Meine letzte RezensionDie Riesinnenvon Hannah Häffner
In einer unglücklichen Ehe fristet Liese Ende der 1960er Jahre in einem kleinen Schwarzwalddorf ihr Dasein. Gegen das Patriarchat ihres Mannes und der Schwiegereltern hat sie keine Stimme. Der Wald ist ihr heimlicher Rückzugsort, aus dem sie Kraft schöpft. Doch die Geburt der Tochter ändert etwas in ihr und von Stund an ist der Schutz und die Liebe zu Cora ihr einziger Antrieb. Als Bernhard, ihr Mann, bei einem Unfall ums Leben kommt, und sie um ihre Existenz fürchten muss, setzt sie sich gegen die Familie durch und übernimmt deren Metzgerei, die sie gegen alle Widerstände zu einem florierenden Betrieb ausbaut. Auch Cora wächst in der tiefen Verbundenheit zu der Natur ihrer Heimat auf, jedoch freier und ungebundener als ihre Mutter. Auf Reisen macht sie erste selbstständige Schritte, bevor sie als Mutter einer kleinen Tochter an den Ort ihrer Kindheit zurückkehrt. Auch Eva wächst ohne Vater an der Seite Mutter und Großmutter auf, auch sie ein echtes Kind der Wälder ringsum, eine echte „Riesin“, wie man die drei Frauen hinter vorgehaltener Hand hier nennt. Wie die Mutter muss auch sie zunächst woanders ihre Erfahrungen machen, um schließlich ganz bei sich anzukommen.
Als Gesellschafts-und Generationenroman mit einer sehr atmosphärischen und bildhaften Sprache ist der Roman ein echtes literarisches Juwel und man möchte sofort eintauchen in diese scheinbar undurchdringliche Natur, aus der die drei Frauen ihre Kraft schöpfen.