Jewgenij Samjatin (1884-1937) war ein russischer Schriftsteller, Ingenieur und scharfsinniger Kritiker gesellschaftlicher Dogmen. Geboren in einer Kleinstadt nahe Tambow, studierte er Schiffbau in Sankt Petersburg und engagierte sich früh in revolutionären Bewegungen. Nach Aufenthalten in England, wo er den Industriekapitalismus aus nächster Nähe erlebte, kehrte er nach Russland zurück und schrieb Romane, Erzählungen und Essays von ungewöhnlicher stilistischer Kraft. Sein berühmtestes Werk, Wir, entstand 1920 als hellsichtige Warnung vor totalitärem Kollektivismus und wurde im eigenen Land sofort verboten. Wegen anhaltender Repressalien durch die sowjetische Zensur bat Samjatin 1931 um Ausreise und lebte bis zu seinem Tod im Pariser Exil - einsam, verkannt und doch ungebrochen in seinem Glauben an die Freiheit des Geistes.
In ferner, ferner Zukunft, in einem perfekten Staat
... ist buchstäblich alles gläsern: die Häuser, die Möbel, das Leben der Menschen. Hier leitet der Mathematiker D-503 den Bau des Sternenschiffs ‚Integral’, das vor dem Jungfernflug steht. D-503 ist der perfekte Bürger eines perfekten Staates – bis er sich in die Rebellin I-330 verliebt. Alles wird anders, die perfekte Welt bekommt Risse und eine Revolution bricht aus ...
Samjatins brillante Zukunfts-vision von 1920 – Vorbild für Orwells ‚1984’ und Huxleys ‚Schöne neue Welt’.