Gian Domenico Borasio war Inhaber des Lehrstuhls für Palliativmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München (2006–2011) und an der Universität Lausanne (2011–2023). In dieser Zeit hat er ein einzigartiges Netzwerk an Professuren geschaffen, das alle Bereiche der medizinischen, psychosozialen und spirituellen Sterbebegleitung in Lehre und Forschung integriert. Ihm ist es massgeblich zu verdanken, dass sich heute alle Medizinstudierenden in Deutschland und in der Schweiz in ihrer Ausbildung mit der Begleitung Sterbender und ihrer Familien auseinandersetzen müssen.
Geburt und Tod sind Ereignisse, für die die Natur bestimmte Programme vorgesehen hat. Sie laufen dann am besten ab, wenn sie möglichst wenig gestört werden. Palliativbetreuung und Sterbebegleitung sind deshalb viel mehr als medizinische Symptomkontrolle. Sie leben vor allem von dem Gespräch zwischen allen Beteiligten, das die medizinische, psychosoziale und spirituelle Betreuung erst möglich macht.
Seit vielen Jahren steht Gian Domenico Borasio für eine Medizin am Lebensende, die das Leiden Sterbender lindert, ihre Lebensqualität und die ihrer Angehörigen verbessern will - statt künstlich den Sterbeprozess zu verlängern. Hier beschreibt er, was wir heute über das Sterben wissen und welche Mittel und Möglichkeiten wir haben, unsere Angst vor dem Tod zu mindern und uns auf das Lebensende vorzubereiten.