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Bernard Stiegler

Erich Hörl ist Professor für Medienkultur und Medienphilosophie an
der Leuphana Universität Lüneburg. Er arbeitet an einer allgemeinen
Ökologie, der Kritik der Kybernetisierung aller Existenzformen und
einer kritischen Theorie der Environmentalität sowie an einer Faszinationsgeschichte
von Nicht-Modernität. Er publiziert international zur
Geschichte, den Problemen und Herausforderungen der gegenwärtigen
technologischen Bedingung. Zu seinen Publikationen zählen
u.a.: Sacred Channels: On the Archaic Illusion of Communication, mit
einem Vorwort von Jean-Luc Nancy (2018); General
Ecology. The New Ecological Paradigm (Hg., 2017); »Die Ökologisierung des Denkens« (Zeitschrift
für Medienwissenschaft, 2016); »A Thousand Ecologies: The Process of
Cyberneticization and General Ecology« (in: The Whole Earth. California
and the Disappearance of the Outside, 2013); Die technologische Bedingung. Beiträge
zur Beschreibung der technischen Welt ( 2011, Hg.)
und Die Transformation des Humanen. Beiträge zur Kulturgeschichte
der Kybernetik (2008, Hg. mit Michael Hagner)..
Bernard Stiegler (1952–2020) war Philosoph und Medientheoretiker. Nach seiner Promotion an der EHESS war er Programmdirektor am »Collège International de Philosophie« und leitete das IRCAM in Paris. Ab 2006 war er Direktor der Abteilung »Kulturelle Entwicklung« am Centre Georges-Pompidou. Zwischen 1978 und 1983 sass er wegen bewaffneten Raubüberfalls in Haft, eine Erfahrung, die er in dem Buch »Passer à l’acte« (2003) als wesentlich für seine Hinwendung zur Philosophie beschreibt.

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Was bedeuten Bombenabwürfe in Echtzeit für die Dekonstruktion der Präsenzmetaphysik? Kann man Hollywood mit Quotenregeln bekämpfen? Warum kann eine Kamera kein Zeuge sein? Was ist, wenn wir nicht mehr glauben können, was wir sehen?Ende 1993 führt Derrida in seinem Haus in Ris-Orangis – von Scheinwerfern, Kabeln und Kameras eingekreist – ein langes Gespräch mit dem Medientheoretiker Bernard Stiegler. Im Mittelpunkt stehen medientechnische Entwicklungen, die damals ihren Durchbruch feiern: die Direktübertragung und das digitale Bild. Mit der gespenstischen CNN-Übertragung der Bombenabwürfe auf Bagdad in Echtzeit zielt das Fernsehen auf ein Plusquampräsens, das alle Selektions- und Manipulationsmöglichkeiten bei der Produktion der Bilder hinter einer vermeintlich objektiven Aktualität verschwinden lässt. Und mit der Ersetzung der analogen Fotografie durch das digitale Bild wankt der Realitätseffekt, den das analoge Bild – Roland Barthes zufolge – immer erzeugt. Welche Folgen hat dies für unsere Wahrnehmung, für unser Verhältnis zur Realität, zu Vergangenheit und Zukunft? – Die Überlegungen, die Derrida im Gespräch mit Stiegler entfaltet, haben vor dem Hintergrund der Entwicklung neuer Kommunikationstechnologien noch an Brisanz gewonnen.

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