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Band 180
Wie die Schweiz zur Schokolade kam
Bis zum Ersten Weltkrieg liess die britische Kolonialregierung die BHG weitgehend frei gewähren. Doch während des Kriegs wurde der Basler Firma Deutschfreundlichkeit vorgeworfen, die Mitarbeiter mussten die Kolonie verlassen und die Güter der BHG wurden konfisziert. 1920 wagten die Basler Verantwortlichen einen Neustart. Die Firma war nun kleiner und musste sich bedingungslos loyal gegenüber den englischen Autoritäten verhalten. Dafür konnte sie während des Zweiten Weltkriegs bedeutende Mengen Kakao in die Schweiz exportieren und der Schweizer Schokoladenindustrie durch die Kriegsjahre helfen. So machte erst die kontrollierte Kriegswirtschaft der Weltkriege und der Zwischenkriegszeit die BHG zu einer «Schweizer» Firma, die ihren Kakao fast ausschliesslich an die Schweiz lieferte.
Die Geschichte der Schweizer Schokolade beinhaltet aber auch das bitterere Kapitel der Kartellpolitik der BHG: Die BHG gründete zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit anderen europäischen Handelsgesellschaften ein Kakaokartell, das bis zur Verstaatlichung des ghanaischen Kakaohandels im Jahr 1947 Bestand hatte. Das Kartell sollte nicht nur die Kakaopreise drücken, sondern auch die erstarkende afrikanische Konkurrenz in Schach halten.
Buch (Taschenbuch)
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