Die Autorin: Dagmar Knigge studierte Rechtswissenschaft in München und ist seit 1996 als Rechtsanwältin im Bereich des Wirtschaftsrechts tätig, zunächst bei den Sozietäten Heussen Braun von Kessel bzw. Heuking Kühn Lüer Heussen Wojtek und seit 2000 bei der Pricewaterhouse Coopers Veltins Rechtsanwaltsgesellschaft mbH.
In der Familie kursieren wunderliche Geschichten: Großvater war für die olympischen Spiele 1936 nominiert. Er hat Tito gejagt. Und war mit Widerständlern befreundet. Im Institut für Zeitgeschichte stößt die Juristin Dagmar Knigge auf ein Foto, das ihren Opa beim Handschlag mit Hitler zeigt. Nun will sie es genau wissen: Wer war Hans-Joachim Knigge? Hat er für die SS gemordet? Vier Jahre wertet sie Akten aus Deutschland, Moskau, Washington und Riga aus. Das Ergebnis bleibt ambivalent: ein Puzzle aus widersprüchlichen Indizien, Vertuschung und einer privaten Tragödie.
Dagmar Knigge blickt mit juristischem Scharfsinn auf die familiären Erzählungen und reflektiert über Schuld, Verantwortung und Radikalisierung. Ihr in Zusammenarbeit mit dem Journalisten Lutz Kinkel entstandenes Buch ist Biografie, Zeitgeschichte und Selbstbefragung zugleich - ein bewegender Versuch, die Komplexität der NS-Vergangenheit zu begreifen.