Ein Roman über LSD und Leary der erfreulicherweise auf Verklärung verzichtet und ohne seitenlange Beschreibung von Rauschzuständen auskommt. Boyle konzentriert sich auf die zwischenmenschliche Dynamik und die seelischen Verzerrungen. Leary war der festen Überzeugung mithilfe von LSD das menschliche Gehirn 'programmieren' zu können. Seinen Studenten vermittelte er das Gefühl zur menschlichen Elite zu gehören und die Gewissheit daß psychedelischer Rausch das Bewusstsein auf eine neue Stufe heben wird. Wenn das Gehirn endlich lernt sich selbst zu konditionieren ist alles möglich und die neue menschliche Gesellschaft wird auf Liebe, Freiheit und dem Streben nach reiner Erkenntnis beruhen. Soweit die Theorie...
In der Praxis war und ist es wohl nicht so einfach: Infantiler Hedonismus und Abhängigkeit statt Freiheit, emotionale Verwahrlosung statt universeller Liebe. Der Wunsch das eigene Potential zu befreien entfremdet von objektiver Wirklichkeit und sozialem Umfeld.
'Das Licht' führt den Leser in die psychedelische Gegenkultur der 60er, ist aber auch eine kritische Reflexion über Selbstoptimierung und Therapiegurus.
Boyle erzählt gewohnt kurzweilig und nicht ohne Humor. Großartig!