnern, als damals kurz nach der Jahrtausendwende der Sensationsfund aufgetaucht ist. Die Entwicklungen bzw. Ergebnisse der neuesten Forschungen zu der Scheibe habe ich allerdings etwas aus den Augen verloren, umso mehr war ich gespannt auf diesen neuen historischen Roman des Autors, wie er die Zeit, über die ich so gut wie nichts weiß, auferstehen lässt.

Der Autor entführt die Leser in die frühe Bronzezeit, in eine Zeit, in der noch der Glaube an viele Götter lebendig war. Und in der man in der Lage war, so ein Kunstwerk wie die Himmelsscheibe anzufertigen. Was die Scheibe konkret darstellt, darüber gibt es mehrere Theorien, im Roman wird die Theorie aufgegriffen, dass Utrik, der Bronzeschmid und Ranas Vater, darin Wissen verewigt hat, dass er von seinen fernen Reisen aus dem Nahen Osten mitgebracht hat.

Die junge Rana soll in die Fußstapfen ihrer Mutter Herdis treten und deren Nachfolge als Priesterin der Göttin Destarte antreten. Rana ist jedoch verunsichert, ob dies der richtige Weg für sie ist, da sie sich nicht zutraut, eine adäquate Nachfolgerin ihrer hoch geschätzten Mutter zu sein. Nach einer Begegnung mit Arrak ist ihr Weg jedoch so gut wie festgelegt und zunehmender Unmut über die Willkür und Tyrannei von Orkon und seinem Sohn sowie die Ablehnung der Verehrung von Hador sorgen dafür, dass sich in ihr immer mehr Widerstand regt. Viele Menschen sind bereit, ihr zu folgen, aber es gibt auch einige, die ihr nahe stehen, die vor einem erneuten Krieg zurückschrecken.

Rana ist sich jedoch der Bedeutung und Symbolik der Himmelsscheibe bewusst und möchte diese für sich und den Widerstand nutzen, jedoch sind ihre Eltern strikt dagegen. Gleichzeitig spitzt sich die Situation durch Arraks Verhalten jedoch immer weiter zu.

Rana ist jung und mutig – und wie viele junge und mutige Menschen möchte sie etwas verändern. Was mir aber auch sehr gut gefallen hat, war ihre Offenheit und Neugier den Alben gegenüber, den Steinzeitmenschen, die sich in gut versteckten Enklaven zurückgezogen haben.

Ulf Schiewe lässt die damalige Zeit mit seinem spannenden Roman aufleben und zeichnet damit eine Möglichkeit, wie die Menschen damals gelebt und welche Bedeutung die Himmelsscheibe für sie gehabt haben könnte.

Die Kinder von Nebra - Ulf Schiewe
Die Kinder von Nebra
von Ulf Schiewe
(33)
eBook (ePUB)
16,99

Sechster Band der Gerwod-Saga

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 19.05.2020

Der Statthalter Harmen von Dernau, dem die Flucht aus dem von Teramon überrannten Bernstadt gelungen ist, macht sich auf den Weg zu König Gisbert, um bei ihm Unterstützung gegen den finsteren Magier und seine Verbündete zu erbitten. Allerdings ist bereits der Heilswart Gero, der unter dem Einfluss von Teramon steht, vor ihm am Königshof angekommen und ist dabei, den König gegen Harmen aufzuwiegeln. Wem von den beiden wird es gelingen, den König von seiner Sache zu überzeugen?
In der Zwischenzeit macht sich der Zähhäuter und alte Magier Helmko zusammen mit dem Ritter Isidor bereit, in den Kampf gegen die eigenen Brüder zu ziehen, um sie von dem unheiligen Einfluss Teramons zu befreien.

Auch mit dem sechsten Band gelingt es dem Autor, die Spannung aufrechtzuerhalten und die Geschichte voranzubringen. Teramon sitzt nach wie vor in Bernstadt wie eine Spinne in ihrem Netz und lässt seine Verbündete, die eigentlich nichts anderes als Marionetten sind, vor Ort oder über das Netz der Gefühle für ihn arbeiten. Sein Ziel ist es, Zwietracht unter die Völker zu bringen, damit sie sich gegenseitig misstrauen und bekämpfen. Immer weiter dehnt er seine Suche nach neuen Verbündeten aus, die er für sich und seine finstere Sache gewinnen kann.

Nachdem Helmko schmerzlicherweise feststellen musste, dass er im direkten Kampf gegen seinen ehemaligen Bruder Teramon unterlegen ist, setzt er alles daran, diejenigen Zähhäuter, die Teramon bereits unter seinen Einfluss gebracht hat, von diesem zu befreien und somit eigene Verbündete zu gewinnen. Diese Kämpfe Bruder gegen Bruder fand ich sehr traurig und tragisch, aber leider habe ich auch keinen anderen Weg gesehen, den Helmko beschreiten könnte. Und die ganze Zeit hatte ich die Angst vor den furchtbaren Nachtgreifen im Hinterkopf, die im Gebiet der Zähhäuter unterwegs sind.

Gleichzeitig liegen weiterhin alle Hoffnungen auf der Suche nach Gerwod, die den Waldkehr Gerold in die Sümpfe, den Nachtalp Olef in den eisigen Norden und den Ritter Feodor in den Süden führt - es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Am meisten habe ich dabei mit Olef und seiner stürmischen Überfahrt über die Nordsee gelitten, die neben dem Wetter auch noch mit weiteren Gefahren auf die Passagiere wartet. Ich war in jedem Fall froh, dass er die taffe Fenja an seiner Seite hat, die ihn mit ihren Männern tatkräftig unterstützt.

Besonders gespannt war ich auf die weitere Geschichte des Priesters Baldwin und seine Begleiter, die im fünften Band die Quelljochfestung in den Bergen entdeckt hatten. Und auf die weitere Rolle der wiedergekehrten Ritter, die durch ihr unerwartetes Erscheinen den Bund gegen das Böse wieder vervollständigten, aber sich leider nicht von ihrer Jagd auf die Lupiner abbringen lassen wollen.

Nach einem wiederum gelungenen sechsten Band bin ich nun gespannt, wie es im siebten Band weitergehen wird.

Gerwod VI: Der Feldzug - Salvatore Treccarichi
Gerwod VI: Der Feldzug
von Salvatore Treccarichi
(2)
eBook (ePUB)
3,99

Spannender Abschluss der Krimireihe um Eddie und Zombie

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 28.11.2019

Inzwischen lebt Eddie Beelitz seit ein paar Monaten mit ihrem Freund Jo Rheinhart, genannt Zombie, zusammen – das Zusammenleben tut vor allem Jo gut, der dadurch seine unterschwelligen Aggressionen und Depressionen immer besser in den Griff bekommt. Beruflich läuft es für Eddie jedoch immer noch etwas holprig, da ihr Kollege Adrian keine Möglichkeit auslässt, um Eddie wegen ihrer Teilzeitregelung zu mobben.

Als in einem alten Zechengelände eine weibliche Leiche gefunden wird, besteht die Staatsanwältin Dr. Röhmer jedoch ausdrücklich darauf, dass Eddie elementarer Bestandteil des Ermittlungsteams wird. Durch die Ermittlungen trifft aber auch Zombie auf einen alten Feind und sein dunkelstes Geheimnis droht ihn einzuholen.

Die Reihe um Eddie und Zombie umfasst drei Bände – und in dem Abschlussband befinden wir uns jetzt; wie also wird die Geschichte enden? Mit einem Happy End oder einer Katastrophe, denn Zombie geht zum einen keiner Konfrontation aus dem Weg, schon gar nicht, wenn Eddie dabei bedroht wird. Zudem schwebt das Aneurysma in seinem Kopf wie ein Damoklesschwert über Zombie, das zu platzen droht, sollte er einen entsprechenden Schlaf auf den Kopf bekommen.

Es bleibt also spannend, aber auch die Ermittlungen in dem Fall der toten Frau sind wieder sehr interessant. Diesmal führt die Autorin die Ermittler zu einer privaten Intensivpflege-Wohngemeinschaft, bei deren Zuständen mir als Leser ganz anders wurde. Und wieder mal kann Eddies Ermittlerinstinkt zeigen, was er wert ist. Wer mir nach wie vor gut gefallen hat, ist die Staatsanwältin, die genau mitbekommt, was in Eddies Abteilung abläuft und ihr den Rücken stärkt, aber auch klare Worte ihr gegenüber findet, als es für Eddie nicht so gut läuft.

Der dritte Teil um Eddie und Jo konnte mich wieder voll überzeugen, vor allem mit seinem ziemlich überraschenden Ende. Aber dennoch bin ich auch etwas traurig, dass diese Reihe nun zu Ende ist. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass sich Lucie Flebbe wieder neue tolle Charaktere und spannende Krimihandlungen einfallen lassen wird.

Jenseits von tot - Lucie Flebbe
Jenseits von tot
von Lucie Flebbe
(9)
eBook (ePUB)
9,99

Fünfter Teil der Suche nach dem reinen Herzen im Kampf gegen das Böse

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 28.11.2019

Der vierte Band endet damit, dass Bernstadt nach einem furchtbaren und grausamen Kampf gefallen ist. Die letzten Überlebenden kämpfen sich durch Eis und Schnee fort von dem Ort des Grauens und hoffen, die nächstgrößere Stadt lebend zu erreichen.

Währenddessen kommen Helmko und Isidor vor den Toren Bernstadts an und müssen erkennen, dass sie zu spät gekommen sind. Fatalerweise bleibt ihr Erscheinen nicht unentdeckt und es kommt zu einer Konfrontation zwischen Teramon und Helmko.

Teramon wiederum gibt sich nicht zufrieden mit der Eroberung von Bernstadt, immer weiter will er seine böse Macht über das Land ausbreiten und schickt dafür den unter seinem Bann stehenden Heilswart Gero nach Kernstadt, um dort König Gisbert auf seine Seite zu ziehen. Ausgerechnet Gero, der mir sowieso schon mit seiner arroganten Art einfach nur unsympathisch ist. Aber auch Bernstadts ehemaliger Statthalter Harmen von Dernau macht sich nach Kernstadt auf, um dem König über die katastrophale Niederlage von Bernstadt zu berichten und um weitere Unterstützung zu bitten. Es kommt zu einem Wettlauf gegen die Zeit.

Der spannendste Handlungsstrang in diesem Buch spielt jedoch an einem ganz anderen Ort, der längst vergessen ist und bei dem es sich um die titelgebende Bergfestung handelt. Ausgerechnet der Priester Baldwin, der bei mir bisher sehr ambivalente Gefühle hervorgerufen hat, und seine Begleiter entdecken diesen verlassenen Platz und seine Geheimnisse. Und diese Geheimnisse sind mehr als verblüffend, vor allem hätte ich mit so einer Wendung niemals gerechnet. Diese Entwicklung würde so viel Potential und Möglichkeiten für den Kampf gegen Teramon und seine unheiligen Artefakte bieten, wenn ihre Protagonisten nicht mit ganz anderen Zielen beschäftigt wären. Es bleibt also weiterhin spannend, wohin dieser neu entstandene Handlungsstrang noch führen wird. In jedem Fall sorgt die Bergfestung dafür, dass der vorliegende fünfte Band zu meinen Favoriten der Serie zählt.

Ich bin nun sehr gespannt auf den sechsten Teil und kann sagen, dass die Gerwod-Saga bisher noch nichts von ihrem Reiz verloren hat, ganz im Gegenteil, die Geschichte bietet noch sehr viel Potenzial.

Gerwod V: Die Bergfestung - Salvatore Treccarichi
Gerwod V: Die Bergfestung
von Salvatore Treccarichi
(5)
eBook (ePUB)
3,99

Zweiter Teil um das geheimnisvolles Buch in Pirna

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 28.11.2019

Endlich ist der langersehnte zweite Teil um Sophia aus Pirna und ihr geheimnisvolles Buch erschienen, und es geht genauso spannend weiter wie in „Die Fallstricke des Teufels“. Durch die Heirat mit dem Magister und guten Freund Heinrich Fuchs konnte die schwangere Sophia der Ehe mit dem undurchsichtigen Stadtschreiber Wolf Schumann entgehen, zumal Sophia nicht ahnt, welche Rolle Schumann bei ihrem bisher größten Schicksalsschlag spielt.

Heinrich Fuchs erweist sich auch weiterhin als guter Freund, der trotz der Ehe keinerlei Forderungen an seine Frau stellt, da er weiß, dass ihre Liebe dem toten Nikolas gehört. Aber der Alltag und die gemeinsame Suche nach der Wahrheit in dem Buch, welches Sophia seinerzeit im Kontor ihres Vaters gefunden hatte, schweißt die beiden immer mehr zusammen.

Wolf Schumann will ebenfalls den Inhalt des Buches entschlüsseln und für seine eigenen Zwecke nutzen – und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Ich hoffe sehr, dass seine Intrigen ihn spätestens im dritten Band einholen werden.

Die Suche nach dem Code, mit dem man die fremdartigen Schriftzeichen des Buches entschlüsseln kann, erweist sich als schwierig und hält die eine oder andere spannende Überraschung bereit.

Eine weitere dramatische Wendung erfährt der Roman, als Sophias beste Freundin Maria unter Mordanklage gerät und die beiden Frauen ausgerechnet von einen Ereignis aus dem ersten Band eingeholt werden.

Gleichzeitig kämpft ein junger Mann namens Moses in einer Flößersiedlung im Elbsandsteingebirge um die Erinnerungen an sein früheres Leben, bevor er von den Flößern aus dem Fluss gezogen und vor dem Ertrinken gerettet wurde.

Man sieht, auch der zweite Teil kann mit einer spannenden Handlung und überraschenden Wendungen aufwarten. Dabei entwickelt sich das Ende völlig anders, als ich es erwartet hatte – wobei ich gestehen muss, ich hatte eigentlich gar keine konkrete Vorstellung einer Lösung für das Dilemma, in das Sophia unwissentlich immer mehr gerät. Umso gespannter bin ich jetzt, was uns im dritten Band erwarten und wie die Trilogie enden wird.

Wieder sehr gut gefallen haben mir die vielen kleinen und größeren historischen Details, mit denen die Autorin ihre Erzählung bereichert und die die Geschichte erst so richtig runden werden lassen. Und auch die liebevoll gezeichneten Charaktere konnten mich wieder überzeugen, mit ihren Stärken und Schwächen.

Die Handschrift des Teufels - Heike Stöhr
Die Handschrift des Teufels
von Heike Stöhr
(7)
Buch (Paperback)
10,95

Als wir zu träumen wagten …

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 28.11.2019

Hamburg 1892: die Stadt wird von der furchtbaren Cholera heimgesucht, der tausende Menschen zum Opfer fallen. So auch die Mutter von Martha, deren Tod die Familie an den Rand des Zusammenbruchs bringt. Es liegt nun an der jungen Frau, für ihre Familie zu sorgen und ihr das Überleben zu sichern. Obwohl Martha aus dem armen Gängeviertel stammt, gelingt es ihr, eine Lehrstelle am Eppendorfer Krankenhaus zu bekommen, um zur Krankenschwester ausgebildet zu werden. Jedoch ist ihre Arbeit mit einer Anzahl von Einschränkungen für sie als Frau verbunden. Als Martha mit der Sozialdemokratie in Kontakt kommt, lernt sie weitere Frauen kennen, die bereit sind, für ihre Rechte zu kämpfen.

Mit dem vorliegenden Roman, der den Auftakt zu einer Serie um Martha und ihre Familie bildet, entführt Melanie Metzenthin die Leser in das Hamburg im ausgehenden 19. Jahrhundert, mitten in die damals fürchterlich wütende Cholera-Epidemie, die gerade in der Elbemetropole aufgrund schlechter Öffentlichkeitsarbeit zu hohen Verlusten an Menschenleben geführt hat. Vielen Familien werden geliebte Menschen entrissen – so auch in Marthas Familie. Ein Schicksalsschlag, der ihren Vater völlig aus der Bahn wirft: er sucht Trost im Alkohol und es bleibt an Martha hängen, für das Überleben ihrer Familie zu sorgen. Keine leichte Aufgabe, wenn man aus den untersten Schichten stammt, die für eine Lehrstelle sogar noch zahlen müssen.

Aber Martha hat eine rasche Auffassungsgabe und dank ihres erwachten Interesses an der Medizin findet sie neue Bekannte, die ihr unerwartete Möglichkeiten bieten. Martha ist eine Kämpferin, die trotz aller Widrigkeiten nicht aufgibt – das hat mir sehr gut gefallen. Aber das eine oder andere Mal macht sie auch einen Fehler, der durchaus wieder auf sie zurückfällt.

Besonders gut hat mir gefallen, dass Martha es sich nicht nehmen lässt, zu ihrer besten Freundin Milli zu stehen, die aufgrund ihrer schrecklichen familiären Situation in die Prostitution geraten ist. Zur damaligen Zeit hatte man sich als „anständiges Mädchen“ von Frauen wie Milli fernzuhalten. Umso offener ist Martha für die Ziele der Sozialdemokratie, die für die Rechte der Frauen und auch die der Prostituierten einsteht. Besonders beeindruckt hat mich die historische Figur der Lida Gustava Heymann, die mir bis zu diesem Buch unbekannt war. Ich bin froh, diese engagierte und mutige Frau durch die Autorin kennengelernt zu haben.

Wie schon in den anderen Büchern der Autorin gelingt es ihr wieder sehr gut, die damalige Zeit bei dem Leser aufleben zu lassen. Man ist oftmals schockiert über die damaligen Zustände, nicht nur in Bezug auf die Hygiene in der Krankenpflege; dadurch wird Marthas Kampf um ein besseres Leben für sich und ihre Familie sowie für die anderen Frauen umso eindrücklicher.

Sehr gut haben mir auch die Charaktere gefallen, die oftmals eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht haben und mich mit ihrem Handeln einige Male überraschen konnten.

Für mich ist dieser erste Band ein sehr gelungener Auftakt zu der neuen Serie und ich bin gespannt, wie es mit Martha, ihrer Familie und ihren Freunden weitergehen wird.

Die Hafenschwester (1) - Melanie Metzenthin
Die Hafenschwester (1)
von Melanie Metzenthin
(43)
Buch (Paperback)
15,00

Vorhang auf für die Superschurkin Dominique

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 28.11.2019

Superschurken wie Blofeld & Co. waren gestern, endlich betritt eine weibliche Superschurkin die Bühne: Dominique, die in Paris im monströsen Tour de Montparnasse lebt - man darf schließlich nicht kleinlich sein – mischt die Schurkenszene ordentlich auf.

Bisher habe ich mit Superschurken die Eigenschaft, über Leichen zu gehen, verbunden, aber das ist bei Dominique überhaupt nicht der Fall, im Gegenteil, sie ist immer darauf bedacht, dass es bei ihren Verbrechen keine Opfer gibt, weder bei Mensch noch Tier. Überhaupt agiert sie ziemlich clever, wie sie ihr Schurkentum aufbaut und die dazu nötige finanzielle Grundlage schafft. Zudem sorgt sie dafür, in der Pariser Öffentlichkeit ein überaus positives Image zu erlangen.

Ich gebe zu, dass ich mich dabei ertappt habe, sie und ihr Handeln zunehmend sympathisch zu finden. Im Gegensatz zu Mr. Right, der den amtlich anerkannten Superhelden der Welt mimt und der Einzige zu sein scheint, der Dominique wirklich gefährlich werden könnte.

Okay, im Laufe der Lektüre habe ich mich dann schon gefragt, warum Dominique eigentlich so ein extremes Geltungsbedürfnis hat, dass sie in allen möglichen Bereich ganz oben mitmischen will. Ihre Ziele erreicht sie auch nicht mit Können, sondern mit kleineren oder größeren Betrügereien an den richtigen Stellen – aber wie schon erwähnt, man darf schließlich nicht kleinlich sein als Superschurkin. Und irgendwie muss Dominique ihren extravaganten Lebensstil ja nach außen transferieren.

Aber wehe, man tut Dominique richtig weh – ihre Rache ist dann fürchterlich und dann kommt sie meinem Bild einer Schurkin ziemlich nahe.

Es ist aber nicht nur Dominiques Geschichte, die hier erzählt wird, sondern auch die von Luc, einem Pariser Studenten, der den Job als Liftboy bei Dominique annimmt und ihr nach dem ersten Aufeinandertreffen völlig verfällt. Danach besteht sein ganzes Lebensziel darin, von seiner Arbeitgeberin überhaupt wahrgenommen zu werden.

Der Schreibstil ist frisch, frech und witzig – man darf eben nicht alles so ernst nehmen. Es ist manchmal schon peinlich genug, wenn Dominique unserer Welt den Spiegel vorhält. Das Ende hat mich dann aber doch überrascht, weil ich damit, ehrlich gesagt, so nicht gerechnet hatte – gefällt mir aber.


Evil Miss Universe - Tobias O. Meissner
Evil Miss Universe
von Tobias O. Meissner
(9)
Buch (Paperback)
15,00

 
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