Meine letzte RezensionDer gefrorene Himmelvon Gerard Donovan
Julius Winsome ist zurück. Der Mann, der einsam, tief in den Wäldern Maines, in einem alten Blockhaus lebt, umgeben von mehr als 3000 Büchern und seinem Hund Hobbes. Der von irgendwelchen sog. Jägern erschossen wurde. Winsome begibt sich daraufhin auf einen Rachefeldzug, der so bis dato in der Literatur noch nicht stattgefunden hat. Wohl aber im Film: Erinnern Sie sich an den Spätwestern "Erbarmungslos" mit Clint Eastwood? ("Wer leben will, raus!") So nämlich. Gerard Donovans hat in knappester Sprache und mit alttestamentarischer Härte die Ereignisse in seinem Roman "Winter in Maine" geschildert. Das Buch hat, zurecht, diverse Literaturpreise gewonnen, war ein veritabler Bestseller und hat sich bei allen, die es gelesen haben, unvergesslich in`s Gedächtnis gebrannt! Die Story erschien auserzählt, es ging letztlich nur um 5 Tage - und genau hier setzt Donovans neuer Roman ein. Was wäre, wenn der "Tag 5" anders verlaufen wäre? Mit diesem Tag startet "Der gefrorene Himmel". Ich möchte nicht spoilern, nur soviel: Man muss "Winter in Maine" nicht unbedingt gelesen haben, es zu tun, verspricht aber auf jeden Fall ein gnadenloses Leseerlebnis! Der neue Roman ist ebenso gut, extrem spannend und lotet den Charakter von Julius Winsome weiter und tiefer aus. Es ist abermals eine Studie von Gewalt, die fast beiläufig, und zwingend, passiert. Die archaisch daher kommt, aber niemals voyeuristisch dargeboten wird. Dazu gibt es sehr genau beobachtete kleine Geschichten in der Geschichte, z. B. als Julius im winzigen Eisenwarenladen steht, um Munition für das vom Vater geerbte Gewehr zu kaufen - die jener kurz vor seinem Tod noch bestellt hat. Was Jahre her ist, genial! Ich kann diesen moralisch/amoralischen phantastischen Roman nur nachhaltigst empfehlen, besser geht es wirklich kaum...