Meine letzte RezensionAprikosenkindvon Judith Merchant
Irgendwie hatte ich mir unter Aprikosenkind etwas anderes vorgestellt, irgendwie eine ganz andere Story.
Das Buch wird als Thriller eingeordnet, allerdings empfand ich es nicht wirklich als thrillerhaft. Mir fehlte dieses Gefühl, beim Lesen den Atem anzuhalten und unbedingt wissen zu wollen, wie es weitergeht.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen und man findet an sich schnell in die Geschichte hinein. Es gibt einige Zeitsprünge, die am Anfang vielleicht etwas verwirrend sein könnten, mit denen ich aber ganz gut zurechtgekommen bin. Außerdem ist das Buch in mehrere Teile gegliedert.
Im ersten Teil gab es einige Wiederholungen, die sich für mich etwas seltsam gelesen haben. Beim Weiterlesen klären sich jedoch nach und nach manche Handlungen auf, sodass man rückblickend einiges besser versteht.
Ab dem Ende des ersten Teils wurde die Geschichte für mich zunehmend interessanter und es baute sich ein guter Spannungsbogen auf. Der richtige Thrill blieb für mich allerdings weiterhin aus.
Die Entwicklung der Story hatte ich so tatsächlich nicht erwartet. Sie behandelt ein interessantes Thema und ließ sich insgesamt auch gut lesen. Trotzdem hatte ich irgendwann eher das Gefühl, ein Familiendrama mit einer guten Portion Spannung zum Ende hin zu lesen, als einen klassischen Thriller.
Das Ende aus Sicht der Hauptprotagonistin hat mich etwas traurig gestimmt, weil ich mich gut in ihre Gedanken und Gefühle hineinversetzen konnte. Für die Protagonisten hätte ich mir einfach einen anderen Ausgang gewünscht.
Das Kind hat mir unglaublich leidgetan. Denn auch wenn ich mir von dem Buch etwas anderes versprochen hatte, führt es einem vor Augen, dass es solche Vorfälle leider auch im echten Leben gibt. Solche Situationen zu erkennen und sich daraus zu befreien, ist unglaublich schwierig und macht das Thema umso bedrückender.
Fazit: Für mich war Aprikosenkind kein Lesehighlight, sondern eher ein gutes Buch für zwischendurch. Durch die überschaubare Seitenzahl lässt es sich gut lesen, und die Geschichte regt durchaus zum Nachdenken an. Ein zweites Mal würde ich das Buch allerdings nicht lesen.
Meine Bewertung: Ein solides Buch für zwischendurch.