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Rolf Giesen

Dr. Rolf Giesen, geboren 1953 in Moers, ist dem Trickfilm und dem Filmtrick seit über vier Jahrzehnten verbunden, durch Sach- ebenso wie Drehbücher und Ausstellungen. Gründung einer nach ihm benannten Sammlung VFX und Animation der Deutschen Kinemathek Berlin. Gastprofessur und Ausstellungstätigkeit mit Schwerpunkt Animation in Beijing und Changchun, China. Berater Filmmuseum Düsseldorf. Dramaturg (Schwerpunkt Animation). Co-Autor einer Chronologie des deutschen Animationsfilms 1909-2019.
Buchveröffentlichungen (Auswahl): "Lexikon des phantastischen Films"; "Animation under the Swastika"; "Chinese Animation: A History and Filmography"; "Acting and Character Animation"; "The Nosferatu Story"; "Der Angriff der Zukunft auf die Gegenwart".

Bienenstich und Hakenkreuz von Rolf Giesen

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Bienenstich und Hakenkreuz
  • Bienenstich und Hakenkreuz
  • Buch (Taschenbuch)

Juni 1945. Weesow bei Werneuchen, vor den Toren von Berlin. In einem sowjetischen Internierungslager hat sich ein Häftling auf der Toilette erhängt. Karl Neumann, NSDAP-Mitglied seit 1930, war im Dritten Reich der Mann, der Walt Disney Konkurrenz machen und als Betriebsführer der Deutschen Zeichenfilm GmbH eine Trickfilm-Produktion nach amerikanischem Muster aufbauen sollte: keine animierten Propagandafilme, sondern bunte, völlig harmlose Tierfabeln für die ganze Familie. Hitler und Goebbels waren nämlich erklärte Fans disney-animierter Wald-und-Wiesen-Romantik à la SCHNEEWITTCHEN UND DIE SIEBEN ZWERGE - und Goebbels war der Meinung: Was die Amerikaner können, können wir Deutschen ebenso gut oder noch besser.
In "Bienenstich und Hakenkreuz" schildert Dr. Rolf Giesen anhand einer Vielzahl von Interviews mit Zeitzeugen die abenteuerlichen Irrwege des deutschen Trickfilms zur Zeit des Nationalsozialismus: Der Bombenangriffe auf Berlin wegen lagerte Neumann 1944 einen Teil der Produktion nach Dachau aus, in ein Künstlerheim, nicht weit entfernt vom Konzentrationslager – dort wurden Menschen gequält und vernichtet, hier triumphierte der Edelkitsch um entflogene Kanarienvögel und schniefende Hundewelpen. Millionen wurden in das Projekt gesteckt. Heraus kam nicht viel mehr als heiße Luft. Nur ein Kurzfilm wurde bis Kriegsende fertiggestellt: ARMER HANSI, ein weiterer in Dachau begonnen und nach dem Krieg von der DEFA übernommen: PURZELBAUM INS LEBEN – aber das von Goebbels großspurig initiierte Unternehmen wirkt im deutschen Animationsfilm bis heute nach...

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