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Detlef Grundtner Buchhandlung: Thalia Hildesheim
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Meine letzte Rezension Wir sind Dynamit von Juliane Marie Schreiber
"Du solltest mehr aus Dir herausgehen!" "Es könnte nicht schaden, wenn Du ein paar mehr Freunde hättest!" "Du solltest Dich mehr einbringen!" Haben Sie solche und ähnliche Sätze auch schon hören müssen? Dann gehören Sie zu den introvertierten Menschen in unserer Gesellschaft und werden von dem extrovertierten Teil zuweilen mitleidig belächelt und mit meist unerbetenen Ratschlägen versorgt. Introvertierte haben es schwer in unserer lauten und auf schnelle Anerkennung bedachten Gesellschaft, ist sich unsere Autorin Juliane Marie Schreiber sicher. Schon in der Schule wird ihnen mangelnde mündliche Mitarbeit bescheinigt, obwohl sie, wenn sie dann etwas zu sagen haben, dies oft gewinnbringender sein kann als die Beiträge der Extrovertierten. In Prüfungen werden sie oft schlechter bewertet als die eloquenten Mitbewerber, die selbst mit Nichtwissen manchen Prüfer zu blenden verstehen. Im Beruf fühlen sie sich durch Gruppenarbeit, Großraumbüros und Meetings gequält, laufen aber zur Hochform auf, wenn sie sich alleine in aller Tiefe in eine Sache hineinknien können und nicht zum konformen Tempo gezwungen werden. Die Autorin schafft es mit sehr viel Humor und Augenzwinkern eine Lanze für die Introvertierten zu brechen. Unbedingt lesenswert, für Extro- wie Introvertierte!
ab 16,00 €
Produktbild Wir sind Dynamit
5/5
  • Detlef Grundtner
  • Buchhändler/-in

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5/5

Wir sind Dynamit

"Du solltest mehr aus Dir herausgehen!" "Es könnte nicht schaden, wenn Du ein paar mehr Freunde hättest!" "Du solltest Dich mehr einbringen!" Haben Sie solche und ähnliche Sätze auch schon hören müssen? Dann gehören Sie zu den introvertierten Menschen in unserer Gesellschaft und werden von dem extrovertierten Teil zuweilen mitleidig belächelt und mit meist unerbetenen Ratschlägen versorgt. Introvertierte haben es schwer in unserer lauten und auf schnelle Anerkennung bedachten Gesellschaft, ist sich unsere Autorin Juliane Marie Schreiber sicher. Schon in der Schule wird ihnen mangelnde mündliche Mitarbeit bescheinigt, obwohl sie, wenn sie dann etwas zu sagen haben, dies oft gewinnbringender sein kann als die Beiträge der Extrovertierten. In Prüfungen werden sie oft schlechter bewertet als die eloquenten Mitbewerber, die selbst mit Nichtwissen manchen Prüfer zu blenden verstehen. Im Beruf fühlen sie sich durch Gruppenarbeit, Großraumbüros und Meetings gequält, laufen aber zur Hochform auf, wenn sie sich alleine in aller Tiefe in eine Sache hineinknien können und nicht zum konformen Tempo gezwungen werden. Die Autorin schafft es mit sehr viel Humor und Augenzwinkern eine Lanze für die Introvertierten zu brechen. Unbedingt lesenswert, für Extro- wie Introvertierte!

Meine Lieblingswerke

  • Produktbild Chronist der wilden Jahre. Mit Siegfried Kracauer durch die Weimarer Republik
    • Detlef Grundtner
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    5/5

    Chronist der wilden Jahre. Mit Siegfried Kracauer durch die Weimarer Republik

    Der "Chronist der wilden Jahre" ist der Journalist Siegfried Kracauer, der, nachdem er ein Architekturstudium abgeschlossen hatte, sich dem Journalismus widmete. Er begann bei der renommierten Frankfurter Zeitung zunächst in der Redaktion in Frankfurt, um dann nach einigen Jahren nach Berlin zu wechseln. Sein Thema war die Kultur der Weimarer Republik, Architektur, Film, Zirkus und Literatur, der er sich mit Hingabe widmete. So entwickelte er sich zu einem wahren Cineasten, einem erstklassigen Filmtheoretiker, der keinen wichtigen in- oder ausländischen Film dieser Jahre ausgelassen hat, um ihn dann besprechen zu können. Jens Wietschorke eröffnet für den Leser ein erstaunliches Panoptikum der "wilden Jahre", koppelt immer wieder die Texte Kracauers mit seinen eigenen Texten und lässt den Leser die weit über dreihundert Seiten in Windeseile in einem Parforceritt beenden. Am Ende steht natürlich die Diktatur, die sich schon auf den Seiten zuvor immer wieder in Erinnerung brachte, die Kracauer gemeinsam mit seiner Frau zunächst in Paris und dann in den USA überstehen konnte. Selten wurde die Zeit der Weimarer Republik, ihr kultureller Wert für die nachfolgenden Jahre intensiver und besser beschrieben als in Wietschorkes Buch.

    • Chronist der wilden Jahre. Mit Siegfried Kracauer durch die Weimarer Republik
    • Jens Wietschorke
    • ab 28,00 €
  • Produktbild Die Geschichte in mir
    • Detlef Grundtner
    • Buchhändler/-in

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    5/5

    Die Geschichte in mir

    Das neue Buch von Rüdiger von Fritsch, den meisten Lesern als sachkundiger Analyst des derzeit schwierigen Verhältnisses zwischen Deutschland und Russland und ehemaliger Botschafter in Warschau und Moskau bekannt, beschäftigt sich mit seiner engsten Familiengeschichte. Er hat mit sehr viel Energie die Herkunft seiner Eltern und Großeltern, die, aus dem Baltikum stammend, Beziehungen zu Russland, Deutschland und Polen pflegten, skizziert und nacherzählt. Dabei ist es ihm vor allem zum Anliegen geworden die Geschichte der Baltendeutschen, geprägt von milden Sommern und eiskalten Wintern, ausgestattet mit einer bisweilen seltsamen Sprachmelodie und einer oft sparsamen bis asketischen Haushaltsführung, mit viel Liebe und Einfühlungsvermögen seinen Lesern vor Augen zu führen. Die Menschen deren Leben und auch Sterben er uns schildert, werden von ihm in einer meisterhaften Art plastisch und anschaulich. Das Buch wird allerdings auch durchzogen von dem zuweilen schwierigen Verhältnis des Autoren zu seinem Vater, der als Baltendeutscher, Partei- und SS-Mitglied in der Zivilverwaltung Litauens in hoher Funktion tätig war. Bis zu seinem Tod blieb der Vater unnachgiebiger Nationalsozialist und schmetterte alle Versuche des Sohnes ihn von den Verbrechen der Nazis zu überzeugen als Lügen und Falschinformationen ab. Fritsch schildert sehr intensiv den Zwiespalt, in dem er und seine Geschwister sich befanden. Einerseits den hochintelligenten Vater, der sich liebevoll und fürsorglich um die Kinder und später um die Enkelkinder kümmerte, als Vater zu akzeptieren, um seine politischen Ansichten andererseits zu verurteilen. Ein Dilemma vieler Familien in den sechziger und siebziger Jahren, so dass, um den Familienfrieden zu bewahren, manche Themen einfach keine Erwähnung mehr fanden. Ein wichtiges Buch zur Rezeption deutscher Familiengeschichte in den ersten Jahrzehnten der jungen Bundesrepublik.

  • Produktbild Erinnerungen eines Vaterlandslosen
    • Detlef Grundtner
    • Buchhändler/-in

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    5/5

    Erinnerungen eines Vaterlandslosen

    Eigentlich erstaunlich, dass es bislang keine Biographie über Daniel Cohn-Bendit gegeben hat, denn das vielschichtige Leben des begeisterten und bekennenden Europäers lädt geradezu ein über ihn zu schreiben. Jetzt ist bei Jacoby & Stuart eine Biographie über und auch von ihm erschienen, die diese Lücke füllt. Zum Glück lässt die Autorin Marion van Renterghem ihn auch zu Wort kommen, denn nichts ist schöner als diesem unpolitischen Politiker, diesem so wenig jüdischen Juden, diesem deutschen Franzosen und französischen Deutschen in all seiner Widersprüchlkeit und all seiner Vielschichtigkeit folgen zu können. Mittlerweile hat er die achtzig überschritten, aber von seiner Quirligkeit und Lebensfreude scheint er glücklicherweise nichts eingebüsst zu haben. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Zeitzeuge, ein liebenswerter Zeitzeuge, dem das gesamte Europaparlament vor über zehn Jahren zum Abschied applaudierte. Jaoby & Stuart gebührt der Dank, dass diese Lücke mit einem Meisterwerk geschlossen wurde.

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