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Im Schatten der Steine
Im Zentrum stehen drei Kontraste: Erstens die Rechts‑ und Eigentumsordnung, die in Ägypten und Babylon Frauen ein relativ hohes Maß an Rechtsfähigkeit und ökonomischer Autonomie gewährte, während in Athen juristisch „nicht geschäftsfähige“ Frauen aus dem politischen Raum gedrängt wurden, wenngleich sie oft über Netzwerke, Vermögen und heilige Ämter subtil Macht ausübten. Zweitens die Arbeitsteilung, die Herodot mit Staunen notierte: ägyptische Frauen am Markt, Männer im Haus, während griechische Frauen vor allem im Gynaikon und Haushalt gehalten wurden, selbst wenn sie als Töchter von Handwerkern oder Händlern im Alltag unersetzbar waren. Drittens die Sichtbarkeit im Gedächtnis der Kulturen: ägyptische und babylonische Frauen tauchen in Verträgen, Klagen und Tempelbildern auf, die griechische Frau dagegen meist in moralischen Mahnreden, die sich über die „Unzulänglichkeit“ des weiblichen Geschlechts beklagen und damit genau die Existenz einer eigenständigen weiblichen Sphäre verraten, die sich ihrer Kontrolle entzog.
Buch (Taschenbuch)
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