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Théophile Gautier

Théophile Gautier (1811–1872) ging in seinen Schriften davon aus, dass Kunst über jeder Moral steht. Im Vorwort seines Briefromans Mademoiselle Maupin entwickelte er die Ästhetik des l’art pour l’art, die Idee, dass Kunst völlig zweckfrei sei. Der Formenreichtum und die Gewalt seiner Erzählungen gehört zum Glänzendsten, was in seiner Zeit geschrieben wurde. Charles Baudelaire nannte ihn den »vollendeten Magier der französischen Literatur«.

Die Opiumpfeife von Théophile Gautier

Zuletzt erschienen

Die Opiumpfeife

Die Opiumpfeife

Buch (Taschenbuch)

ab 9,90€

In den 1830er Jahren gehörte Théophile Gautier zu einer Generation junger Romantiker, die angeregt von den gerade erst ins Französische übertragenen Erfindungen der deutschen Romantik mit Phantasie, der Lust am Grotesken und einer vielfältigen Experimentierfreude gegen den starren Klassizismus der Akademie aufbegehrten. Gautier war es auch, der mit dem Begriff des l’art pour l’art das Vorrecht der Kunst vor allen Regeln und rationalen Zwecken proklamierte. Auf der Ile Saint Louis trafen sich inmitten der verfallenden Pracht alter Paläste vielfach Freunde, um fremdartige Essenzen einzunehmen, berauschende Stoffe aus exotischen Gefäßen, an deren eigenartigen Formen sich die Phantasie entzündete. Der Geist wurde davongetragen in eine Zwischenwelt des Luxus und der Wollust, der bizarren Bilder und der drogengeschwängerten Träume. Im »Haschischklub« und in der »Opiumpfeife« entwickelt Gautier aus der autobiographisch inspirierten Schilderung dieser Experimente phantastisch verdrehte Traumerzählungen, die den Surrealismus vorwegnehmen. In alten Räumen mit erblindeten Spiegeln, zersprungenen Rokokotassen und zerschlissenen Ruhebetten findet die Phantasie Zuflucht aus einem Paris, das mit jedem Tag prosaischer wird. In einer »Nacht der Kleopatra« dagegen entzündet sich die erotische Phantasie am historischen Anlass zu einem Prachtgemälde, das die Erfüllung exotischer Wunschvorstellungen in ihrer Überbietung ironisch bricht.
»Die Opiumpfeife« wurde von Doris Heinemann neu übersetzt. Den »Haschischklub« hat ebenfalls Doris Heinemann übersetzt. Die Übersetzung von »Eine Nacht der Kleopatra« stammt von Ilna Ewers-Wunderwald und Hanns Heinz Ewers.
Schlaflosreihe:
Unbekannte und vergessene Texte – phantastische Hirngespinste, erotische Erzählungen, märchenhafte und verrückte Gedankenspiele, diese Reihe bietet den Stoff, aus dem die schlaflosen Nächte gewoben sind. Im Taschenlampenkegelformat und schön gestaltet, laden sie zum Träumen ein, wenn die Stunden vorüberrieseln und der Schlaf nicht kommen will. Märchen, Essays, Gruselgeschichten, Erzählungen – wofür am Tag die Zeit zu kurz ist und dafür die Nacht sich dehnt.
Herausgegeben von Roman Lach.

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