Hans Joachim Markowitsch, Neurowissenschaftler, Lehrstuhl für Physiologische Psychologie an der Universität Bielefeld. Professorate an den Universitäten von Konstanz, Bochum und Bielefeld. Forschungsschwerpunkte: neurale und psychische Grundlagen von Gedächtnis und Gedächtnisstörungen; Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher und wissenschaftlicher Artikel. Beirat des Bundesverbands Gedächtnistraining, mehrere Funktionen in der DFG; Forschungsaufenthalte an europäischen und nordamerikanischen Universitäten.
Physiologische Psychologie: Wie viel Gedächtnisverlust verträgt das Alter?
Gedächtnis und andere kognitive Funktionen nehmen mit zunehmendem Lebensalter ab. Erklärt wird, welche Gedächtnisbereiche hiervon besonders betroffen sind, warum Erinnerungen nur selten verloren gehen, man aber trotzdem Probleme hat, an sie heranzukommen und was "altersübliches" Vergessen von "leichten kognitiven Störungen" unterscheidet, die in Demenz münden können. Besonderer Wert liegt auf der Verknüpfung zwischen Emotion und biographischen Erinnerungen. Dabei zeigt sich, dass der Gedächtnisabbau relativ starren Regeln folgt.
Die Charakteristika der Alzheimer-Demenz, Beginn, Verlauf und Variablen, die den demenzbedingten kognitiven Abbau verlangsamen, werden erläutert. Auch werden andere Demenzformen beschrieben. Die Diagnostik von Gedächtnisstörungen und Demenzen stellen ebenso einen Schwerpunkt dar wie die Beschreibung von Therapiemöglichkeiten.