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Alma M. Karlin

Ein Ausschnitt vom Anfang des Buchs:
"Das Landen ... ist immer unangenehm, und als wir nach stürmischer, dreitägiger Fahrt hohe, bewaldete Berge weit vorspringen sahen und an ihnen vorbei in die ganze hundert Meilen lange Manilabucht einfuhren, konnten wir uns nicht dem Anblick der ausgedehnten Stadt geniessend hingeben, sondern wurden durch die Landungsfolter gezogen. Der Arzt riss die Lider hoch, um nach ägyptischer Augenkrankheit zu suchen, er liess mich die Zunge vorstrecken und Kreisbewegungen mit den Armen machen, worauf er mich dem Polizeiinspektor übergab, der seinerseits Fragen nach dem vierten Mädchennamen der weiblichen Urgrossmutter anstellte, und wenn man frei zu sein glaubte, kam der Zollbeamte und forderte Geld. ..."
Der lebendige Schreibstil der Autorin begeistert. So ist es nicht verwunderlich, wenn "Im Banne der Südsee" sich nach wie vor zu lesen lohnt und grossen Anklang findet.

Dann geh ich in den grünen Wald von Alma M. Karlin

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Dann geh ich in den grünen Wald
  • Dann geh ich in den grünen Wald
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Die Weltreisende und deutsche Schriftstellerin Alma M. Karlin (1889–1950, Celje, Slowenien) war in den 1930er Jahren mit ihrer Reisetrilogie "Einsame Weltreise", "Im Banne der Südsee" und "Erlebte Welt" eine der beliebtesten Reisebuchautorinnen im deutschsprachigen Raum. Ein ganz anderes Schicksal ereilte ihre autobiographischen Texte ("Im Schatten der Gestapo", "Der Transport", "Bei den Partisanen", "Der Kampf mit dem Ortsgruppenführer Ewald Wrentschur"), die während des Zweiten Weltkriegs entstanden sind. Sie lagen über Jahrzehnte unveröffentlicht im Nachlass der Autorin in der National- und Universitätsbibliothek in Ljubljana.

"Dann geh ich in den grünen Wald – Meine Reise zu den Partisanen" handelt von tragischen und düsteren Ereignissen aus der Zeit der deutschen Besatzung Jugoslawiens in den Jahren 1941–1945, gesehen und erlebt durch die Augen der kritischen, unkonventionellen, an den Rand geschobenen deutschschreibenden Autorin Alma M. Karlin aus Celje/Cilli, heute Slowenien. Als Gegnerin des Hitlerregimes erzählt Karlin über ihre persönliche und bittere Erfahrung mit der Gestapo, über ihre schwierige Zeit im Nazilager Melje bei Maribor und im Partisanenwiderstand in Bela krajina, dem sie sich als Antifaschistin im Jahre 1944 in der ersten Reihe mit ihrer schriftstellerischen Tätigkeit angeschlossen hatte. Vor den Augen der Leserschaft eröffnet sich ein kostbares und einzigartiges Dokument der Erinnerungsliteratur an den Zweiten Weltkrieg.

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