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Meine letzte Rezension Bitches Bite Back von Laura Steven
Mein Körper gehört mir allein. Das gilt nicht für die achtzehnjährige Schülerin Izzy O’Neil, deren ehemals bester Freund ein Nacktfoto von ihr ins Netz gestellt hat. Izzy wurde gesellschaftlich nahezu geächtet, während die beiden männlichen Parts, welche das Foto hochgeladen haben oder am Sex genauso beteiligt waren, kaum Hämen oder negativen Konsequenzen ausgesetzt sind. Denn Rachepornos oder im englischen „revenge porn“ sind in Izzys Bundesstaat keine Straftat. Izzy lässt sich jedoch nicht unterkriegen und gründet mit ihren besten Freundinnen Meg und Ajita die Bewegung „Bitches Bite Back“ und stellt mit ihnen feministische Sketche ins Netz. Trotzdem schwellt die Wut über die Zeit, welche sie fast zum Selbstmord getrieben hat, noch immer in Izzy. Sie merkt, dass diese Wut kanalisiert werden und zu etwas Positivem umgewandelt werden muss. Zusammen mit anderen Frauen und Unterstützern kämpft sie um einen Gesetzesentwurf gegen Rachepornos, macht gleichzeitig ihren Schulabschluss und versucht sich selbst eine berufliche Perspektive als Drehbuchautorin aufzubauen. Dieses Zitat aus dem Buch fasst für mich das Thema sehr gut: „Es geht um Zustimmung und Scham und körperliche Selbstbestimmung, um das Recht zu entscheiden und das Recht auf Privatsphäre. Es geht um Gewalt gegen junge Frauen. Es geht um Leben und Tod.“ Izzys eigenwilliger, jugendlicher Humor mit Flachwitzcharakter wirkte bei diesem ernsten Thema zunächst seltsam unreif und deplatziert. Dennoch darf Izzys Alter nicht vergessen werden und so versteht man als Leser*in schnell, dass Humor ein Ventil darstellt, welches es für die Protagonistin einfacher macht, mit dem Erlebtem umzugehen. Der Roman handelt von einer jungen Frau, welche ihren Platz in der Welt sucht oder (zurück)erkämpft. Von der Frage, wie kann man Anführer*in einer Bewegung sein und Fortschritt fördern wollen, wenn dieser Fortschritt gleichzeitig bedeutet, das Erlebte durch Erzählungen in Interviews immer und immer wieder zu durchleben? Die Autorin Laura Steven macht eindrucksvoll klar, dass es hier nicht nur um ein Foto geht. Es geht um die Beurteilung der eigenen Körperlichkeit und des Charakters durch fremde oder nicht fremde Dritte und darum das Sex kein Tabuthema sein sollte. Besonders spannend ist ebenfalls die Frage, ist es möglich dem Täter zu verzeihen? Hier gibt der Roman nur unvollständig Auskunft und überlässt so dem/der Leser*in die Chance, eine eigene Antwort zu finden.
ab 14,99 €
Bitches Bite Back
4/5
4/5

Bitches Bite Back

Mein Körper gehört mir allein. Das gilt nicht für die achtzehnjährige Schülerin Izzy O’Neil, deren ehemals bester Freund ein Nacktfoto von ihr ins Netz gestellt hat. Izzy wurde gesellschaftlich nahezu geächtet, während die beiden männlichen Parts, welche das Foto hochgeladen haben oder am Sex genauso beteiligt waren, kaum Hämen oder negativen Konsequenzen ausgesetzt sind. Denn Rachepornos oder im englischen „revenge porn“ sind in Izzys Bundesstaat keine Straftat. Izzy lässt sich jedoch nicht unterkriegen und gründet mit ihren besten Freundinnen Meg und Ajita die Bewegung „Bitches Bite Back“ und stellt mit ihnen feministische Sketche ins Netz. Trotzdem schwellt die Wut über die Zeit, welche sie fast zum Selbstmord getrieben hat, noch immer in Izzy. Sie merkt, dass diese Wut kanalisiert werden und zu etwas Positivem umgewandelt werden muss. Zusammen mit anderen Frauen und Unterstützern kämpft sie um einen Gesetzesentwurf gegen Rachepornos, macht gleichzeitig ihren Schulabschluss und versucht sich selbst eine berufliche Perspektive als Drehbuchautorin aufzubauen. Dieses Zitat aus dem Buch fasst für mich das Thema sehr gut: „Es geht um Zustimmung und Scham und körperliche Selbstbestimmung, um das Recht zu entscheiden und das Recht auf Privatsphäre. Es geht um Gewalt gegen junge Frauen. Es geht um Leben und Tod.“ Izzys eigenwilliger, jugendlicher Humor mit Flachwitzcharakter wirkte bei diesem ernsten Thema zunächst seltsam unreif und deplatziert. Dennoch darf Izzys Alter nicht vergessen werden und so versteht man als Leser*in schnell, dass Humor ein Ventil darstellt, welches es für die Protagonistin einfacher macht, mit dem Erlebtem umzugehen. Der Roman handelt von einer jungen Frau, welche ihren Platz in der Welt sucht oder (zurück)erkämpft. Von der Frage, wie kann man Anführer*in einer Bewegung sein und Fortschritt fördern wollen, wenn dieser Fortschritt gleichzeitig bedeutet, das Erlebte durch Erzählungen in Interviews immer und immer wieder zu durchleben? Die Autorin Laura Steven macht eindrucksvoll klar, dass es hier nicht nur um ein Foto geht. Es geht um die Beurteilung der eigenen Körperlichkeit und des Charakters durch fremde oder nicht fremde Dritte und darum das Sex kein Tabuthema sein sollte. Besonders spannend ist ebenfalls die Frage, ist es möglich dem Täter zu verzeihen? Hier gibt der Roman nur unvollständig Auskunft und überlässt so dem/der Leser*in die Chance, eine eigene Antwort zu finden.

Inga Schauenburg
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