Ich habe dieses Buch geschenkt bekommen. Die Vorfreude darauf war deshalb größer als bei einem Roman, den ich mir selbst ausgesucht habe. Hier kam noch dazu, dass ich noch nie zuvor etwas davon gehört hatte. Es ist ja auch Colin Walshs (ein junger, irischstämmiger Autor) Erstling. Ich habe „Kala“ mit in den Urlaub genommen. Für meinen Geschmack ist es die perfekte Urlaubslektüre, denn der Coming-of-age-Roman über sechs Freund*innen, die in Kinlough, einem irischen Küsten-Touristädtchen leben, ist überaus packend und kurzweilig. Das plötzliche Verschwinden Kalas, die der Kern und Magnet der Clique war, löst die jugendlichen, freundschaftlichen Bande auf. Sie entfernen sich voneinander und bis auf einen auch von dem Ort. Erst 15 Jahre später treffen alle Freund*innen aus unterschiedlichen Gründen in der Kleinstadt wieder aufeinander. Sie versuchen, auf eigene Faust herauszufinden, was damals geschehen ist. In dem idyllischen Ort ist nichts so, wie es scheint. Düstere Geheimnisse liegen unter der oberflächlichen Schönheit. Was mir auch sehr gefallen hat, war wie großartig das Lebensgefühl der Teenies eingefangen wird, mit ihrem Überdruss auf die Kleinstadt, dem sich Fortsehnen aus Irland, dem Flirren der Möglichkeiten durch das Jungsein und der Musik von Rage Against The Machine, die ich selbst gerne gehört habe und in der sich so viel frische Energie und Wut ausdrückt. Das Rätsel um Kalas Verschwinden wird in Rückblenden mit immer neuen spannenden Wendungen erzählt. Am Ende konnte ich das Buch kaum mehr aus den Händen legen. Das reinste Lesevergnügen. Eine ganz klare Empfehlung.