Großartig! Ein Roman, so zeitlos geschrieben und dabei nicht aus der Zeit gefallen.
Schauplatz ist ein Schweizer Dorf nahe der Deutschen Grenze. Hier eröffnet Arnold als junger Mann einen Gasthof mit dem Geld, das er in einem Casino beim Roulette gewonnen hat. Ein absoluter Zufallstreffer, denn Arnold ist alles andere als ein Spieler. Besonnen plant er sein Leben, stellt sich Schritt für Schritt vor, was wann passieren wird und hält sich ebenso Schritt für Schritt an seinen Plan. So kommt nach dem Gasthof die Frau, dann die Kinder und damit ein Leben voller Höhen und Tiefen. Denn vor einem hat Arnold wirklich Angst: vor dem Hamsterrad, vor dem immergleichen Ablauf seiner Tage, vor dem Eingesperrtsein ohne Fluchtmöglichkeit... So trifft es sich, dass eines Tages der Schmuggler Hermann auftaucht, in den sich flugs die älteste Tochter, die schräge Clara, verliebt. Eine Frau wie eine Naturgewalt, unbändig und geradeheraus. Ebenso schnell aber auch ist Hermann nicht mehr wegzudenken aus dem "Gasthaus zur Moskau". Darum löst seine gewalsame Entführung und Inhaftierung durch einen Trupp der SA eine Lawine an Empörung und Aktionismus aus, an der sich das gesamte Dorf beteiligt...
Leichtfüßig, schnörkellos, eben "ganz einfach", erzählt Alex Capus mit großer Strahlkraft eine Lebensgeschichte, einen Heimatroman, eine Dorfposse...alles in einem. Eine herrliche Lektüre wie aus einem Guss, mit Witz, Schalk und einer großen Portion gesundem, unverstelltem Menschenverstand! Absolut lesenswert!