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Fred Hoerschelmann

Fred von Hoerschelmann (16.11.1901 Hapsal, Estland – 2.6.1976 Tübingen) studierte Philosophie, Kunstgeschichte und der Literaturwissenschaften in München. Als Schriftsteller machte von Hoerschelmann mit seinen ersten Erzählungen, die u. a. im »Berliner Tageblatt« und der »Frankfurter Zeitung« erschienen, von sich reden. Von Hoerschelmann wurde vor allem auch als Hörspielautor bekannt. Das berühmteste Werk unter den mehr als zwanzig Hörspielen und etwa dreißig Funkbearbeitungen literarischer Vorlagen ist »Das Schiff Esperanza« von 1953.

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Dichter Nebel Produktbild: Dichter Nebel

Dichter Nebel

Eine abgeschiedene Villa am Rand einer Steilküste, umgeben von undurchdringlichem Nebel, ist der Handlungsort des Hörspiels "Dichter Nebel". Bewohnt wird dieses Haus von Präsident Markus, einem Rüstungsmagnaten, und Fürst Ugarow, einem russischen Aristokraten, die aus einer Nervenheilanstalt entflohenen sind. In ihr entrücktes, wirklichkeitsfernes Dasein bricht die Außenwelt in Gestalt einer Gruppe gescheiterter Existenzen. Fred von Hoerschelmann übt in diesem Hörspiel groteske Kritik an einer morbiden Wohlstandsgesellschaft, in der Ignoranz, Selbstsucht und Gefühlskälte bestimmend sind. Er zeigt, dass gewissenloses, egozentrisches Handeln letztlich die Vereinsamung des Menschen zur Folge hat. Als es dann zur Katastrophe kommt und die Terrasse die Steilküste hinabstürzt, glaubt der schlafwandelnde Ugarow, den Untergang der Welt zu erkennen. Was Ugarow hier unbewusst als düsteres Bild der Endzeit entwirft, wird zur Realität eines undurchdringlichen, dichten Nebels, der anstelle der Terrasse den todbringenden Abgrund der Steilküste verbirgt.
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