AM

Alessandro Manzoni

Alessandro Manzoni (1785-1873), italienischer Dichter und Schriftsteller, der mit seinem 1827 erschienenen Roman »I Promessi Sposi« Weltruhm erlangte. 1805, nach dem Tod seines Vaters, zog der nun Zwanzigjährige zu seiner Mutter nach Paris. Seine Ehe mit mit der Bankierstochter Henriette Blondel erwies sich als äußerst glücklich und Manzoni führte viele Jahre lang ein zurückgezogenes häusliches Leben. 1819 veröffentlichte Manzoni seine erste Tragödie, die alle klassischen Konventionen der Einheit von Ort und Zeit brach und eine lebhafte Kontroverse entfachte. Die politischen Ereignisse nach dem Tod Napoleons und die Inhaftierung vieler seiner Freunde beeinflussten sein weiteres Schaffen. In dieser Zeit entwarf Manzoni, nach ausgiebigen Studien der Geschichte Mailands im 17. Jahrhundert, den Roman »I Promessi Sposi«. Die zweite Fassung erschien in drei Bänden 1827 und erhob ihren Autor auf Anhieb in den ersten Rang literarischer Berühmtheiten. Dank nachdrücklicher Fürsprache von Goethe, dem Manzoni den fertigen Roman nach Weimar geschickt hatte, wurden in Berlin und Leipzig gleich zwei deutsche Übersetzungen parallel in Auftrag gegeben. Bereits 1844 war er als ausländisches Mitglied in den deutschen Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste aufgenommen worden und schon seit 1834 war er Mitglied der Accademia Roveretana degli Agiati. Nach einem Sturz beim Verlassen einer Kirche, durch den er sich eine Schädelverletzung zuzog, erlitt er einen Zusammenbruch, erkrankte rasch und starb am 22. Mai 1873 an einer Hirnhautentzündung. Ganz Italien trauerte um ihn; bei seiner Beisetzung erwiesen ihm Fürsten und alle hohen Staatsbeamte die letzte Ehre. Sein vornehmstes Monument stellt jedoch Verdis Requiem dar, das der Komponist ihm gewidmet hat und dessen Uraufführung 1874 an Manzonis erstem Todestag stattfand.

Die Verlobten von Alessandro Manzoni

Zuletzt erschienen

Die Verlobten
  • Die Verlobten
  • Buch (gebundene Ausgabe)

Die Wahl der Übersetzung fiel auf Daniel Lessmann, der durch seine zeitliche Nähe den Ton Manzonis am besten trifft. Schon der renommierte Romanist Hermann Tiemann hatte in neuerer Zeit diese Übersetzung bevorzugt, und zwar mit der Begründung: »Wir haben mit Bedacht diese älteste Übersetzung neueren deutschen vorgezogen. Sie scheint uns in ihrer Sprache dem Stil des Originals am nächsten zu kommen, was kaum wundernehmen kann, da sie ja fast in der gleichen Zeit wie dieses entstanden ist. Schon in dieser Gleichzeitigkeit liegt ein hoher Reiz, der noch dadurch erhöht wird, daß der Stil der Übersetzung von klassischem Gepräge ist. Es ist die Sprache der Zeit des alten Goethe, der den Roman so eingehend gelesen und so sehr bewundert hat. Mag diese Sprache zunächst etwas breit und langatmig erscheinen, man wird sich bald darin eingelesen haben und ihre Schönheiten empfinden.« Die Rechtschreibung der deutschen Übersetzung wurde in der ursprünglichen Fassung belassen.

Alles von Alessandro Manzoni