Petr Borkovec, geboren 1970 in Louňovice pod Blaníkem in Mittelböhmen, lebt in Černošice bei Prag. Er schreibt Gedichte, Kurzgeschichten und Texte für Kinder. Zudem hat er zahlreiche Übertragungen von russischer Lyrik des 20. Jahrhunderts veröffentlicht. Zusammen mit dem Philologen Matyáš Havrda übersetzte er antike Dramen, u.a. für das Nationaltheater Prag. In der Edition Korrespondenzen erschienen die Gedichtbände "Feldarbeit" (2001), "Nadelbuch" (2004), "Fünfter November und andere Tage" (2006), "Liebesgedichte" (2014) sowie die Erzählungen "Lido di Dante" (2018).
Mit »Cécile und andere« legt Petr Borkovec eine Sammlung von 26 Kurzgeschichten vor, in denen scheinbar gewöhnliche Alltagssituationen – als ginge ein Schnitt durch sie – kippen und sich in kraftvolle, existentiell aufgeladene Momente oder Situationen verwandeln. Zum Beispiel wenn ein Paar, das nach einem harmlosen Streit durch einen Wald gehend plötzlich aus nächster Nähe die Jagd eines Raubvogels nach einem Eichhörnchen und dessen Überlebenskampf erlebt oder wenn bei der Erzählung von einer beendeten Sommerromanze ganz nebenbei Indizien, die auf einen Mordfall hinweisen, auftauchen.In jeder der 26 Geschichten vollzieht sich die Verwandlung anders, und zudem gibt es eine Figur, die ganz darauf aus ist, möglichst viele solche Verwandlungen des Altags zu erleben. Sprachlich zeichnen sich die Geschichten durch ihre Intensität, präzise Beobachtungsgabe, Beschreibungslust und sinnliche Dichte sowie die Vorliebe, Sachen in Bewegung zu beschreiben, aus. Ein großes Lesevergnügen.