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Yoko Tawada

Yoko Tawada wurde 1960 in Tokyo geboren, 1982 bis 2006 in Hamburg, seitdem lebt sie in Berlin. Sie schreibt auf Japanisch und Deutsch. Erstes Buch in Deutschland1987, in Japan 1992, inzwischen über 26 Bücher im Konkursbuch-Verlag. Viele Auszeichnungen, u.a. Kleist-Preis, Carl-Zuckmayer-Medaille, National Book Award (translated literature) für Sendbo-o-te. Verschiedene Poetik-Dozenturen, aktuell im Juni 2022 in Bamberg. »Yoko Tawada beschreibt die Welt so, wie sie aussähe, könnte man gleichzeitig träumen und hellwach sein ...«, formulierte Elke Brüns in der taz zur Autorin..

Zuletzt erschienen: Abenteuer der deutschen Grammatik (Gedichte, Kurzprosa, 4. Auflage); Etüden im Schnee (Roman, 4. Auflage); akzentfrei (Literarische Essays, 3. Auflage); Ein Balkonplatz für flüchtig Abende (2. Auflage); Sendbo-o-te (Roman, aus dem Japanischen übersetzt von Peter Pörtner, 3. Auflage); Paul Celan und der chinesische Engel (2. Auflage).
Portrait eines Kreisels von Yoko Tawada

Zuletzt erschienen

Portrait eines Kreisels

Portrait eines Kreisels

Buch (Kunststoff-Einband)

ab 12,50€

Die poetischen Texte Yoko Tawadas versetzen die Bilder, das Denken, die Sprache in tänzerische Bewegung, Gegenwärtiges erscheint in einem anderen, klaren Licht. Leben wird spürbar, im Körper und über Grenzen hinaus. Bewegungen zwischen Zeichen, Existenzfomen, Gegenden der Welt, Wörtern, die wie in allen Texten der Autorin verborgenen Sinn sichtbar werden lassen. Es geht um Flucht, Kriege, Dichterinnen, um Tiere und Pflanzen, einmal auch um Strahlung. DichteTexte zur Zeit, auch wenn sie von weit Entferntem und lang Zurückliegendem handeln. Zusammenhänge zeigen sich, lösen sich auf. Dazwischen Klarheit, auch Erschrecken, eine Erkenntnis. Wenn etwas da ist und zugleich verschwindet, wie die Jahreszeiten, um die es im ersten Kapitel geht. Für dieses Kapitel übersetzte Yoko Tawada japanische Lyrik einer bekannten Sammlung aus dem Mittelalter und schrieb kurze Kommentare zu jedem einzelnen Gedicht, die sie in Beziehung treten lassen zu Tawadas eigenen Texten.
„Yoko Tawada beschreibt die Welt so, wie sie aussähe, könnte man gleichzeitig träumen und hellwach sein.“
(Elke Brüns, taz)
Zitate aus dem Buch:
„Wer mit Worten spielt
Kennt keinen Stillstand …“
(aus: Die zweite Hälfte der Orange)

„Eine ‚Untertasse‘ ist ein letztes Überbleibsel aus dem bürgerlichen Leben, das keine existenzielle Bedrohung kannte. Nach dem Krieg fand sich die Untertasse in den Kaffeehäusern, wo die Autorin zu Hause war. Der gedeckte Tisch, gebügelte Servietten, glänzende Kuchengabeln und eine Kaffeetasse mit einer Untertasse. In einem Kaffeehaus bleibt die Schattenexistenz anonym in Sicherheit, bekannt und doch frei. Kaum geht sie nach Hause, verrät das Namensschild an der Tür die Identität der Bewohnerin. Sie muss dann schnell ihren Koffer packen und aus dem Haus flüchten, ohne dem Hausmeister, der ein Kollaborateur sein kann, Bescheid zu sagen.“
(aus: Ein Manuskript von Ilse Aichinger)

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