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Zehn Tage, die die Welt erschütterten
»Schon rein als Reporterleistung genommen ist John Reeds Arbeit bewundernswert: mitten in einer Woche, die seinen Kollegen als Episode der russischen Parteikämpfe, bestenfalls als wichtige Episode des an wichtigen Episoden überreichen Weltkrieges erscheint, weiß er, daß es die Tage sind, die die Welt erschüttern. John Reed, der Journalist, ist sich bewußt, diesmal vor dem Weltgericht Zeugnis ablegen zu müssen. So dokumentiert er jede Phase des Kampfes, sammelt Resolutionen, druckt Reden im Wortlaut ab, stellt Beschlüsse fest, nennt russische Namen, beschreibt Deputierte des Kongresses, gibt an, mit wieviel Stimmen Mehrheit irgendein Geschäftsordnungsantrag abgelehnt wird, all das, was einem anderen Journalisten langweilig oder überflüssig erschienen wäre, ihm aber, John Reed, ungeheuer wichtig ist, da er nicht zweifelt, daß es keineswegs bloß darum geht, wer in diesen Oktobertagen Sieger bleiben wird, sondern um die Entscheidung auf Jahrhunderte hinaus. Und hatten auch diese zehn Tage keine Entscheidung gebracht, die Tatsache, daß ein leidenschaftlicher Chronist in ihnen ihre Ewigkeitswirkung erblickte, mußte alle seine sachlichen Details, seine Notate von russischen Personen, Versammlungsentschließungen, Stimmenverhältnissen, Proklamationen, Örtlichkeiten vor jedem Stäubchen Langeweile bewahren, mußte das Interesse an allen Figuren wecken, ihnen den Glanz von Mitkämpfern leihen, und den Berichten den Wert sichern, klassischer Journalismus zu sein.« [Egon Erwin Kisch im Vorwort]
Buch (Gebundene Ausgabe)
ab 39,80€